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Aus! Großbritannien will ab 2040 nur noch Elektroautos

Geht doch: Nach China, Frankreich, den Niederlanden und Norwegen zieht jetzt auch Großbritannien nach und verkündet das Aus für die lauten und umweltschädlichen Benziner.

Kommentar: Bei VW oder Daimler glauben einige Top-Manager immer noch, sie müssten dem weltweiten Elektroauto-Trend nicht mit großer Leidenschaft folgen. Erst kürzlich sagte ein Top-Manager von VW auf einer Veranstaltung:

Tesla, das sei doch ein solch kleiner Autobauer aus Kalifornien, das kümmere einen nicht. Auf den Einwand, dass immer mehr Vertreter der Elite auch in Deutschland sich für Tesla begeisterten, meinte der VW-Manager nur lächelnd, die Statistiken sprächen bislang eine andere Sprache.

Dennoch: Keine deutsche Stadt mehr, in welcher man nicht regelmäßig einen Luxus-Tesla über die Straßen fahren sieht. Und wer erst mal einen hat, ist begeistert: Innen modernes Design, schneller Start und vor allem: Die Teile fahren faktisch geräuschlos ohne Motor.

Das einzige was man noch wahrnimmt, sind die Reifen, welche sich in den Asphalt drücken. Würde in den Städten noch mehr Flüsterasphalt verbaut, wäre auch dieses letzte verbliebene Geräusch bald deutlich geringer.

Der Trend zum Elektroautomobil könnte sich künftig verstärken: Denn nun hat auch Großbritannien nach China, Norwegen und Frankreich angekündigt, dass spätestens ab 2040 endlich Schluss sein solle mit den lärmenden und stinkenden Verbrennungsmotoren. [1]

Sowohl Diesel wie Benziner würden spätestens dann – also in 23 Jahren – nicht mehr zugelassen.

Neben der Umweltschädigung und den immer teureren Benzinpreisen dürfte der krankmachende Autolärm eine Rolle gespielt haben. Denn Fakt ist:

Schon heute leiden Millionen Städter unter den irrwitzig lauten Autos – Tag und Nacht, Minute für Minute, Stunde für Stunde.

Da immer mehr Autos durch die Dörfer und Städte rollen, hat sich in den vergangenen Jahren der Lärm entsprechend erheblich vergrößert. Denn natürlich potenziert sich Lärm millionenfach, wenn es Millionen Autos gibt. Und nicht jeder kann sich eine angenehm ruhig gelegene Villa oder eine Luxuswohnung in einer leisen Seitenstraße mit Gartenblick nach hinten leisten.

Und Deutschland? Jammert immer noch, es stünden ja bis zu 600.000 Arbeitsplätze direkt in den Automobilkonzernen auf dem Spiel, aber auch in der Autozulieferindustrie. Es sind Argumente, welche der VDA, also der Verband der deutschen Automobilindustrie, gerne wie ein sakrales Bibelwort vor sich her schleift.

VDA bremst seit Jahren Elektroautos und Umweltschutz mit weniger Autolärm aus

Doch hat schon das Internet gezeigt: Die Zeiten lassen sich nicht zurückdrehen. Millionen Menschen wären längst auch in Deutschland auf Elektroautos umgestiegen, wenn die Autokonzerne die Kosten nicht vorsätzlich so hoch halten würden und wenn endlich auch an der Infrastruktur gearbeitet würde.

Es ist ein Armutszeugnis, dass beispielsweise eine Stadt wie Karlsruhe nur ein paar Handvoll Elektroauto-Tankstellen hat. Nicht viel besser sieht es in vielen anderen deutschen Städten aus – in Leipzig zum Beispiel oder auch an den Autobahnen. Das Problem:

Es fehlen nicht nur Strom-Zapfsäulen, sondern vor allem auch Hunderttausende Schnellstrom-Säulen für das schnelle Stromtanken der Autos. Zudem sind die Zapfsäulen nicht harmonisiert zwischen den Städten, Landstraßen, Autobahnen und der Automobilindustrie. In den Niederlanden gibt es immerhin seit 2010 ein einheitliches Ladenetz für Stromer.

Außerdem boykottieren einige Autobahn-Raststätten vorsätzlich das Laden von Stromautos. Schließlich gehören die Teile ja Ölkonzernen und nicht Stromkonzernen – also Shell, BP, Total und vielen anderen. [2] Immerhin kündigten Leute in der SPD schon mal an, sie wollten dafür sorgen, dass es endlich flächendeckend in Deutschland Stromlade-Stationen gebe.

Selbst in neuen Mehrfamilienhäuser-Anlagen mit videoüberwachten und digital gesicherten Tiefgaragen sind Stromanschlüsse für Autos immer noch kein gesetzlich vorgeschriebener Standard – im Gegensatz zu Dreifachverglasung neu eingebauter Fenster, um die Häuser energieeffizient zu machen.

Jeder Mieter oder Wohnungseigentümer muss derzeit noch in Deutschland und der sonstigen EU über die Hausverwaltung klären, dass zum Parkplatz bitte doch eine Steckdose gelegt wird. Die nachträglich installierten Steckdosen hängen dann in vielen deutschen Neubauten, selbst solchen, die erst 2015 bezogen worden sind, an Kabeln von der Decke herunter – wie zu Opas Zeiten in der guten alten deutschen Rumpelkammer-Werkstatt.

Dann wäre da noch das ewig hochgehaltene Dauerargument: Die Reichweite der Elektroautos sei ja mit 300 bis 500 Kilometern angeblich viel zu niedrig.

Dass auch Benziner häufig nach 400 bis 500 Kilometern getankt werden müssen – wie ein moderner Volkswagen Golf – wird dabei gerne ignoriert. Hinzu kommen hohe Benzinkosten von derzeit im Schnitt 1,28 bis 1,42 für den Liter Benzin E95.

Eine vergleichbare Leistung Strom fürs Auto würde nur noch rund 24 Cent kosten. Zudem: Wer fährt denn bitte schon regelmäßig mehr als 500 Kilometer – in Zeiten, wo man mit Billig-Airlines super günstig weltweit rumkommt?

Es ist doch längst ein Klischee dass Papa und Mama mit Kind und Kegel millionenfach unbedingt über den Brenner nach Italien wollen. Die meisten fliegen doch längst! Und die Berufspendler wohnen so oder so kaum weiter entfernt als 30 Minuten vom Arbeitsplatz.

All das zeigt klar: In Deutschland versuchen einige vorsätzlich das Zeitalter der Elektroautos auszubremsen.

Spätestens mit der am Mittwoch bekannt gewordenen Äußerung aus Großbritannien, Elektroautos ab 2040 zum Standard zu erklären, dürfte aber nun auch dem letzten klar sein:

Diese Taktik des Hinterherhinkens führt in eine gefährliche Sackgasse. Denn schon heute denken viele bei guten Elektroautos eher an Tesla oder Toyota, denn an BMW, Mercedes, Porsche, Audi oder VW.

Featured, VW, Porsche, Volkswagen, Daimler, Großbritannien, China, Frankreich,

Einzelnachweise

[1] "Auch Briten wollen Diesel und Benziner ab 2040 verbieten - und was macht Deutschland?", von: rei mit Nachrichtenagenturen, in: Manager Magazin online vom 26. Juli 2017. Abgerufen am 26. Juli 2017.

[2] "[KURZDOKU] - Mit dem Elektroauto quer durch Deutschland", von: Rock N Rolla auf: YouTube vom 31.05.2017.

Bildnachweis

pixabay.com


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