Während in Russland mehr Luxusautos denn je verkauft werden, auch in Asien, stockt zunehmend der Absatz teurer Autos in Europa – beziehungsweise bleibt der Absatz zumindest hinter den eigenen hohen Wachstums-Hoffnungen häufig hinterher. Betroffen seien, heißt es bei Händlern, die Marken Bentley, Ferrari oder Lamborghini.
Die Luxusklasse fängt in Europa bei circa 100.000 Euro je Auto an. Besonders viele der Edelkutschen waren jetzt auf der Paris Motor Show zu sehen: Ob Porsche, Bentley, Rolls Royce, Lamborghini, Mercedes-Benz, McLaren, BMW oder Ferrari – alle waren da. Natürlich auch Renault oder Peugeot – die beiden französischen Automobil-Hersteller, die seit Jahren vergeblich versuchen mit ihren Autos ins Luxussegment vorzustoßen.
Da das bislang immer gründlich misslang, sollen nun angeblich die Luxuswaren-Hersteller im Modesegment im Auto-Design der Franzosen helfen. Nach dem Motto: Oben hui, unten pfui. Denn Luxus im Automobilmarkt lebt nicht von Rusch und Wimpern, sondern primär von Qualität und Technik.
Insgesamt wurden in Europa im Jahr 2011 rund 26.000 Luxusautos verkauft. Das ist aber immer noch gut 25 Prozent unter dem Level vor Beginn der Wirtschaftskrise in Europa im Jahr 2008. Damals sorgte die Lehman Brother-Pleite weltweit für wirtschaftliche Turbulenzen. Selbst in Malaysia titelten die großen Tageszeitungen in Kuala Lumpur panische Schlagzeilen.
Doch trotz der Krise teilte Bentley auf der Paris Auto Show mit, man rechne zumindest weltweit mit einem Wachstum von rund 5 bis 6 Prozent. Hilfreich dürften dabei die neuesten Modelle sein, beispielsweise neue Cabriolets (Convertibles), die im Showroom von VW – dem Mutterkonzern von Bentley – an der Berliner Friedrichstraße bewundert werden können. UNTEN KLICKEN ZUM WEITERLESEN
+Autos bis 900.000 Euro auf der Paris Motor Show
Bentley Luxusautos kosten bis 246.000 Euro. Immerhin wird berichtet, Bentley habe fast ein Drittel mehr Autos verkauft als im Vorjahresvergleich. Trotzdem wird es wohl dabei bleiben, dass sich die Luxusmarken in Europa auch in Zukunft vor allem in jenen Ländern schwer tun dürften, die die Euro-Krise besonders drückt. Also in Ländern wie Spanien oder Griechenland. Dort kommt es derzeit nicht gut an, wenn ein reicher Kunde in einem goldfarbenen Bentley Cabriolet über die Boulevards sich schiebt.
Grund: Die Stimmung ist bei vielen jungen Leuten aggressiv gegen alles Luxuriöse. In Spanien sind rund 50 Prozent der unter 25 Jährigen arbeitslos, leben von der Hilfe der Eltern, Großeltern, Bekannten oder Freunden.
Auch in Großbritannien sieht es nicht gut aus. Während Deutschlands Wirtschafts wächst, schrumpfte sie auf der kleinen Insel um 0,4 Prozent. Insgesamt ging der Absatz von Neuwagen in der Europäischen Union um sieben Prozent in diesem Jahr zurück. Wenig glücklich zeigt sich die europäische Automobilindustrie auch mit dem schleppenden Absatz der e-Mobile, also Elektroautos.
Dass der Luxusmarkt deshalb als Wachstumsmarkt dringend von den Autokonzernen benötigt wird, das belegte beeindruckend einmal mehr auch Mercedes Benz auf der Autoshow in Paris. Der Stuttgarter Autohersteller stellte hier seinen neuesten SLS Gull-Wing Sportster vor. Der Preis: Schlappe circa 416.500 Euro.
Noch teurer waren nur die Automobile von McLaren. Am Stand von McLaren protzte man mit einem P1, der circa 878.000 Euro kostet. Aber auch Porsche möchte hier nicht hinterherhinken. So heißt es, die Stuttgarter wollten für einen hyprid-supercar rund 656.000 Euro von ihrer edlen Käuferschaft erbitten.
Doch bei all den Luxusautos ist doch Bentley negativ aufgefallen. Im Pressebereich auf der Bentley-Homepage konnte netz-trends.de kein herunterladbares Foto der Traumautos finden. Entweder ist das seltsames Understatement der VW-Tochter oder Nachlässigkeit. Bleibt zu hoffen, dass Bentley sonst im Service nicht so nachlässig gegenüber der Kundschaft ist.