Eurostat weist für das erste Halbjahr 2026 in Deutschland 36,18 Cent je Kilowattstunde aus – Belgien lag knapp darunter
Das Wichtigste in Kürze
- Deutschland lag im ersten Halbjahr 2026 beim standardisierten Haushaltsstrompreis mit 36,18 Cent je Kilowattstunde auf Platz zwei in der EU; Irland lag mit 38,71 Cent darüber.
- Belgien folgte mit 35,75 Cent, der EU-Durchschnitt lag bei 28,32 Cent pro Kilowattstunde.
- Der Vergleich bezieht sich auf Haushalte mit einem Jahresverbrauch zwischen 2.500 und 5.000 Kilowattstunden und schließt Steuern, Abgaben und Mehrwertsteuer ein.
Haushalte in Deutschland zahlten im ersten Halbjahr 2026 im EU-Vergleich einen der höchsten Strompreise. Eurostat beziffert den standardisierten Endpreis auf 36,18 Cent je Kilowattstunde – höher lag er nur in Irland.
Die neue Eurostat-Auswertung zeigt zugleich, warum die Rangliste nicht mit einem konkreten Stromvertrag verwechselt werden darf: Sie vergleicht nationale Durchschnittswerte für eine definierte Verbrauchsgruppe. Ein Haushalt kann je nach Tarif, Wohnort, Verbrauch und Vertragszeitpunkt deutlich darüber oder darunter liegen.

Deutschland im EU-Vergleich
Die aktuelle Eurostat-Detailstatistik zu Strompreisen nennt für das erste Halbjahr 2026 38,71 Cent pro Kilowattstunde in Irland, 36,18 Cent in Deutschland und 35,75 Cent in Belgien. Am unteren Ende der Rangliste lagen Ungarn mit 11,39 Cent, Malta mit 12,68 Cent und Bulgarien mit 13,41 Cent.
Der EU-Durchschnitt betrug 28,32 Cent je Kilowattstunde. Der deutsche Wert lag damit rund 28 Prozent über dem EU-Mittel. Eurostat vergleicht hier nicht nur den Energieanteil: Die veröffentlichten Haushalts-Endpreise umfassen auch Steuern, Abgaben und Mehrwertsteuer.
Die am 30. Oktober veröffentlichte Eurostat-Kurzauswertung meldet für die EU insgesamt einen Rückgang um 2,2 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025: von rund 28,96 auf 28,32 Cent pro Kilowattstunde. Dieser EU-Wert sagt für sich genommen nicht, wie sich ein einzelner deutscher Haushaltspreis oder ein bestimmter Tarif verändert hat.
Was Eurostat tatsächlich vergleicht
Die Statistik betrachtet die mittlere Haushalts-Verbrauchsklasse mit einem Jahresverbrauch von 2.500 bis 5.000 Kilowattstunden. Eurostat fasst dafür nationale Meldungen zu Preisen je Kilowattstunde zusammen. Die Werte sind also ein vergleichbarer Maßstab für Länder, aber keine Abrechnung für einen Musterhaushalt mit exakt festgelegtem Tarif.
Die Datengrundlage ist die halbjährliche Eurostat-Tabelle „Preise Elektrizität für Haushaltskunden“ (nrg_pc_204). Eurostat beschreibt sie als gewichtete Durchschnittspreise über standardisierte Verbrauchsgruppen und Steuerstufen; seit 2021 berücksichtigt die Reihe auch Subventionen und Vergünstigungen. Für den EU-Gesamtwert verwendet Eurostat die jüngsten verfügbaren Verbrauchsdaten der Haushalte.
Das Ergebnis eignet sich deshalb für den europäischen Preisvergleich und die Einordnung des allgemeinen Kostenniveaus. Es beantwortet nicht, ob ein bestimmter Vertrag günstig ist. Dafür zählen die Vertragsbedingungen und der eigene Jahresverbrauch; der statistische Durchschnitt ersetzt keinen individuellen Tarifvergleich.
Steuern und Abgaben im Preis
Auch der Anteil von Steuern und Abgaben unterscheidet sich zwischen den Staaten. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen laut Eurostat 34,0 Prozent des deutschen Haushaltsstrompreises auf Steuern und Abgaben; nur Polen wies mit 46,9 Prozent einen höheren Anteil aus. Für die EU insgesamt lag der Anteil bei 28,4 Prozent.
Die Prozentangabe beschreibt den Anteil am ausgewiesenen Endpreis und nicht eine zusätzliche Gebühr, die auf die genannten 36,18 Cent noch aufgeschlagen werden müsste. Die Detailstatistik ordnet die Werte in eine Entwicklung ein, die seit der Energiekrise 2022 deutlich über dem Niveau der Jahre davor liegt. Die EU-Durchschnittswerte haben sich zuletzt etwas verringert, bleiben laut Eurostat aber klar oberhalb des Vorkrisenniveaus.
Wie aussagekräftig finden Sie solche EU-Durchschnittswerte für den Vergleich Ihres eigenen Stromvertrags? Schreiben Sie uns Ihre Einschätzung in die Kommentare.
Häufige Fragen
Wie hoch war der Haushaltsstrompreis in Deutschland?
Eurostat weist für das erste Halbjahr 2026 einen standardisierten Durchschnitt von 36,18 Cent je Kilowattstunde aus. Der Wert umfasst Steuern und Abgaben sowie die Mehrwertsteuer.
Welches EU-Land hatte höhere Strompreise?
In der Eurostat-Rangliste lag Irland mit 38,71 Cent je Kilowattstunde über Deutschland. Belgien lag mit 35,75 Cent knapp darunter.
Ist der Eurostat-Wert mein persönlicher Strompreis?
Nein. Die Zahl gilt für eine standardisierte Verbrauchsgruppe von 2.500 bis 5.000 Kilowattstunden pro Jahr und bildet einen nationalen Durchschnitt ab. Der Preis eines konkreten Vertrags kann abweichen.
Was bedeutet der EU-Rückgang um 2,2 Prozent?
Der EU-Durchschnitt sank von rund 28,96 Cent je Kilowattstunde im zweiten Halbjahr 2025 auf 28,32 Cent im ersten Halbjahr 2026. Daraus lässt sich keine Veränderung für jeden einzelnen Haushalt und jeden Tarif ableiten.
Quellen und Stand
- Eurostat: Electricity price statistics, Daten für das erste Halbjahr 2026, veröffentlicht am 30. Oktober 2026.
- Eurostat: Household electricity prices ease in 1st half of 2026, 30. Oktober 2026.
- Eurostat-Datensatz nrg_pc_204: Strompreise für Haushaltskunden.
Recherche- und Datenstand: 31. Oktober 2026.
Transparenz: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die angeführten Quellen sind im Artikel verlinkt. Der Beitrag ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.