Deutsche sind die dummen: 1 Euro fällt auf unter 1 Dollar nach Links-Wahlsieg in Griechenland

So fiel der Wechselkurs des Euro innerhalb weniger Stunden von 1,14 gegenüber dem Dollar auf nunmehr 1,10. Noch vor einem Jahr hatte der Wechselkurs zeitweise bei 1,40 gestanden. Das heißt: Hatte man vor einem Jahr für 100 Euro noch 140 US-Dollar erhalten, so gibt es heute nur noch 110 Dollar. Wer also in den USA Urlaub macht, konnte vor einem Jahr pro Tag ohne reale Mehrbelastung für das Portemonnaie nur auf Grund der Wechselkursschwankungen 30 Dollar - ein Mittagessen für zwei Personen - mehr ausgeben:

Reißt Griechenland den Euro in den Abgrund?

Die Euro-Katastrophe ist da: Nachdem Griechenlands Linke in Form der Syriza Partei am Sonntag sich als Wahlsieger erklärt, fällt die europäische Gemeinschaftswährung Euro weiter nach unten.

Griechenlands Linken-Partei Syriza wird - das prognostizieren wir von netz-trends.de - den Euro nun auf unter 1 Dollar drücken. Die Gemeinschaftswährung der Europäischen Union (EU) rutscht also in den Abgrund.

Ein Blick zurück hilft das ganze Desaster zu verstehen: Noch wird gerne von einem 11-Jahres-Tief gesprochen. Doch zu Beginn der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung im Jahre 2001 lag der Wert von einem Euro bei 1,15 US-Dollar.

Griechenlands Wahlsieger, die Syriza Partei, erklärte schon am Sonntag, man werde das Berliner Spardiktat nicht mehr erfüllen, man werde auch keine Kredite, die von deutschen Steuerzahlern maßgeblich per Bürgschaft im Europäischen Rettungsfonds gestützt werden, bedienen. Der Europäische Rettungsfonds wird mit circa 25 Prozent mit deutschem Steuergeld finanziert.

Griechenland auf dramatischem Kollisionskurs

Das heißt: Athen geht auf einen dramatischen fiskalischen Kollisionskurs mit den internationalen Kreditgebern. Die Kreditgeber hatten sich in den vergangenen Monaten die Taschen vollgestopft. So waren Unsummen hoch verzinster Bonds, also griechische Staatsanleihen, gekauft worden.

Die Zinsen – teils bis zu 18 Prozent - verspricht der griechische Staat - der wiederum diese nur dann finanzieren kann, wenn er in der Lage ist, das Geld auch zurückzuzahlen. Zwar versucht die europäische Zentralbank durch eine Geldschwemme dem Problem der mangelnden Staatsfinanzierung vor allem der südeuropäischen Länder Herr zu werden, doch erinnert das frappierend an die Zeiten der Weimarer Republik in Deutschland in den 1920er Jahren.

Damals kostete plötzlich ein Laib Brot mehrere Millionen Deutsche Mark - da das Geld auf Grund der staatlich herbeigeführten Geldschwemme nichts mehr wert war.

Über 1000 Milliarden Euro möchte die Europäische Zentralbank in Frankfurt nun drucken und vor allem an die südeuropäischen Länder mehr oder weniger verschenken - damit diese ihre Staatshaushalte sanieren können.

Gedeckt wird diese gefährliche Geldschwemme durch starke Wirtschaftsländer wie Deutschland, die letztlich den Gegenwert zur Geldschwemme darstellen. Die Geschenke der Europäischen Zentralbank werden durch einen Ankauf von südeuropäischen Staatsanleihen verteilt - zu Zinssätzen, die irrwitzig hoch sind. Gelingt den Staaten die Rückzahlung der in Form von Bonds aufgenommen Kredite, kann die EU als finanzieller Gewinner aus dem Spiel hervorgehen.

Wer soll das bezahlen? Deutsche kriegen schon heute nur 719 Euro Rente im Schnitt ausbezahlt

Erklärt sich Griechenland aber ähnlich wie Argentinien für zahlungsunfähig, bleiben vor allem die Deutschen auf Hunderten Milliarden Euro zugesagter Bürgschaften sitzen. Der deutsche Steuerzahler wäre dann der Dumme. Denn hierzulande sind nicht einmal die Renten mehr sicher. Die durchschnittlich an rund 19 Millionen Rentner ausbezahlte Rente pro Kopf beträgt in Deutschland 719 Euro monatlich.

Doch noch verbreitet die Europäische Zentralbank Optimismus. Man gehe, heißt es aus der Zentrale in Frankfurt, selbstverständlich davon aus, wonach Griechenland seine Schulden zurückzahlen werde. Deshalb auch bezeichnet die EZB ihr massives Anleihenkaufprogramm als "Konjunkturprogramm".

Im Rahmen der Bond-Aufkäufe aber auch der künstlich herbeigeführten Niedrigzinspolitik schaufelte die Europäische Zentralbank in den vergangenen Monaten den südeuropäischen Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal, Italien rund 380 Milliarden Euro zusätzliche Gelder zu. Gleichzeitig entspricht dies dem Betrag, den die deutschen Steuerzahler an Gegenwert verloren haben, also bezahlen mussten.

Neben dem Verfall des Wechselkurses Euro Dollar geraten die Aktienwerte im deutschen Börsen-Leitindex Dax unter Druck. Sie fielen am Montag nach dem Wahlsieg der Linken in Griechenland die Aktien der 30 Dax-Konzerne durchschnittlich um 1 bis 1,1 Prozent. Aktienwerte von südeuropäischen Ländern ließen um 2 Prozent federn.

Das klingt alles noch nicht dramatisch. Doch dürfte der Boden noch bei weitem nicht erreicht sein. 2015 wird für die EU eine Jahr der Zerreißprobe. Dieses umso mehr, als dass es nicht nur vom Süden Probleme gibt.

Nach Griechenland könnte die Ukraine in die EU kommen

So sieht sich die EU-Regierung in Brüssel, die Europäische Kommission, einem Zweifronten-Krieg entgegen: Im Süden mit Griechenland und im Osten mit der am Abgrund stehenden Ukraine. Das wirtschaftliche Pleiteland Ukraine ist seit Jahren faktisch zahlungsunfähig. Hinzu kommt ein Bürgerkrieg, welcher immer mehr an Zustände in Syrien erinnert.

Unterschiedlichste Interessengruppen sowohl im Westen (EU, USA) als auch im Osten (Russland) versuchen dort auf Gedeih und Verderb ihre Interessen durchzusetzen und rüsten die ihnen Genehmen finanziell und militärisch auf: Die USA finanzieren mit ihrem Militärgeheimdienst CIA das zentralistische ukrainische Militär und liefern Waffen. Russland steht parallel im Verdacht, durch Waffenlieferungen an die Rebellen ebenfalls in den Bürgerkrieg involviert zu sein. Natürlich behaupten beide Lager – der Westen, wie Russland – nur das Beste für die Ukraine und seine Bürger zu wollen.

Doch damit nicht genug: Die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) erklärte mehrmals, sie könne sich durchaus eine Aufnahme des Pleite-Landes Ukraine in die Europäische Union vorstellen. Dann gebe es nicht nur Griechenland im Süden sondern auch die Ukraine im Osten als tickende Zeitbombe für die EU-Wirtschaft und den Frieden in Europa. Damit ist auch der soziale Friede gemeint.

Dann könnten Phänomene wie Legida oder Pegida europaweit um sich greifen. Schon heute läuft die Polizei in Leipzig oder Dresden, also im Bundesland Sachsen, bei Demonstrationen auf, als wäre sie eine Art Gestapo: Mal kassieren die schwarz vermummten hochbewaffneten Polizisten Hunderte Handys von Demonstranten einfach ein, dann wieder werden Demonstranten verfassungsrechtlich verboten einfach eingekesselt.

Insofern schaut die Welt derzeit mit großem Unwohlsein auf den Syriza-Führer in Griechenland, Alexis Tsipras. Er möchte, dass es den Griechen wieder besser geht und dafür wird er Geld an die Bürger ausgeben, was er nicht hat und kein Geld zurückzahlen, das er bei einem Rückgang der Sparquote dann auch nicht mehr hat.

Ob die Amerikaner als Sieger aus dem möglichen Niedergang des Euro hervorgehen, das lässt sich so derzeit nicht prognostizieren. Fakt ist, dass der US-Dollar weltweit mit einem Kursanstieg von 5 Prozent gegenüber den wichtigsten Währungen wieder auf dem höchsten Stand seit 2003 ist.

Der Dollar ist also wieder weit davon entfernt, seine Funktion als Leitwährung der Welt zu verlieren. Bislang konnten sich immer wieder die USA als Gewinner der Konfliktherde auf der Welt, besonders in Europa, hervortun:

Doch trotz des großen Euro-Verlustes hilft auch ein Blick in die Geschichte: In den 1970er Jahren stand der Wechselkurs der Deutschen Mark gegenüber dem Dollar bei 1 zu 4.

Das heißt: Damals erhielt man für vier Deutsche Mark nur einen Dollar. Mussten die Deutschen also für einen Porsche 100.000 Deutsche Mark bezahlen, konnten die Amerikaner den gleichen Porsche zu Schleuderpreisen kaufen - zu 25.000 Mark.

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