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Gericht: Uber wirft indischem Konkurrent Ola 405.649 Fake-Buchungen bei Uber-Fahrern vor

Arbeitet der indische Anbieter Ola Cars mit schmutzigen Tricks, um Uber zu schaden? Das wird derzeit vor einem indischen Gericht verhandelt. Bild: Sreenshot olacabs.com

Wieder einmal ist der auch in Deutschland aktive Fahrdienstanbieter Uber in einem Land im Stress. Dieses mal ist es Indien.

Vor Gericht wird verhandelt, ob der größte indische Uber-Konkurrent, der Anbieter Ola Cabs, zu schmutzigen Tricks zum Schaden von Uber greift und ob sich das beweisen lässt. So schreibt nun das The Wall Street Journal in seinem Ressort "Business & Tech." auf Seite B1 (vom 24. März 2016; Autoren: Sean MacLain und Aditi Malhotra), dass die amerikanische Uber Technologies Inc. sich in New Delhi einem Rechtsstreit gegenüber sehe. Den Rechtsstreit ficht Uber mit seinem örtlichen wichtigsten Konkurrenten, der ANI Technologies Pvt., Ltd. aus. ANI, beheimatet in Bangalore, betreibt den indischen großen Fahrdienst Ola.

Uber wirft ANI, beziehungsweise Ola vor, der Konkurrent würde angeblich zehntausende Fakeaccounts angelegt haben, Scheinbestellungen bei Uber machen und diese dann wieder canceln. Ola widerspricht den Uber-Anschuldigungen mit den Worten, die Vorhaltungen seien falsch und frivole Unterstellungen.

Zudem sagte Ola, die Bezichtigungen seien außerhalb des eigenen Vorstellungsvermögens und zeigten vielmehr, wie stark Uber in Indien unter Druck sei. Fakt ist: Massenhafte Fakebuchungen, um Konkurrenten zu schaden, gelten zumindest in westlichen Ländern als erheblich kriminell.

Uber schlägt sich in Indien mit Ola herum, in den USA mit Lyft

Das The Wall Street Journal schreibt, wonach der derzeitige weitere Uber-Rechtsstreit in Indien nur ein Kapitel unter mehreren auf dem Subkontinent sei. Dabei gehe es einerseits darum, dass Uber weiter global expandieren wolle, aber auch in Indien auf erbitterten Widerstand der örtlichen Platzhirsche stoße. Diese verteidigten ihre oft über Jahrzehnte gewachsenen und hart erkämpften Marktanteile an der Personenbeförderung.

Beim indischen Uber-Konkurrent ANI, beziehungsweise Ola, waren kürzlich der US-Fahrdienstanbieter Lyft Inc. eingestiegen, ebenso der chinesische Investor Didi Kuadi Joint Co..

Lyft wiederum bietet bereits in den USA einen Konkurrenzdienst zu Uber an und möchte offensichtlich Uber nun auch in Indien in die Suppe spucken. Schon heute stehen Lyft und Uber, beide stammen aus San Francisco, sich in gegenseitigen Versuchen, dem anderen zu schaden oder an der Expansion zu behindern, in nichts nach.

Es heißt, wonach Uber und Lyft beispielsweise ihre Preise stets versuchten aufeinander anzupassen und dabei bereit seien, durchaus nicht mehr kostendeckende Services anzubieten.

Schmutzige Tricks von Ola, um Uber zu schaden?

Ähnlich sieht es in in Indien aus: Hier liefern sich Uber und Ola einen erbitterten Preiskampf um Kunden. Gleichzeitig sollen die beiden Anbieter den Fahrern, die in der Regel nicht fest angestellt sind, zahlreiche Vorteile versprechen, wenn diese für den einen oder anderen Fahrdienst ihre Dienstleistungen anbieten.

Wie dramatisch die Auseinandersetzungen zwischen Uber und Ola sind, zeigt sich an der schieren Größe, welche Uber nun nach Angaben von The Wall Street Journal vor dem Delhi High Court geltend mache: Angeblich habe Uber 405.649 falsche Buchungen, welche in einem kurzen Zeitraum von nur sechs Monaten über die Uber App in 10 indischen Städten getätigt worden waren.

Die Buchungen sind Scheinbestellungen an Uber-Fahrer nach Personenbeförderung, die dann aber kurzfristig wieder gecancelt worden waren, oftmals, wenn die Uber-Fahrer bereits losgefahren waren oder gar am Ziel eingetroffen waren.

Ob vor Gericht auch die Möglichkeit geprüft wird, dass Freunde und Angehörige von Uber-Fahrern selber Buchungen über Fake-Accounts auslösen, damit ihre Freunde oder Familien-Angehörige, welche für Uber fahren, dann ohne Fahrdienstleistung die versprochene Gebühr für ausgefallene Fahrten von Uber erhalten, ist nicht bekannt.

Schaden von 6,6 Millionen Euro durch Hunderttausende Fake-Buchungen bei Uber in Indien entstanden

Uber wirft jedenfalls dem indischen Anbieter Ola vor, man gehe davon aus, dass Mitarbeiter von Ola in Bangalore und Pune für Fake-Buchungen verantwortlich seien. Der Schaden durch diese Fake-Buchungen bei Uber-Fahrern belaufe sich mittlerweile, rechnete Uber vor Gericht vor, auf 496 Millionen Indische Rupien, umgerechnet also 6,6 Millionen Euro.

Denn im Falle von Fehlbuchungen, ausgelöst durch scheinbare Kunden, hat sich Uber verpflichtet, den Uber-Fahrern den Schaden durch gebuchte Fahrten, die dann aber kurzfristig gecancelt oder nicht angetreten wurden, durch eine Gebühr zu ersetzen.

Doch damit nicht genug: Uber bezichtigt den indischen Konkurrenten Ola außerdem, wonach Ola-Mitarbeiter an Uber-Mitarbeiter Nachrichten als Text-Messages senden würden, in welchen man sie auffordere, umgehend die Uber-App zu schließen, da angeblich Fehler vorhanden seien. Zudem habe in einigen der SMS-Nachrichten gestanden: "Das Unternehmen, für das Du arbeitest, isst all Dein Geld auf, ohne dass Du es auch nur merkst."

Auch auf Grund von schmutzigen Tricks seien 20.000 Uber-Fahrer zum Konkurrenten Ola gewechselt

Die vorgeworfenen angeblichen schmutzigen Tricks des Konkurrenten Ola hätten, beklagt Uber, bereits 20.000 ursprüngliche Uber-Fahrer dazu veranlasst zu Ola zu wechseln.

Hinzu kommt: Offensichtlich scheinen einige indische Gerichte auf Grund des Diesel-Skandals von Volkswagen in den USA nun auch noch ein Problem mit Diesel-Fahrzeugen zu haben - die immerhin seit über 100 Jahren auch in Indien eingesetzt werden.

So verordnete das High Court Delhi dem Fahrdienst Uber, künftig in Delhi keine Diesel-Fahrzeuge mehr einsetzen zu dürfen. Sollte Uber weiterhin in Delhi Diesel-Fahrzeuge auf den Straßen haben, drohen dem in Indien eingesetzten Uber-Manager sechs Monate Gefängnis und eine Strafe in Höhe von 2000 Indischen Rupien (26,77 Euro).

Egal wie nun der Rechtsstreit in Indien zwischen Uber und Konkurrent Ola ausgeht. Fakt ist: In Indien beschäftigen auch westliche Firmen Tausende Inder, welche beispielsweise über Fake-Accounts auf Facebook Likes für Artikel, Webseiten oder sonstige Beiträge "verkaufen".

Ola Cars setzt unter anderem folgende Fahrzeuge in Indien ein: Toyota Innova Taxi Cab, Tata Indica Taxi Cab, Tata Indigo Taxi Cab, Chevrolet Tavera Taxi Cab oder dem Mercedes Benz Taxi Cab.

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