Der vzbv wertete 690 Erhebungstage auf 20 Strecken aus; zum Ferienstart stieg der Super Sparpreis im Median um 21 Prozent

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wertete vom 1. Juni 2024 bis 30. April 2026 die günstigsten Bahnverbindungen zwischen Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main aus (2. Klasse, Abfahrt 7 bis 19 Uhr).
  • An 76 Prozent der Tage lag der günstigste Super Sparpreis um 15 bis 157 Prozent über dem beworbenen Preis; kurzfristig gebucht kostete er im Median 55,99 Euro, zwölf Wochen vorher 19,99 Euro.
  • Zum Ferienstart lag der Super Sparpreis im Median 21 Prozent höher; der vzbv weist selbst auf kleine Stichproben und Grenzen der Auswertung hin.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat fast zwei Jahre lang Bahnpreise auf 20 Strecken beobachtet. An 76 Prozent der Tage lag der günstigste Super Sparpreis tagsüber über dem beworbenen Preis.

Die Zahlen stammen aus der Pressemitteilung des vzbv vom 20. Oktober 2026, dem Chartbericht zu den Ticketpreisen und der Ferienanalyse. Eine Stellungnahme der Deutschen Bahn zur Studie lag der Redaktion bei Abschluss dieses Beitrags nicht vor; die vzbv-Mitteilung enthält keine.

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Für Reisende in Deutschland ist das vor allem bei der Planung von Fernverkehrstickets relevant: Wann gebucht wird und an welchem Tag gefahren wird, verändert die Preise deutlich.

Was der vzbv gemessen hat

Der vzbv hat nach eigenen Angaben vom 1. Juni 2024 bis zum 30. April 2026 skriptgestützt Preise der Deutschen Bahn abgefragt, an 690 Erhebungstagen. Berücksichtigt wurden alle 20 Direktverbindungen zwischen Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main, ausschließlich 2. Klasse und Abfahrten zwischen 7 und 19 Uhr. Pro Tag erfasste der vzbv jeweils die günstigste verfügbare Verbindung.

Verglichen wurden drei Buchungszeitpunkte: kurzfristig (in den nächsten 7 Tagen), mittelfristig (in drei Wochen) und langfristig (in zwölf Wochen). Der Chartbericht nennt rund 279.000 Verbindungsabfragen, die Pressemitteilung 289.154; die Redaktion gibt beide Werte an, weil sie nicht übereinstimmen.

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76 Prozent der Tage teurer als beworben

Als „beworbenen Preis“ definiert der vzbv den günstigsten Super Sparpreis, den die Deutsche Bahn auf ihrer Website bewirbt. An 76 Prozent der Tage war der günstigste vom vzbv erhobene Super Sparpreis für Tagesfahrten teurer, und zwar um 15 bis 157 Prozent. An 19 Prozent der Tage stimmte er mit dem beworbenen Preis überein, an 5 Prozent war er günstiger (Basis laut Chartbericht: 688 Tage).

Zu beachten ist der Zuschnitt: Der vzbv hat nur Abfahrten zwischen 7 und 19 Uhr betrachtet. Wie der Vergleich für Fahrten außerhalb dieses Zeitfensters ausfällt, steht nicht in den Unterlagen.

Früh buchen: 19,99 statt 55,99 Euro

Am deutlichsten zeigt sich der Unterschied beim Buchungszeitpunkt des Super Sparpreises. Kurzfristig gebuchte Tickets lagen im Median 180 Prozent über langfristig gebuchten. Beim Flexpreis spielt der Buchungszeitpunkt laut Chartbericht kaum eine Rolle.

Buchung Super Sparpreis (Median) Flexpreis (Median)
Kurzfristig (nächste 7 Tage) 55,99 € 144,20 €
Mittelfristig (in 3 Wochen) 35,99 € 138,90 €
Langfristig (in 12 Wochen) 19,99 € 139,90 €
Quelle: vzbv, DB-Preismonitoring (Chartbericht), Juni 2024 bis April 2026; 20 Direktverbindungen zwischen fünf Städten, 2. Klasse, Abfahrt 7 bis 19 Uhr. Median über alle Strecken, keine Preise für eine einzelne Verbindung.

Der Median ist ein Mittelwert über alle untersuchten Strecken und Tage. Auf einer einzelnen Verbindung kann der Preis davon abweichen.

Wochentag und Flexpreis: große Spannen

Auch der Reisetag zählt. Der Super Sparpreis lag freitags und sonntags im Median bei 47,99 Euro, dienstags und mittwochs bei 27,99 Euro, also 71 Prozent höher. Beim Flexpreis kostete der Freitag im Median 159,25 Euro, der Dienstag 131,70 Euro (+21 Prozent).

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Beim Flexpreis zeigen die Zahlen für 2025 zudem große Tagesunterschiede: Auf Berlin–Köln reichte die Spanne von 99,90 bis 185,10 Euro, auf Frankfurt–Köln von 42,30 bis 114,20 Euro und auf Frankfurt–Hamburg von 92,10 bis 246,30 Euro. Bei acht von 20 Strecken war der höchste Preis mehr als doppelt so hoch wie der niedrigste.

Die Bahn hatte zum Fahrplanwechsel 2025/2026 angekündigt, auf Preiserhöhungen zu verzichten. Die Daten bestätigen das nach Angaben des vzbv im Grundsatz, zeigen aber deutliche Unterschiede nach Strecke und Buchungszeitraum: Zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 stieg der mittelfristig gebuchte Super Sparpreis im Median dennoch um 36 Prozent, auf einzelnen Strecken um bis zu 111 Prozent. Der Flexpreis sank kurzfristig gebucht um 2 Prozent und stieg langfristig gebucht um 3 Prozent.

Ferienstart: im Median 21 Prozent mehr

Für die Ferienanalyse verglich der vzbv den ersten Feriensamstag mit dem Samstag der Vorwoche, bei drei Wochen Vorausbuchung und elf Ferienzeiträumen zwischen Sommer 2024 und Ostern 2026. In 62 Prozent der 180 Kombinationen aus Strecke und Ferienzeit war der Preis am ersten Feriensamstag höher.

Beim Super Sparpreis lag der Aufschlag im Median bei 21 Prozent, beim Flexpreis bei 10 Prozent. Zu den Weihnachtsferien 2024 stieg der Super Sparpreis im Median um 156 Prozent. Auf Berlin–München kletterte der günstigste Super Sparpreis zu Beginn der Berliner Winterferien 2025 von 17,99 auf 99,99 Euro (+456 Prozent).

Was die Auswertung nicht belegt

Der vzbv beschreibt in der Ferienanalyse selbst die Grenzen: Die Ergebnisse sind Beobachtungen und kein Beweis, dass die Ferien die Preise verursachen. Pro Strecken-Ferien-Zelle liegen nur 12 bis 14 Abfragen vor, es wurde nur eine Vorausbuchungsfrist von drei Wochen betrachtet, und Extremwerte wie die +156 Prozent im Dezember 2024 können den Median verzerren. Sommer- und Herbstferien zeigten keine oder nur geringe Aufschläge.

Ob und warum die Bahn Preise so gestaltet, sagt die Studie nicht. Die Aussage bleibt auf das beschränkt, was in 20 Verbindungen zwischen fünf Städten gemessen wurde; für andere Strecken, Uhrzeiten oder die 1. Klasse gilt sie nicht.

Forderung: einfacheres Tarifsystem

Aus den Ergebnissen leitet der vzbv zwei Forderungen ab: Die Deutsche Bahn soll ihr Tarifsystem einfacher und transparenter gestalten, und wer mit besonders günstigen Preisen wirbt, soll sicherstellen, dass diese häufiger auch zu üblichen Reisezeiten verfügbar sind.

„Die Deutsche Bahn muss ihr Preissystem einfacher und transparenter gestalten“

Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv)

Die Bahn hat auf diese Forderung in der vzbv-Mitteilung keine Antwort hinterlegt. Wer sich über die tagesaktuellen Spar- und Flexpreise informieren will, findet sie auf der Angebotsseite der Deutschen Bahn.

Modellrechnung: Was späte Buchung kostet

Wie viel der Buchungszeitpunkt ausmachen kann, zeigt eine einfache Rechnung mit den Medianwerten des vzbv.

Modellrechnung: kurzfristig statt zwölf Wochen vorher buchen

  • Eine Fahrt: 55,99 Euro minus 19,99 Euro sind 36,00 Euro Unterschied
  • Hin- und Rückfahrt: zwei Tickets, also 72,00 Euro
  • Vier solcher Reisen im Jahr: 4 mal 72,00 Euro sind 288,00 Euro

Rechenweg: Median Super Sparpreis kurzfristig minus langfristig, mal Anzahl der Tickets. Modellrechnung der Redaktion mit Medianwerten des vzbv; auf einzelnen Strecken und Tagen weichen die Preise ab.

Das sind Durchschnittswerte über 20 Strecken, kein Preisversprechen. Sie zeigen aber, warum der Zeitpunkt der Buchung bei Sparpreisen in der Studie die größte Rolle spielte.

Checkliste vor der Buchung

Aus den Ergebnissen des vzbv lassen sich einige Punkte für die Planung ableiten.

Checkliste Bahnbuchung

  • Früh planen: Super Sparpreise waren zwölf Wochen vorher im Median am günstigsten.
  • Reisetag vergleichen: Dienstag und Mittwoch waren beim Super Sparpreis im Median günstiger als Freitag und Sonntag.
  • Ferienstart beachten: Preis für den ersten Feriensamstag mit dem Samstag davor vergleichen.
  • Tagespreis prüfen: Den beworbenen Preis nur als Ausgangspunkt nehmen und den Preis für die gewünschte Uhrzeit abfragen.
  • Flexpreis nach Tagen vergleichen: Der Buchungszeitpunkt spielte kaum eine Rolle, der Reisetag dagegen schon.

Wer mit Familie fährt, findet in unserem Beitrag zum DB Familienticket ein weiteres Angebot im Fernverkehr; zum Nahverkehr erklärt der Beitrag zum Deutschlandticket 2027 die nächsten Fristen.

Häufige Fragen

Wie oft war der Super Sparpreis teurer als beworben?

An 76 Prozent der Erhebungstage war der günstigste vom vzbv erhobene Super Sparpreis für Tagesfahrten teurer als der beworbene Preis, um 15 bis 157 Prozent.

Wann war der Super Sparpreis am günstigsten?

Im Median bei Buchung zwölf Wochen vorher (19,99 Euro) und an Dienstagen und Mittwochen (27,99 Euro). Kurzfristig gebucht lag der Median bei 55,99 Euro.

Wie stark steigen die Preise zum Ferienstart?

Beim Super Sparpreis im Median um 21 Prozent, beim Flexpreis um 10 Prozent; an den Weihnachtsferien 2024 lag der Aufschlag beim Super Sparpreis im Median bei 156 Prozent.

Gelten die Zahlen für alle Bahnstrecken?

Nein. Untersucht wurden 20 Direktverbindungen zwischen Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main in der 2. Klasse, bei Abfahrt zwischen 7 und 19 Uhr.

Wie planen Sie Ihre Bahnreisen – und haben Sie den beworbenen Preis tatsächlich bekommen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrung gerne in die Kommentare.

Quellen

Recherche- und Quellenstand: 26. Oktober 2026.

Transparenz: KI-Unterstützung

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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