Anleger sollten dennoch vorsichtig sein US Börse schießt durch die Decke / Sehr gute Entwicklung von Microsoft, Pfitzer, Bank of America, Intel, Micron

Während die Eurokrise die Europäer in Atem hält und auch die US-Wirtschaft alles andere ist, als das, was man nachhaltig gesund nennt, knallen die Aktienkurse an den US Börsen durch die Decke. An den "U.S. stocks" ist ein neues Rekordhoch erreicht.

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Trotz Höhenflüge an den US-Börsen: Kein Grund zur Sonnenblumenlaune. Anleger sollten vorsichtig sein - besonders Privatanleger.

Die US-Börsen kennen derzeit nur eine Richtung: Nach oben. Der wichtige amerikanische Börsenindex S&P 500 index erreichte einen historisch hohen Wert und die NASDAQ ist auf dem höchsten Stand seit 2001 - also seit 12 Jahren. So steht der Dow Jones derzeit bei 14,802.24 Punkten, was einem Plus gegenüber dem Vortag von weiteren 0.9% Prozent entspricht. Ähnlich sieht es beim S&P 500 aus. Er liegt aktuell bei 1,587.73 Indexpunkten.

Dennoch sollte man sich von diesen Höhen nicht zu sehr blenden lassen. Denn schon einmal - im Jahr 2007 - erreichte gerade der S&P 500 einen seiner höchsten Werte in der Geschichte. Kurz darauf - im Jahr 2008 - musste in den USA ein 800 Mrd. US-Dollar-Rettungspaket für die Banken aufgelegt werden (Lehman Brothers Pleite). Lehman Brothers Inc. hatte am 15. September 2008 Insolvenz anmelden müssen - als Folge eines drastischen Missmanagements, was die Finanzkrise in den USA aber auch weltweit mit auslöste. Lehman Brothers gehörte bis dahin mit fast 30.000 Mitarbeitern zu den größten Banken weltweit.

Ein wichtiger Grund für die derzeitigen Höhenflüge an den US-Börsen ist, dass die Federal Reserve, also die amerikanische Zentralbank (das Pendant zur Deutschen Bundesbank oder zur Europäischen Zentralbank) - über sein " Federal Open Market Committee", bekannt als FOMC, eine optimistische Zukunftsprognose auch für das QE3 abgegeben hat. Man rechne mindestens bis ins späte erste Halbjahr 2013 mit einer guten wirtschaftlichen Entwicklung in den USA hatte das Komitee mitgeteilt.

Besonders im S&P 500 index gelten die Bereiche "green territory", "healthcare" (Gesundheitsvorsorge, Medizin) und "tech stocks" (Technik, Digital Business) als Wachstumstreiber. Dennoch stehen nicht alle US-Gesundheitsunternehmen gut da. So hatte erst kürzlich einer der größten amerikanischen Krankenhausbetreiber, die "Health Management Associates Inc." mitgeteilt, wonach man mit einem nicht guten ersten Quartal 2013 rechne und auch für das Gesamtjahr nicht von einer wesentlich positiveren Prognose ausgehe. Einer der Gründe liege darin, dass viele Patienten Probleme hätten, die (hohen) Rechnungen zu bezahlen.

Market Movers - diese Unternehmen entwickeln sich an der Börse gut

Als "Market Movers" werden derzeit die "Bank of America Corp" gesehen, die Microsoft Corp, die Intel Corp, Micron Technology In und Pfizer Inc.

Zur guten Börsenlaune der amerikanischen und wahrscheinlich auch weltweiten Anleger in den USA trägt wohl auch bei, dass es Italien trotz seiner hohen Verschuldung und faktischen gegenwärtigen Unregierbarkeit, gelungen ist, neue Bonds - also Schuldpapiere (Staatsanleihen) zu verkaufen und neues Geld in die Staatskasse geflossen ist.

Italian borrowing costs declined at an auction of 11 billion euros ($14.4 billion) of Treasury bills as the Bank of Japan (8301)’s unprecedented stimulus pushes investors to search for higher returns in Europe.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg teilte mit, wonach Italien Staatspapiere als "one-year bills" im Wert von 8 Mrd. Euro verkauft habe - zu einem recht niedrigen garantierten Zinssatz von 0,922 Prozent. Dabei sei die Nachfrage sogar um 1,64 Mal höher gewesen, als das Angebot. Außerdem habe das italienische Finanzministerium weitere 3 Mrd. Euro durch den Verkauf von Schuldpapieren einnehmen können - und zwar mittels 91-Tage-Schuldpapieren ("91-day bills" bzw. "three- month debt"). Hier habe man sogar lediglich einen Zinssatz von 0,243 Prozent gewähren müssen. Auch hier sei die Nachfrage um 1,9 Mal höher gewesen als das Angebot.

Ebenfalls positiv fällt an den US-Finanzmärkten auf, dass China gegenüber den USA in ein Handelsdefizit gerutscht ist ("trade deficit"), obwohl die Importe in die USA eigentlich gestiegen waren.