Stellantis ordnet seine mittelgroßen Transporter neu: Was sich bei Opel Vivaro, Citroën Jumpy, Fiat Scudo und Peugeot Expert zum Modelljahr 2027 ändert.
Das Wichtigste in Kürze
- Stellantis führt für vier mittelgroße Transporter zum Modelljahr 2027 jeweils drei klar abgestufte Ausstattungslinien ein.
- Betroffen sind Citroën Jumpy, Fiat Scudo, Opel Vivaro und Peugeot Expert.
- Die neuen Modelle sind nach Unternehmensangaben ab sofort europaweit bestellbar.
- Verbrenner und vollelektrische Antriebe bleiben im Programm; zugleich werden Ausstattungspakete reduziert und Einzeloptionen erweitert.
Vier Transporter, zwölf Linien und ein neues Bestellsystem: Stellantis strukturiert seine Transporter-Mittelklasse für 2027 neu. Die Änderung betrifft in Deutschland vor allem Gewerbe- und Flottenkunden.
Die Nutzfahrzeugsparte Stellantis Pro One hat die neue Angebotsstruktur am 19. Oktober 2026 vorgestellt. Nach der Mitteilung des Herstellers sollen die Modelle dadurch einfacher zu konfigurieren sein. Entscheidend ist: Statt einer Vielzahl unterschiedlich kombinierter Pakete rücken drei klar definierte Ausstattungsniveaus in den Mittelpunkt.
Die technische Grundidee der Baureihen ändert sich damit nicht. Stellantis hält an seiner Multi-Energy-Strategie fest und bietet die mittelgroßen Transporter weiterhin mit Verbrennungsmotoren sowie als vollelektrische Varianten an.
Drei Stufen für vier Transporter
Die neue Logik ist markenübergreifend gleich, die Namen unterscheiden sich jedoch. Bei Citroën heißen die Stufen Jumpy First, Jumpy Plus und Jumpy Max. Fiat Professional verwendet Scudo Easy Pro, City Pro und Business Pro.
Opel ordnet den Vivaro künftig als Start, Advance und Ultra. Peugeot setzt beim Expert auf Active, Control und Tech. Damit gibt es bei jeder der vier Marken eine Basis-, eine mittlere und eine obere Ausstattung.
Die neuen Linien auf einen Blick
- Citroën Jumpy: First – Plus – Max
- Fiat Scudo: Easy Pro – City Pro – Business Pro
- Opel Vivaro: Start – Advance – Ultra
- Peugeot Expert: Active – Control – Tech
Die Basisausstattungen sollen die wesentlichen Funktionen für den gewerblichen Alltag bündeln. Das mittlere Niveau richtet Stellantis ausdrücklich stärker auf Flottenkunden aus und verbindet betriebliche Effizienz mit mehr Komfort und Konnektivität. Die Topvarianten sollen zusätzliche Technik- und Komfortmerkmale bieten.
Weniger Pakete, mehr Einzeloptionen
Neben den neuen Linien verändert Stellantis die Konfiguration. Der Konzern reduziert nach eigenen Angaben die bisherige Zahl der Ausstattungspakete und erweitert gleichzeitig die Auswahl einzelner Optionen. Gewerbekunden sollen dadurch gezielter auswählen können, ohne für gewünschte Einzelmerkmale zwangsläufig umfangreiche Pakete konfigurieren zu müssen.
Ob daraus in Deutschland tatsächlich ein Preisvorteil entsteht, lässt sich aus der Ankündigung allein nicht ableiten. Stellantis spricht zwar von transparenterer Preisgestaltung und einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis, veröffentlicht in der markenübergreifenden Mitteilung jedoch keine vollständige deutsche Preismatrix für alle zwölf neuen Linien.
Diesel und Elektro bleiben parallel
Bei den Antrieben bleibt die Auswahl grundsätzlich breit. Stellantis bestätigt für das Modelljahr 2027 Verbrennungs- und vollelektrische Varianten. Damit können Unternehmen die Antriebsart weiterhin nach Streckenprofil, Ladeinfrastruktur und Einsatzgebiet auswählen.
Wie unterschiedlich die Einsatzprofile ausfallen können, zeigte Opel bereits im September auf der IAA Transportation 2026. Dort präsentierte die Marke unter anderem eine Vivaro-Pritsche mit 110 kW beziehungsweise 150 PS starkem 2,2-Liter-Turbodiesel und manuellem Sechsganggetriebe. Opel beschrieb den Vivaro dabei ausdrücklich als Nutzfahrzeug für unterschiedliche gewerbliche Anforderungen.
Scudo zeigt, was die Stufen bedeuten
Fiat Professional hat die Struktur beim Scudo bereits detaillierter beschrieben. Die Einstiegslinie Easy Pro konzentriert sich auf die für den Arbeitsalltag wesentliche Ausstattung. City Pro soll vor allem Flottenkunden ansprechen, Business Pro legt den Schwerpunkt stärker auf Technik und Komfort.
Für den Scudo nennt Fiat Professional bei City Pro unter anderem zwei 10-Zoll-Displays, Rückfahrkamera, schlüssellosen Zugang und LED-Beleuchtung im Laderaum. Business Pro ergänzt laut Hersteller unter anderem Totwinkel-Erkennung, Navigation, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, kabelloses Laden und LED-Scheinwerfer. Die Angaben stammen aus der offiziellen Scudo-Mitteilung zum Modelljahr 2027.
Was Käufer jetzt prüfen sollten
Für deutsche Gewerbekunden ist die neue Struktur vor allem bei der Angebotsprüfung relevant. Ähnliche Ausstattungslinien der vier Konzernmarken bedeuten nicht automatisch identische Serienausstattung, identische Einzeloptionen oder identische Endpreise. Vor einer Bestellung sollte deshalb die konkrete deutsche Konfiguration der jeweiligen Marke verglichen werden.
Auch die Wahl zwischen Verbrenner und Elektro bleibt eine betriebliche Rechnung. Entscheidend sind unter anderem tägliche Fahrleistung, Standzeiten, Lademöglichkeit, Nutzlastanforderung und die tatsächlich angebotene Fahrzeugkonfiguration. Die neue Drei-Stufen-Logik vereinfacht die Ausstattungsauswahl, ersetzt diesen Kostenvergleich aber nicht.
Modelljahr 2027 ist bestellbar
Stellantis zufolge können die Modelle des Modelljahres 2027 ab sofort europaweit bestellt werden. Zusätzlich zu den drei regulären Linien sollen Sonderserien für spezielle gewerbliche Anforderungen im Angebot bleiben.
Für den Markt ist die Umstellung bemerkenswert, weil vier technisch verwandte Transporter gleichzeitig nach derselben Logik geordnet werden. Für Käufer wird damit auf den ersten Blick klarer, welche Stufe als Einstieg, Flottenlösung oder Topausstattung gedacht ist. Wie groß der finanzielle Unterschied tatsächlich ausfällt, muss jedoch anhand der jeweiligen deutschen Preislisten geprüft werden.
Häufige Fragen
Welche Transporter erhalten neue Ausstattungslinien?
Citroën Jumpy, Fiat Scudo, Opel Vivaro und Peugeot Expert werden zum Modelljahr 2027 jeweils in drei regulären Ausstattungslinien angeboten.
Wie heißen die neuen Opel-Vivaro-Linien?
Opel verwendet die Bezeichnungen Vivaro Start, Vivaro Advance und Vivaro Ultra.
Gibt es die Transporter weiterhin elektrisch?
Ja. Stellantis hält nach eigenen Angaben sowohl Verbrennungsmotoren als auch vollelektrische Antriebe im Angebot.
Kann man die Modelle schon bestellen?
Nach Angaben von Stellantis sind die Fahrzeuge des Modelljahres 2027 ab sofort europaweit bestellbar.
Quellen
1. Stellantis Pro One / Peugeot, 19.10.2026: Neue Ausstattungsstruktur für mittelgroße Transporter.
2. Fiat Professional, 07.10.2026: MY27 Fiat Professional Scudo.
3. Opel, 02.09.2026: Opel auf der IAA Transportation 2026.
Leserfrage: Welche Ausstattung ist bei einem Transporter für deinen Betrieb unverzichtbar – und welche Option würdest du lieber einzeln statt im Paket bestellen?
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