Testfahrt Mit dem TESLA Model S von Leipzig zum Comer See

Auf kurzen Strecken ist der TESLA eine echte Alternative zum Verbrennungsmotor, aber taugt die Reichweite auch auf langen Strecken ? Netz-Trends testete den TESLA auf über 800 Kilometern Fahrt von Leipzig bis zum Comer See in Italien in der Lombardei.

Foto: Netz-Trends
Die TESLA-Software berücksichtig bei der Berechnung der Verbrauchs-Prognose sogar die Höhendifferenzen.

TESLA bewirbt das Model S mit einer Reichweite von 500 Kilometern, wer schon mal einen TESLA gekauft hat, der weiss aber, das bereits bei der Übergabe des Fahrzeugs diese Aussage relativiert wird. Der TESLA bietet für die Reichweitenschätzung die sehr optimistische Variante mit 500 Kilometern oder eine sogenannte „typische“ Reichweite und die liegt bei vollem Akku bei ca. 400 Kilometern.

Bei einer Fahrt von ca. 880 Kilometern benötigt man so grob geschätzt mindestens 2 Ladestopps. Das Netz an Supechargern ist mitteile sehr gut ausgebaut. Sorgen bezüglich eines leeren Akkus muss man sich wirklich nicht machen. An den Superchargen, die ausschließlich auf Autohöfen zu finden sind, lädt ein TESLA mit 400 Kilometern in der Stunde und mehr, so dass ein leerer Akku nach einer Stunde immer wieder voll ist. Meist ist jedoch der Akku nicht leer und ein Aufladen auf 100 Prozent ist auch nicht immer notwendig bzw. ratsam, denn die letzten 20 Prozent laden deutlich langsamer. So ist die maximale Ladezeit meist 40 Minuten oft sogar nur 10 Minuten.

TESLA Software plant mehr kurze Stopps

Mit dem NAVI lässt sich die Stecke zum Comer See sehr gut planen und TESLA legt auch gleich die Ladepunkte fest. Erstaunlicherweise sind es nicht zwei Stopps sondern vier. Zwei sind mit 40 Minuten geplant und zwei mit jeweils 10 Minuten. Also zwei Ladepunkte mehr als geschätzt.

Lange Strecken mit dem Tesla machen nur bei gemässigten Geschwindigkeiten Spass

Während der Fahrt zeigt der TESLA auf einer grafischen Kurve immer, ob man sich über oder unter dem erwarteten Verbrauch bewegt. Schnelles Beschleunigen und Geschwindigkeiten über 140 km/h werden umgehend bestraft. Besonders am Anfang einer Strecke wirkt sich das extrem auf die erwartetet Restkapazität am nächsten Ladestopp aus. So werden aus 40 Prozent schnell 10 und ab 7 Prozent warnt der TESLA und weisst den Fahrer darauf hin, dass er langsamer fahren muss. Nach einigen Probieren haben wir festgestellt, dass man mit 140 km/h auf der richtigen Seite liegt, dann stimmt die Reichweite.

Es geht auch ganz genau, inklusive Höhendifferenzen

Überrascht waren wir bei der Fahrt über einen Bergpass. Hier verbraucht der TESLA beim Hochfahren überdurchschnittlich viel, zum Glück wird ein Teil der Energie bei der Talfahrt wieder eingespeist. So war es besonders spannend, ob die angezeigte Schätzung des Verbrauches stimmt und uns nicht vor der Spitze des Bergkamms der Strom ausgeht. Zu unserer Überraschung war die Schätzung nicht nur gut sondern sehr genau. TESLA berücksichtig bei der Berechnung die Höhendifferenzen.

Bei Langen Strecken braucht der TESLA-Fahrer mehr Zeit

Durch die Ladestopps und die mässige Geschwindigkeit waren wir auf der Strecke ca. 2 Stunden langsamer als ein klassischer Verbrenner. Wir nutzen jedoch die Ladestopps für entspannte Pausen und für ein sehr gutes Frühstück und später für ein mässigen Mittagessen bei MCDonald’s. Zu Bemerken ist, dass an den Autohöfen die Versorgung deutlich besser und komfortabler ist, als an den Tankstellen, die direkt an den Autobahnen liegen. Durch die Supercharger kann man sich die Raststätten, an denen man hält nicht mehr aussuchen, aber das scheint kein Nachteil zu sein.

TESLA-Fahrer sind Pioniere

Wer mit dem TESLA auf langer Strecke unterwegs ist, der ist zur Zeit ein Pionier. Er nimmt gerne kleine Nachteile, wie die längere Reisezeit, in Kauf. Dafür wird er mit einem komfortablen Auto, dessen Technik über dem Stand der Zeit liegt belohnt. Ganz nebenbei kommt er entspannter an, und wenn am Zielort eine Steckdose vorhanden ist, dann geht hier schon wieder das Zeitsparen gegenüber den Verbrennern los, denn die müssen hier ab und zu mal eine Tankstelle suchen.