Zwar ist die Wirtschaftskrise auch in den USA noch lange nicht vorbei, aber die Preise ziehen bereits wieder kräftig an: Wer das Natur-Weltwunder Grand Canyon im August 2012 als Tourist besucht und sich die bis 1.700 Meter tiefe Schlucht mit dem Hubschrauber anschauen möchte, der muss mittlerweile wieder tief in die Tasche greifen: Die Flüge über den Grand Canyon kosten zwischen 200 und 240 Euro pro Person.
Noch vor vier Jahren, also zum Höhepunkt der Finanzkrise in den USA, waren die 30 bis 45 Minuten Flüge mit dem Hubschrauber für Reisende bereits ab 140 Euro zu bekommen. Die Abflüge finden für alle Besucher des Grand Canyon Zugangs „South Rim“ ab dem circa zehn Kilometer entfernten Örtchen Tusayan statt. Dort liegt der offizielle Flugplatz. Eine günstige Alternative zu Hubschrauber-Rundflügen sind die Flüge mit einem kleinen Flugzeug. Da sind Tickets bereits für unter 100 Dollar zu erhalten.
Überhaupt ist Tusayan ein idealer Ausgangspunkt für die Grand Canyon Tour. Hier kostet ein Doppelzimmer im August 2012 in einem Hotel oder Motel kaum mehr als 85 Dollar die Nacht. Im viel gepriesenen Grand Canyon Villiger sind die Preise erheblich höher. Dennoch gilt für die Hauptreisezeit Juni bis August: Eine Reservierung einige Tage oder Wochen vorher ist absolut empfehlenswert.
Wer sich für Tusayan als Ausgangspunkt für seine Erkundungen des großartigen Grand Canyons entscheidet, dem stehen vom Mexikanischen Restaurant (ein Bier kostet fünf Dollar, eine Portion Natschos elf Dollar) über McDonalds bis hin zu einem italienischen Restaurant oder einem Steakhouse (28 Dollar für ein Steak) genügend Gastro-Betriebe zur Verfügung.
Eines ist klar: Touristen, die sich für einen Hubschrauber-Flug über den Grand Canyon entscheiden, können sich einen Abstieg hinunter zum Colorado River sparen. Umgekehrt gilt: Wer sich die Mühe eines Abstiegs macht, der sollte sich definitiv die 500 Dollar für zwei Personen je Hubschrauberflug ebenfalls sparen.
Touristen, die nicht von Las Vegas, also der West-Küste der USA, den Grand Canyon bereisen, sondern von Phoenix, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Arizona, steht der South Rim als Zugang zum Grand Canyon zur Verfügung. Der Eintrittspreis liegt bei günstigen 25 Dollar für sieben Tage bei bis zu fünf Personen je Auto. Wer über South Rim einen Abstieg zum Colorado River plant, der kann nur über den Bright Angel-Weg den beschwerlichen Abstieg beginnen.
Üblicherweise sollten Reisende mit drei bis vier Stunden rechnen, um zum weltbekannten Indian Garden, einer kleinen Oase im Grand Canyon River Valley, zu gelangen. Im Indian Garden können Touristen auch campen, müssen das aber vorab reservieren und auch bezahlen.
Wer schließlich nach zwei bis vier Stunden Abstieg über einen gefestigten Trampelpfad im Indian Garden angelangt ist, der sollte seine Kräfte auch noch nutzen, um die letzten 30 Minuten im Tal durch eine grüne flache Landschaft zu wandern, um schließlich vom Plateau Point einen einmalig gigantischen Anblick auf den nochmals gut 400 Meter tiefer gelegenen Colorado River zu erhaschen.
Doch Achtung: Die Hitze kann im Grand Canyon Tal im August auf bis zu 39 Grad Celsius steigen. Pro Person sollte mindestens ein Liter Wasser mitgenommen werden. Auch Proviant ist ratsam. Die Trinkflaschen können alle 1,4 Meilen kostenlos an Trinkwasser-Einrichtungen aufgefüllt werden.
Für die meisten Touristen gilt: Wer drei Stunden für den Abstieg benötigt, sollte gut fünf Stunden für den Aufstieg einkalkulieren. Allerdings gilt auch: Wer schnell ist und in guter Kondition, der schafft sowohl den Ab- als auch den Wiederaufstieg in jeweils drei Stunden, gesamt also in sechs Stunden. Die Regel sind aber neun bis zehn Stunden.
Wichtig: Spätestens um neun Uhr morgens sollte man mit dem Abstieg beginnen, da dann die Hitze nicht so erdrückend ist.
Wer empfindliche Haut hat, sollte auf jeden Fall einen Hut mitnehmen. Sonnencreme für fast alle unerlässlich.
Ein Muss sind zudem die abendlichen Sonnenuntergänge im Grand Canyon Valley. Hier lohnt es sich, entweder im Visitor Center des Grand Canyon Parks nachzufragen, um wie viel Uhr die Sonne untergeht, oder direkt im Hotel. Im August geht die Sonne in der Regel gegen 19 Uhr unter.
Hier können phantastische Fotos vom rötlich beleuchteten Grand Canyon geschossen werden. Doch Achtung: Abends wird es auch im Grand Canyon gerne kühl. Eine lange Hose und ein Pullover sind empfehlenswert. Zudem sollte auch tagsüber ein Regenschirm im Auto bereit liegen.
Da der Grand Canyon rund 2.100 Meter über dem Meeresspiegel liegt, sind, wie in den Bergen üblich, schnelle Wetterumschwünge nicht selten. Doch selbst wenn es regnet: In der Regel scheint zwei Stunden später wieder die Sonne. Touristen, die sich auf jeden Fall die recht neue Aussichtsplattform „Skywalk“ nicht entgehen lassen möchten (Eintritt rund 20 Dollar), sollten als Flugplatz nicht Phoenix in Arizona einplanen, sondern Las Vegas. Denn die Entfernung vom Grand Canyon Zugang „South Rim“ bis zum Skywalk entspricht rund zwei Autofahrt-Stunden und liegt näher an Las Vegas. Allerdings kann auch sehr gut auf den Skywalk verzichtet werden.
+Arizona bietet noch mehr – zum Beispiel das Monument Valley
Tipp: Wer eine Flugbuchung über die Hauptstadt von Arizona, Phoenix hat, der sollte eine Zwischenstation in Sedona tagsüber einplanen. Sedona bietet spektakuläre rote Bergformationen, die man sich keinesfalls als Reisender entgehen lassen sollte. Die Hitze in Sedona kann aber im August leicht bis an die 40 Grad Celsius steigen. Wer auf den Wanderpfaden sich die Red Rocks anschauen möchte, der sollte deshalb genügend Trinkwasser mitnehmen.
Entweder kann die Nacht direkt in Sedona verbracht werden oder der Reisende nächtigt auf seiner Fahrt von Phoenix kommend in Flagstaff und fährt dann morgens spätestens um zehn Uhr weiter nach Sedona. Keinesfalls verpassen: Die legendäre Straße Route 66, die direkt durch Flagstaff fährt. Allerdings sind sowohl Flagstaff als auch Sedona nicht billig. Egal ob ein Doppelzimmer im Motel oder Hotel: Mit 130 Dollar für zwei Personen pro Nacht muss man rechnen. Dennoch lohnen sich Preisvergleiche vor Ort. Je nach Besucheransturm kann es sinnvoll sein, am Empfang über den Preis pro Nacht noch einmal zu verhandeln.
Sehr gut: Während in vielen Hotels die Internetnutzung mit bis zu 25 Dollar je Tag und Zimmer extra berechnet wird, ist die Wireless-Lan-Nutzung in den Motels fast immer kostenlos.
Ebenfalls empfehlenswert: Wer seine Tour über Flagstaff plant, der sollte auch gut zwei Stunden für einen Besuch in „Montezumas Castle“ einplanen (5 Dollar Eintritt je Person). Das sind Höhlenhäuser die in eine Felsformation gut 100 Meter über der Erde vor rund 1000 Jahren errichtet wurden.
Doch ob Red Rocks in Sedona oder Montezumas Castle: Am beeindrucktesten ist der Grand Canyon. Das vor allem deshalb, da seine Geschichte sechs Millionen Jahre zurück reicht und wir eine weltweit fast einmalige Gelegenheit haben, die Geschichte der Erde und ihre Wandlungen hautnah zu erfassen. Der Grand Canyon erinnert in weiten Teilen an eine außerirdische Mondlandschaft. Es gibt nur wenige Gebiete auf diesem Globus, die wenigstens ansatzweise ähnliches zu bieten haben. Der Jebel Sham Grand Canyon im Oman auf der Arabischen Halbinsel gehört dazu.
Wer seinen Urlaub oder seine Ferien in den USA verbringen möchte und zum Grand Canyon möchte, der sollten über Onlinebuchungsportale im Voraus weitestgehend alles planen und vorab buchen. Das gilt auf jeden Fall auch für die Flüge (beispielsweise über fluege.de). Je nach Länge des Urlaubs und nach persönlicher Flexibilität sollten auch Hotels online im Voraus gebucht werden. Allerdings ist der Besuch des Grand Canyons und des Bundesstaates Arizona auch sehr gut für Individualtouristen zu empfehlen. Denn Arizona hat nicht nur den Grand Canyon zu bieten, sondern auch zahlreiche andere weltbekannte Parks – wie zum Beispiel das Monument Valley, den Bryce Canyon oder den Arches National Park.