HealthCare.gov mit 8,1 Mio. Nutzern an zwei Tagen

So heißt es auf der Webseite healtcare.cov beispielsweise: "Sie haben das Recht, Hilfe und Informationen kostenlos in Ihrer eigenen Sprache in Anspruch zu nehmen. Um mit einem Dolmetscher für die deutsche Sprache über den 'Health Insurance Marketplace' zu sprechen, rufen Sie bitte diese Nummer an: 1-800-318-2596". Unter 150 zur Verfügung stehenden Sprachen sind die wichtigsten, für welche Dolmetscher in der Hotline oder den Chat-Rooms zur Verfügung: chinese, french, french creole, german, gujarati, hindi, korean, polish, portuguese, russian, spanish, tagalog und vietnamese. So schreibt die US-Regierung: "Consumers can participate in online web chats or speak with trained customer service representatives, with translation services available in 150 languages."

Foto: Screenshot Department of Health and Human Services (HHS)
Die Bundesgesundheitsministerin der USA, Kathleen Sebelius.

Der Streit um die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama (Demokraten) mit den Republikanern beinhaltet zentral die Ausgaben für die neue staatlich subventionierte Krankenversicherung Obamacare (health insurance). Seit Anfang Oktober nun ist die neue Regierungswebseite Healthcare.gov in den USA online. Auf dem "Health Insurance Marketplace" können Bürger nach einer günstigen staatlich subventionierten Krankenversicherung im Rahmen von Obamacare recherchieren. Einmalig ist, dass die Obama-Regierung sogar jedem Bürger garantiert, er könne in 150 Sprachen kostenlose Hotline-Hilfe von einem Dolmetscher anfordern - auch in Deutsch.

Ursprünglich war die Webseite HealthCare.gov für zeitgleich 50.000 Nutzer gedacht. Doch zur Eröffnung Anfang Oktober 2013 waren zeitgleich bis zu 250.000 Nutzer online. Von den phänomenal hohen Zugriffsraten auf HealthCare.gov berichtet nun der oberste Regierungs-Verantwortliche für HealthCare.gov, U.S. Chief Technology Officer Todd Park, gegenüber der überregionalen amerikanischen Tageszeitung USA Today (Ausgabe vom 8. Oktober 2013, S. 1).

Die neue günstige Krankenversicherung, Obamacare genannt, richtet sich an circa 30 Millionen Amerikaner, die bislang gar nicht krankenversichert waren und im Krankheitsfall sich nicht ärztlich behandeln lassen konnten. Gayl, eine Kanadierin aus Montreal sagt dazu: "In den USA hieß es bislang: Wer keine Krankenversicherung hat, der muss eben zur Not auf der Straße sterben". Erst seit dem "Affordable Care Act" - so die offizielle Bezeichnung der Gesundheitsreform der USA - hat sich das nun geändert.

Alleine am Donnerstag den 3. Oktober 2013 sowie am Freitag den 4. Oktober 2013 - also den beiden Eröffnungstagen - besuchten über 8,1 Millionen Verbraucher die neue Krankenversicherungs-Webseite der US-Regierung, HealthCare.gov, schreibt USA Today. Die Hoffnung der US-Regierung ist es, dass über 7 Millionen Bürger die Chance nun ergreifen und eine günstige staatlich geförderte Krankenversicherung über die neue Webseite abschließen.

Auf der neuen Webseite HealthCare.gov können die Verbraucher sich eigene Konten einrichten und Versicherung abschließen. Neben dem "Affordable Care Act" - der sich vor allem an Mittelklasse-Familien und Arbeiter-Familien wendet - können sich arme Bürger in den USA auf das "Medicaid program for low-income families" berufen, um eine günstige Krankenversicherung abzuschließen. Das Ziel der US-Regierung ist jedenfalls klar: In den USA soll niemand mehr ohne Krankenversicherung im Krankheitsfall vor sich hin vegetieren. Dieses hatte man in Deutschland schon vor über 130 Jahren im Rahmen der Bismarck’schen Sozialgesetzgebung erfolgreich und umfangreich hinbekommen.

Verantwortlich für die Umsetzung der Krankenversicherungs-Reform in den USA ist die Bundesgesundheitsministerin Kathleen Sebelius (Foto). Ihr Titel lautet offizielle "21st Secretary of the Department of Health and Human Services (HHS)". Doch trotz Sebelius Erfolge mit der Krankenversicherungs-Webseite HealthCare.gov wird auch Kritik laut: So brach die Seite teilweise auf Grund des Besucheransturms zusammen und funktioniert deshalb auch eine Woche nach Inbetriebnahme immer noch nicht einwandfrei. Blogger schwanken zwischen Jubel ("nutzerfreundlich, simpel") und Beschimpfungen ("selten so eine schlechte Seite gesehen").

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