Tegernsee Verstorben: Metro-Gründer und Milliardär Otto Beisheim hat sich mit 89 Jahren angeblich umgebracht / schwere Krankheit

Einer der erfolgreichsten deutschen Unternehmer, Otto Beisheim, ist tot. Medien-Gerüchten zu Folge habe er sich in Rottach-Egern am Tegernsee in seinem Haus das Leben genommen. Als Grund wird eine unheilbare Krankheit angegeben, welcher er nicht länger bereit war sich auszusetzen. Beisheim wurde dennoch stolze 89 Jahre alt. Mit Beisheim geht eines der ganz großen Nachkriegs-Genies der Unternehmerzunft. Er hatte mit Metro das Cash-und-carry-Prinzip (C&C) nach Deutschland gebracht und gilt als Multi-Milliardär. In seinen Metro-Märkten war schon in den 60er Jahren bis 21 Uhr geöffnet.

Legendär ist Beisheims Versuch, einer Schule am bayerischen Tegernsee eine zwölf Millionen Euro Spende zukommen zu lassen, wenn das Gymnasium sich im Gegenzug "Otto Beisheim Gymnasium" genannt hätte. Was in den USA umgehend passiert wäre, sorgte unter den bayerischen Schul-Pädagogen nur für verschnupftes Naserümpfen. Man lehnte ab und munkelte über Beisheims angebliche dunkle Nazi-Vergangenheit im Dritten Reich. Da half es auch nichts, dass die Schüler hinterher erbost stundenlang gegen die eigene Lehrerschaft öffentlich protestierten. Beisheim zog seine Spendenankündigung für die Schule zurück.

Das Aktienpaket von Beisheim an Metro umfasst rund zehn Prozent und hat einen Gegenwert von knapp 800 Mio. Euro. Hinzukommen weitere zahlreiche Aktienpakete an anderen Unternehmen. Otto Beisheim gilt als einer der reichsten 2.000 Männer auf diesem Globus. Er war am 3. Januar 1924 in Vossnacken bei Langenberg in der Nähe von Essen geboren worden. Beisheims Vater war Gutsverwalter und arbeitete in der Friedrich-Wilhelm-Hütte.

Was bleibt nun nach dem tragischen Tod vom großen Otto Beisheim? Die Erinnerung an einen unglaublich talentierten und ehrgeizigen, aber nie machtbesessenen deutschen Unternehmer. Die Erinnerung an einen großzügigen Stifter. Aber auch das bleibt: Die Erinnerung an einen Mann über den obskure Gerüchte kursieren rund um seine angebliche Mitgliedschaft in einem Golfclub in Florida oder seine angebliche Mitgliedschaft in der SS.

Es bleibt auch der jahrelange Zwist mit den beiden Metro-Mitgesellschafterfamilien und Großaktionären Haniel und Schmidt-Ruthenbeck (mit letzterer hatte er 1964 den ersten Metro-Markt eröffnet). Außerdem verdanken die Berliner ihm das Otto Beisheim Center (BC) in dem das Ritz-Carlton Hotel direkt am Potsdamer Platz untergebracht ist. Dort im obersten Stock hatte Beisheim auch seine Berliner Luxuswohnung. Das Beisheim-Center hatte er für rund 450 Mio. Euro hochgezogen.

Weitere große Denkmäler von Otto Beisheim: Die Otto Beisheim School of Management (WHU) in Koblenz, deren Gründung er in den 90er Jahren mit rund 25 Mio. Euro (50 Mio. Deutsche Mark) gefördert und ermöglicht hatte. Das Beisheim-Vermögen wird künftig, wie bislang, von der Prof. Otto Beisheim-Stiftung im schweizerischen Baar sowie der Prof. Otto Beisheim Stiftung in München verwaltet. An die beiden Stiftungen sollen angeblich fast alle Vermögenswerte überschrieben werden. Beisheim folgt mit seinem Tod seiner langjährigen Ehefrau, welche erst vor einigen Jahren gestorben war. Zudem hinterlässt Beisheim möglicherweise eine Lebensgefährtin, mit der er die letzten Jahre seines Lebens verbracht haben soll.