In Dubai geht es wirtschaftlich und touristisch wieder nach oben: Die wichtigsten Wirtschafts-Indizes klettern und erreichen das Level vor der Weltwirtschaftskrise, welche im Jahr 2008 begann. Zudem kommen die Touristen wieder. Für Deutsche oder andere Europäer, welche in Dubai arbeiten möchten, warten ideale Voraussetzungen: Steuerfreiheit, ein jährlicher Freiflug nach Hause, vier Wochen Urlaub, kostenlose Wohnmöglichkeit. Netz-Trends hat sich in Dubai umgesehen. Unser Report wirft Schlaglichter auf das boomende Araber-Land.

Wie gut es um die Wirtschaft von Dubai zunehmend bestellt ist, zeigt sich daran, dass der Dubai Financial Market Index (DFM) kürzlich die Grenze von 5000 Punkten knackte. Das war zuletzt vor acht Jahren, 2006, der Fall – also während des weltweiten Wirtschaftsbooms. Angeblich, schreibt zumindest die wichtige englischsprachige Tageszeitung Gulf News, würden „Investoren nach Dubai strömen“, um am wirtschaftlichen Aufschwung Teil zu haben. Positive Signale für die Vereinigten Arabischen Emirate glauben auch die beiden wichtigsten Immobilien-Konglomerate Dubais am Firmament zu erblicken – Damac und Emaar.

Dennoch kann Dubai nicht darüber hinwegtäuschen, dass das kleine Land, welches weniger Einwohner hat, als München – nämlich rund 1 Millionen Bürger, wovon 800.000 Gastarbeiter sind – immer noch über eine Staatsverschuldung in Höhe von 78 Milliarden Dollar verfügt. Allerdings ist dies im Angesicht der gigantischen Infrastruktur-Maßnahmen und Baumaßnahmen in Dubai auch kein Wunder.

So gelang es Dubais Herrschern innerhalb weniger Jahre aus einer Wüstenstadt eine zunehmend auch für Europäer urbane und durchaus lebenswerte Stadt zu machen – mit Restaurants, die teils mit hervorragendem Essen aufwarten, als auch einem Ambiente, welches sich problemlos an Top-Restaurants in Berlin, Paris, New York oder London messen kann.

Empfehlenswert ist beispielsweise, sofern das nötige Kleingeld mitgebracht wird, der Besuch eines der öffentlichen Restaurants der exklusiven Hotels, wie dem luxuriösen Atlantis-Hotel auf der künstlichen Palmeninsel, der The Palm Jumeirah (Vorbestellungen dringend zu empfehlen). Die Homepage des Hotels zeigt, welche Restaurants zur Auswahl stehen. Exklusiv ist zum Beispiel das Riesen-Aquarium-Restaurant Ossiano im Atlantis The Palm Hotel in Dubai. Ebenfalls sehr ausgefallen und exklusiv ist das Yuan-Restaurant im Atlantis The Palm Hotel. Beide Restaurants müssen mindestens ein oder zwei Tage im Voraus gebucht werden, da der Andrang in aller Regel sehr groß ist. Das gilt auch für das ebenfalls schöne Outdoor-Restaurant „One & Only“ im Royal Mirage Hotel in Dubai (oneandonlroyalmirage.com).

Luxuriös essen im Burj Al Arab Jumeirah: Unter 360 Euro geht es kaum, aber Chinesen und Russen können gewöhnungsbedürftig sein

Wirklich exklusiv und lohnenswert ist auch ein Besuch im märchenhaft gebauten 7-Sterne-Luxushotel, dem weltberühmten Burj Al Arab Jumeirah. Das Hotel kann aber nur durch vorherige telefonische Reservierung für eines der dort vorhandenen Gastrobetriebe betreten werden. Die Zeiten, da faktisch jeder das Luxushotel betreten konnte, sind vorbei. Der Massentourismus der Welt hat eben nun auch dieses Hotel erreicht. Doch was viele nicht ahnen: Ein Drittel der Hotelgäste des Burj Al Arab, seien mittlerweile Chinesen, gefolgt von Russen, Briten und auf Platz vier den Deutschen, erfahren wir diskret im Hotel.

Dass Chinesen zwar in Luxushotels gut bezahlende Gäste sind, ist bekannt, doch auch das: Ihre Tischmanieren gelten für europäische Maßstäbe häufig als schlecht. So gibt es Chinesen, wird uns berichtet, die in Dubai den Kellnern als Ausdruck eines Wohlgefühls in einem Luxus-Restaurant, schon einmal entgegenrülpsen. Es soll auch chinesische Luxusgäste geben, die nach einem guten Essen laut im Luxusrestaurant in Dubai gepfurzt haben. „Man glaubt nicht, was man sich da alles so anhören und anschauen muss“, meint ein Vertreter eines solchen Luxusrestaurants in Dubai zu netz-trends.

Doch auch einige Russen sind in den Luxushotels dieser Welt, so auch in Dubai, teils verschrien: Die Maßlosigkeit des Konsums und Auftretens einiger reichen Russen in den besten Restaurants Dubais bringt zwar einerseits den Betreibern Umsatz. Auf der anderen Seite grenzt die außer Rand und Band geratene Völlerei teils schon an unzüchtigem Verhalten gegenüber qualitativ hochwertigen Lebensmitteln in Luxusrestaurants – von der Arbeit, die Köche in Sterne-Restaurants für gutes Essen investieren, ganz zu schweigen.

Netz-Trends wird beispielsweise berichtet, dass in einem Restaurant der obersten Luxusklasse in Dubai ein Russe die sündhaft teure Restaurant-Karte komplett rauf und runter bestellte und zwar für sich und seine Freundin – und das in einem 14-tägigen Zeitraum alle zwei Tage. Die Rechnungen pro Besuch im Luxusrestaurant in Dubai beliefen sich für den Russen auf jeweils mehr als 5.000 Euro. Dass von dem bestellten Essen dann 95% nicht angerührt wurde und vom Restaurant entsorgt werden musste, habe den Russen, der gerne mit zwei Bodyguards zu seiner Linken und Rechten auftrat, nicht gestört, berichtet man uns.

Jedenfalls bietet das Burj Al Arab rund 200 Suiten zu circa 1700 Euro die Nacht bei insgesamt rund 1.700 Hotelangestellten. Jede Suite hat ihren eigenen Butler. Im Schnitt sind 8 Mitarbeiter für einen Gast einer Suite zuständig. Sowohl den Hotelgästen wie Besuchern stehen fünf Restaurants, 2 Bars und 2 Lounges zur Verfügung. In fast allen Etablissements muss vorher ein Platz reserviert werden. Unser Favorit ist das hochwertige Aquarium-Restaurant im Untergeschoss des Hotels. Doch wer in dieses exklusive Restaurant möchte, der muss für zwei Personen alleine für das Essen mit rund 300 Euro rechnen und noch einmal pro Weinglas 30 Euro.

Es ist also kaum möglich, dieses Restaurant unter 360 Euro zu verlassen – aber es lohnt sich. Zudem gilt für die Herren der Schöpfung dort eine Jackettpflicht (keine Anzugpflicht). Wer in Dubai ist und für einen Restaurant-Besuch im Burj Al Arab kein Jackett dabei hat, dem wird vom Hotel Burj Al Arab eines gestellt. Allerdings kann es vorkommen, dass dieses dann nicht die passende Größe hat. Nicht erwünscht ist, dass die Männer im Aquarium-Restaurant des Burj Al Arab ihr Jackett während des Essens ausziehen. Doch es gibt Ausnahmen, wobei wir selbst so eine erlebten:

Jackettpflicht gilt, es sei denn…

Zunächst wurde uns das Ausziehen des Jacketts höflich nicht gestattet. Kurz darauf kam denn aber doch ein Servicemitarbeiter des Restaurants und meinte, er könne nun doch das Ausziehen des Jacketts gestatten. Grund: Ein Stammgast, wohl der Kategorie sehr reich zuzuordnen, habe sich geweigert, sein Jackett anzulassen, beziehungsweise sei er erst gar nicht im Jackett erschienen. Da Stammgäste gewisse Freiheiten hätten, wolle er aber sicherstellen, dass alle Restaurant-Gäste die gleichen Rechte hätten.

Wer das Burj Al Arab und die dortigen hochwertigen Gastronomie-Betriebe besuchen möchte, der wendet sich am besten an den Concierge des Hotels, in welchem man sich aufhält. Möglich ist auch, dass man selbst im Burj Al Arab anruft und dort einen Platz in einem Restaurant oder der Skybar reserviert – und zwar über die Nummer 971-4017600. Alternativ kann eine E-Mail für eine Reservierung geschrieben werden (BAArestaurants@jumeirah.com). Neben einem schönen abendlichen Dinner kann im Burj Al Arab zudem gefrühstückt oder ein Asian Afternoon Tea genossen werden.

Doch es geht auch weniger exklusiv in Dubais Nachtwelt. Empfehlenswert ist beispielsweise der abendliche Besuch einer der zahlreichen Lounges. Eine ist zum Beispiel die Outdoor-Launch und Bar „cielo sky lounge“ (cielodubai.com). Die Launch liegt direkt im Dubai Creek Yacht Club in der Nähe des Park Hyatt Dubai Hotels. Schön, wenn auch etwas simpel, ist die Skybar im Hilton Hotel am Strand von Dubai. Der Besuch dort lohnt sich vor allem auf Grund des guten Ausblicks auf die Palm Insel. Die Skybar im Hilton ist Tags oder abends auch für Nicht-Hotelgäste besuchbar.

Wem die Aussicht auf Dubai von Skybars nicht genügt, der kann einen Rundflug über Dubai und die Palminseln buchen. Doch billig sind diese Rundflüge nicht. Ein 25-Minütiger Rundflug kostet pro Person im Schnitt saftige 160 Euro. Das ist teurer als ein Hubschrauber-Rundflug in New York City. Einer der Anbieter ist in Dubai zum Beispiel Seawings Seaplane Tours (seawings.ae).

Einen schönen Outdoor-Restaurant-Besuch am Abend lässt sich aber auch in einem der Restaurants erleben, welche um den höchsten Turm der Welt, dem Burj Khalifa, an einem künstlichen Binnensee gruppiert sind.

Fast 900 Meter hoch, der Burj Khalifa

Doch Achtung: Am besten sind dort die arabischen Restaurants. Leider ist aber beispielsweise direkt gegenüber vom Burj Khalifa Turm in der zweiten Etage ein britisches Ketten-Restaurant (Rivington Grill Old Town Dubai) angesiedelt. Dort hatten wir Scampi bestellt, bekamen aber eher eine Art frittierte Fischstäbchen serviert – für 14 Euro („Breaded scampi; 70 VAE-Dirham). Damit waren wir nicht zufrieden. Eine gute Informationsquelle für Ausgehmöglichkeiten und Restaurants in Dubai ist das wöchentlich erscheinende englischsprachige Magazin „Time Out Dubai“.

Wer den fast 900 Meter hohen Turm, den Burj Khalifa, nicht nur im spektakulären abendlichen Wasser-Feuerwerk (ab 18 Uhr bis 23 Uhr, alle 30 Minuten) besichtigen mag – welches größer ist, als jenes vor dem Hotel Bellagio Las Vegas – sondern den Turm befahren möchte, der sollte bereits vor Reiseantritt online ein Ticket zu 25 Dollar pro Person lösen. Denn wer direkt vor Ort kauft, der muss 75 Dollar pro Kopf bezahlen. Wir haben uns eine Fahrt auf die öffentliche Aussichtsplattform im Burj Khalifa gespart, da Dubai von oben nicht unbedingt der größte Hit ist. Doch wer den imposanten weltgrößten Turm Burj Khalifa erlebt, der merkt sehr schnell: Das höchste Gebäude der Welt ist gleichzeitig ein kraftstrotzendes Sinnbild für eine Region, die weiter nach vorne möchte.

Umweltfreundlichkeit in Dubai

Neben dem wirtschaftlichen und touristischen Wachstum setzt Dubai zunehmend auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit – die großen Themen des 21. Jahrhunderts. Ein derzeitiges Projekt ist dabei beispielsweise das Thema Mülltrennung. Bereits heute stehen zwar an Stränden und in vielen Hotels nach europäischem Vorbild Recycle-Mülleimer bereit, doch vor allem Hunderttausende Privathaushalte kennen Recycling einfach nicht.

Unter den 800.000 in Dubai lebenden Gastarbeitern kommen Hunderttausende aus Entwicklungs- oder Schwellenländern wie Indien, Bangladesch, Pakistan oder Sri Lanka und diese Menschen haben meist andere Sorgen, als Müll zu trennen. Dennoch bemüht sich Dubai auch den einfachen Gast- und Wanderarbeitern die Mülltrennung beizubringen.

Neben dem Recyceln von Haushalts-Alltagsmüll will Dubai die Bewohner dahingehend beeinflussen, dass Möbel oder ausgediente größere Elektrogeräte nicht einfach irgendwo hingeworfen werden, sondern dass diese im Rahmen des von der Stadt initiierten „bulk waste disposal programme“ entsorgt werden. Die Rede ist also von den vor allem in Deutschland von den Kommunen bereit gestellten klassischen Sperrmülldiensten.

Abdul Majeed Abdul Aziz Saifaie, der Direktor des Dubai Municipality Waste Management Department, sagte gegenüber der Tageszeitung Gulf News Ende April 2014, wonach man bislang 697 Anfragen von Bewohnern erhalten habe, dass Sperrmüll abgeholt werde. Das Programm sei also bislang ein voller Erfolg und helfe, Dubai sauber zu halten. Das Sperrmüllprogramm Dubais ist für die Bewohner simpel zu aktivieren. So richtete die Stadtverwaltung von Dubai die Hotline-Nummer 800900 ein. Wer sich dort meldet, wird registriert und erhält in den Folgetagen eine SMS, in welcher ihm oder ihr mitgeteilt wird, wann der Sperrmüll abgeholt wird.

Nur 9,7% der Emiratis arbeiten in Dubai in der Privatwirtschaft

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Regierung von Dubai ist es, vor allem junge Araber, also Emiratis, in Lohn und Brot zu bekommen. Bislang sind fast 90% der in Dubai lebenden rund 225.000 Emirati, sofern sie überhaupt arbeiten, in Staatsdiensten.

Nur rund 9,7% Emirati arbeiten nach Angaben des UAE Ministry of Labour im privaten Sektor – also rund 22.000 Emirati. Das Ziel der Regierung von Dubai ist es, diese Quote deutlich zu erhöhen. Als zentrale Jobmesse für dieses Ziel dient der Regierung die jährliche „Careers UAE“. Dieses Jahr wurde sie vom Sohn des absolutistisch regierenden Herrschers von Dubai, von Shaikh Maktoum, eröffnet. Insgesamt 160 Unternehmen zeigten auf der Jobmesse Ende April interessierten Emirati und sonstigen Bürgern Möglichkeiten der beruflichen Tätigkeiten in Dubai. Dabei waren 70 Unternehmen regierungsnahe und 90 gehörten dem privaten Sektor an.

+Jobangeboten in Dubai, Deutsche Geschäftsleute, Arabisch-Deutsches Bildungsforum

Welche Bedeutung die Regierung von Dubai als Arbeitgeber vor allem für Emiratis hat, zeigt sich daran, dass das Dubai Government Human Resources Department (DGHR) derzeit 1.600 Jobs in 30 unterschiedlichen Berufsfeldern offeriert. Ein Ziel der Regierung ist es, auch Frauen zunehmend in Jobs zu bringen. Doch das ist nicht immer einfach, da in Emirati-Familien traditionell die Männer arbeiten.

Dennoch gibt es Ausnahmen. So erzählt beispielsweise Hanan Jawad, eine junge Emirati und Pilotin, gegenüber den Gulf News, wie glücklich sie sei, dass sie nun als Pilotin ihren Lebensunterhalt selber verdienen könne. Anfänglich hätte vor allem ihr Vater Einspruch gegen ihren Berufswunsch geäußert, doch als die Mutter darauf gedrängt habe, der Tochter ihren Traumberuf nicht zu verhindern, habe er schließlich eingelenkt. Heute, sagt Hanan, sei sie in ihrer lokalen Kommune in Dubai der Star. Sie gelte als eine, die aus ihrem Leben auch als Frau etwas mache.

Deutsche Geschäftsleute, die in Dubai aktiv werden möchten, finden in unterschiedlichsten Organisationen Ansprechpartner. Eine Anlaufstelle kann zum Beispiel das jährliche „Arabisch-Deutsche Bildungsforum“ sein. Vor allem das Ghorfa-Wirtschaftsmagazin berichtet ausführlich, worauf in Dubai zu achten ist. Generalsekretär der Ghorfa ist Abdulaziz Al-Mikhlafi (Informationen über: ghorfa.de, beziehungsweise education.ghorfa.de).

Wer mit dem Gedanken spielt, in Dubai möglicherweise zu arbeiten, der kann sich in dem englischsprachigen Wirtschaftsmagazin „Arabien Business“, welches wöchentlich erscheint, sehr gut informieren. Für einen ersten Eindruck genügt ein Blick auf die Online-Ausgabe (arabianbusiness.com). Da viele Deutsche, die in Dubai arbeiten, mit dem eigenen Auto in der Wüstenstadt unterwegs sind, hier ein Warnhinweis.

Denn: Alleine im ersten Quartal 2014 wurden in Dubai im Schnitt täglich 5.232 Bußgeldbescheide gegen Autofahrer ausgestellt. Die meisten Knöllchen werden auf Grund eines Verstoßes gegen die geltenden Geschwindigkeitsrichtlinien verschickt. In Dubai gibt es sowohl in der City, wie auf der modernen vierspurigen und nachts hell beleuchteten Autobahn nach Abu Dhabi, überall wechselnde Geschwindigkeits-Richtlinien. Auf der Autobahn darf im Schnitt lediglich zwischen 120 und 140 gefahren werden.

+Gastarbeiter schuften in Dubai teils für 1,22 Euro die Stunde bei einer 70-Stunden Woche

Wie in Deutschland, so gilt die flexible Arbeitszeit zunehmend auch in Dubai als eine ideale Möglichkeit, gute Arbeitskräfte für ein Unternehmen zu begeistern. Das sagte beispielsweise Anil Maba, der Personalleiter des Unternehmens RW Rostamani gegenüber der Tageszeitung Gulf News. Ein Deutscher, der in einem Luxushotel in Dubai arbeitet, berichtet uns zudem:

„Westliche Ausländer verdienen in Dubai sehr gutes Geld. Das liegt vor allem daran, dass wir faktisch keine Steuern bezahlen. Außerdem bezahlt der Arbeitgeber uns jährlich einen Heimflug komplett. Zudem wird kostenlos ein Apartment gestellt“. Richtig luxuriös lebten ausländische Führungskräfte in Dubai, erzählt er uns: „Ein Hoteldirektor erhält in der Regel eine private Villa mit sechs Bedrooms und persönlichem Fahrer“.

Allerdings können die meisten der 800.000 Gastarbeiter in Dubai von flexiblen Arbeitszeiten und einem persönlichen Fahrdienst nur träumen. Denn die meisten sind Bauarbeiter oder verdingen sich ihr tägliches Dasein mit Handlanger-Jobs, wie Fahrer für die Emiratis, Putzdienst in den Hotels oder sonstigen Jobs. „Ich muss an sechs Tagen der Woche von morgens 9 bis abends 21 Uhr arbeiten“, erzählt ein Pakistani netz-trends, welcher in einem der Hunderten kleinen Geschäfte in dem Gold Souk Dubai arbeitet.

Dies sei, erzählt uns der Gold Souk-Mitarbeiter, in Pakistan besser geregelt: Hier gebe es gesetzlich vorgeschrieben eine 8-Stunden-Woche. Dennoch sei er, sagt er, glücklich, dass er in Dubai arbeiten dürfe: „Hier habe ich wenigstens einen Job“. Außerdem werde er auch ansonsten ganz gut behandelt: So bekomme er und viele andere einfache Gastarbeiter, jedes Jahr vier Wochen Urlaub. Zudem würde auch in seinem Fall ein Heimatflug pro Jahr komplett vom Arbeitgeber übernommen. Sein monatlicher Lohn liege derzeit in Dubai bei rund 350 Euro im Monat – allerdings eben bei einer regulären 72-Stunden-Woche. Zum Vergleich: In Deutschland ist eine 40-Stunden-Arbeitswoche üblich.

87,50 Euro für 72 Stunden harte Arbeit in einem Souk

Rechnet man den Monatslohn des Gold Souk-Mitarbeiters auf einen Wochenlohn um, verbleiben dem pakistanischen Gastarbeiter gerade einmal 87,50 Euro pro Woche, was einem Tageslohn von rund 15 Euro entspricht und einem Stundenlohn von 1,22 Euro.

Dubai ist, wie 90% der Länder, Galaxien von solch irrwitzigen Plänen wie in Deutschland entfernt, mit welchem nun jeder Auszubildende über 18 Jahren bereits einen gesetzlich festgeschriebenen Super-Mindestlohn von 1.600 Euro monatlich oder 19.200 Euro im Jahr erhalten soll, egal was der Azubi an Mehrwert in die Firma einbringt oder nicht.

„Dass sich Hunderttausende Handwerksbetriebe solch hohen Löhne für berufliche Greenhorns wie Azubis gar nicht leisten können, interessiert in der SPD, die in der deutschen Bundesregierung das Projekt brachial durchgesetzt hat, niemanden“, erklärt ein Unternehmer gegenüber netz-trends.

Wie drastisch der Wohlstand auf der arabischen Halbinsel verteilt ist, lässt sich an einer kleinen aktuellen Anekdote erkennen: Der saudische Prinz Alwaleed bin Talal schenkte im April 2014 den Fußballern und dem Personal seines saudi-arabischen Fußballclubs, dem „Al Nassr FC“ (Riyadh), 25 Bentleys, nachdem diese die Saudi Football League Mitte April 2014 gewonnen hatten.

+Studie junge Araber: Erwartungen, Hoffnungen, Verbündete Staaten

Auch wenn die Saudis und Emiratis zu der großen Volksgruppe der Araber gehören, so stellen sie unter den Arabern doch die Minderheit dar. Die meisten der 200 Millionen jungen Araber leben in Ländern wie Ägypten, dem Libanon, Palästina, Tunesien, Syrien, dem Irak oder Iran. Der jährliche und soeben veröffentlichte Jugend-Forschungsbericht, der „ASDA’A Burson-Marsteller Arab Youth Survey“, stellt für die 18 bis 24-Jährigen jährlich dar, welche Hoffnungen die jungen Araber für ihre Zukunft haben.

Drastisch belegt die Studie, wie sehr sich die arabische Welt alleine in den vergangenen drei Jahren verändert hat. Sagten noch im Jahr 2011 nur 17% der Jugendlichen, sie würden traditionelle arabische Werte als altbacken und nicht mehr opportun ansehen, schnellte diese Zahl bis 2014 auf 46% hoch.

Dennoch sagten die meisten der arabischen Jugendlichen, wonach ihre Eltern und Familie, auch die Religion, den wichtigsten Stellenwert für das eigene Leben darstelle. Hier bewegen sich die Zustimmungswerte zwischen 73% und 49%. An oberster Stelle stehen die Eltern, gefolgt von der Familie, der Religion und den Freunden. Deutlich abgeschlagen folgen Einflussgrößen wie „Social Media/Bloggers“ (nur 35% Zustimmung), Politiker (31%) oder Aussagen von Popstars (20%).

Trotz des arabischen Frühlings und der damit verbundenen Protestwelle in der arabischen Welt, sagten immer noch rund 66% der befragten jugendlichen Araber, sie seien sicher, dass ihre Regierungen zumindest in Fragen des Lebensstandards das Knowhow hätten, diesen zu verbessern. Obwohl die Jugendarbeitslosigkeit in arabischen Ländern mit 30 bis 50% sehr hoch ist, sollen angeblich 63% der Befragten in der Studie gesagt haben, sie würden ihren Regierungen vertrauen, dass sie für eine wirtschaftliche Stabilität sorgen würden.

Doch spätestens bei dieser Frage kommt dem kritischen Studien-Leser denn doch in den Sinn: Wie repräsentativ ist die arabische Jugendstudie wirklich? Denn eine hohe Jugendarbeitslosigkeit in zahlreichen arabischen Ländern und großer Optimismus passen irgendwie nicht zusammen.

Dennoch gibt es einige interessante Aspekte in der arabischen Jugendstudie: Auf die Frage, in welchen Ländern arabische Jugendliche leben möchten, stehen beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate auf Platz eins. So sagten 39% der befragten jungen Araber, das wäre ihr Traumland, in dem sie leben wollten. Es folgen abgeschlagen auf Platz 2 die USA (21%), Saudi-Arabien (14%), Frankreich (13%) und Qatar (13%).

Nur 22% der Araber sehen die USA als besten Verbündeten

Dass die jungen Araber in allen arabischen Ländern primär ihre arabischen Brüder und Schwestern als beste Verbündete ansehen, zeigt die Frage der Studie „Who would you say is your country’s biggist ally“. Hier sagten 36% aller Araber, dies sei Saudi-Arabien, 23% gaben an, es seien die Vereinigten Arabischen Emirate, 25% sind der Meinung es sei Qatar, 25% gaben Kuwait an und nur 22% sahen die USA als besten Verbündeten der Araber an.

Auch wenn in arabischen Ländern die Tageszeitungen nach wie vor einen sehr großen Stellenwert haben, was sich auch leicht daran erkennen lässt, dass fast jede zweite Zeitungsseite großflächig von der werbungtreibenden Wirtschaft mit Anzeigen belegt wird, sind die anderen Medien im Stellenwert der Jugendlichen nicht zu unterschätzen. Auf die Frage, welche News-Quellen für die 18 bis 24-Jährigen jungen Araber am wichtigsten seien, sagten 75% im Jahr 2014, es sei das Fernsehen. Dieser Wert ist in etwa gleich hoch, wie vier Jahre zuvor – 2010.

Auf Platz 2 kommen jedoch bereits die Onlinemedien. Gaben 2010 noch 47% der Jugendlichen an, man nutze Online, um News zu erhalten, stieg diese Zahl bis 2014 deutlich an – auf 59%. Geradezu umgekehrt verhält es sich mit der Tageszeitung als Nachrichtenquelle: Kreuzten in dem Fragebogen noch 2010 65% der jugendlichen Araber an, sie würden die Tageszeitung als Newsquelle nutzen, sank diese Zahl bis 2014 auf 31% ab, was faktisch einer Halbierung gleich kommt.

Dennoch sind die Nutzungswerte für die Tageszeitungen auch unter den jungen Arabern immer noch recht hoch. Hinzu kommt: Der Einfluss der Tageszeitungen ist gesellschaftlich in arabischen Ländern erheblich größer, als jener von Onlinemedien, auch wenn Onlinemedien zunehmend mehr genutzt werden. Grund: Der Medienkonsum im Internet zerbröselt auf hunderte unterschiedlichste News-Quellen, während örtliche Tageszeitungen meist in der Anzahl überschaubar sind, dafür ihre Strahlkraft als Informations- und Meinungsmedium aber höher ist.

Das veränderte Rezipientenverhalten der arabischen Jugendlichen spiegelt sich auch im Kauf von Unterhaltungselektronik wieder. Gaben die Emirati noch im September 2013 im Schnitt 3.000 Dh pro Tag für Unterhaltungselektronik aus, kletterte dieser Betrag bis April 2014 auf im Schnitt 4.875 Dh pro Tag. Das teilte zumindest das Marktforschungsinstitut Plug-In mit.

Allerdings sind die Angaben mit Vorsicht zu genießen, da sie ausschließlich auf einer Online-Befragung in den Vereinigten Arabischen Emiraten beruhen, wobei 1.986 Personen mit 52 unterschiedlichen Nationalitäten teilgenommen haben. Das zeigt auch gleichzeitig, wie bunt gemischt die Bewohner in den Emiraten sind. Auf starke Nachfrage stoßen nach Angaben der online Befragten vor allem Smartphones oder Tablet PCs. Aber auch Camcorders oder Digital-Kameras seien gefragt.

Doch trotz des scheinbar westlichen Konsums in den Emiraten, gilt: In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist der Islam in der Verfassung festgeschriebene Staatsreligion. Das heißt entsprechend für Dubai: Es wundert nicht, wenn die wichtige englischsprachige Tageszeitung in den Emiraten, die Khaleej Times, vermeldet, man sei stolz, wonach Dubai „the capital of Islamic econonmy“ sei, also die Hauptstadt des islamischen Wirtschaftens.

+Dubai Expo 2020: Aushängeschild von Dubais absolutistischem aber weltoffenem Herrscher Mohammed bin Rashid Al Maktoum

Bereits im Januar 2013 hatte der absolutistische aber als weltoffen geltende Herrscher von Dubai, „His Highness Shaikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Vice-President and Prime Minister oft he UAE and Ruler of Dubai“, die Parole ausgegeben, Dubai müsse die führende islamische Wirtschaftsmetropole weltweit werden. Eine zentrale Rolle bei diesem Ziel spielt das Dubai Islamic Econonmy Development Centre (DIEDC). Beflügelung erhofft man sich aber auch durchdie Expo 2020.

Dabei darf als sicher gelten: Mit der Expo 2020 wird Dubai einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiges Wirtschaftswachstum für die Emirate machen. Bereits 2014 finden sich in Dubai zahlreiche Hinweise, wie stolz man darauf sei, in sechs Jahren die Expo erstmals in Dubai ausrichten zu dürfen. In einem sind sich dabei Kenner von Dubai sicher: Das kleine Land Dubai möchte mit der Expo 2020 eine große Show abliefern und wird das sicherlich tun.

Dass es dazu in der Lage ist, hat Dubai in den vergangenen 100 Jahren eindrucksvoll bewiesen: Noch Anfang des 20. Jahrhunderts, also um 1900 herum, lebten in Dubai lediglich rund 10.000 Menschen, die meisten waren Emirati. Heute sind es über eine Millionen Menschen.

Zudem: War einst die Perlentaucherei in Dubai die wichtigste Einnahmequelle, ist es seit 1966 das Öl, heute zusätzlich und zunehmend der Tourismus, aber auch der Handel. Bereits 1937 versuchten die Briten in ihrer gewaltsam besetzten Kolonie Dubai Öl zu finden. Jedoch war dieses Unterfangen damals, wie einige meinen zum Glück, nicht mit Erfolg gekrönt. Denn hätten die Briten 1937 Öl gefunden, wären wohl hunderte Milliarden Euro an arabischem Volksvermögen nicht den Emirati verblieben, sondern nach Britannien exportiert worden.

Einige sagen auch, die Briten hätten im Falle eines frühen Ölfundes dann wesentliche Teile des Volksvermögens der Emirati gestohlen. Denn das bis heute groß gerühmte British Empire beruht letztlich auf dem Fundament des Diebstahls an den Ressourcen anderer Länder und Kontinente – natürliche wie menschliche.

Bekannt ist jedenfalls, dass die Dubai Expo 2020 in der Nähe des Großflughafens Al Maktoum International Airport durchgeführt werden soll. Dort ist auch die Jebel Ali Free Zone angesiedelt (JAFZ; arabisch ‏ المنطقة الحرة في جبل علي ). In der Freihandelszone des dortigen Tiefseehafens sind 6.400 Firmen aktiv.

Dass sich Dubai die Expo 2020 einiges kosten lässt, das teilte bereits Helal Saeed Al Marri, der Generaldirektor des Dubai Department of Tourism & Commerce Marketing (DTCM), mit. Al Marri ist gleichzeitig der CEO des Dubai World Trade Centers. Nach seinen Angaben, würde Dubai in die Expo 2020 rund 10.7 Milliarden Dollar investieren, wobei der Löwenanteil direkt von der Regierung von Dubai gestemmt werde.

+Bauboom: Dubais 82.000 Hotelbetten und Apartment-Zimmer nicht genug, neue Palm-Insel Deira Islands

Um sowohl die Expo, wie auch das weiterhin erwartete Wachstums Dubais stemmen zu können, möchte die Regierung zudem weiter in Hotelbetten investieren. Bislang stehen zwar bereits 82.000 Hotelbetten und Apartment-Zimmer in Dubai für die Gäste bereit, doch soll dieses Kontingent durch zahlreiche Hotel-Neubauten weiter aufgestockt werden.

Um vor allem den Tourismus, aber auch die reichere internationale Gemeinschaft, weiter an Dubai zu binden, baut das Wüstenland an diversen Palm-Inseln. Das Projekt war im Rahmen der Weltwirtschaftskrise ab 2008 in Stocken geraten, nimmt nun aber langsam wieder an Fahrt auf.

Neben der Wirtschaftskrise hatten auch weltweit negative Schlagzeilen die künstlichen Inselgruppen rund um die Palmeninseln ins Stocken gebracht. Grund: Es gab Berichte, wonach es Bauprobleme auf den künstlichen Inseln gebe oder gegeben habe, auch von stinkendem stehenden Wasser zwischen den Häusern auf den Palminseln war die Rede, oder von Rissen in den neuen Hauswänden, angeblich ausgelöst durch ein zu instabiles Fundament.

Dennoch: Während des Besuches von netz-trends in Dubai konnten zumindest wir nicht feststellen, dass die Wasserarme der Palm-Inseln besonders stanken. Auch haben wir keine Häuser gesehen, die nun mangels Unterputz auf der Palminsel wieder abgerissen werden hätten müssen. Allerdings räumen wir auch ein: Wir sind Baustatiker.

Deira Islands – neuestes Palminsel-Projekt

Auch wenn einige Insel-Großprojekte – wie The World – derzeit ruhen, gibt es doch andere, die weiter vorangetrieben werden. Hierzu gehört zum Beispiel das Palm-Projekt „Deira Islands“. Dabei handele es sich, verkündete die Projektgesellschaft im April 2014 in einer ganzseitigen vierfarbigen Werbeanzeige in der arabischen aber englischsprachigen Tageszeitung Khaleej Times, um „Dubai’s Newest Destination For Tourism and Living“.

Demnach seien die Deira Islands eine „unique waterfront entertainment, tourist and residential destination“. Sie würden im Rahmen des Staatsprogramms „Dubai 2020“ entwickelt. Weiter heißt es, wonach die künstliche Inselgruppe aus vier Hauptinseln bestehe und neben zahlreichen „beachfronts resorts“ auch Häuser und Apartments für private Käufer biete.

Insgesamt bietet Deira Islands 15,3 square Kilometer Platz, bei 40 Kilometer künstlich geschaffener Küste. Davon werden neben Steinküsten 21 Kilometer Strand geboten. Für regelmäßige Unterhaltung auf der künstlichen Riesen-Insel soll neben einer Luxus-Shopping-Mall ein großes Amphitheater sorgen, welches für bis zu 30.000 Menschen konzipiert worden ist. Wie üblich, lässt sich künftig auch Deira Islands entweder von Dubai City mit dem Auto befahren, mit dem Boot, beziehungsweise dem Flugzeug. Interessenten wenden sich an den Nakheel Sales Center (nakheel.com).

+Wirtschaftsaufschwung auch in Abu Dhabi

Doch nicht nur in Dubai geht es bergauf, sondern auch im Nachbarland Abu Dhabi. Auch dort kratzte die Abu Dhabi Securities Exchange mit 5.198 Punkten am Niveau von 2008, also dem Vorkrisen-Niveau. Allerdings hatte die Wirtschaftskrise Abu Dhabi sowieso nicht so hart getroffen, wie Dubai.

So wie Dubai, versucht das bisherige Schmuddelkind der Vereinigten Arabischen Emirate, Abu Dhabi City, die Tristesse der City, welche aus furchtbar vielen billigen und einfallslosen Retorten-Hochhäusern besteht und einer schrecklich dreckigen und für Fußgänger und Anwohner wenig ansehnlichen 60er-Jahre Asphaltatmosphäre, sich etwas aufzuhübschen.

Allerdings sollte das nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Kurzurlaub auch in Abu Dhabi ein Erlebnis sein kann, da Abu Dhabi mehr bietet, als nur Abu Dhabi City. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören zum Beispiel die Ferrari World, das 7-Sterne Luxushotel Emirates Palace oder die Große Moschee, welche zu den schönsten und exklusivsten weltweit gehört. Hinzu kommen teils recht schöne Urlaubshotels. An dieser Stelle verweisen wir auf den netz-trends-Reisebericht aus dem Jahr 2013, „Sehenswürdigkeiten in Abu Dhabi: Emirates Palace, Große Moschee, Ferrari World.

Doch all das genügt nicht, um für Abu Dhabi einen Anschluss an das glamouröse Dubai zu erhalten. Deshalb versuchen die Stadtplaner von Abu Dhabi mit weiteren Maßnahmen der Tristesse, welche in weiten Teilen von Abu Dhabi City vorherrscht, etwas entgegenzustellen. Bekannt ist beispielsweise, dass zusätzlich zur neuen Strandpromenade in Abu Dhabi, der Corniche, weitere 76 sogenannte „development projects“ das Arbeiten und Wohnen in Abu Dhabi City erträglicher machen sollen.

Neben dem Permanent-Projekt der Vereinigten Arabischen Emirate, nämlich die bewohnte Wüste etwas grüner zu machen, stehen in Abu Dhabi relativ einfache Dinge ebenfalls im Fokus: Mehr Kioske in den Wohngebieten zum Beispiel, oder „community markets“. Zudem sollen entlang der Abi Dhabi Corniche beispielsweise 300 Kioske angesiedelt werden, welche neben Snacks sonstige Gebrauchsgüter des täglichen Lebens anbieten sollen. Doch eines scheint man in Abu Dhabi immer noch nicht gelernt zu haben: Verwöhnte Touristen wollen mehr, als an billigen Kiosken billige Brötchen und billiges Eis zu konsumieren.

Abu Dhabi City ist das architektonische Schmuddelkind der Vereinigten Arabischen Emirate

Was in Abu Dhabi im Gegensatz zu Dubai ebenfalls fehlt, ist neben einem architektonischen Gesamtkonzept für die City, eine erquickliche Gastronomie. Hinzu kommt: Die Emiratis in Abu Dhabi gelten als sehr abgehoben und von sich eingenommen. Sie möchten zwar Europäer als Touristen in ihr Land locken, aber sich mit ihnen unterhalten – dafür sind sich viele der traditionell in weißen Gewändern gekleideten Emiratis zu fein.

Selbst in Restaurants, in welchen Touristen oder europäische Geschäftsleute verkehren, werden diese von den Emiratis gerne wie Luft behandelt. Dies mag auch auf Ressentiments gegen die alte Ausbeuter-Kolonialmacht Britannien beruhen. Denn bis heute ist es durchaus nicht so, als dass die von Großbritannien in Jahrhunderten gewaltsam besetzten und ausgebeuteten Länder, dies nicht vergessen hätten.

Um die kulturellen Barrieren etwas zu überwinden, gründete Dubai das Sheikh Mohammed Centre for Cultural Understanding (SMCCU). Hier können Touristen oder an Dubai Interessierte in Kursen lernen, wie Emiratis leben. Das in der traditionellen Emirati-Architektur gehaltene Gebäude ist für jeden Interessierten, auch für Kurzentschlossene, geöffnet. Der Start des Projektes datiert auf das Jahr 1998 zurück.