Deutsche Post plant höhere Brief- und Paketpreise ab Januar 2027, Einwände sind noch bis 30. Oktober 2026 möglich
Das Wichtigste in Kürze
- Die Bundesnetzagentur erlaubt der Deutschen Post für 2027 und 2028 im Schnitt bis zu 20,35 Prozent mehr Porto bei Briefen und Postkarten – deutlich mehr als die 10,48 Prozent der letzten Runde.
- Nach den Plänen der Deutschen Post DHL Group soll der Standardbrief ab 1. Januar 2027 1,15 statt bisher 0,95 Euro kosten, der Maxibrief sogar 5,00 statt 2,90 Euro.
- Verbände, Wettbewerber und die Deutsche Post können nur noch bis zum 30. Oktober 2026 bei der Bundesnetzagentur Stellung nehmen; die endgültige Entscheidung fällt voraussichtlich im November.
Die Bundesnetzagentur erlaubt der Deutschen Post für 2027 und 2028 eine Preiserhöhung von bis zu 20,35 Prozent bei Briefen und Postkarten. Nach den Plänen des Unternehmens kostet ein Standardbrief ab Januar 1,15 statt bisher 0,95 Euro.
Damit erreicht die sogenannte Price-Cap-Regulierung für die deutsche Briefpost den höchsten erlaubten Spielraum seit Einführung des Verfahrens. In der vorigen Zweijahresperiode durfte das Porto im Schnitt um 10,48 Prozent steigen, bei Paketen für Privatkundinnen und Privatkunden waren es 7,21 Prozent. Für 2027 und 2028 erlaubt die Bundesnetzagentur nun 20,35 Prozent bei Briefen und Geschäftspost sowie 10,72 Prozent bei Paketen für Privatkundinnen und Privatkunden.
Die genaue Verteilung der Erhöhung auf die einzelnen Produkte legt die Deutsche Post fest, die Bundesnetzagentur genehmigt anschließend die konkreten Preise. Das Unternehmen hat seine Pläne dafür bereits am 20. Oktober 2026 veröffentlicht – sie stehen aber ausdrücklich unter dem Vorbehalt der endgültigen behördlichen Genehmigung.
Was die Bundesnetzagentur erlaubt
Die Bundesnetzagentur reguliert die Briefpreise der Deutschen Post nicht einzeln, sondern über eine Preisobergrenze (Price-Cap) für einen Korb aus mehreren Produkten. Für den Zeitraum 2027/2028 liegt diese Obergrenze bei durchschnittlich 20,35 Prozent für Briefe an Privatkundinnen und Privatkunden sowie für Geschäftspost, und bei 10,72 Prozent für Pakete an Privatkundinnen und Privatkunden. Innerhalb dieses Rahmens kann die Deutsche Post einzelne Produkte unterschiedlich stark verteuern, solange der Durchschnitt über den gesamten Korb eingehalten wird.
Zum Vergleich: In der Periode 2024/2025 lag die erlaubte Erhöhung noch bei 10,48 Prozent für Briefe und 7,21 Prozent für Pakete. Die neue Obergrenze liegt damit beim Brief fast doppelt so hoch.
Die geplanten Preise im Überblick
Auf dieser Grundlage hat die Deutsche Post DHL Group konkrete Preise für Briefe, Postkarten und weitere Formate angekündigt. Sie sollen vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2028 gelten:
| Produkt | bisher | ab 1.1.2027 | Plus |
|---|---|---|---|
| Standardbrief / Postkarte (Inland) | 0,95 € | 1,15 € | +21 % |
| Kompaktbrief | 1,10 € | 1,25 € | +14 % |
| Großbrief | 1,80 € | 2,35 € | +31 % |
| Maxibrief | 2,90 € | 5,00 € | +72 % |
| Warensendung | 2,70 € | 3,10 € | +15 % |
| Standardbrief / Postkarte (Ausland) | 1,25 € | 1,45 € | +16 % |
Quelle: Deutsche Post DHL Group, angekündigte Preise vom 20. Oktober 2026, vorbehaltlich der endgültigen Genehmigung durch die Bundesnetzagentur. Prozentwerte gerundet.
Auffällig ist der Maxibrief: Er verteuert sich mit 72 Prozent deutlich stärker als der Rest des Sortiments. Gleichzeitig ändert sich sein Format – dazu mehr im nächsten Abschnitt. Die bisherige Zusatzoption „Maxibrief Plus“ für 5,10 Euro entfällt nach den Plänen der Deutschen Post komplett.
Päckchen und Pakete: mehr Leistung, aber weniger Gewicht erlaubt
Neben den Briefpreisen ändert die Deutsche Post zum Jahreswechsel auch Formate und Leistungen mehrerer Produkte:
Was sich bei Formaten und Leistungen ändert
- Großbrief: maximale Dicke steigt auf 3 Zentimeter, maximales Gewicht auf 1.000 Gramm.
- Maxibrief: maximales Gewicht steigt auf 2.000 Gramm, maximale Dicke sinkt auf 3 Zentimeter.
- Päckchen: künftig standardmäßig mit Sendungsverfolgung und Haftung bis 20 Euro – dafür sinkt das zulässige Höchstgewicht von 2 auf 1 Kilogramm.
- Pakete für Geschäftskundinnen und Geschäftskunden: Preisanpassung ebenfalls ab 1. Januar 2027, die Deutsche Post informiert betroffene Firmen nach eigenen Angaben individuell.
- Pakete für Privatkundinnen und Privatkunden: Die konkreten neuen Preise will die Deutsche Post nach eigenen Angaben zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.
Die Bundesnetzagentur hatte den Preisrahmen für Privatkundenpakete mit 10,72 Prozent deutlich niedriger angesetzt als für Briefe – die konkrete Umsetzung bei den Paketpreisen bleibt damit vorerst offen.
Zeitplan: Nur noch wenige Tage für Einwände
Der aktuelle Stand ist ein Entwurf, keine endgültige Entscheidung. Die Bundesnetzagentur hat den geplanten Preisrahmen am 12. Oktober 2026 veröffentlicht. Bis zum 30. Oktober 2026 können die Deutsche Post selbst, Wettbewerber, Verbraucherorganisationen und weitere interessierte Kreise dazu Stellung nehmen. Die endgültige Entscheidung der Behörde wird nach eigenen Angaben für November 2026 erwartet.
Erst danach kann die Deutsche Post die konkreten Preise der einzelnen Produkte – etwa für den Standardbrief – offiziell zur Genehmigung einreichen. Erst mit dieser zweiten Genehmigung stehen die Preise endgültig fest. Die hier genannten Beträge sind der Stand der Unternehmensplanung vom 20. Oktober 2026.
Warum das Porto so stark steigt
„Wesentlicher Grund für das steigende Porto sind die stark abnehmenden Briefmengen.“
Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur
Die Bundesnetzagentur begründet die hohe Obergrenze mit mehreren Faktoren. Der größte Posten ist die sinkende Produktivität: Weil immer weniger Briefe verschickt werden, verteilen sich die Fixkosten des Netzes aus Filialen, Briefkästen und Zustellbezirken auf eine kleinere Menge. Die Behörde beziffert den Produktivitätsverlust für Briefe und Geschäftspost auf 16,31 Prozent und für Privatkundenpakete auf 6,68 Prozent. Als einen Treiber der sinkenden Briefmengen nennt die Bundesnetzagentur unter anderem die ab 2028 greifende Pflicht zur elektronischen Rechnung für Unternehmen.
Hinzu kommen eine für den Zeitraum 2026/2027 angenommene Inflationsrate von 4,04 Prozent und ein angemessener Gewinnaufschlag für das Unternehmen. Die Bundesnetzagentur erkennt zudem sogenannte Lasten aus der Zeit der Deutschen Bundespost an – etwa Pensions- und Sozialverpflichtungen. Zusätzliche Kosten, die die Deutsche Post für Wertschöpfung und Gemeinkosten geltend gemacht hatte, akzeptierte die Behörde dagegen nicht in vollem Umfang.
Die Deutsche Post selbst verweist zur Begründung zusätzlich auf gestiegene Personal-, Energie- und Materialkosten sowie auf die Pflicht, Briefkästen und Filialen bundesweit flächendeckend vorzuhalten – unabhängig davon, wie viele Briefe dort tatsächlich eingeworfen werden.
Was die Erhöhung für Haushalte bedeutet
Ein einzelner Standardbrief wird nach den Plänen der Deutschen Post um 20 Cent teurer (0,95 auf 1,15 Euro, ein Plus von rund 21 Prozent). Nach eigener Schätzung der Deutschen Post bedeutet die gesamte Portoerhöhung für einen durchschnittlichen Privathaushalt eine Mehrbelastung von rund 0,75 Euro im Monat – umgerechnet etwa 9 Euro im Jahr.
Einschränkung: Diese Jahresschätzung stammt von der Deutschen Post selbst und hängt stark davon ab, wie viele Briefe und Pakete ein Haushalt tatsächlich verschickt. Eine unabhängige Prüfung dieser Durchschnittsannahme liegt öffentlich nicht vor.
Für Vereine, kleine Unternehmen und alle, die regelmäßig größere Mengen an Briefen verschicken, dürfte die Mehrbelastung spürbar höher ausfallen als beim durchschnittlichen Privathaushalt, der nach Angaben der Deutschen Post selbst immer weniger Briefpost versendet.
Praktische Checkliste
- Wer regelmäßig größere Mengen an Briefen verschickt (Vereine, kleine Unternehmen, Kanzleien), sollte die Portokosten für 2027 frühzeitig in die Planung einkalkulieren.
- Beim Versand von Päckchen auf das neue Höchstgewicht von 1 Kilogramm ab 2027 achten – schwerere Sendungen benötigen dann ein anderes Produkt.
- Verbände und Organisationen, die sich zum Entwurf äußern wollen, haben dafür nur noch bis zum 30. Oktober 2026 Zeit.
- Endgültig sind die genannten Preise erst nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur im November 2026 und der anschließenden Einzelgenehmigung.
Eine unabhängige Einschätzung von Verbraucherorganisationen zur neuen Preisobergrenze lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht vor.
Häufige Fragen
Ab wann gelten die neuen Portopreise?
Nach den Plänen der Deutschen Post ab dem 1. Januar 2027, gültig bis zum 31. Dezember 2028. Verbindlich sind die Preise aber erst, wenn die Bundesnetzagentur sie nach ihrer für November 2026 erwarteten Grundsatzentscheidung einzeln genehmigt hat.
Wie viel teurer wird ein normaler Brief?
Der Standardbrief soll laut Deutscher Post von 0,95 auf 1,15 Euro steigen, ein Plus von rund 21 Prozent. Für Postkarten gilt nach den Unternehmensplänen derselbe neue Preis.
Warum erlaubt die Bundesnetzagentur eine so hohe Erhöhung?
Die Behörde nennt als Hauptgrund die stark sinkenden Briefmengen, die zu einem Produktivitätsverlust von 16,31 Prozent bei Briefen und Geschäftspost führen. Hinzu kommen eine angenommene Inflationsrate von 4,04 Prozent und anerkannte Lasten aus der Zeit der Deutschen Bundespost.
Sind die genannten Preise schon endgültig?
Nein. Es handelt sich um den Preisrahmen der Bundesnetzagentur vom 12. Oktober 2026 sowie die darauf aufbauende Unternehmensplanung der Deutschen Post vom 20. Oktober 2026. Die Kommentierungsfrist läuft bis zum 30. Oktober 2026, die endgültige Entscheidung der Bundesnetzagentur wird für November 2026 erwartet.
Wie stark würde Sie eine Portoerhöhung in dieser Größenordnung treffen – privat oder als Verein beziehungsweise Kleinunternehmen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Quellen und Stand
- Bundesnetzagentur: Pressemitteilung „Bundesnetzagentur veröffentlicht geplanten Spielraum für Porti“ vom 12. Oktober 2026
- Deutsche Post DHL Group: Pressemitteilung zu den geplanten neuen Brief- und Paketpreisen vom 20. Oktober 2026
Recherche- und Datenstand: 28. Oktober 2026.
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.