So hatte sich das Helga Müller (Name geändert) aus der Nähe von Mannheim nicht vorgestellt: Jedes Jahr macht sie gemeinsam mit ihrem Mann Bernd drei bis fünf Wochen in der kalten Jahreszeit Urlaub im sommerlichen Südafrika und wollte das auch in diesem Jahr im Januar 2013 machen.
Doch was sie mit dem CUBE Guest House bei Kapstadt in Südafrika, welches sie dieses Jahr erstmalig gebucht hatten, erlebte, „schlägt dem Fass den Boden aus“ erzählt die 68-Jährige verärgert.
Grund: Ihr Mann hatte bei Eis und Schnee sich am Montag den 22. Januar ein Knie verletzt, was eine Operation notwendig machte und sechs Wochen Ruhe. Eigentlich hatte sie am Samstag den 26. Januar mit Lufthansa nach Kapstadt fliegen wollen. Eine Station wäre vom 27. Januar bis 4. Februar für acht Nächte das CUBE Guest House bei Kapstadt im schicken Vorort Hout Bay gewesen – für 110 Euro (1.200 Rand) die Nacht für zwei Personen. Doch statt eines erholsamen Traumurlaubs im Land Nelson Mandelas erlebt sie nun ihren persönlichen Alptraum.
Gegenüber netz-trends.de erzählt sie: Nach dem Unfallschock habe sie im CUBE Guest House in Kapstadt in Südafrika angerufen. Sie habe wissen wollen, ob sie auf Grund des Unfalls nun das bereits vor Monaten teuer gemietete Zimmer stornieren könne. Die ernüchternde Antwort der Inhaber des CUBE Guest Houses bei Kapstadt, die im Vorfeld immer angenehm freundlich gewirkt hätten: Sie müsse auf Grund einer kurzen möglichen Stornierung 100 Prozent Stornokosten bei der CUBE Guest House Pension (Hout Bay, Kapstadt) bezahlen. Das war ein Schock für die tatkräftige Südafrika-Liebhaberin Helga Müller. „Üblich sind weltweit bei ganz kurzfristigen Stornierungen maximal 70 bis 90 Prozent Stornokosten – oft aber auch nur 25 bis 50 Prozent, wenn die Stornierung einige Tage vorher eingeht“, erklärt eine Mitarbeiterin eines Onlinereiseportals.
„In unserem Fall haben wir Null Kulanz erlebt“ sagt Müller gegenüber netz-trends.de. Sie müsse auf jeden Fall 100 Prozent Stornokosten tragen. Besonders verärgert ist sie, da sie das Gefühl habe, dass man ihre Notsituation ausgenutzt habe. Denn, versichert sie, sie habe lediglich „in dem guten Glauben einen telefonischen Stornierungswunsch angemeldet, da ich davon ausging, dann auch etwas zurückzubekommen“. Andernfalls mache es ja überhaupt keinen Sinn zu stornieren. Allerdings sieht das das CUBE Guest House in Kapstadt anders. Es behaupte, sagt die Kundin, sie habe klar am Telefon am Montag den 22. Januar 2013 storniert, weshalb sie dieses nun nicht am Mittwoch den 24. Januar wieder rückgängig machen könne. Heißt: Sie sei alles Geld und das Zimmer komplett los. Wann ist eine Stornierung eine Stornierung? Darüber gehen die Meinungen auseinander….
Das wiederum verwundert Müller und lässt sie zu der Aussage gelangen, wonach das „doch alles wirklich ein dubioses Verhalten“ sei. Denn: Nicht nur sei es äußerst ungewöhnlich für eine Stornierung gar nichts zurückzubekommen. Obendrein halte sie es auch für fragwürdig, ohne schriftliche Bestätigung ihrerseits aus einem am Telefon geäußerten Stornierungswunsch gleich eine juristische Faktenlage zu machen. „Und selbst wenn wir wirklich schriftlich storniert hätten – dann könnte man trotzdem kulant sein in einem von einem Arzt bestätigten längerfristigen Krankheitsfall und uns wenigstens etwas bei den Stornierungskosten entgegenkommen“, meint Müller. Zudem wäre es „absolut realistisch gewesen, dass die Guesthouse-Betreiber noch einige Tage in der Hochsaison das Zimmer auch vermieten und somit gar keine wirklichen Umsatzausfälle zu erleiden gehabt hätten“. Ihr Argument gegenüber dem Guest-House-Betreiber hätte auch gelautet, berichtet die Südafrika-Touristin, dass dem Guest-House im Falle einer Stornierung ja auch einiges an Kosten erspart würde – wie Verpflegung oder Reinigung. Aber auch davon hätten die Inhaber nichts wissen wollen und hätten argumentiert, es gehe hier um die Einnahmen, die sie im Falle einer kostenlosen oder anteiligen Stornierung eben nicht hätten. Sogar mit ihrem Rechtsanwalt hätten die Guesthouse-Betreiber angeblich gedroht für den Fall, dass Müller nicht den kompletten Betrag – also 100 Prozent – bezahle und auf das Zimmer – da sie angeblich storniert habe – verzichte. Sprich: Auch einer circa 48 Stunden nach dem Telefonat erbetenen Rückabwicklung der angeblichen mündlichen Stornierung hätten die Betreiber eine Absage erteilt.
Doch was ist überhaupt das CUBE Guest House in Kapstadt? Rein äußerlich ist es ein hübsches Anwesen. Die beiden Betreiber, die Hamburger Dirk Engelmann und Patrick Gott, schreiben auf ihrer Homepage, sie hätten sich mit dem „CUBE Guest House“ einen „Lebenstraum“ erfüllt. Seit 2011 seien sie mit der Pension in Südafrika aktiv.
Mit dem Betrieb eines Guesthouses in Südafrika sind die beiden in guter Gesellschaft mit vielen anderen Deutschen, aber auch mit Schweizern oder Österreichern. Denn besonders in der als sicher geltenden Urlaubsregion Western Cape gibt es zahlreiche deutschsprachige Herbergsväter- und Mütter. Dabei gilt für fast alle: Der Anfang ist schwer. So stehen sowohl in der touristischen Hauptsaison wie Nebensaison viele Häuser oft halb oder fast ganz leer. Hinzu kommen Ärgereien mit dem Personal – und den damit einhergehenden Auflagen. So gibt es Zwangsquoten für die Beschäftigung schwarzer Angestellter.
Aller Anfang ist schwer – das gilt auch für neue Guesthouse Betreiber in Südafrika
„Doch die sind nicht immer gut ausgebildet und oftmals tanzen sie einem auch unverschämt auf der Nase herum“, erzählt eine deutsche Guesthouse-Betreiberin namens Elke aus Summerset West. Besonders schwierig sei auch der Umgang mit Behörden: „Oftmals wird man von den schwarzen Behördenmitarbeitern beispielsweise im Finanzamt schikaniert, muss stundenlang warten, darf auch niemand anderes hinschicken“, weiß sie aus langjähriger Erfahrung. Hinzu kämen hohe Anforderungen an die Sicherheit der Guesthouses: „Hohe Zäune, Alarmanlagen, Überwachungskameras, Einbrecher“ – all das habe sie in diesem dramatischem Ausmaß in Deutschland nicht gekannt. Obendrein seien die Winter in Südafrika – also dann, wenn es in Deutschland Sommer ist – oft feucht-kalt, die Häuser dafür aber oftmals gar nicht ausgerüstet.
Auch die ewigen Hassaufrufe gegen Weiße durch die ANC-Jugendliga (African National Congress Youth League) mit ihrem umstrittenen schwarzen Führer, dem Rassisten Julius Malema, geht vielen weißen Südafrikanern, aber auch den zahlreichen weißen Touristen aus Europa, an die Nerven. Neben rassistischen Äußerungen fällt die einflussreiche südafrikanische Jugendorganisation ANC- deren Motto lautet Fight, Produce, Learn – auch mit immer wieder geäußerten Enteignungs-Aufrufen gegenüber Weißen – aktuell aber auch von Minenbesitzern – auf (Quelle: ancyl.org.za/).
Doch trotz der zahlreichen Schwierigkeiten, denen sich Guesthouse-Betreiber in Südafrika gegenüber sehen, hat die Südafrika-Liebhaberin Helga Müller kein Verständnis für das Verhalten des CUBE Guest House. Denn: „Egal ob man ein Haus mit Reisenden voll bekommt oder nicht – so wie man mit uns umgegangen ist, kann man einfach nicht mit Kunden umgehen“, klagt die Kundin des CUBE Guest House verärgert.
Von dem eigenen Motto, welches auf der Homepage des Kapstadter Hauses genannt wird – nämlich „Leidenschaft für guten Service und Gästebetreuung“ – habe die ansonsten Südafrika-Begeisterte, erzählt sie netz-trends.de, nichts gemerkt.
+CUBE Guest House Pension Hout Bay, Kapstadt: Es geht in anderen Häusern auch kundenfreundlicher
Dass Kundenfreundlichkeit durchaus nicht nur auf der Homepage steht, sondern auch gelebt werden kann, das erlebte Helga Müller in den anderen beiden Guesthouses in Kapstadt und Somerset West, welche sie sich für den diesjährigen Südafrika-Urlaub online ausgesucht hatte. Hier habe zwar auch auf der Homepage gestanden, wonach bei kurzfristiger Stornierung Stornokosten anfallen würden. Doch die Herbergseltern seien im Angesicht der für Helga Müller und ihren Mann sowieso tragischen Situation um ein vielfaches kulanter als sie es im CUBE Guest House Pension Hout Bay erfahren habe. So seien in beiden Fällen die Stornokosten im Angesicht der glaubhaft gemachten langwierigen Krankheit sogar freiwillig komplett erlassen worden – und das, obgleich hier kein Rechtsanspruch bestanden hätte.
Helga Müller möchte auch künftig jedes Jahr während des europäischen Winters gemeinsam mit ihrem Mann Bernd – einem 71-Jährigen Rentner, der früher Logistikchef beim Hamburger Konzern Unilever war – nach Südafrika fahren, um Sonne zu tanken und sich an dem guten Essen und Wein zu laben. Für sie und ihren Mann ist das der Höhepunkt des Jahres. Akribisch und mit viel Liebe fürs Detail plant sie die Reise und bucht meist zwei oder drei unterschiedliche Guesthouses in Western Cape rund um Kapstadt. Dafür sucht sie wochenlang diverse Online-Reiseportale ab.
Hat sie ein für sie und ihren Mann passendes Guesthouse in Südafrika gefunden, plant sie auch vorab detailliert, welche vorzüglichen Weinbau-Restaurants sowie Fisch-Restaurants besucht werden. Denn es ist bekannt: „Ein Fünfgänge-Menü kostet in Südafrika nur 25 Prozent dessen, was man dafür in Deutschland hinlegen müsste“, erklärt Müller. Vom „phantastischen südafrikanischen Wein ganz zu schweigen“.
Berühmt, von Gourmets geliebt und günstig: Gutes, schön hergerichtetes Essen in Südafrika.
Zumindest für 2013 könnte das nun erst einmal alles ins Wasser fallen. Denn die Knieverletzung ihres Mannes hatte sie und ihren Mann Bernd komplett aus der Bahn geworfen. „Bei allem Verständnis, dass es schwierig ist, ein neues Guesthouse in Südafrika zu etablieren, bin ich doch extrem enttäuscht und auch verärgert, dass die CUBE Guest House Pension in Hout Bay bei Kapstadt praktisch null Verständnis für unsere Situation aufgebracht hat“.
Ihr Verdacht: Die Inhaber hätten möglicherweise „die Chance beim Schopf gepackt und das Zimmer gleich weiter vermietet – um möglicherweise doppelt kassieren zu können“. Allerdings gibt es keinen Beweis für diesen geäußerten Verdacht. Besonders enttäuscht ist sie auch, da ihr Sohn anstatt der verhinderten Eltern gerne im CUBE Guest House den teuer bezahlten Urlaub genossen hätte.
Jetzt scheint das ganze jedenfalls vor Gericht zu gehen und von Anwälten und Richtern diskutiert zu werden. Ein schöner Urlaub sieht anders aus. Eines ist für die Rentnerin Helga Müller klar: „Ich werde garantiert nie wieder in diesem Haus buchen und kann es auch auf Grund der mangelnden Kundenfreundlichkeit absolut nicht mehr weiterempfehlen – so schön das Haus eigentlich aussieht.“
Wow! So viele Worte für einen ganz simplen Sachverhalt. „Dubios“ heisst es immer wieder in diesem Artikel. Nun, was ist hier „dubios“?
Herr XY bucht ein Zimmer vor langer Zeit über das Buchungsformular auf unserer Website, wo sich auch die Stornobedingungen befinden. Frau XY ruft 6 Tage(!) vor Anreise an und möchte das Zimmer stornieren, da die Reise nicht angetreten werden kann aufgrund eines Unfalls Ihres Mannes. Dem Kunden sind die Stornobedingungen bekannt. Frau XY gibt uns ungefragt telefonisch die Kreditkartendaten durch, um den Restbetrag gemäß Stornobedingungen abzubuchen……
Leider hat das Ehepaar XY versäumt eine Reiserücktrittskostenversicherung abzuschließen. Da beide um die 70 Jahre alt sind sicher ein riskantes und im Nachhinein sehr ärgerliches Versäumnis.
[ANMKERUNG REDAKTION: Hier mussten wir den Kommentar leider kürzen auf Grund von nicht akzeptablen Äußerungen]… und nur den offenstehenden Betrag von der Kreditkarte abgebucht.
Nun muss offensichtlich ein Schulidger dafür gefunden werden, dass Herr XY gefallen ist und die Reiserücktrittskostenversicherung nicht abgeschlossen wurde. Wir empfinden es in keiner Weise fair und nachvollziehbar, dass wir diese Schulidgen sein sollen bzw. das von uns erwartet wird bei einer so kurzfristigen Stornierung einen Teil des Schadens zu tragen.
Selbstverständlich kann man immer um Kulanz bitten und dem haben wir auch des öfteren bei anderen Kunden stattgegeben. [ANMKERUNG REDAKTION: Hier mussten wir den Kommentar leider kürzen auf Grund von nicht akzeptablen Äußerungen] Wenn ich mir Kulanz erhoffen, versuche ich es nicht mit Angriffen und Vorwürfen sondern damit, um Verständnis zu bitten.
Herr Grakow möchten wir noch darüber informieren, dass Ihre Informationen über die politische Situation Südafrikas und deren gesetzlichen Vorgaben nicht auf dem aktuellen Stand sind. Herr Julius Malema zum Beispiel bekleidet kein Amt mehr und wurde vom ANC ausgeschlossen.
Abschließend haben wir noch einen Tipp für Elke aus Somerset West, die so sehr unter dem schlechten Personal und den grauenvollen Wintern in Südafrika leidet: Einfach das Land verlassen und zurück nach Deutschland gehen, um dort den herrlichen Winter zu genießen und der Haushälterin in der Stunde das zu bezahlen, was hier am Tag diesem „schlechten“ Personal gezahlt wird.
CUBE Guest House
Ich wollte gerade für April ein Zimmer dort buchen und fand dann diesen Text. Wir sind jetzt doch etwas verunsichert, besonders durch den Kommentar der Gastgeber. KLingt als kann man da leicht Ärger bekommen.
Hallo
hm, das ist in der Tat ein wenig verwunderlich. Das Verhalten der Jungs. Ein wenig Entgegen kommen hätte doch nicht weh getan. Aber vermutlich färbt die Südafrikanische Kultur ab. Kulanz gibt es da wenig. Jeder ist sich selbst der Nächste. Fängt beim Autofahren an… Nun gut, vielleicht läuft das GH auch nicht so. Schließlich ist in der Holzbucht mittendrin ein Township. Auch politisch gibt es natürlich viel zu sagen. Muss man aber nicht. Nur so viel. Lange geht es hier nicht mehr. Auch nicht für die Jungs aus HH Für das Ehepaar Ärgerlich, aber ich sag mal. Holen Sie doch einfach ihr Geld zurück. Mit dem Anwalt drohen und dann tatsächlich auch durchziehen… Well, ich tippe drauf, dass die Buben des GH es nicht darauf ankommen lassen. Weil teuer und garantiert langwierig und der Richter wird sicher keine 100 Prozent Storno akzeptieren. Also nur Mut. Nicht zahlen und gut. Wer sich nicht einigen will, weil die Gier überwiegt, dem sollte die Linie gezeigt werden. Viel Erfolg. Ronald und Rosie aus Kapstadt.