Sparkassen Broker und comdirect im Preisvergleich: Was Orders über 2.500, 6.000 und 12.000 Euro laut Preisverzeichnis kosten

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berliner Stiftung Warentest hat 42 Depotmodelle verglichen; der teuerste Anbieter verlangt laut Test für Orders und Verwahrung über 800 Euro mehr im Jahr als die günstigsten.
  • Mehrere Broker sind nach Angaben der Stiftung in jedem Modellfall kostenlos; die Einzelergebnisse kosten auf test.de 4,90 Euro.
  • Laut Preisverzeichnissen (abgerufen am 25. Oktober 2026) kostet eine Order über 6.000 Euro bei Sparkassen Broker 0,95 Euro als Sofortorder, bei comdirect ab dem 13. Monat 19,90 Euro.
  • Entscheidend sind Ordergröße, Zahl der Orders, Sparplan und das Ende befristeter Einstiegspreise.

In Deutschland unterscheiden sich Depots stark im Preis: Laut Stiftung Warentest verlangt der teuerste Anbieter über 800 Euro mehr im Jahr als die günstigsten. Zwei Preisverzeichnisse zeigen, wo die Unterschiede liegen.

Der Test erschien am 14. Oktober 2026 auf test.de und wurde zuletzt am 22. Oktober 2026 geändert; er gehört zum Heft Finanzen 11/2026. Die Ergebnisse für alle 42 Depots sind kostenpflichtig, dieser Artikel nutzt deshalb nur die frei lesbaren Angaben des Depot-Vergleichs.

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Ergänzt werden sie um zwei Preisverzeichnisse, die NETZ-TRENDS am 25. Oktober 2026 abgerufen hat. Eine Rangliste der Anbieter ist das ausdrücklich nicht: Zwei Verzeichnisse ersetzen keinen Marktüberblick.

Warentest: 42 Depots, über 800 Euro Unterschied

Die Stiftung Warentest hat nach eigenen Angaben 23 Direktbanken, Online- und Neobroker mit 26 Depotangeboten untersucht. Dazu kommen 8 Online-Depotangebote bundesweiter Filialbanken und 8 Filialdepots, insgesamt 42 Depotmodelle. Die Angebote von Santander und der KD-Bank (Bank für Kirche und Diakonie) berücksichtigte die Stiftung nicht mehr.

Das Ergebnis der Stiftung: Der teuerste Anbieter verlange für Orders und Verwahrung über 800 Euro mehr im Jahr als die günstigsten, bei denen gar nichts anfalle. Ihre Überschrift lautet entsprechend „Mit günstigem Broker bis zu 800 Euro sparen“.

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„Mehrere Broker sind ohne Wenn und Aber kostenlos – egal, welchen Modellfall wir zugrundelegen.“

Stiftung Warentest, Depot-Vergleich auf test.de, 14. Oktober 2026

Welche Anbieter das sind und wer am anderen Ende der Skala liegt, steht im kostenpflichtigen Teil (4,90 Euro). Der frei lesbare Teil nennt auch nicht, welche Gebührenarten die Spanne von über 800 Euro im Einzelnen treiben.

Vier Modelldepots als Messlatte

Die Stiftung rechnet mit vier Musterfällen. Im kleinen Depot mit Sparplan läuft ein monatlicher Sparplan über 50 Euro auf einen ETF (börsengehandelter Indexfonds), Verkäufe gibt es nicht. Das kleine Depot hat 12.000 Euro Bestand, simuliert wird der Verkauf eines ETF über 2.500 Euro.

Das mittlere Depot besteht aus 13 Positionen mit 50.000 Euro Volumen, nämlich acht Aktien zu je 2.500 Euro und fünf ETF zu je 6.000 Euro. In jedem Quartal finden drei Transaktionen statt. Das große Depot hat 150.000 Euro Volumen mit zehn ETF zu je 12.000 Euro und fünf Aktien zu je 6.000 Euro; in den ersten beiden Quartalen kommen Käufe und Verkäufe eines ETF zu 12.000 Euro und einer Aktie zu 6.000 Euro hinzu.

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Für die Kosten einer Wertpapierorder legt die Stiftung Kurswerte von 2.500, 6.000 und 12.000 Euro zugrunde. Dieselben Werte lassen sich in Preisverzeichnissen nachrechnen.

Was Orders bei zwei Anbietern kosten

NETZ-TRENDS hat dafür die Preis- und Leistungsübersicht Sparkassen Broker (S Broker, gültig ab 15. Juni 2026) und die Konditionen des comdirect Depots auf einer Seite der Commerzbank herangezogen; diese trägt keine Datumsangabe. Die Depotführung ist bei beiden entgeltfrei.

Bei S Broker kostet die Standard-Sofortorder, bei der der Handelsplatz über die Best Execution Policy (Regeln zur bestmöglichen Ausführung) gewählt wird, 0,95 Euro Orderprovision. Wer den Handelsplatz selbst wählt, zahlt 0,95 Euro plus 0,25 Prozent vom Orderwert, mindestens 0,95 Euro und höchstens 54,99 Euro. Dazu kommt ein Handelsplatzentgelt, das für Xetra und deutsche Parkettbörsen 2,45 Euro beträgt.

Bei comdirect nennt die Seite 3,90 Euro je Trade in den ersten zwölf Monaten für neu eröffnete Depots. Danach gelten 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens, mindestens 9,90 Euro und höchstens 59,90 Euro; ab 125 Trades pro Vorhalbjahr gibt es 15 Prozent Rabatt. Zusätzlich fallen laut Seite marktübliche Spreads, börsenplatzabhängige Entgelte und gegebenenfalls fremde Kosten an.

Orderwert S Broker: Sofortorder S Broker: Xetra, eigene Wahl comdirect: erste 12 Monate comdirect: ab 13. Monat
2.500 € 0,95 € 9,65 € 3,90 € 11,15 €
6.000 € 0,95 € 18,40 € 3,90 € 19,90 €
12.000 € 0,95 € 33,40 € 3,90 € 34,90 €
Quelle: Preis- und Leistungsübersicht Sparkassen Broker (gültig ab 15. Juni 2026); comdirect-Konditionen auf commerzbank.de, abgerufen am 25. Oktober 2026; Berechnung: NETZ-TRENDS. S Broker Xetra: 0,95 € + 0,25 % + 2,45 € Handelsplatzentgelt; comdirect ab 13. Monat: 4,90 € + 0,25 %. Ohne Spreads und fremde Kosten.

Die Tabelle zeigt nur zwei Preisverzeichnisse und keinen Marktüberblick. Bei Prozentanteilen wächst der Abstand mit dem Orderwert, bei einem Pauschalpreis je Order bleibt er gleich.

Sparplan: gratis oder 1,5 Prozent je Rate

Bei Sparkassen Broker ist die Ausführung von Wertpapiersparplänen auf Aktien, ETF, ETP (börsengehandelte Wertpapiere) und Zertifikate laut Preis- und Leistungsübersicht entgeltfrei. Bei comdirect ist der Sparplan in den ersten zwölf Monaten kostenlos, danach nennt die Seite 1,5 Prozent des Ordervolumens je Transaktion und WKN (Wertpapierkennnummer) für Aktien, ETF und Zertifikate. Bei Fonds gilt ein Ausgabeaufschlag mit mindestens 25 Prozent Rabatt.

Modellrechnung: ETF-Sparplan mit 50 Euro im Monat

  • Einzahlung: 12 × 50 € = 600 € im Jahr
  • Sparkassen Broker: Ausführung entgeltfrei, also 0 € Ordergebühr
  • comdirect, erste 12 Monate: 0 €
  • comdirect ab dem 13. Monat: 1,5 % je Rate = 0,75 €, im Jahr 9,00 €

Rechenweg: 50 € × 1,5 % = 0,75 €; 0,75 € × 12 = 9,00 €. Die comdirect-Seite nennt kein Mindestentgelt, die Rechnung nimmt keines an. Modellrechnung von NETZ-TRENDS, kein Testergebnis.

Die 9 Euro entsprechen bei 600 Euro Jahreseinzahlung genau 1,5 Prozent und werden bei jeder Ausführung berechnet. Wer die Rate erhöht, zahlt in diesem Modell proportional mehr.

Vier Käufe à 6.000 Euro im Jahr

Modellrechnung: vier ETF-Käufe über je 6.000 Euro

  • Sparkassen Broker, Sofortorder: 4 × 0,95 € = 3,80 €
  • Sparkassen Broker, Xetra mit eigener Wahl: 4 × 18,40 € = 73,60 €
  • comdirect, erste 12 Monate: 4 × 3,90 € = 15,60 €
  • comdirect ab dem 13. Monat: 4 × 19,90 € = 79,60 €

Rechenweg: Orderwerte aus der Tabelle × 4 Käufe, 24.000 € Jahresvolumen. Ohne Spreads, Handelsplatzentgelte außerhalb Xetra und fremde Kosten. Modellrechnung von NETZ-TRENDS, kein Testergebnis.

Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert liegen in diesem Beispiel 75,80 Euro. Die Spanne von über 800 Euro aus dem Warentest entsteht dagegen laut Stiftung bei Orders und Verwahrung in ihren Modellfällen mit Depotvolumen bis 150.000 Euro; die Tabelle und die Rechnung hier bilden nur Ordergebühren ab.

Zum Depot gehören auch Erträge: Wie sich ein Freistellungsauftrag auf mehrere Banken verteilen lässt, erklärt ein früherer Beitrag; wie ein breit gestreuter Welt-ETF zusammengesetzt ist, zeigt der Beitrag zur Gewichtung im MSCI World.

Checkliste: So prüfen Sie Ihr Depot

Fünf Punkte im Preisverzeichnis

  • Orderentgelt für die eigene typische Ordergröße notieren, etwa für 2.500, 6.000 oder 12.000 Euro.
  • Überschlagen, wie viele Orders im Jahr anfallen und ob Pauschale oder Prozentanteil gilt.
  • Beim Sparplan prüfen, ob die Ausführung kostenlos ist oder ein Prozentsatz je Rate anfällt.
  • Bei Einstiegspreisen das Ende der Frist vormerken; bei comdirect nennt die Seite zwölf Monate.
  • Depotführung, Handelsplatzentgelte, Spreads und Übertragungsentgelte des alten und neuen Anbieters einbeziehen.

Das ist keine Anlageempfehlung. NETZ-TRENDS vergleicht Preise aus Verzeichnissen, nicht die Qualität von Angebot, Handelsplätzen oder Service, und die beiden genannten Anbieter stehen nicht stellvertretend für den Markt.

Häufige Fragen

Was hat die Stiftung Warentest verglichen?

Laut Stiftung 42 Depotmodelle bei Direktbanken, Online- und Neobrokern sowie Filialbanken, jeweils in vier Modellfällen mit Kosten für Orders und Verwahrung. Die Einzelergebnisse sind auf test.de kostenpflichtig (4,90 Euro).

Sind Sparpläne bei Sparkassen Broker kostenlos?

Laut Preis- und Leistungsübersicht, gültig ab 15. Juni 2026, ist die Ausführung von Sparplänen auf Aktien, ETF, ETP und Zertifikate entgeltfrei.

Wie lange gilt der niedrige comdirect-Preis?

Laut Seite gelten 3,90 Euro je Trade und der kostenlose Sparplan in den ersten zwölf Monaten. Danach nennt die Seite 4,90 Euro plus 0,25 Prozent je Order und 1,5 Prozent je Sparplanrate.

Kostet ein Depot auch ohne Gebühren etwas?

Die comdirect-Seite nennt marktübliche Spreads, börsenplatzabhängige Entgelte und gegebenenfalls fremde Kosten als zusätzliche Posten. Sie stehen nicht in den Orderpreisen der Tabelle.

Wie viel zahlen Sie für Ihr Depot, und haben Sie schon einmal Anbieter verglichen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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