Norilsk Nickel mit 44% Rendite: Attraktive Aktie für Anleger? Interview mit CEO Wladimir Potanin

Zum Hintergrund: Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland waren federführend von der deutschen Bundesregierung unter CDU/CSU und der SPD vor wenigen Wochen erlassen worden. Gleichzeitig waren sie der Startschuss in die Rezession, in welche sich Deutschland nun bewegt, und die gesamte EU hineintrudelt. In Deutschland hatten sich lediglich die AfD (Alternative für Deutschland) sowie die Partei DIE LINKE gegen einen von der EU und Deutschland angezettelten Wirtschaftskrieg mit Russland gewendet. Im Interview mit der Handelsblatt-Beilage "Russia Beyond The Headlines" sagte Norilsk Nickel Chef Wladimir Potanin:

In der monatlichen Beilage der deutschen Wirtschafts-Tageszeitung "Handelsblatt", "Russia Beyond The Headlines" (vom 8. Oktober 2014; nächste Ausgabe. 5. November 2014), gab Wladimir Potanin, der CEO des russischen Nickel-Konzerns Norilsk Nickel ein umfangreiches Interview. Darin äußerte er sich einerseits zu den Auswirkungen der EU-Sanktionen gegen Russland, andererseits zur Attraktivität von MMC Norilski Nikel Aktien (russisch: Норильский Никель).

So sorgten die EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland derzeit dafür, dass man sich stärker als in der Vergangenheit mit asiatischen Märkten beschäftige. Zum Verkauf von Produkten sagte der Norilsk Nickel-Chef zudem: Derzeit sei es so, dass das russische Unternehmen Norilsk Nickel beispielsweise Palladium für die Herstellung von Fahrzeugkatalysatoren in die USA oder nach Europa liefere.

Doch schon heute zeichne sich, so Potanin, ein "strukturelles Defizit" im Palladium-Markt weltweit ab. Dies sorge dafür, dass die Preise in die Höhe gingen. Derzeit sehe er aber auf Grund der EU-Sanktionen noch keine großen Auswirkungen, da Norilsk Nickel langfristige Verträge mit Kunden abschließen würde und man dabei selbst Wert auf "Loyalität seiner Kunden" lege.

Doch werde Palladium nicht nur für Katalysatoren verwendet, sondern auch für die Herstellung von Kohlendioxidfilter. Fakt sei momentan aber, dass Autos, welche keinen Katalysator aufweisen würden, erheblich an Wiederverkaufs-Wert verlieren würden, wenn sie nicht sogar als unverkäuflich eingestuft würden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei, dass Norilsk Nickel einen Großteil seiner Produkte als Börsenware absetze, welche "von einem Markt auf einen anderen umgelenkt" werden könnten. Nickel oder Palladium sei keine Konsumware, "wie ein Kleid, Schuhe oder ein Auto".

Für Investoren und Anleger sehe der Norilsk Nickel-Chef deshalb derzeit keine Krise oder Gefahr, wolle jemand beispielsweise in Aktien von Norilsk Nickel investieren. Vielmehr sei "die europäische Stahlindustrie mit unserem hochwertigen Nickel vertraut". Zudem kauften "in den USA Unternehmen unser Produkt, denen es nicht auf die Menge, sondern auf die Qualität" ankomme:

Auch im Angesicht der derzeitigen Krise sehe er für Investoren oder Kleinanleger kein Problem beim Kauf von Aktien: "Norilsk Nickel ist für sie sowohl bezüglich der Dividenden als auch des Risikos attraktiv. Diese neuen Investoren, hauptsächlich aus den USA und Europa, sind bislang noch nicht zahlreich, aber es gibt sie".

Mit einer EBITDA der Norilsk Nickel Rentabilität von 44% liege das russische Unternehmen direkt auf Platz zwei hinter BHP Billiton und vor RioTinto. Grundsätzlich strebe man auch künftig "für unsere wichtigsten Aktiva eine Rentabilität von 40 Prozent an", sagte der CEO von Norilsk Nickel.