Nach Auswertung des Branchenverbands BSW-Solar kamen bis September 8,2 GWh hinzu, knapp die Hälfte als Großspeicher
Das Wichtigste in Kürze
- Der Branchenverband BSW-Solar meldet für Januar bis September 2026 rund 8,2 GWh neue Batteriespeicher in Deutschland, 91 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
- Großspeicher legen auf rund 3,8 GWh zu und mehr als vervierfachen sich, Heimspeicher kommen auf 3,2 GWh (+20 Prozent).
- Datenbasis ist das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, Stand 12. Oktober 2026; Nachmeldungen können die Werte noch erhöhen.
Von Januar bis September 2026 sind in Deutschland rund 8,2 Gigawattstunden (GWh) neue Batteriespeicher hinzugekommen, 91 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Den größten Anteil stellen Großspeicher, nicht Heimspeicher.
Die Zahlen hat der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) am 22. Oktober 2026 in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Sie beruhen auf dem Marktstammdatenregister der deutschen Bundesnetzagentur, dem amtlichen Register für Anlagen der Strom- und Gaswirtschaft. Für Haushalte lohnt der Blick auf die Aufteilung nach Speichertypen.
8,2 GWh in neun Monaten: die Eckdaten
Nach Angaben des Verbands gingen in den ersten neun Monaten 2026 mehr als eine halbe Million neue Batteriespeicher in Betrieb. Zusammen haben sie eine Kapazität von rund 8,2 GWh. Zur Einordnung: Eine Gigawattstunde entspricht einer Million Kilowattstunden.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der BSW-Solar einen Zubau von deutlich über 10 GWh. Das ist eine Erwartung des Verbands, keine amtliche Prognose. Der Datenstand vom 12. Oktober 2026 ist vorläufig, weil Betreiber Anlagen nachträglich melden können.
| Segment | Zubau Januar bis September 2026 | Veränderung zum Vorjahreszeitraum |
|---|---|---|
| Großspeicher | rund 3,8 GWh | mehr als vervierfacht |
| Heimspeicher | 3,2 GWh | +20 % |
| Gewerbespeicher | rund 0,7 GWh | +67 % |
| Kleinstspeicher | rund 0,5 GWh | +33 % |
| Alle Segmente | rund 8,2 GWh | +91 % |
Die Tabelle zeigt, wo das Wachstum herkommt: Der Zubau bei Großspeichern hat sich in den neun Monaten mehr als vervierfacht, bei Heimspeichern liegt das Plus bei 20 Prozent. Gewerbespeicher wachsen um 67 Prozent, Kleinstspeicher um 33 Prozent.
Großspeicher überholen die Heimspeicher
Mit rund 3,8 GWh stellen Großspeicher nach Verbandsangaben etwa die Hälfte der neu installierten Kapazität. Heimspeicher folgen mit 3,2 GWh. In diesem Zeitraum liegt der Zubau bei den Großspeichern damit über dem der Heimspeicher.
Wie deutlich sich das Bild gegenüber dem Vorjahr gedreht hat, zeigt eine Überschlagsrechnung aus den Angaben des Verbands.
Modellrechnung: Anteile und Vorjahreswerte
- Anteile 2026: Großspeicher rund 46 Prozent (3,8 von 8,2 GWh), Heimspeicher rund 39 Prozent (3,2 von 8,2 GWh), Gewerbespeicher rund 9 Prozent, Kleinstspeicher rund 6 Prozent.
- Heimspeicher im Vorjahreszeitraum: rund 2,7 GWh (3,2 GWh geteilt durch 1,20).
- Großspeicher im Vorjahreszeitraum: unter 1 GWh (3,8 GWh geteilt durch mehr als 4).
- Alle Segmente im Vorjahreszeitraum: rund 4,3 GWh (8,2 GWh geteilt durch 1,91).
Rechenweg: Die Vorjahreswerte nennt der BSW-Solar nicht. Sie sind hier aus den veröffentlichten Veränderungsraten zurückgerechnet und gerundet. Eigene Berechnung der Redaktion, keine Angabe des Verbands.
Rechnerisch lagen Heimspeicher im Vorjahreszeitraum also deutlich vor den Großspeichern, 2026 ist es umgekehrt. Wie sich das bis Jahresende entwickelt, hängt von den noch nachzumeldenden Anlagen ab.
Was die Zahlen für Haushalte bedeuten
Für Haushalte mit Solaranlage oder Speicherplänen ist vor allem die Heimspeicher-Zeile relevant: 3,2 GWh, 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Pressemitteilung nennt dazu keine Preise, keine durchschnittliche Speichergröße und keine Förderung. Aussagen zur Wirtschaftlichkeit eines einzelnen Speichers lassen sich aus den Zahlen deshalb nicht ableiten.
Der Verband verweist auf Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE). Danach hätten 80 GWh zusätzliche Speicherkapazität im Vorjahr Verbraucher und Bundeshaushalt um knapp 4 Milliarden Euro entlasten können. Wie viel davon bei einzelnen Haushalten ankäme, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Studien selbst hat die Redaktion für diesen Beitrag nicht ausgewertet.
Wer eine Solaranlage betreibt, sollte außerdem die Regulierung im Blick behalten: Ein Entwurf der Bundesnetzagentur sieht für deutsche Haushalte mit Solaranlage ab 2029 einen Aufschlag auf den Grundpreis vor. Wie sich der Strompreis an der Börse zuletzt entwickelt hat, steht in unserer Auswertung zum dritten Quartal.
Fragen vor dem Kauf eines Speichers
- Wie hoch ist der Stromverbrauch im Haushalt, und wie viel Solarstrom entsteht über das Jahr tatsächlich?
- Was kosten Speicher, Einbau und Netzanschluss laut schriftlichem Angebot, und welche Garantie gibt es auf Kapazität und Ladezyklen?
- Braucht der Haushalt eine Notstromfunktion, und ist sie im Angebot enthalten?
- Wer meldet den Speicher im Marktstammdatenregister an?
Die Liste beruht nicht auf den Zahlen des BSW-Solar und ersetzt keine Beratung. Sie hilft, Angebote vergleichbar zu machen, bevor ein Haushalt sich entscheidet.
Was der Verband von der Politik fordert
Der BSW-Solar legt ein Positionspapier mit 15 Maßnahmen vor. Er adressiert es an den Bundestag und die deutsche Bundesregierung und möchte es in die anstehenden Reformen zum Netzpaket und zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einbringen. Drei Schwerpunkte stehen im Mittelpunkt:
- Batteriespeicher sollen leichter zusammen mit Solar- und Windanlagen sowie an Verbrauchsstandorten betrieben werden können, mit einem verbindlichen Anspruch auf faire, flexible Netzanschlussvereinbarungen.
- Verteilnetzbetreiber sollen netzdienliche Speicher an Umspannwerken ausschreiben müssen.
- Der Redispatch, also der Eingriff in die Einspeisung zur Netzstabilisierung, soll am Netzverknüpfungspunkt ansetzen statt an einzelnen Anlagen, damit Überschussstrom gespeichert statt abgeregelt wird.
„Batteriespeicher entwickeln sich zu einem Wachstumstreiber und Effizienz-Hebel der Energiewende.“
Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer, Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar)
Der Verband bemängelt zudem fehlende klare Zuständigkeiten, verbindliche Ausbauziele und eine übergreifende Speicherstrategie der Bundesregierung. Es handelt sich um Forderungen eines Branchenverbands, der die Interessen der Solarwirtschaft vertritt. Eine Stellungnahme der Bundesregierung zu den Vorschlägen lag der Redaktion nicht vor.
Häufige Fragen
Wie viele Batteriespeicher kamen 2026 in Deutschland hinzu?
Nach Angaben des BSW-Solar gingen von Januar bis September 2026 mehr als eine halbe Million Batteriespeicher mit rund 8,2 GWh in Betrieb, 91 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Wachsen Heimspeicher genauso stark?
Nein. Heimspeicher legen nach Verbandsangaben um 20 Prozent auf 3,2 GWh zu, Großspeicher haben sich mit rund 3,8 GWh mehr als vervierfacht.
Woher stammen die Zahlen?
Aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, ausgewertet vom BSW-Solar, Stand 12. Oktober 2026. Nachmeldungen können die Werte noch erhöhen.
Was erwartet der Verband für das Gesamtjahr?
Der BSW-Solar rechnet für 2026 mit einem Zubau von deutlich über 10 GWh.
Planen Sie einen Batteriespeicher oder haben Sie schon einen? Was hat Sie überzeugt, was abgeschreckt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Quellen
- BSW-Solar: Pressemitteilung „Batteriespeicher-Zubau in Deutschland steigt um 91 Prozent“, 22. Oktober 2026 (Pressemitteilung des Verbands, Herausgeberdarstellung)
- Bundesnetzagentur: Marktstammdatenregister, Datenstand 12. Oktober 2026 (Datenbasis der BSW-Auswertung, wie in der Pressemitteilung genannt)
- Fraunhofer IEE: Studien zu Speichern an Umspannwerken und zu Kosteneinsparungen durch Flexibilität (nur über die Pressemitteilung des BSW-Solar bekannt)
- NETZ-TRENDS: Entwurf der Bundesnetzagentur zum Grundpreisaufschlag und Börsenstrom im dritten Quartal
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.