Unister: Ralph Michaelsen verlässt Reiseunternehmen, AIDA-Manager Jörg Eichler kommt

Knapp vier Jahre war Ralph Michaelsen im Leipziger Internetunternehmen Unister als Director Travel & Tourism verantwortlich für die touristischen Geschäfte, also für Portale wie ab-in-den-urlaub.de oder reisen.de. Jetzt verlässt er das Unternehmen zum 30. Juni 2012. Unister gehört zu den großen und seit Jahren erfolgreichen Online-Reisevermittlern in Deutschland - mit über 10 Mio. Nutzern im Monat.

Unister.
Nach knapp vier Jahren verlässt Ralph Michaelsen Unister. AIDA-Manager Jörg Eichler kommt.

Zu Michaelsen Abgang sagt Unister-Geschäftsführer Thomas Wagner, 33, der Manager habe bei Unister seine "komplexen Aufgaben im Reisemanagement hervorragend" erfüllt. Besonders lobt Unister-Gründer Wagner, dass es Michaelsen gelungen sei, "in einem sich rasant verändernden Wettbewerbsumfeld das Wachstum der Reiseportale von Unister national wie international profitabel und nachhaltig deutlich zu forcieren". Das gelte auch für Reise-Dealportale wie ab-in-den-urlaub-deals.de.

Michaelsen selbst, der vor Unister unter anderem Geschäftsführer beim Reiseveranstalter Altours war, ergänzte, er sei "stolz bei Unister mitgearbeitet" zu haben und seinen "Beitrag zum Wachstum eingebracht zu haben". Unister, so der Touristikmanager, gehöre europaweit zu den "erfolgreichsten europäischen eCommerce Unternehmen der Touristik".

Zum Nachfolger von Michaelsen bestellt Wagner zum 1. Juli Jörg Eichler. Er wird in einer neu zu gegründeten Gesellschaft von Unister die Koordination des Touristik-Geschäfts von Unister übernehmen. In seiner vergangenen Position verantwortete Eichler als Geschäftsführer Marketing & Vertrieb das Geschäft bei AIDA Cruises. Darüber hinaus arbeitete er als Direktor Vertrieb bei TUI Deutschland.

Unister-Portale

Obgleich Unister immer mal wieder kritisch von Konkurrenten oder Fachmedien kommentiert wird, wurden diverse Portale des Unternehmens für seine Verbrauchernähe mit dem unabhängigen Empfehlungs-Stempel von "verbraucherschutz.de" ausgezeichnet - unter anderem geld.de oder fluege.de. Zwar hatte die Verbraucherzentrale versucht, den Empfehlungsstempel "verbraucherschutz.de" generell gerichtlich verbieten zu lassen, scheiterte aber vor dem Landgericht.

verbraucherschutz.de ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, welcher neben dem Reisemarkt in zahlreichen Marktsegmenten Verbrauchern ein kritisches Forum bietet - beispielsweise auch im Markt von dubiosen Gewinnspielfirmen, dem umstrittenen Deutschen Videoring oder dubiosen Kreditfirmen. Tausende Verbraucher haben auf verbraucherschutz.de Diskussionsbeiträge zu in Rubriken unterteilten Bereichen hinterlassen.

Trotzdem hatte die staatlich geförderte Verbraucherzentrale versucht, verbraucherschutz.de den Empfehlungsstempel für verbrauchernahe Unternehmen gerichtlich zu verbieten. Das ist aber kein Einzelfall: Immer mal wieder versucht die Verbraucherzentrale andere freie Verbraucherschutz-Organisationen mit Gerichtsprozessen, die leicht an die 20.000 Euro kosten können, aus dem Markt zu drängen. Dabei spiele sie nach Berichten von Marktbeobachtern ihre große finanzielle Überlegenheit aus. Denn für viele freie Verbraucherorganisationen sind teure Gerichtsprozesse leicht ruinös. Deshalb steht die Verbraucherzentrale zunehmend in der Kritik.