Leipzig Mobil Mit dem Tesla Model S bei den Stadtwerken Leipzig Strom laden

Ist man mit dem Elektroauto der Marke Tesla Model S auf Autobahnen in Deutschland unterwegs, dann ist das kein Problem, denn hier hat Tesla mit seinem kostenlosen Supergarger-Netz mittlerweile eine ausreichende Abdeckung erreicht - aber wie sieht es in einer Stadt wie Leipzig aus ? Netz-Trends testete das Angebot der Stadtwerke Leipzig.

Foto: Netz-Trends
Die neue Ladestation am Lindenauer Markt in Leipzig ist Bestandteil des Netzes Leipzig Mobil

Im Stillen "Leipzig Mobil" errichtet

Ganz still und heimlich haben die Stadtwerke Leipzig zusammen mit den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) in diesem Sommer ein relativ dichtes Netz an Ladestationen errichtet. Gewöhnlich lässt sich Leipzig für fortschrittliche Projekte entsprechend lautstark feiern, von diesen neuen Stationen erlangte die Netz-Trends-Redaktion aber nur durch Zufall Kenntnis.

Freischaltung braucht Zeit

Bereits im letzten Sommer liessen wir uns von den Stadtwerken Leipzig für das kostenlose Strom-Laden in der Stadt Leipzig freischalten. Der Vorgang war ein wenig altmodisch und die Freischaltung brauchte mehr als 4 Wochen. Städte wie Stralsund reagieren hier deutlich schneller, dort müssen die Besitzer von Elektroautos nur einen Tag auf Freischaltung warten. Bei den Stadtwerken Leipzig erhält man eine RFID-Karte, mit der man sich an den Stationen freischalten kann. Dazu gab es auch einen Plan mit möglichen Ladestationen, die neuen Ladestationen von "Leipzig Mobil" waren auf dem Plan nicht enthalten.

Erste Tests mit alten Stationen in Leipzig

Unseren ersten Tests mit einer "alten" Stationen führten wir am Messegelände in Leipzig durch. Die Lade-Station wird durch eine Schranke versperrt, aber der Wachschutz der Messe liess uns Einlass. Das Aufladen erfolgt hier mit 22 Kilowatt, so schafft man 90 Kilometer Ladung in der Stunde. Den zweiten Versuch unternahmen wir am Leipziger Zoo. Hier gibt es aber nur Schukosteckdosen, die leider auch nicht funktionierten. Den dritten Test führten wir in den Höfen Am Brühl durch. Enttäuscht waren wir jedoch von der Leistung, über die Schukosteckdose lädt man hier circa 12 Kilometer pro Stunde auf, das ist viel zu wenig und taugt eher für Elektroräder. Der vierte Test erfolgte am Rathaus. Hier braucht man jedoch viel Geduld, denn bei den ersten drei Versuchen versperrten stets Benziner die Parkplätze für die Elektroautos. Laden konnten wir letztendlich mit 22 KW.

Leipzig Mobil vielversprechend aber noch nicht zuverlässig

Im Sommer diesen Jahres hat die Stadt Leipzig mit den „Leipzig Mobil“ Stationen nachgelegt. In einer Kooperation von Stadtwerken Leipzig, den Leipziger Verkehrsbetrieben und er der HTWK Leipzig entstanden in der Stadt 25 neue Ladestationen, die mit 22KW vom Typ-2 ausgestattet sind, man erkennt sie an auffälligen blau/gelben Terminals. Eine solche Station steht am Lindenauer Markt. Leider blieb unser Ladeversuch ohne Erfolg. Die erste Kritik gilt der Platzierung. Die Station steht in einer Einbahnstraße in der Mitte zweier Parklücken. Da die vordere Parklücke versperrt war, parkten wir in der hinteren und mussten erst einmal feststellen, dass unser 7 Meter langes Kabel zu kurz ist. So stellten wir uns entgegen der Fahrtrichtung in die Parklücke, nicht ganz mit der Straßenverkehrsordnung (StVO) konform.

Am Terminal ist der Touchscreen defekt

Als wir das Kabel angeschlossen hatten, liess sich das Terminal nicht bedienen. Bei einem Anruf bei den Stadtwerken Leipzig wurde uns erklärt, dass für diese Terminal die LVB zuständig ist. Wir riefen also bei der LVB an. Dort wollte uns zuerst eine junge und sympatische Frauenstimme erklären, dass diese Stationen durch die Stadtwerke betreut werden. Mit dieser Antwort gaben wir uns nicht zufrieden und die Dame gab zum Glück auch nach, holte sich kurz Rat und informierte einen Techniker. Dieser kam dann, wie angekündigt, nach einer Stunde. Den Fehler beim Touchscreen konnte der Techniker aber auch durch Neustart nicht beheben. Auf unsere Frage, warum sich das Terminal nicht aus der Ferne warten und Neustarten lässt, konnte der Techniker nur kopfschüttelnd erklären, dass das System komplex sei. Einen Wechsel der Hardware konnte er nicht durchführen.

Unsere Kritik gilt nicht nur den Stadtwerken und der LVB

Das Projekt Leipzig Mobil lässt einige Fragen offen. Die erste ist: Wieso erfolgt die Einrichtung solcher Station im Stillen ? Wieso erfahren wir nur durch Zufall davon? Wir fühlen uns an dieser Stelle auch von Tesla im Stich gelassen, denn Newsletter an seine Kunden verschickt die Firma nicht wenig, nur wäre die Errichtung neuer Ladestationen in unserer Nähe sicher eine wichtigere Information als die über neue Modelle. Wichtig für so ein Ladenetz ist aber auch die Zuverlässigkeit. Am Terminal stand keine Telefonnummer, wir mussten uns im Internet die Servicenummer suchen. Ebenfalls ist es nicht nachvollziehbar, warum die Terminals in der heutigen Zeit nicht aus der Ferne neugestartet und gewartete werden können. Firmen wie den Stadtwerken Leipzig und der LVB sollten solche Anfängerfehler eigentlich nicht unterlaufen.

Ein Tipp für Tesla-Fahrer in Leipzig

Wer die Standorte der neuen Ladestationen herausfinden will, dem können wir die kostenlose App "Leipzig Mobil" empfehlen. Hier sind alle Stationen aufgeführt, man sollte jedoch den Filter auf die Lade-Stationen reduzieren, um den Überblick nicht zu verlieren, denn in der App ist auch das Bike- und Carsharingangebot der LVB integriert. Die Ladestationen werden auf der Webseite der LVB auch nur beiläufig erwähnt.



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