8500 Mitarbeiter verlieren bei UniCredit, Hypovereinsbank, Bank Austria nach 14 Mrd. Verlust ihren Arbeitsplatz

Das Minus möchte die Großbank auch mit Stellenabbau und Massenentlassungen beantworten: 8.500 Jobs sollen wegfallen, darunter 1.500 in Deutschland bei der deutschen UniCredit-Tochter Hypovereinsbank sowie weitere 800 Arbeitsplätze in Österreich bei der Bank Austria.

Unicredit in der Krise: Jetzt kommt der große Umbau.

Die italienische Großbank UniCredit, Eigner der deutschen Hypovereinsbank (HVB) sowie der österreichischen Bank Austria, schockiert die Finanzmärkte mit einem gigantischen Minus, einem Nettoverlust, von rund 14 Milliarden Euro im nun bilanzierten Gesamtgeschäftsjahr 2013.

Unicredit rechtfertigt das enorme Minus in Höhe von rund 14 Milliarden Euro unter anderem mit Abschreibungen auf Goodwill und zusätzlichen Forderungen, die man habe begleichen müssen. Ursprünglich waren Schätzungen davon ausgegangen, wonach die UniCredit-Bank im Jahr 2013 einen Gewinn von 400 Millionen Euro hätte erreichen können, nach einem Gewinn von 865 Millionen Euro im Jahr 2012.

Insgesamt weist die UniCredit im Jahr 2013 einen Umsatz von 24 Milliarden Euro aus (-4,1%). Doch trotz des hohen Verlusts, plant UniCredit eine Dividende von 10 Cent pro Aktie.

Um ihren hohen Nettoverlust in den Griff zu bekommen, plant die italienische Großbank UniCredit nun die Anzahl der Mitarbeiter deutlich zu reduzieren - und zwar durch Stellenstreichungen im Umfang von 8.500 Arbeitsplätzen. Diese hohe Anzahl dürfte wohl ohne Massenentlassungen nicht möglich sein.

Von den 8.500 Stellen, die gestrichen werden sollen, sollen insgesamt 5.700 Arbeitsplätze in Italien abgebaut werden und zwar bis zum Jahr 2018. Außerdem sind 1.500 Stellen in Deutschland betroffen bei der Hypovereinsbank und 800 bis 900 in Österreich bei der Bank Austria (auf dann 10.000 Arbeitsplätze). Allerdings waren die 1.500 Stellen, die in Deutschland abgebaut werden sollen, bereits Ende Januar 2014 bekannt geworden, ebenso, wonach die Massenentlassungen wohl auch mit der Streichung der Hälfte der Hypovereinsbank-Filialen einhergehen solle. Bislang gibt es noch rund 584 Filialen der Hypovereinsbank. Im Jahr 2012 waren bei der Hypovereinsbank rund 16.700 Mitarbeiter beschäftigt, darunter waren rund 17% über 50 Jahre alt.

Angesichts des drastischen Personalabbaus bei der Unicredit und der deutschen Tochter Hypovereinsbank, erklärte UniCredit-CEO Federico Ghizzoni, man wolle die Arbeitsplätze nach Rücksprache mit den Gewerkschaften "mit den üblichen Stoßdämpfern" abbauen. Hierzu gehöre beispielsweise, sofern umsetzbar, Mitarbeitern auch Vorruhestandsregelungen anzubieten. "Allerdings scheint kaum glaubhaft, dass die sehr hohe Anzahl betroffener abzubauender Jobs tatsächlich auch nur annäherungsweise überwiegend über eine Vorruhestandslösung geregelt werden kann", erklärt ein Mitarbeiter der Hypovereinsbank gegenüber netz-trends.

Doch trotz des hohen ausgewiesenen Verlustes im Jahr 2013 möchte die UniCredit bereits das Jahr 2014 wieder mit deutlichem Nettogewinn abschließen - und zwar mit 2 Milliarden Dollar. Allerdings scheint man dieses Ziel nur erreichen zu können, bei gleichzeitiger deutlicher Senkung der Kosten - und zwar in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig, teilte UniCredit mit, wolle man im Jahr 2014 insgesamt 4,5 Milliarden Euro investieren.

Bekannt ist bislang, wonach UniCredit vor allem "in Wachstumsmärkte" investieren wolle - vor allem in die internationale "geografische Präsenz". Doch das kollidiert beispielsweise in Deutschland mit der bekannt gewordenen Schließung sehr vieler Filialen der Tochter HypoVereinsbank.

Bekannt wurde nun auch, wonach die UniCredit sich von einer ukrainischen Tochtergesellschaft trennen wolle, welche bislang mit einem negativen Einfluss von 600 Millionen Euro in der Bilanz stehe.

Trotz der nicht gerade rosigen Aussichten, teilte UniCredit CEO Federico Ghizzoni auch mit, er blicke auf das Jahr 2013 zurück, als "das Jahr des Wandels". Gleichzeitig wolle die europaweit aktive italienische Großbank aber die Kreditversorgung weiter erhöhen und damit für eine "Unterstützung der Realwirtschaft in Italien und Europa" sorgen. Hilfreich sei dabei die "solide Kapitalbasis" der UniCredit Bank. Hier sehe man sich mit den CET1-Kennziffern "weit über den Anforderungen von Basel 3". Insgesamt beschäftigt Unicredit 156.354 Mitarbeiter (Stand: 2012). Lag der Gewinn je Mitarbeiter 2005 noch bei 18.585 Euro, sank dieser bis 2012 auf 5.531,68 Euro. Dennoch stieg gleichzeitig die Marktkapitalisierung von 5,976 Mrd. Euro im Jahr 2005 auf 21,525 Mrd. Euro im Jahr 2012 (Quelle: börse.de).

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