Das Wichtigste in Kürze

  • Der spanische Modekonzern Inditex hat am 9. September 2026 für das erste Geschäftshalbjahr 19,8 Milliarden Euro Umsatz gemeldet, 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn stieg um 6,8 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro.
  • Europa ohne Spanien steht nach denselben Angaben für 51,5 Prozent des Konzernumsatzes – ein Jahr zuvor waren es 50,7 Prozent. Deutschland zählt zu diesem Block, eine eigene Länderzahl weist die Mitteilung nicht aus.
  • Im deutschen Einzelhandel lag der Umsatz im Juli 2026 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes real 2,5 Prozent unter dem Vorjahresmonat, im Handel mit Nicht-Lebensmitteln 3,4 Prozent.

Der spanische Modekonzern Inditex, zu dem Zara, Bershka, Pull&Bear, Stradivarius, Massimo Dutti, Oysho, Zara Home und die günstigste Konzernmarke Lefties gehören, hat am Mittwochmorgen seine Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr vorgelegt. Nach der Mitteilung des Unternehmens vom 9. September 2026 stieg der Umsatz zwischen dem 1. Februar und dem 31. Juli 2026 um 7,6 Prozent auf 19,755 Milliarden Euro. Währungsbereinigt waren es 9,2 Prozent.

Für den deutschsprachigen Raum ist dabei ein Wert aufschlussreich, der in der Mitteilung nur als Prozentzahl auftaucht: Europa ohne Spanien steht inzwischen für 51,5 Prozent des Konzernumsatzes. Der Konzern verdient also mehr als die Hälfte seines Geldes in einer Region, in der der deutsche Einzelhandel nach den amtlichen Zahlen zuletzt real Umsatz verloren hat.

19,8 Milliarden Euro Umsatz, 3,0 Milliarden Euro Gewinn

Der Bruttogewinn stieg nach Angaben des Konzerns um 8,3 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro, die Bruttomarge erreichte 58,7 Prozent und damit 40 Basispunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 7,6 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu, der Nettogewinn um 6,8 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Die Betriebskosten wuchsen mit 8,3 Prozent schneller als der Umsatz. Nach dem Bericht des irischen Senders RTÉ vom selben Tag lag die Bruttomarge damit leicht unter dem, was Analysten erwartet hatten; eine Einschätzung dazu enthält die Mitteilung des Konzerns nicht.

Kennzahl 1. Halbjahr 2026 1. Halbjahr 2025 Veränderung
Nettoumsatz 19.755 Mio. € 18.357 Mio. € +7,6 %
Bruttogewinn 11,6 Mrd. € k. A. +8,3 %
Bruttomarge 58,7 % k. A. +40 Bp.
Nettogewinn 3,0 Mrd. € k. A. +6,8 %
Freier Mittelzufluss 2.299 Mio. € 1.165 Mio. € +97 %
Nettoliquidität zum Stichtag 10.398 Mio. € 10.012 Mio. € +4 %
Vorräte zum Stichtag 3.789 Mio. € 3.466 Mio. € +9,3 %
Quelle: Inditex, Interim Half Year 2026 Results, Mitteilung vom 9. September 2026. Geschäftshalbjahr vom 1. Februar bis 31. Juli 2026, Stichtag der Bilanzwerte 31. Juli. Wo die Mitteilung nur die Veränderung und den aktuellen Wert nennt, steht „k. A.“. Die Veränderung des freien Mittelzuflusses ist aus den beiden genannten Beträgen errechnet.

Der Vorstandsvorsitzende Óscar García Maceiras wird in der Mitteilung mit der Einschätzung zitiert, die Ergebnisse zeigten „the extraordinary capabilities of our teams“ – die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Teams –, und das Unternehmen bewege sich in einem „highly complex global environment“, einem hochkomplexen globalen Umfeld. Zum Halbjahresstichtag betrieb der Konzern nach eigenen Angaben 5.444 Läden und war in 215 Märkten tätig.

Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt aus Europa außerhalb Spaniens

Die Mitteilung schlüsselt den Umsatz nach vier Regionen auf. Auf Europa ohne Spanien entfielen im ersten Halbjahr 51,5 Prozent nach 50,7 Prozent im Vorjahreszeitraum, auf Amerika 17,9 Prozent, auf Spanien 15,6 Prozent und auf Asien samt der übrigen Welt 15,0 Prozent nach zuvor 16,0 Prozent. Der europäische Anteil wächst also, während der asiatische sinkt.

Eine Zahl für Deutschland, Österreich oder die Schweiz nennt der Konzern nicht – weder im Umsatz noch bei den Ladenzahlen. Wer wissen will, wie stark Inditex im deutschsprachigen Raum tatsächlich verdient, findet das in dieser Mitteilung nicht.

Säulendiagramm: Nettoumsatz der Inditex-Marken im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum, Zara mit Zara Home und Lefties bei 13.783 Millionen Euro, Bershka 1.678, Stradivarius 1.573, Pull and Bear 1.261, Massimo Dutti 988, Oysho 472
Nettoumsatz der Inditex-Marken im ersten Geschäftshalbjahr, in Millionen Euro. Eigene Darstellung NETZ-TRENDS auf Basis der Angaben von Inditex, Mitteilung vom 9. September 2026.

Die Marke Zara, die der Konzern gemeinsam mit Zara Home und Lefties ausweist, kam auf 13.783 Millionen Euro nach 13.150 Millionen Euro. Die stärksten relativen Zuwächse zeigten die kleineren Ketten: Bershka legte von 1.438 auf 1.678 Millionen Euro zu, Stradivarius von 1.327 auf 1.573 Millionen Euro, Oysho von 389 auf 472 Millionen Euro.

Der deutsche Einzelhandel bewegt sich in die andere Richtung

Die Wachstumszahlen aus Spanien treffen auf einen Markt, dessen Umsatz in Deutschland zuletzt real gesunken ist. Nach der Pressemitteilung Nr. 312 des Statistischen Bundesamtes vom 1. September 2026 lag der Umsatz der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland im Juli 2026 real 2,5 Prozent unter dem Vorjahresmonat; nominal stieg er um 0,3 Prozent. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln, zu dem der Modehandel gehört, war das Minus mit real 3,4 Prozent größer, nominal blieb ein Plus von 0,1 Prozent. Gegenüber dem Vormonat Juni sank der gesamte Einzelhandelsumsatz real um 3,4 Prozent.

Warum die beiden Zahlen nicht direkt vergleichbar sind

Inditex nennt einen nominalen Konzernumsatz über 215 Märkte hinweg, das Statistische Bundesamt einen preisbereinigten Index für den Einzelhandel in Deutschland. Ein Konzern kann wachsen, während ein nationaler Markt real verliert – etwa durch Marktanteile, Preiserhöhungen oder Onlineverkäufe. Die beiden Werte beschreiben deshalb nicht dasselbe. Was sie gemeinsam zeigen, ist die Richtung: In Deutschland geben die Haushalte real weniger im Handel aus, während ein europäischer Anbieter seinen Umsatz steigert.

Wie sehr der Preisdruck im europäischen Modehandel zugenommen hat, zeigt eine Debatte, über die NETZ-TRENDS Anfang September berichtet hat: Europäische Textilverbände fordern von der EU-Kommission eine Bearbeitungsgebühr von zehn Euro je Kleinsendung aus Drittstaaten. Auch die Zahl der Zusammenbrüche im Handel ist ein Thema: Ein Kreditversicherer zählte für das erste Halbjahr 2026 97 von 325 westeuropäischen Großinsolvenzen in Deutschland.

Die günstigste Konzernmarke soll nach Deutschland kommen – im Halbjahresbericht steht das nicht

Für die Kundschaft in Deutschland dürfte eine Ankündigung mehr Gewicht haben als jede Marge: Nach einem Bericht des irischen öffentlich-rechtlichen Senders RTÉ vom 9. September 2026 baut Inditex seine günstigste Marke Lefties derzeit in Großbritannien aus und will im kommenden Jahr auch in Deutschland eröffnen. Der Sender ordnet das als Versuch ein, Menschen mit kleinerem Budget zu erreichen – darunter solche, die sich nach seiner Darstellung von Zaras Schritt in ein höheres Preissegment abgeschreckt zeigten.

Das Schweizer Portal 20 Minuten hatte bereits am 24. März 2026 unter Berufung auf die deutschen Zeitungen „Bild“ und „Rheinische Post“ berichtet, der erste deutsche Lefties-Laden solle im ersten Quartal 2027 an der Düsseldorfer Schadowstraße öffnen, auf drei Etagen mit rund 3.500 bis 4.000 Quadratmetern. In der Halbjahresmitteilung selbst kommen weder Deutschland noch Düsseldorf noch ein Eröffnungstermin vor. Inditex bestätigt den Standort dort also nicht; belegt ist bislang nur, dass Medien darüber berichten.

Das laufende Quartal begann mit neun Prozent Plus

Für die zweite Jahreshälfte nennt der Konzern eine erste Zahl: Zwischen dem 1. August und dem 7. September 2026 lagen die Umsätze in den Läden und online währungsbereinigt neun Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Es handelt sich um eine Angabe des Unternehmens für einen selbst gewählten Zeitraum von gut fünf Wochen, nicht um ein geprüftes Quartalsergebnis.

Was die Mitteilung offenlässt

  • Wie viel aus Deutschland kommt. Der Konzern weist Europa ohne Spanien als einen Block aus. Umsatz, Ladenzahl und Entwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehen daraus nicht hervor.
  • Woher das Wachstum stammt. Ob der Zuwachs überwiegend aus höheren Preisen, mehr verkauften Stücken oder neuer Fläche kommt, trennt die Mitteilung nicht auf. Genannt wird lediglich ein für 2026 geplantes Bruttoflächenwachstum von rund fünf Prozent.
  • Warum die Vorräte schneller wachsen als der Umsatz. Der Lagerbestand lag zum 31. Juli 9,3 Prozent über dem Vorjahreswert, der Umsatz 7,6 Prozent. Der Konzern bezeichnet die Bestände als hochwertig, eine Erklärung für die Differenz nennt er nicht.

Die nächsten belegten Termine

Die Schlussdividende für das Geschäftsjahr 2025 in Höhe von 0,875 Euro je Aktie wird nach Angaben des Konzerns am 2. November 2026 ausgezahlt. Für das laufende Jahr plant Inditex ordentliche Investitionen von rund 2,3 Milliarden Euro und zusätzlich knapp 200 Millionen Euro, um nach eigener Formulierung die Unternehmensstandorte des Konzerns zu modernisieren und aufzuwerten. Beim Währungseffekt rechnet der Konzern zu den aktuellen Kursen mit rund minus einem Prozent auf den Jahresumsatz, bei der Bruttomarge mit einem stabilen Wert in einer Bandbreite von plus/minus 50 Basispunkten.

Ob die Marke Lefties tatsächlich 2027 in Düsseldorf öffnet, wird sich an einer Mitteilung des Unternehmens oder an einer Baugenehmigung ablesen lassen – nicht an den Halbjahreszahlen.

Kaufen Sie Kleidung eher im Laden oder online – und hat sich das in den vergangenen zwei Jahren bei Ihnen verschoben? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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