Versicherer Debeka kaufte keine potentiellen Kundendaten von Behörden

"Jeder vierte Privatpatient" in Deutschland sei bei der Debeka versichert, schreibt das Handelsblatt. Vorstandschef der Debeka ist Uwe Laue, der gleichzeitig Präsident des einflussreichen Verbands der privaten Krankenversicherungen ist. Doch die schönen Eckpunkte scheinen nun etwas Kratzer zu bekommen. Angeblich könne es sein, schreibt das Handelsblatt, wonach die Debeka in einen Bestechungs-Skandal verwickelt sein könnte. Man habe, führt die Wirtschaftszeitung weiter aus, interne Unterlagen, welche belegten, "dass Debeka-Mitarbeiter über Jahre hinweg Adressen von Personen kauften, die kurz vor ihrer Verbeamtung standen".

Foto: Debeka
Die Debeka-Hauptzentrale.

Das Handelsblatt berichtet in der Wochenendausgabe (vom 1. bis 3. November) in einem umfangreichen Artikel auf Seite Eins von einem möglichen neuen und angeblichen Versicherungsskandal. Konkret gehe es um die Debeka, eine der größten deutschen Versicherungen für privat Krankenversicherte.

Mit dem angeblichen und derzeit noch spekulierten Kauf von Adressen könne es sein, schreibt das Handelsblatt weiter, wonach sich Debeka-Mitarbeiter möglicherweise "einen starken Wettbewerbsvorteil" verschafft hätten. Grund hierfür sei, dass es den Debeka-Mitarbeitern schneller als den Konkurrenten möglich gewesen wäre, "Beamte auf eine Versicherung anzusprechen, kaum dass diese selbst von ihrer Verbeamtung erfahren hatten".

Das Handelsblatt sagt, wonach man Eidesstattliche Versicherungen habe, welche diese Aussagen untermauerten. Eidesstaatliche Versicherungen sind strafrechtlich relevant für jene Menschen, die eine EV abgeben, diese sich später aber als falsch herausstellen sollte.

Dennoch scheint noch nicht ausgemacht zu sein, wie es denn nun abgelaufen sein könnte. Jedenfalls schreibt das Handelsblatt auch, wonach "öffentliche Stellen... die Möglichkeit, aus den Behörden legal Adressen von angehenden Beamten kaufen zu können", scharf zurückgewiesen hätten. In Behörden, heißt es weiter, sei es gar nicht erlaubt, Daten weiter zu verkaufen.

Zusätzlich zitiert das Handelsblatt aus einer Pressemitteilung der Debeka. Laut dieser bestätige Debeka-Vorstandschef Uwe Laue, dass "in den 1980er und 1990er Jahren Vertriebsmitarbeiter auf eigene Rechnung Adressen potentieller Kunden erworben" hätten. Diese Adressen seien "zwischen Mitarbeitern weiter verteilt" worden. Jedoch lege Debeka Wert darauf, dass das Unternehmen selber nie Adressen aufgekauft habe. Gleichwohl räume man selbstkritisch ein, wonach "die damalige Führungsmannschaft" mangelnde Sensibilität im Umgang mit solch datenschutzrechtlich relevanten Themenfeldern, wie dem Kauf von potentiellen Kundendaten, aufgewiesen habe.

Nach eigenen Angaben gehöre die "Die Debeka-Gruppe... mit ihrem vielfältigen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsangebot zu den Top Ten der Versicherungs- und Bausparbranche". Dabei biete man "Versicherungsschutz für sämtliche private Haushalte".

Die Debeka wurde im Jahr 1905 gegründet. Sie sei unabhängig und müsse "keine Rücksicht auf Interessen von beherrschenden Unternehmen oder Kapitalgebern nehmen", schreibt der Versicherungskonzern. Weiter heißt es auf der Homepage von Debeka, wonach "die beiden größten und ältesten Unternehmen der Gruppe – die Kranken- und die Lebensversicherung" in der Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG) geführt würden. Dieses bedeute eine große Unabhängigkeit gegenüber den Kunden.

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