Leipzig Mobil Ladestationen der LVB haben nicht nur technische Probleme

Will man mit dem E-Auto in Leipzig Strom tanken, dann sollte man sich zur Zeit nicht auf das ausgewiesenen Netz verlassen. Die Ladestationen, mit denen Leipzig „neue Wege zur öffentlichen Mobilität“ sorgen bei den Nutzern eher für Unmut.

Foto: obs/TAF mobile GmbH/LVV Leipzig/Bertram Bölkow
Vor der Ladestation am Rathaus: OBM Burkhard Jung; Bürgermeisterin für Stadtentwicklung und Bau Dorothee Dubrau; Niederlassungsleiter teilAuto Manuel Emmelmann; Sprecher der LVB-Geschäftsführung Ulf Middelberg; Sprecher der LVV-Geschäftsführung Prof. Dr. Norbert Menke;


Blackscreen an der Ladestation vor dem Servicecenter der LVBFoto: netz-trendsIm Juli eröffnete der Oberbürgermeister Burkhard Jung die erste Ladestation im Rahmen des Projekts „Leipzig Mobil“ direkt vor seinem Büro am Rathaus.

Unter der Federführung des Oberbürgermeisters Herrn Burkhard Jung

Lässt die Nähe zum eigenen Arbeitsort Eigennutz vermuten, so scheint laut aktuellen Erfahrungen der Netz-Trends-Redaktion der Bürgermeister der Stadt Leipzig das Angebot selbst nicht zu nutzen. Die Ladestationen am Rathaus funktioniert schlichtweg nicht.

Ein schwarzer Bildschirm, das System hängt

Ein paar Tage zuvor hatten wir bereits von der Station am Lindenauer Markt berichtet. Hier war das Display eingefroren. Der Techniker, den wir über die Hotline der LVB gerufen hatten, und der auch nach einer Stunde erschien, konnte das Problem nicht beheben. Die Ladestation am Rathaus begrüßte uns hingegen mit einem schwarzen Bild, auf welchem ein Cursor weiß blinkte. Diese Bild hatten wir nicht nur am letzten Sonntag, wir konnten das Phänomen ebenso am Donnerstag zuvor bewundern. Scheinbar hat die Zeit nicht gereicht, dieses Problem zu beheben. Dabei befindet sich die Station direkt vor dem Servicezentrum der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB).

Tesla-Team Leipzig beobachtet Projekt „Leipzig Mobil“ mit Abstand

Auf unseren letzten Bericht reagierte übrigens auch das Tesla-Team aus Leipzig. Wir hatten in unserem Artikel kritisiert, dass Tesla die Kunden nicht über die neuen Lademöglichkeiten in Leipzig informiert hatte. Ein Teil der Antwort war unter anderem : "Darüber hinaus wäre eine Empfehlung eines Systems mit einer derartig schlechten Erfolgsquote äußert kontraproduktiv." Dies deutet wohl darauf hin, dass auch Tesla diese Probleme in der Stadt Leipzig bekannt sind.

Mit europäischen Fördergeldern entwickelt, aber ohne Service

Das Projekt "Leipzig Mobil" wurde mit Fördergeldern der Europäischen Union finanziert von denen sowohl die HTWK, die Stadtwerke Leipzig als auch die Leipziger Verkehrsbetriebe profitiert haben. Es reicht jedoch nicht, so eine Infrastruktur zu schaffen, man muss sie auch am Leben halten, und das scheint den Verantwortlichen nicht bewusst zu sein. Anders lassen sich die von uns beobachteten Pannen nicht erklären. Ein Oberbürgermeister der bei einem solchen Projekt die Federführung gehabt haben will, sollte sich auch darum kümmern, was mit seinem Projekten nach Fertigstellung geschieht. Sein Interesse am Erfolg wäre sonst zu hinterfragen.

Unterschriftensammlung und offener Brief an Oberbürgermeister

Im einem Tesla-Forum (http://tff-forum.de) fanden wir unter dem Punkt "Leipzig Hauptstadt Elektromobilität? Nutzer sehen es anders!" auch einen offenen Brief, in dem sich Bürger an den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, wenden. Neben den technischen Problemen beschwert man sich auch über die einzureichenden Regelung für das Parken an den Ladestationen - ein Problem, das wir auch schon beobachten konnten. Es ist Nicht-E-Autos ebenfalls erlaubt, an den Ladesäulen zu parken, ein Regelung , die keinen Sinn macht, es sei denn, mann will mit den Ladesäulen keinen Erfolg in der Stadt Leipzig.


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