Auch in Oberösterreich Thema: Rund 400 Menschen demonstrierten in Linz gegen ein geplantes Google-Rechenzentrum in Kronstorf

Das Wichtigste in Kürze

  • Die niederländische Polizei meldet 150 bis 200 Festnahmen, nachdem Protestierende am 6. November 2026 die Baustelle eines geplanten Microsoft-Rechenzentrums in Amsterdam besetzt hatten.
  • Parallel demonstrierten Gruppen der Kampagne «Stop Dirty Data Centres» in mindestens 15 Ländern, auch in Wien gab es eine Kundgebung.
  • Bereits im September 2026 protestierten rund 400 Menschen in Linz gegen ein geplantes Google-Rechenzentrum im oberösterreichischen Kronstorf.

Am Freitag besetzten Hunderte Aktivistinnen und Aktivisten eine Microsoft-Baustelle in Amsterdam, die Polizei meldete 150 bis 200 Festnahmen. Auch in Österreich gab es zuletzt Protest gegen ein geplantes Rechenzentrum.

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Die niederländische Polizei erklärte, die Festgenommenen würden des Hausfriedensbruchs verdächtigt. Microsoft teilte mit, man sei über die Demonstration informiert, respektiere das Recht auf friedliche Meinungsäußerung, dulde aber keine rechtswidrigen Handlungen oder Aktionen, die Menschen gefährden.

Der Protest war nach Angaben der Organisatoren der Auftakt zu einer zweitägigen, europaweiten Aktion gegen den schnellen Ausbau von Rechenzentren für Cloud- und KI-Dienste – mit Kundgebungen unter anderem auch in Wien. Für österreichische Leserinnen und Leser ist das Thema nicht neu: Erst im September hatten Hunderte in Linz gegen ein Google-Projekt in Oberösterreich protestiert.

Besetzte Baustelle, Kran, Leuchtfackeln

Im Amsterdamer Stadtteil Sloterdijk drangen am Freitagnachmittag mehrere hundert Protestierende auf die Baustelle eines geplanten Microsoft-Rechenzentrums ein. Einige kletterten auf einen Baukran und zündeten Leuchtfackeln, es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Am späten Nachmittag räumten Einsatzkräfte das Gelände.

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Organisiert wurde die Aktion von der niederländischen Gruppe «Geef Tegengas» («Push Back»). Die Dachkampagne «Stop Dirty Data Centres» spricht von rund 100 beteiligten Organisationen in 15 Ländern, die an diesem Wochenende erstmals europaweit gemeinsam auftraten – unter anderem auch in London und Wien.

Linz: 400 Menschen gegen Google-Rechenzentrum in Kronstorf

In der oberösterreichischen Gemeinde Kronstorf (rund 3.500 Einwohnerinnen und Einwohner) baut Google seit April 2026 auf einem 50 Hektar großen Gelände ein Rechenzentrum, dessen erste Phase 2027 in Betrieb gehen soll. Am 11. September 2026 demonstrierten nach Medienberichten rund 400 Menschen vor dem Sitz der oberösterreichischen Landesregierung in Linz gegen das Projekt. Organisiert hatte die Kundgebung die Künstlerin und Gewässerökologin Christina Gruber aus Amstetten.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen den Strom- und Wasserbedarf: Medienberichten zufolge – nicht von Google selbst bestätigt – könnte allein die erste Ausbaustufe bis zu 1,31 Terawattstunden Strom pro Jahr verbrauchen, umgerechnet etwa so viel wie 375.000 Haushalte. Offen blieb bei den Protesten vor allem die Frage nach der Kühlung und möglichen Folgen für den Fluss Enns.

«I believe we need a rethink when it comes to this endless growth and expansion.»

Christina Gruber, Organisatorin der Kundgebung in Linz

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Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) bezeichnete das Projekt dagegen als «ein starkes Signal für Oberösterreich als Wirtschafts- und Innovationsstandort». Google verweist auf die wachsende Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten und erklärt, die eigenen Rechenzentren zählten zu den energieeffizientesten weltweit; rund 100 direkte und mehrere tausend indirekte Arbeitsplätze seien zu erwarten.

Deutschland: 13 Milliarden Liter heute, bis zu 27 Milliarden 2030

Wie stark der Wasserbedarf von Rechenzentren insgesamt steigen kann, hat das deutsche Öko-Institut im Auftrag von Greenpeace beim nördlichen Nachbarn beziffert. Laut der am 2. November 2026 veröffentlichten Kurzstudie verbrauchten deutsche Rechenzentren 2025 rund 13 Milliarden Liter Wasser zur Kühlung, bis 2030 könnten es bis zu 27 Milliarden Liter werden. Der deutsche Digitalverband Bitkom hält dagegen, der Wasserverbrauch pro Anlage sinke bereits deutlich.

Worauf Anrainerinnen und Anrainer bei einem geplanten Rechenzentrum achten können

  • Welche Kühltechnik ist vorgesehen – und wurde eine Umweltverträglichkeitsprüfung samt Wassergutachten veröffentlicht?
  • Welche Anschlussleistung in Megawatt ist geplant, und aus welcher Wasserquelle soll gekühlt werden?
  • Gibt es ein öffentliches Beteiligungsverfahren, und wann endet die Einspruchsfrist?
  • Was sagt der zuständige Netzbetreiber zu Kapazität und Versorgungssicherheit in der Region?

Welche Rolle der Wasser- und Stromverbrauch von Rechenzentren bei der Standortwahl in Ihrer Region spielen sollte, können Sie uns gerne in den Kommentaren schreiben.

Häufige Fragen

Warum protestierten Aktivistinnen und Aktivisten gegen das Microsoft-Rechenzentrum in Amsterdam?

Die Protestierenden kritisieren den schnellen Ausbau von Rechenzentren für Cloud- und KI-Dienste, insbesondere deren Strom- und Wasserverbrauch sowie fehlende öffentliche Kontrolle. Die niederländische Polizei meldete 150 bis 200 Festnahmen wegen Hausfriedensbruchs.

Gab es auch in Österreich Protest gegen ein Rechenzentrum?

Ja. Am 11. September 2026 demonstrierten rund 400 Menschen in Linz gegen ein geplantes Google-Rechenzentrum in Kronstorf (Oberösterreich).

Wie viel Strom könnte das Google-Rechenzentrum in Kronstorf verbrauchen?

Medienberichten zufolge, die nicht von Google selbst stammen, könnte allein die erste Phase bis zu 1,31 Terawattstunden pro Jahr benötigen, etwa so viel wie 375.000 Haushalte.

Wie viel Wasser verbrauchen Rechenzentren in Deutschland?

Laut einer Kurzstudie des Öko-Instituts für Greenpeace waren es 2025 rund 13 Milliarden Liter Kühlwasser, bis 2030 könnten es bis zu 27 Milliarden Liter werden.

Quellen und Stand

Recherche- und Datenstand: 7. November 2026.

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe. Länderfassung auf Basis eines Artikels von NETZ-TRENDS.de, für Österreich recherchiert.

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