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Uber knickt vor Hochpreis-Taxis in Deutschland nicht ein

Fast nirgends auf der Welt gibt es so wenig Wettbewerb wie im deutschen Taxiservice. Bild: Uber
01.03.2015

Der amerikanische Fahrdienst-Anbieter Uber sagte, man stelle entgegen eines anderslautenden Berichts, die Expansion auch in Deutschland nicht ein. Uber ist ein App-Anbieter, welcher in über 270 Städten der Welt private Fahrdienste als Alternative zu den offiziellen Taxis anbietet.

Uber kann via App in fünf unterschiedlichen Varianten weltweit als Fahrdienst geordert werden: Uber Taxi (zum Beispiel in Berlin), Uber Black (Limousinen-Service), Uber SUV (Großraum-Autos), Uber Lux (Luxus-Limousinen) oder Uber Pop (normaler Fahrdienst).

Uber stößt in Deutschland vor allem auf Seiten der starken und regional aktiven Taxi-Lobby auf erheblichen Widerstand. Einige Taxifahrer sehen in Uber eine Konkurrenz, die es zu stoppen gelte. Andere Taxifahrer wiederum sehen in Uber eine willkommene Ergänzung und Möglichkeit zusätzliche Kunden chauffieren zu können.

In Berlin teilte ein türkischer Taxifahrer netz-trends.de mit, wonach er innerhalb von zwei bis drei Monaten Dank der international viel genutzten Uber-App 200 bis 300 Fahrgäste mehr erhalten habe. Die meisten der neuen Berliner Taxigäste seien Dank Uber Taxi internationale Touristen – beispielsweise aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Australien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Uber bietet auf Grund der unterschiedlichen privaten Fahrdienstleistungen teils günstigere Fahrmöglichkeiten an als die chronisch hochpreisigen deutschen Taxis. Teils ist Uber aber auch teurer. Fakt ist aber auch: Weltweit ist Taxifahren für die Verbraucher nirgends so teuer wie in Deutschland. Selbst in New York City können Taxis billiger genutzt werden als in deutschen Kleinstädten oder den Metropolen.

Taxifahren ist in Deutschland teuer wie fast nirgends auf der Welt

Allerdings ist die Behauptung, Uber arbeite mit illegalen Dumping-Preisen, Unsinn. So kostet beispielsweise eine Uber-Fahrt vom Flughafen München bis in die Münchner Innenstadt nicht, wie mit einem offiziellen Taxi schon erlebt, bis zu 70 Euro, sondern nur 35 bis 45 Euro. Da eine Fahrt von Münchens Flughafen Erding bis zum Marienplatz München circa 30 Minuten dauert, kann nicht davon gesprochen werden, wonach Uber den in Deutschland seit 1. Januar geltenden Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde missachte.

Auch eine 20-minütige Taxifahrt mit Uber Taxi kostet in Berlin um die 15 Euro – also deutlich mehr, als eine Stunde nach dem Mindestlohn kostet. Ein offizielles Taxi berechnet für eine 20-minütige Fahrt in Berlin im Schnitt 18 bis 22 Euro.

Für allem für Taxifahrer oder sonstige Fahrer privater Chauffeur-Dienstleistungen kann mit der Uber-App zusätzliches Geschäft generiert werden. Am Wochenende teilte Uber mit, wonach es auch deshalb nach wie vor kein Anwerbestopp für Uber-Fahrer in Deutschland gebe.

Bislang bietet Uber in Deutschland Fahrdienste in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Düsseldorf an. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) hatte der Co-Gründer von Uber, Travis Kalanick, erklärt, wonach Uber "Deutschland nicht aufgeben werde".

Der Spiegel über Uber: "Ein hervorragender Service"

In der aktuelle Ausgabe des einflussreichen deutschen Print-Magazins DER SPIEGEL (Nr. 10 vom 28. Februar 2015) ist im Rahmen einer Titelgeschichte über Innovationen aus dem kalifornischen Silicon Valley zu lesen:

"Uber ist ein gutes Produkt, nein, ein hervorragendes: ein höchst simpler Service - die Mitfahrgelegenheit auf Knopfdruck -, aber technisch perfekt umgesetzt und einfach zu bedienen. Uber ist in den meisten Regionen der Welt nicht nur billiger, sondern schlicht besser als jeder Taxidienst. Jeden Monat fangen bei Uber nach eigenen Angaben 50.000 neue Fahrer an."

Doch noch können die Deutschen nur in begrenztem Umfang auf Uber-Dienste zugreifen. Das liegt primär daran, dass lokale deutsche Behörden und Gerichte in einem weltweit fast einmaligen Akt der Wettbewerbs-Verhinderung Uber das Leben mit zahlreichen Verboten sehr schwer machen.

So darf Uber bislang beispielsweise im Rahmen seines Angebots Uber Taxi (beziehungsweise Uber Pop) Fahrdienste lediglich zu nicht kostendeckenden Preisen anbieten von 35 Cent je Kilometer.

Uber erklärt hierzu: "Richtig ist, dass Uber in den Städten, in denen der Dienst Uber Pop zu 35 Cent pro Kilometer angeboten wird, nicht so schnell wachsen kann, wie das aufgrund der Nachfrage eigentlich nötig wäre".

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