Das 2024 gegründete Unternehmen aus New York und Toronto lässt Menschen Alltagsaufgaben mit Körpersensoren und Smartphone aufzeichnen

Das Wichtigste in Kürze

  • Das US-Unternehmen Mecka hat am 7. Oktober 2026 eine Finanzierungsrunde über 60 Millionen Dollar bekannt gegeben. Angeführt hat sie nach Unternehmensangaben Sequoia Capital; neu eingestiegen sind demnach Nvidia, Qualcomm Ventures, Samsung und M12, der Wagniskapitalarm von Microsoft.
  • Mecka sammelt Daten darüber, wie Menschen alltägliche Handgriffe ausführen, und liefert sie als Trainingsmaterial an Robotiklabore. Nach Darstellung von TechCrunch bezahlt das Unternehmen Menschen dafür, sich bei Tätigkeiten wie Kaffeekochen oder Autoreparaturen mit Körpersensoren und Smartphones aufzunehmen.
  • Das Unternehmen beziffert seinen Umsatzlauf für Juni 2026 auf über 100 Millionen Dollar und erwartet zum Jahresende 300 Millionen Dollar. Beide Angaben stammen vom Unternehmen selbst; eine unabhängige Prüfung nennt keine der ausgewerteten Quellen.

Große Sprachmodelle konnten aus dem Internet lernen, weil dort Text lag – milliardenfach, abrufbar, auswertbar. Für Roboter gilt das nicht. Wie fest man einen Becher greifen muss, damit er weder zerbricht noch herunterfällt, steht nirgends geschrieben. Genau an dieser Lücke ist in den vergangenen zwei Jahren ein Geschäft entstanden.

Das in New York und Toronto ansässige Start-up Mecka hat am 7. Oktober 2026 eine Series-B-Runde über 60 Millionen Dollar bekannt gegeben. Angeführt wird sie nach Angaben des Unternehmens von Sequoia Capital. Als neue Geldgeber nennt die Mitteilung Nvidia, M12 – den Wagniskapitalarm von Microsoft –, Qualcomm Ventures und Samsung, als bestehende Kindred, Framework Ventures und Neo. Unter den Privatinvestoren führt das Unternehmen DoorDash-Chef Tony Xu, den früheren ServiceNow- und Snowflake-Chef Frank Slootman sowie Milan Kovac auf, der bei Tesla das Roboterprogramm Optimus geleitet hatte.

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Den Kern seines Geschäfts formuliert Mecka in der Mitteilung selbst in zwei Sätzen: „Roboter mangelt es nicht an Intelligenz. Es mangelt ihnen an Erfahrung.“ Und weiter: „Bewegung, Kontakt, Kraft und Geometrie stehen nicht im Internet. Man kann sie nicht abgreifen, nicht lizenzieren und nicht kaufen.“ (Die Mitteilung liegt der Redaktion auf Englisch vor; Zitate sind von der Redaktion übersetzt.)

Was Mecka verkauft – und was ausdrücklich nicht

Das Unternehmen baut keine Roboter. Es beschreibt sich in der Mitteilung als „moderner Robotik-Integrator“ und liefert nach eigener Darstellung Hardware, Datenerfassung, Nachtraining, Integration und laufenden Betrieb. Der Unterschied zur klassischen Anlagenintegration liegt demnach darin, dass Mecka beim Kunden vor Ort weiter Daten aufnimmt, damit nachtrainiert und die Anlage so über die Zeit verbessert.

Wer die Kundschaft ist, sagt die Mitteilung nicht. Sie spricht von „mehreren der führenden Frontier-Robotiklabore“ und von „mehreren Mag-7-Unternehmen“ – gemeint ist damit üblicherweise die Gruppe der sieben größten US-Technologiekonzerne. Namen nennt Mecka nicht, und auch Mitgründer Josh Gao hatte das im Juni gegenüber Fortune abgelehnt.

Der Vergleich, der dabei gezogen wird, ist der zu Scale AI, Mercor und Surge: Firmen, die Sprachmodellen das von Menschen erzeugte Trainingsmaterial lieferten, ohne selbst Modelle zu bauen. Nach Darstellung von TechCrunch verfolgt Mecka für die Robotik dasselbe Muster – und bezahlt dafür Menschen, die sich beim Kaffeekochen oder beim Schrauben am Auto aufnehmen, mit Sensoren am Körper und dem Smartphone in der Hand. In der eigenen Mitteilung taucht diese Seite des Geschäfts nur als „Aufnahmeflotten“ und „globale Produktionsoperation“ auf.

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Die Zahlen, die das Unternehmen selbst nennt

Mecka gibt an, im Juni 2026 einen hochgerechneten Jahresumsatz von über 100 Millionen Dollar überschritten zu haben – und das „innerhalb weniger Monate Betrieb“. Zum Jahresende erwartet das Unternehmen 300 Millionen Dollar. Beides sind Eigenangaben des Unternehmens; ein hochgerechneter Jahresumsatz schreibt zudem einen Momentwert aufs Jahr hoch und sagt nichts über Gewinn oder Vertragsdauer.

Runde Zeitpunkt Summe Angeführt von
Series A November 2025 25 Mio. Dollar Framework Ventures
Erweiterung der Series A Sommer 2026 35 Mio. Dollar nicht genannt
Series B 7. Oktober 2026 60 Mio. Dollar Sequoia Capital
Summe der genannten Runden – 120 Mio. Dollar –
Quellen: Mitteilung von Mecka vom 7. Oktober 2026 (Series B); BetaKit vom 7. Oktober 2026 unter Berufung auf Bloomberg sowie Fortune vom 1. Juni 2026 (Series A und Erweiterung). Die Summe ist die Addition der genannten Einzelwerte. Eine Bewertung des Unternehmens ist in keiner der Quellen bestätigt.

Zur Bewertung bleibt es bei Berichten: TechCrunch hatte im September geschrieben, Mecka verhandle über eine Runde bei rund 500 Millionen Dollar Bewertung. Bestätigt ist diese Zahl bis heute nicht – weder vom Unternehmen noch in der aktuellen Mitteilung. Josh Gao hatte eine Bewertung gegenüber Fortune im Juni ausdrücklich nicht genannt.

Woher die Daten kommen, lässt sich teilweise nachlesen

Ungewöhnlich für ein Datenunternehmen: Ein Teil des Materials liegt offen. Mecka gehört zu den Beteiligten von EgoVerse, einem Konsortium aus Hochschulen und Unternehmen, das einen gemeinsamen Datensatz aus menschlichen Ich-Perspektive-Aufnahmen veröffentlicht hat. Die zugehörige Arbeit auf dem Preprint-Server arXiv wurde am 8. April 2026 eingereicht und am 7. Juli 2026 zuletzt überarbeitet; unter den Verfassenden stehen Mecka-Mitgründer Josh Gao und Jason Chong.

Der Datensatz EgoVerse in Zahlen

  • 1.362 Stunden menschlicher Demonstrationen
  • rund 80.000 aufgezeichnete Episoden
  • 1.965 unterschiedliche Aufgaben in 240 Szenen
  • 2.087 Personen, die die Aufgaben vorgemacht haben

Quelle: EgoVerse-Arbeit auf arXiv (2604.07607), Fassung vom 7. Juli 2026. Beteiligt sind nach Angaben der Projektseite unter anderem Georgia Tech, die Stanford University, die University of California San Diego, Meta und Scale AI.

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Der interessanteste Befund dieser Arbeit ist kein Rekordwert, sondern eine Einschränkung: Die Leistung der trainierten Steuerungen steige zwar im Allgemeinen, je mehr menschliche Daten einfließen – wie gut das skaliere, hänge aber davon ab, wie genau die menschlichen Daten zu dem passen, was der Roboter lernen solle. Mehr Stunden allein genügen demnach nicht.

Was die Mitteilung offenlässt

Mehrere Angaben fehlen, die für eine Einordnung nötig wären. Wie viel die Menschen bekommen, die sich für Mecka filmen, steht weder in der Mitteilung noch in den ausgewerteten Berichten. Ebenso wenig, in welchen Ländern aufgenommen wird, wie die Einwilligung der Gefilmten geregelt ist und was mit Aufnahmen aus Privatwohnungen geschieht, auf denen Dritte zu sehen sind. Für Aufnahmen innerhalb der Europäischen Union wäre das keine Nebenfrage, sondern eine des Datenschutzrechts – ob Mecka hier erhebt, nennt die Mitteilung nicht.

Offen bleibt auch, wie belastbar die Umsatzzahlen sind. Dass ein nicht börsennotiertes Unternehmen einen hochgerechneten Jahresumsatz nennt und im selben Atemzug dessen Verdreifachung ankündigt, ist in der Branche üblich – nachprüfbar wird die Zahl dadurch nicht. Und schließlich gilt für die ganze Mitteilung, was für jede Finanzierungsmeldung gilt: Sie stammt vom Unternehmen selbst, das seine Lage naturgemäß aus eigener Sicht beschreibt.

Warum das über ein einzelnes Start-up hinausgeht

Die Runde ist weniger wegen ihrer Höhe bemerkenswert – 60 Millionen Dollar sind im KI-Umfeld eine mittlere Summe – als wegen der Namen darauf. Mit Nvidia, Samsung, Qualcomm und Microsoft sind vier Konzerne beziehungsweise deren Wagniskapitalarme beteiligt, deren Geschäft mit Chips, Geräten und Rechenzentren davon profitiert, wenn Roboter in Fabriken und Haushalten tatsächlich in den Einsatz kommen. Dieselbe Logik war bei Nvidia zuletzt beim Zukauf des Halbleiterherstellers Navitas zu sehen, wo es um die Stromversorgung von KI-Rechenzentren ging.

Daneben zeichnet sich ein Markt ab, auf dem mehrere Anbieter um dieselbe Ressource konkurrieren. Nach Darstellung von TechCrunch soll der Wettbewerber XDOF über eine Finanzierungsrunde bei 1,2 Milliarden Dollar Bewertung verhandeln – bestätigt ist auch das nicht. Scale AI und Micro1, beide aus dem Sprachmodell-Geschäft kommend, dehnen sich demnach ebenfalls in die Robotik aus. Was bei Texten die Frage nach der Herkunft der Trainingsdaten war – und die Technikbranche bis heute beschäftigt, zuletzt bei der Kennzeichnung KI-erzeugter Dateien durch Google –, stellt sich bei Bewegungsdaten neu: Wer hat sie aufgenommen, wer hat zugestimmt, und wem gehören sie danach.

Für die deutsche Industrie ist das keine ferne Frage. Wer hierzulande Robotik baut, braucht dasselbe Material – und kauft es entweder zu oder erhebt es selbst. Der Datensatz, den EgoVerse offenlegt, ist der eine Teil der Antwort. Der andere liegt bei Unternehmen, die ihn nicht veröffentlichen.

Würden Sie sich gegen Bezahlung bei alltäglichen Handgriffen filmen lassen, damit Roboter davon lernen – und zu welchen Bedingungen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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