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Fahrdienst Uber Konkurrenten wachsen: Von Grabtaxi bis Didi Chuxing

Veteranen und sonstige Militärangehörige versucht Uber in den USA seit 2014 für seinen Fahrdienst zu begeistern. Bild: Uber

Der amerikanische Ridesharing-Anbieter und Taxi-Konkurrent Uber sieht sich weltweit immer mehr Konkurrenten ausgesetzt.

Dies schreibt die Fachzeitschrift Internet World Business im aktuellen Heft (Ausgabe vom 11. April 2016, Seiten 8 bis 10; Autorin: Ingrid Lommer). So gebe es beispielsweise im indonesischen Jakarta den Konkurrenten Grabtaxi (Singapur). In China wiederum habe Uber vergangenes Jahr eine Milliarde US-Dollar beim Markteintritt verbrannt. Grund: Es sei kaum ein Vorbeikommen gewesen am lokalen Anbieter und Marktführer Didi Chuxing, der es auf einen angeblichen Wert in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar bringen solle.

In den USA wiederum sieht sich Uber dem Konkurrenten Lyft gegenüber. Ein weiterer erfolgreicher asiatischer Mitbewerber von Uber ist Ola. Hinzu kommen in den USA beispielsweise Juno, Curb, sowie Gett.

Wie es in Deutschland mit Uber weitergehe sei, so die Internet World Business, nicht sicher. Heute sei Uber in Deutschland nur noch in Berlin oder München tätig. Dabei vermittle das Unternehmen über seine App ausschließlich Taxifahrer, sowie andere professionelle Fahrdienstleister mit gültigem Personenbeförderungsschein.

Derzeit nicht aktiv sei Uber aber in Deutschland mit Uber Pop. Das ist ein Fahrdienst, über welchen Nutzer der Uber-App auch private Personen als Fahrer bestellen konnten, was günstiger als über Taxis sein soll.

Doch kollidierte Uber Pop mit den deutschen Gesetzen, da solche Beförderungsdienste in Deutschland nicht erlaubt sind. Das Landgericht Frankfurt hatte Uber Pop in Deutschland vergangenes Jahr ganz verboten. Im Juni soll nun das Oberlandesgericht entscheiden, ob Uber Pop wieder an den Start gehen darf, oder nicht.

Neben der Personenbeförderung könne sich Uber aber auch, schreibt die Internet World Business weiter, normalen Cargo-Geschäften öffnen. Vorbild sei dabei beispielsweise der asiatische Fahrdienst-Anbieter Didi Chuxing, welcher im vergangenen Herbst in den chinesischen Fast-Food-Lieferanten Ele.me investiert habe.

Wird Uber auch ein Paketdienst-Lieferdienst?

Jedoch biete Uber bereits in New York, Chicago oder San Francisco ebenfalls Kurierdienste für Pakete an. Dabei sei Uber angeblich sogar schneller als Amazon mit seinem Amazon Express Service.

Ähnliche Services scheint sich Uber auch in Europa vorstellen zu können. Im Gespräch sei gemäß Ingrid Lommer "Uber Rush" (siehe Internet World Business, "Kampf um die Straße: Wie Uber und Co die Mobilität revolutionieren").

Doch auch deutsche Anbieter sind sehr erfolgreich, schreibt das Fachblatt weiter. So habe kürzlich beispielsweise der Münchener Autovermieter Sixt mitgeteilt, wonach sein hauseigener Fahrdienst "My Driver" bereits in 30 europäischen Ländern aktiv sei. Dabei beförderte "My driver" mittlerweile angeblich "deutlich mehr Fahrgäste" als Uber.

Auch die Daimler-Tochter Blacklane sei gut im Rennen. Bereits in 50 Ländern könnten private Bürger oder Geschäftsleute auf den Daimler-Fahrdienst Blacklane zurückgreifen. Das monatliche Wachstum liege derzeit bei 20 Prozent, wobei die USA der am schnellsten wachsende Markt für Daimler hier sei.

Ebenso scheint BMW bei Fahrdiensten aufs Gas zu drücken. So überlege der Automobilkonzern BMW aus München, ob die Stadtteilauto-Tochter "Drive Now", welche beispielsweise in Berlin sehr erfolgreich ist, ebenfalls einen Ridesharing-Fahrdienst anbiete. Erst kürzlich war zudem bekannt geworden, wonach BMW in den USA mit dem Drive Now-Pendant "ReachNow" loslegt.

Im auf Internet World Business mit Ingrid Lommer veröffentlichten Interview äußerte sich der seit gut einem halben Jahr amtierende Deutschland-Chef von Uber, Christian Freese, zur künftigen Unternehmens-Strategie von Uber in Deutschland mit den folgenden Worten:

"Jetzt setzen wir auf die Vermittlung professioneller Fahrdienstleister, sogenannter Mietwagen-Unternehmen mit Fahrern mit Personenbeförderungsschein."

Freese: "USA flexibler als Deutschland"

Allerdings seien die USA deutlicher flexibler in der Gesetzgebung, als Deutschland. Beispielsweise beschäftige Uber in den USA auch Fahrer, welche nur 10 Stunden pro Woche ihre Dienste anbieten würden. "So etwas ist in Deutschland nicht möglich, weil sich durch Überregulierung und hohe Zutrittsbarrieren der Job nur lohnt, wenn man ihn Vollzeit betreibt", meint der Deutschland-Chef von Uber.

Zudem räumt er ein, dass es in Deutschland nach wie vor zu wenig professionelle Fahrdienstleister gebe, welche sich für App-Anbieter wie Uber eigneten:

"…. In Düsseldorf gibt es vielleicht 30 Fahrdienstleister, das ist einfach zu wenig, um ein flächendeckendes Angebot zu bekommen. Wir versuchen deshalb, Menschen dazu zu bewegen, sich als Fahrdienstleister selbstständig zu machen, die dann für uns fahren, aber da sind die Auflagen so hoch, dass die Zulassungen Monate dauern können und von den Behörden scharf kontrolliert werden".

Gegenüber netz-trends.de äußerte sich kürzlich ein Hamburger Taxifahrer kritisch zum Job der privaten Personenbeförderung. Der Markt sei mittlerweile so hart umkämpft, dass alleine seit Einführung des Mindestlohnes vor einem Jahr in Hamburg gut 1000 Taxis verschwunden seien.

Die meisten verschwundenen Taxis seien kleinere selbstständige Taxianbieter gewesen oder auch Einzelunternehmen. Seien vor Einführung des Mindestlohns circa 4000 Taxis auf Hamburgs Straßen unterwegs gewesen, seien es heute nur noch rund 3000, schätzt der Taxifahrer.

Doch gerade für Einzel-Taxianbieter lohne es sich nicht: Versicherungen seien teuer, Autos ebenso, und letztlich stehe ein auf sich selbst gestellter Taxifahrer sogar in der attraktiven Hamburger City fast die Hälfte des Tages ohne Fahrgäste herum, was bedeute, null Umsatz.

Auch heute, im April 2016, liege sein durchschnittlicher Taxilohn, so der Fahrer, stündlich bei unter 8,50 Euro, schramme eher an die 6,50 Euro-Grenze brutto. Das heiße: Eigentlich liege dieser Lohn unterhalb des Mindestlohns. Doch würden die Bürger noch teurerer Taxipreise nicht akzeptieren.

Uber selbst versucht seit September 2014 auch Militärangehörige, beziehungsweise Veteranen, in den USA als Fahrer zu gewinnen und gründete dafür UberMILITARY. Damit sei man, so Uber, in 175 amerikanischen Städten aktiv.

Zudem stellte Ingrid Lommer in ihrem Artikel in der Internet World Business in einer Galerie die größten Carsharing-Dienste bereit. Auf Bitte der Autorin verlinken wir sehr gerne auch darauf (hier klicken).

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