Big Data: IBM baut Watson Supercomputer mit künstlicher Intelligenz

Konkret teilte IBM nun mit, wonach man weitere über 1 Milliarde Dollar in die Watson Group investiere. Dabei handele es sich um eine 2.000-Mitarbeiter-Abteilung, welche im IBM-eigenen Gebäude im East Village von New York City untergebracht ist.
Mit der 1 Milliarde Dollar möchte IBM im Rahmen seines Watson-Projektes auch Start-Ups fördern, die helfen, den Traum (oder Alptraum, je nach Sichtweise) von künstlicher Intelligenz endlich umfangreicher als bislang Wirklichkeit werden zu lassen.

Foto: iBM, ibmphoto24, flickr
Watson soll beispielsweise zur effektiveren Behandlung von Krebs eingesetzt werden.

IBM teilte nun mit, wonach der IT-Gigant an Watson weiter arbeite. Dabei handele es sich um einen Supercomputer mit künstlicher Intelligenz, welcher von Minute zu Minute hinzulernen könne und Fragen beantworten könne. Es sei eines der größten Big Data Projekte von IBM.

Für Watson geht IBM nun eine Partnerschaft mit der im Jahr 1968 gegründeten DBS Bank aus Singapur ein. Nach eigenen Angaben ist die DBS eine der großen asiatischen Finanzgruppen. Ihre Finanzstärke wird derzeit nach Auskunft der Bank mit den Ratings "AA-" sowie "Aa1" gewichtet. DBS ist mit 19.000 Mitarbeitern in 16 Ländern aktiv - überwiegend in Asien. Ihre Geschäftstätigkeit erstrecke sich auf 250 Branchen in 50 Städten. Insgesamt verfüge DBS nach eigenen Angaben über 4 Millionen Kunden.

Wie konkret die Zusammenarbeit zwischen IBM und der DBS Bank nun aussehen wird, ist noch nicht klar. Bislang heißt es, wonach die DBS Bank im Finanzbereich (persönliche Anlageberatung) sowie in der Forschung helfen wolle.

Bereits jetzt wird das Computerprogramm Watson eingesetzt - unter anderem in zwei der amerikanischen Top-Kliniken. Hierzu zählen zum Beispiel das Memorial Sloan-Kettering Cancer Center sowie die Cleveland Clinic.

In beiden medizinischen Einrichtungen geht es um die Behandlung und Bekämpfung der Krankheit Krebs. IBM strebt an, wonach der Supercomputer Watson sehr zeitnah, möglicherweise noch im Jahr 2014, eine individuell Versorgung von Patienten zur Verfügung stellen kann. IBMs umtriebige Vorstandschefin, Virginia Rometty, teilte mit, sie wolle mit Watson helfen, "das Gesicht der Gesundheit zu ändern". Man leite jetzt, so Rometty, eine "neue Ära der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine" ein.

Watson wird derzeit mit tausenden Büchern und Artikeln gefüttert. Das Ziel ist, dass der Supercomputer Watson eines Tages so schlau ist, diese Artikel nicht nur abzuspeichern, sondern blitzschnell beispielsweise bei Krankheitssymptomen die richtige und perfekte medizinische Behandlung für den Menschen zu entwickeln.

Watson soll als Computer denken, richtige künstliche Intelligenz entwickeln. Beispiel: Während Ärzte und Patienten sich manchmal Wochen oder Monate damit herum quälen, zu entscheiden, ob es für einen Krebspatienten besser ist, die körperlich und psychisch sehr stark belastende Chemotherapie anzufangen, geht IBM davon aus, dass Watson innerhalb weniger Sekunden oder Minuten die richtige Behandlungsoption individuell auf Grund des umfangreich gespeicherten und intellektuell verarbeiteten Wissens wird heraussuchen können.

Doch die medizinische Vision für Watson ist nur eine von zahlreichen anderen, die IBM hat. Beispielswiese kann sich IBM auch vorstellen, dass Watson in gar nicht allzu ferner Zukunft auch normalen Verbrauchern weltweit wird helfen können, richtige Entscheidungen zu fällen. Denn nach wie vor gilt: Unfälle und selbst Krankheiten passieren im Leben nicht selten schlicht auf Grund von Fehlentscheidungen des Menschen.

Weitere Anwendungen von Watson sind zum Beispiel Watson cloud service am IBM Research Headquarter in Yorktown Heights, in New York. Dabei solle der Fokus vor allem auch auf den Bereichen R&D und Kommerzialisierung von Software, Services oder Apps liegen. Das Zentrum liegt also im Big Data. Von den 1 Milliarde Dollar sollen rund 100 Millionen Dollar in "venture investments to support an ecosystem of entrepreneurs developing Watson-powered apps" fließen, teilte IBM mit.

Der entscheidende Unterschied zwischen Watson und sonstigen Computern, auch Computernetz-Werken und Datenkranken wie Google, Bing oder Yahoo, wird sein, dass Watson eben nicht nur auf eine Frage Ergebnisse präsentiert, die der Mensch dann aber selber intellektuell bewerten muss, sondern dass Watson das Denken und Entscheiden übernehmen soll.

Watson agiert dabei so ähnlich wie ein Schachcomputer, nur eben noch komplexer und anspruchsvoller, da die Dimensionen von Watson deutlich vielfältiger sein sollen. Denn Intelligenz macht nicht nur die Fähigkeit aus, Platzhalter auf einem immer gleichen Schachbrett zu berechnen, sondern vieles mehr.

Watson könnte zum Beispiel ein perfekter Einkaufsberater sein: Kennt er die Krankheitsgeschichte oder die Vorlieben von Menschen, auch ihre persönliche Natur (blonder Mitteleuropäer oder Farbiger aus Namibia), könnte er viel schneller die richtige Campingausrüstung beim Online-Shopping oder stationären Einkauf heraussuchen, als wenn das der Mensch täte.

Auch könnte ein Supercomputer wie Watson viel besser berechnen, welches Auto mit wie viel PS und welchen Fahreigenschaften zu einem Individuum passt, als das dies die Eltern, der Fahrlehrer oder man selber entscheiden könnte.

IBM geht davon aus, wonach der Supercomputer Watson alleine bis zum Jahr 2015 die Umsätze in der Sparte "business analytics" von 16 auf 20 Milliarden US-Dollar steigern könnte. Damit ließen sich die Entwicklungskosten wohl leicht wieder hereinholen. Schon jetzt sagt IBM: "Watson is open for business. Say hi to Silicon Alley’s newest techie."

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