Larry Page von Google will Gesundheitsdaten tauschen und begründet Kauf von DeepMind

In dem Gespräch kritisierte er nach Angaben mehrerer Blogs unter anderem die aus europäischer Sicht kriminellen Hackeraktivitäten der US-Stasibehörde NSA ("mass surveillance programs"). Gleichzeitig sagte Google-Genie Larry Page, wonach sich die Verbraucher daran gewöhnen müssten, dass wir in einer neuen Zeit lebten, in denen es eine komplette Sicherheit privater Daten nicht mehr gebe.

Neu im Google-Reich: Deepmind.

Einer der beiden Google-Gründer, Larry Page, äußerte sich jetzt in einem Interview auf der Ted-Konferenz in Vancouver (Technology, Entertainment and Design) unter anderem zum Thema US-Stasibehörde NSA, dem Umgang mit persönlichen Gesundheitsdaten sowie dem aktuellen Google-Kauf von DeepMind.

Ein weiteres Thema auf der Ted-Konferenz war DeepMind Technologies Ltd., eine kürzlich von Google gekaufte Firma in UK. Aktuell steht auf der Homepage von DeepMind noch der Post: "DEEPMIND IS PLEASED TO BE JOINING GOOGLE. Founded in 2011 by Demis Hassabis, Shane Legg and Mustafa Suleyman. The team is based in London and was supported by some of the most iconic technology entrepreneurs and investors of the past decade."

Die Firma gibt an, sie arbeite daran, einen Algorithmus zu entwickeln, der das Prinzip des Lernens grundsätzlich beherrsche ("TO BUILD GENERAL-PURPOSE LEARNING ALGORITHMS"). Dabei kombiniere man - nun unter Mitwirkung von Google - die "besten Techniken von Lern-Maschinen und Systemen der Neuro-Wissenschaft" ("... we combine the best techniques from machine learning and systems neuroscience to build powerful general-purpose learning algorithms").

Hierzu sagte nun Google-Chef Larry Page, wonach er selbst immer noch auf der Suche sei zu verstehen, warum Computer in einigen Dingen nicht so intelligent seien wie Menschen und warum "speech recognition is not very good". Dabei räumte Page ein, wonach "wir immer noch in einem sehr frühen Stadium der Such-Technik" seien. Computer wüssten (angeblich) immer noch nicht "wo Du bist und was Du dort tust".

Dass Google nun DeepMind gekauft habe, liege schlicht daran, dass das britische Unternehmen daran arbeite, "die Computer smarter zu machen" - beispielsweise indem man den Computern beibringe, "to play computer games". Das sei für ihn sehr aufregend gewesen, da Google bis zum Einstieg bei DeepMind nicht in der Lage gewesen sei, "das zu tun". Gleichzeitig verriet Larry Page, wonach Google in der Zentrale in Mountain View auch selbst daran arbeite, Maschinen und Technik zu entwickeln, die wesentlich bessere Lernfähigkeiten aufwiesen, als bislang bekannt - dabei nutze man das hauseigene Video-Portal YouTube, um den Computern Lernfähigkeiten beizubringen.

Mit Blick auf den von den USA verfolgten ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden (der derzeit in Russland Asylschutz bekommt) und die aus europäischer Sicht kriminellen Hackeraktivitäten der US-Stasibehörde NSA meinte Page, wonach "es enttäuschend sei, dass die Regierung heimlich diese Dinge tat und uns das nicht gesagt hat".

Dabei sei es "nicht möglich, eine Demokratie zu haben, wenn wir unsere Nutzer vor der Regierung schützen müssen". Dabei habe, so Google-Co-Gründer Larry Page, "die Regierung sich selbst einen unglaublichen Bärendienst erwiesen und wir müssen eine Debatte darüber führen".

Im Zuge der NSA-Affäre war auch Google selbst weltweit ins Visier geraten - auch in Deutschland. Denn Edward Snowden hatte mitgeteilt, wonach auch Google, wie Microsoft und einige andere, mit der NSA zusammenarbeiten (müssten). Derzeit untersucht die Europäische Regierung - die Europäische Kommission - eine härtere Gangart gegen amerikanische IT-Unternehmen, welche die in Europa geltenden Datenschutz Richtlinien nicht einhalten. In Deutschland ist die Bundesgeneralstaatsanwaltschaft dabei, ein staatsanwaltschaftliches Verfahren gegen die NSA-Aktivitäten in Deutschland einzuleiten.

Dennoch warnte Page davor, "das Baby nun mit dem Wasser auszuschütten" indem man gerade in Europa den Datenschutz noch strenger gestalte. Dazu sagte ein deutscher Datenschutzbeauftragter gegenüber netz-trends.de, wonach sich "Google, Whatsapp & Co sowieso kaum an europäische Datenschutzstandards" halten würden.

Nach wie vor ist Page überzeugt, wonach man "unglaublich viel Gutes tun kann, indem man Informationen mit den richtigen Personen und auf dem richtigen Weg teilt". Gleichzeitig setzt sich Google-Co-Gründer Larry Page dafür ein, wonach die "anonymisierten medizinischen Persönlichkeitsprofile der Wissenschaft zugänglich gemacht werden sollten". Damit könne man 100.000 Leben im Jahr retten.

Larry Page selbst leidet unter einer heiseren Stimme, welche er seit einer Erkältung hat, welche 15 Jahre zurückliegt, von der er sich aber nie wieder richtig erholte. "Informationen über meinen eigenen Zustand mit anderen zu teilen, hat mir im Gesundheitsbereich geholfen", so Page. Zunächst habe er dabei aber Angst gehabt. Allerdings habe ihn sein Freund Sergey [Brin] ermutigt und schließlich habe er es gemacht und Tausende Menschen mit ähnlichen Krankheits-Symptomen wie er sie aufweise, hätten schließlich ihre Erfahrungen - auch Heilungserfahrungen - geteilt, was unterm Strich allen geholfen habe.

Fortschritte scheint es auch beim Google-Auto zu geben, einem selbstfahrenden Auto, das der Internetsuchmaschinen-Monopolist Google (der Marktanteil in Deutschland liegt bei rund 80 bis 90%) seit Jahren entwickelt. Bereits im Jahr 2017 wolle man automated cars auf die Straßen schicken. Larry Page räumte ein, dass ein selbstfahrendes Auto seine persönliche Obsession seit 18 Jahren sei. Vom Google-Plan aufgeschreckt arbeiten seit zwei Jahren auch nahezu alle deutschen Automobil-Hersteller, aber auch Universitäten, wie die Technische Universität Karlsruhe, an selbstfahrenden intelligenten Autos.

Google ist überzeugt, wonach selbstfahrende Autos mit einer intelligenten Technik viele Unfälle verhindern könnten und damit Menschenleben gerettet werden könnten und schwere lebenslange Verletzungen verhindert werden könnten. "Jedes Jahr werden 20 Millionen Menschen durch Autounfälle verletzt", sagte Page. Gleichzeitig seien Autounfälle "der größte Grund für die Sterblichkeit von unter 35-Jährigen".

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