Anstieg verlangsamt sich, PC-Hersteller kürzen SSD-Kapazitäten in Mainstream-Modellen: Was die Prognose vom 30. September für Geräte bedeutet.
Das Wichtigste in Kürze
- TrendForce erwartet für das 4. Quartal 2026 bei konventionellem DRAM ein Plus von 10 bis 15 Prozent und bei NAND-Flash von 15 bis 20 Prozent – jeweils bei den Vertragspreisen gegenüber dem Vorquartal.
- Der Anstieg verlangsamt sich, weil große Erhöhungen nach Angaben von TrendForce bereits früher eingepreist wurden.
- PC-Hersteller kürzen laut TrendForce SSD-Kapazitäten in Mainstream-Modellen, um Kosten zu senken.
- Vertragspreise sind keine Ladenpreise: Eine Prognose für Notebooks, Handys oder SSDs im Handel in Deutschland enthält die Mitteilung nicht.
Die Vertragspreise für Speicherchips steigen laut TrendForce im vierten Quartal 2026 weiter, nur langsamer. Für Notebooks, Handys und SSDs ist damit noch keine Entspannung belegt.
Das Marktforschungsunternehmen TrendForce aus Taiwan hat seine Preisprognose für Speicherchips am 30. September 2026 veröffentlicht. Sie betrifft zunächst die Preise zwischen Chipherstellern und großen Abnehmern, spielt aber für alle eine Rolle, die in den nächsten Monaten ein Gerät kaufen wollen.
Dieser Beitrag ordnet ein, was die Prognose aussagt, was sie offenlässt und worauf Kundschaft in Deutschland beim Gerätekauf achten kann. Stand: 22. Oktober 2026.
Was TrendForce für das 4. Quartal erwartet
In ihrer Pressemitteilung vom 30. September 2026 rechnet TrendForce für konventionelles DRAM mit Vertragspreisen, die im vierten Quartal 2026 um 10 bis 15 Prozent über dem Vorquartal liegen. Für NAND-Flash insgesamt nennt das Unternehmen 15 bis 20 Prozent.
DRAM ist der Arbeitsspeicher in Notebooks und Handys, NAND-Flash der Speicher in SSDs und Smartphones. Steigen beide Preise, verteuern sich für die Hersteller zentrale Bauteile.
TrendForce beschreibt zugleich eine Bremsspur. Der Anstieg setze sich fort, verlangsame sich aber, weil große Erhöhungen in früheren Quartalen schon eingepreist seien.
| Segment | Einschätzung von TrendForce | Erwartung 4. Quartal 2026 |
|---|---|---|
| Konventionelles DRAM | Anstieg setzt sich fort, Tempo sinkt | +10 bis 15 % |
| NAND-Flash gesamt | Preise steigen weiter | +15 bis 20 % |
| Consumer-DRAM | große Anbieter kürzen weiter die Produktion | steigt, langsamer |
| SSDs für PCs | Hersteller nutzen Lagerbestände, Anbieter flexibler | Anstieg begrenzt |
| SSDs für Rechenzentren | Bitnachfrage 2026 über 80 % im Plus | beschleunigt sich |
Auffällig ist die Ausnahme in der Tabelle: Nur bei SSDs für Rechenzentren beschleunigt sich das Preiswachstum. Dort steigt die Nachfrage laut TrendForce 2026 um mehr als 80 Prozent, getrieben von Investitionen großer Cloud-Anbieter in Infrastruktur für KI-Anwendungen.
Vertragspreise sind keine Ladenpreise
Vertragspreise sind die Preise, die Chiphersteller großen Abnehmern berechnen, etwa Geräteherstellern. Was ein Notebook im Geschäft kostet, hängt zusätzlich von Lagerbeständen, Aufschlägen und der Preispolitik von Hersteller und Handel ab.
Die Mitteilung von TrendForce enthält keine Prognose für Verkaufspreise in Deutschland. Wer aus den Prozentwerten einen Aufschlag auf den Gerätepreis ableitet, rechnet deshalb über das hinaus, was die Quelle trägt.
Einen Hinweis liefert TrendForce dennoch: Notebook-Lagerbestände spiegelten die höheren Komponentenkosten wider und dämpften den Absatz am Endmarkt. Das deutet darauf hin, dass teurere Bauteile bereits in Geräten stecken, die bei Herstellern auf Lager liegen.
Handys, Notebooks, SSDs im Einzelnen
Smartphones: Steigende Kosten und aufgebrauchte günstige Lagerbestände belasten laut TrendForce die Produktion. Mobiler Arbeitsspeicher bleibe knapp, weil Hersteller Kapazitäten in Richtung Server verlagerten.
Notebooks und PCs: PC-Hersteller kaufen nach Angaben von TrendForce trotz des gedämpften Absatzes intensiv ein, weil sie für 2027 ein knappes Angebot erwarten. Das Angebot an PC-Arbeitsspeicher könnte 2027 sinken, weil Fertigungskapazität zu Serveranwendungen wechselt.
SSDs: PC-Hersteller nutzen Lagerbestände aus dem ersten Halbjahr und reduzieren laut TrendForce die SSD-Kapazitäten in Mainstream-Modellen, um die Stücklistenkosten zu senken. Anbieter von NAND-Flash zeigten sich deshalb bei den Preisen flexibler, was den Anstieg begrenze.
Für Kundschaft ist der letzte Punkt der greifbarste. Wenn Hersteller bei gleichem Preis weniger Speicher einbauen, steckt die Teuerung in der Ausstattung statt im Preisschild.
Was die Preise im Juni schon zeigten
Wie sich Speicherkosten im Handel niederschlagen können, hatte die Stiftung Warentest in Berlin am 26. Juni 2026 in ihrer Übersicht zu teurer werdender Technik zusammengestellt. Die Angaben beschreiben den Stand von damals, nicht den heutigen Preis.
Genannt wurden unter anderem das MacBook Neo für 799 statt 699 Euro, das iPad Air in 11 Zoll für 799 statt 649 Euro, das Steam Deck für rund 780 Euro und die Nintendo Switch 2 für 500 statt 470 Euro. Das Surface Laptop mit 13,8 Zoll lag demnach ab 1.699 Euro, rund 400 Euro über dem Vorgänger.
Die Stiftung Warentest berichtete außerdem, dass Fachleute am Markt zu einem früheren Kauf rieten. Ob das bei einem langsameren Preisanstieg im Winter noch gilt, lässt die Prognose von TrendForce offen.
Kaufen oder warten: Was spricht wofür?
Für das Warten spricht, dass TrendForce ein langsameres Tempo erwartet. Ein Gerät, das nicht dringend gebraucht wird, lässt sich weiter beobachten, ohne dass die Prognose einen neuen Preissprung bei den Chips erwarten lässt.
Für den früheren Kauf spricht, dass auch ein langsamer Anstieg ein Anstieg bleibt und PC-Hersteller für 2027 mit knappem Angebot rechnen. Eine sichere Aussage über Preise im Handel ist keinem der beiden Argumente zu entnehmen.
Vor dem Gerätekauf prüfen
Aus Prognose und Warentest-Hinweisen lassen sich einige Punkte ableiten, die unabhängig vom Preistrend helfen.
Checkliste für den Gerätekauf
- Speicherausstattung vergleichen: Bei Mainstream-Notebooks fällt die SSD laut TrendForce teils kleiner aus.
- Preisverlauf über mehrere Wochen beobachten, statt nur den aktuellen Preis zu nehmen.
- Update-Versprechen prüfen: Nach Angaben der Stiftung Warentest müssen Smartphone-Hersteller nach EU-Vorgaben fünf Jahre lang Updates liefern, gerechnet ab dem Ende des Verkaufs eines Modells.
- Generalüberholte Geräte erst testen, bevor die Rückgabefrist abläuft.
- Arbeitsspeicher und SSDs nur bei bekannten Anbietern kaufen: Die Stiftung Warentest warnt vor gefälschten und gebrauchten Speichern, die als neu verkauft werden.
Wer sein Gerät noch problemlos nutzt, kann den Kauf auch ganz verschieben. Die Stiftung Warentest nennt das längere Weiternutzen als eine Möglichkeit, Teuerung zu umgehen.
Häufige Fragen
Was sind Vertragspreise bei Speicherchips?
Es sind die Preise, die Chiphersteller großen Abnehmern wie Geräteherstellern berechnen. Sie sind nicht identisch mit den Preisen, die Kundschaft im Geschäft zahlt.
Werden Notebooks im Winter sicher teurer?
Das lässt sich aus der Prognose nicht ableiten. TrendForce äußert sich zu Vertragspreisen, nicht zu Verkaufspreisen in Deutschland.
Warum sparen Hersteller bei der SSD-Größe?
Nach Angaben von TrendForce reduzieren PC-Hersteller die SSD-Kapazitäten in Mainstream-Modellen, um die Kosten für die Stückliste zu senken.
Sind Smartphones betroffen?
Laut TrendForce bleibt mobiler Arbeitsspeicher knapp, und der Preisanstieg setzt sich fort, verlangsamt sich aber.
Haben Sie in den letzten Monaten ein Notebook, ein Handy oder eine SSD gekauft und einen Preisaufschlag bemerkt? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentare.
Quellen
- TrendForce: AI Server Demand Sustains Memory Contract Price Increases in 4Q26, While Consumer-Side Pressure Persists, Pressemitteilung vom 30. September 2026
- Stiftung Warentest: Technik wird teurer – Laptops, Smartphones, Tablets, veröffentlicht am 26. Juni 2026, abgerufen am 22. Oktober 2026
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.