Das Wichtigste in Kürze

  • Männer werden in der Europäischen Union (EU) 2,0-mal so häufig Opfer eines Tötungsdelikts wie Frauen (1,21 gegenüber 0,60 je 100.000 Einwohner der jeweiligen Gruppe); in Deutschland sind laut einer Statista-Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) rund 70 Prozent aller Opfer von Gewaltkriminalität männlich.
  • Frauen werden in der EU 8,8-mal so häufig Opfer einer Vergewaltigung und 5,5-mal so häufig Opfer sexueller Übergriffe wie Männer; bei Tötungen durch Partner oder Familie sind zwei Drittel der Opfer Frauen.
  • Bezogen auf die Bevölkerung bleiben die Anteile klein: In Deutschland wurden 2024 0,44 Prozent der Frauen und 0,19 Prozent der Männer als Opfer häuslicher Gewalt registriert, auf die Gesamtbevölkerung bezogen sind das 2,2 beziehungsweise 0,9 Promille (je 1.000 Menschen). 197.347 Tatverdächtige (Personen, gegen die die Polizei ermittelt hat) wegen Gewaltkriminalität entsprechen 0,24 Prozent der Bevölkerung – mehr als 99 Prozent sind weder Opfer noch tatverdächtig.

In der politischen Debatte steht Gewalt gegen Frauen im Vordergrund, meist belegt mit Befragungen. Die Polizeistatistiken – also die Zahl der tatsächlich angezeigten und polizeilich bearbeiteten Fälle – zeigen ein zweigeteiltes Bild, in dem beide Geschlechter Opfer sind – nur bei unterschiedlichen Delikten: Männer werden häufiger Opfer von Tötungsdelikten und Gewaltkriminalität insgesamt, Frauen sehr viel häufiger Opfer sexueller und häuslicher Gewalt. NETZ-TRENDS hat die Opferzahlen nach Geschlecht aus der Kriminalstatistik von Eurostat, dem Statistikamt der Europäischen Union (EU), für 2024 mit den nationalen Lagebildern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeführt – Quelle: Eurostat-Kriminalstatistik.

Bei Sexualdelikten liegt der Frauenanteil bei bis zu 98 Prozent

Eurostat erfasst das Geschlecht der Opfer nur für vorsätzliche Tötung, Vergewaltigung und sonstige sexuelle Übergriffe; für Körperverletzung oder häusliche Gewalt gibt es auf EU-Ebene keine geschlechtsspezifischen Zahlen. Ein amtlicher Gesamtwert für die EU existiert auch dafür nicht: Die EU-Werte in der Tabelle sind die Summe der 20 bis 24 Mitgliedstaaten, die 2024 gemeldet haben – Belgien fehlt durchgehend, Italien bei den Sexualdelikten. Alle Raten sind je 100.000 Einwohner der jeweiligen Geschlechtergruppe angegeben, damit Länder unterschiedlicher Größe vergleichbar werden.

Opfer 2024, je 100.000 der Geschlechtergruppe EU Deutschland Österreich Schweiz
Tötungsdelikte – weibliche Opfer 0,60 0,80 0,93 0,51
Tötungsdelikte – männliche Opfer 1,21 1,07 1,04 0,49
Anteil an den Opfern: weiblich / männlich 34 % / 66 % 43 % / 57 % 48 % / 52 % 51 % / 49 %
Vergewaltigung – weibliche Opfer 42,4 31,8 47,7 22,8
Vergewaltigung – männliche Opfer 4,8 2,6 5,1 0,4
Anteil an den Opfern: weiblich / männlich 90 % / 10 % 93 % / 7 % 91 % / 9 % 98 % / 2 %
Sexuelle Übergriffe – weibliche Opfer 66,7 86,7 60,3 13,6
Sexuelle Übergriffe – männliche Opfer 12,2 15,9 8,4 2,7
Anteil an den Opfern: weiblich / männlich 85 % / 15 % 85 % / 15 % 88 % / 12 % 84 % / 16 %
Quelle: Eurostat, Datensatz crim_hom_soff (Opfer nach Geschlecht, 2024) und demo_pjan (Bevölkerung 1.1.2024), Abruf 2. September 2026. EU = Summe der meldenden Mitgliedstaaten (Tötung 24, Vergewaltigung 22, sexuelle Übergriffe 20 Länder), bezogen auf deren Bevölkerung. Nationale Rechtsdefinitionen weichen voneinander ab.

Absolut waren das in den 22 meldenden EU-Staaten 81.416 weibliche und 8.885 männliche Vergewaltigungsopfer; dass drei Staaten null männliche Opfer melden, liegt an ihrer Rechtsdefinition.

Bei Tötungsdelikten sind Männer in der Mehrheit – außer im eigenen Zuhause

Bei Tötungsdelikten kehrt sich das Verhältnis um. In den 24 meldenden EU-Staaten starben 2024 nach der Eurostat-Tabelle 2.487 Männer und 1.296 Frauen durch vorsätzliche Tötung, in Deutschland 441 Männer und 338 Frauen. Anders ist es, sobald der Täter aus dem nahen Umfeld stammt: Bei Tötungen durch Partner oder Familienmitglieder lag der Frauenanteil laut Eurostat EU-weit bei 66 Prozent (Datenjahr 2023, 19 Länder), in Österreich bei 67 und in der Schweiz bei 73 Prozent.

Für Deutschland nennt das Bundeslagebild Häusliche Gewalt 2024 des Bundeskriminalamts (BKA, die zentrale Polizeibehörde des Bundes) 132 Frauen und 24 Männer, die durch ihre Partner getötet wurden, sowie 59 Frauen und 71 Männer durch andere Familienangehörige.

Häusliche Gewalt: Deutschland zählt 265.942 Opfer

Am dichtesten sind die deutschen Daten. Laut Pressemitteilung des Bundeskriminalamts (BKA) vom 21. November 2025 wurden 2024 in Deutschland 265.942 Opfer häuslicher Gewalt erfasst, so viele wie nie zuvor; 70,4 Prozent waren weiblich. Bei Partnerschaftsgewalt lag der Frauenanteil bei 80 Prozent, bei innerfamiliärer Gewalt bei 54,2 Prozent. Bezogen auf die Bevölkerung wurden damit rund 0,44 Prozent aller Frauen und 0,19 Prozent aller Männer binnen eines Jahres als Opfer häuslicher Gewalt registriert. Das österreichische Innenministerium weist für 2024 20.080 Anzeigen wegen Gewalt in der Privatsphäre aus, ohne Geschlechtsangabe; die Schweiz meldet laut Bericht des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) zur Kriminalstatistik 2024 26 häusliche Tötungsdelikte, darunter 17 Frauen und 2 Männer durch aktuelle oder frühere Partner.

Deutschland 2024, polizeilich erfasste Opfer weibliche Opfer männliche Opfer Anteil weibliche / männliche Opfer
Häusliche Gewalt gesamt 186.861 78.814 70,4 % / 29,6 %
davon Partnerschaftsgewalt rund 136.900 rund 34.200 80 % / 20 %
davon innerfamiliäre Gewalt rund 51.400 rund 43.500 54,2 % / 45,8 %
Tötung durch Partner 132 24 85 % / 15 %
Tötung durch Familienangehörige 59 71 45 % / 55 %
Gewaltkriminalität gesamt (laut Statista auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik) rund 78.600 rund 182.000 30 % / 70 %
Quelle: Bundeskriminalamt (BKA), Bundesministerium des Innern (BMI) und Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), Pressemitteilung zu den Bundeslagebildern 2024 vom 21. November 2025; Aufteilung der Partnerschafts- und Familiengewalt aus den dort genannten Prozentwerten errechnet. Letzte Zeile: Auswertung des Statistikportals Statista auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024.

Im Verhältnis: Wer ist wie viel häufiger betroffen?

Erst die Raten je 100.000 machen beide Seiten vergleichbar. Danach ist das Risiko, Opfer eines Tötungsdelikts zu werden, für Männer in der EU doppelt so hoch wie für Frauen; in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt es näher beieinander. Bei Vergewaltigung ist das Risiko für Frauen in der EU fast neunmal so hoch, bei sexuellen Übergriffen mehr als fünfmal. Und bei der Gewaltkriminalität insgesamt – der Summenschlüssel der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für Körperverletzung, Raub, Tötung und Sexualdelikte – sind in Deutschland nach der Statista-Auswertung rund 182.000 Männer und 78.600 Frauen als Opfer erfasst: Männer sind dort 2,4-mal so häufig betroffen, überwiegend durch Täter außerhalb der Familie.

Wer ist je 100.000 der eigenen Geschlechtergruppe häufiger Opfer? EU Deutschland Österreich Schweiz
Tötungsdelikte Männer 2,0-mal Männer 1,3-mal Männer 1,1-mal ausgeglichen (1,0)
Vergewaltigung Frauen 8,8-mal Frauen 12-mal Frauen 9,4-mal Frauen 57-mal
Sexuelle Übergriffe Frauen 5,5-mal Frauen 5,5-mal Frauen 7,2-mal Frauen 5,1-mal
Häusliche Gewalt (nur für Deutschland erfasst) k. A. Frauen 2,3-mal k. A. k. A.
Gewaltkriminalität gesamt (Deutschland, laut Statista auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik) k. A. Männer 2,4-mal k. A. k. A.
Quelle: eigene Berechnung NETZ-TRENDS aus den Opferraten je 100.000 (Eurostat crim_hom_soff und demo_pjan, 2024; Bundeslagebild Häusliche Gewalt 2024 des Bundeskriminalamts; Statista auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik). Lesebeispiel: In der EU werden Männer 2,0-mal so häufig Opfer eines Tötungsdelikts wie Frauen; Frauen werden 8,8-mal so häufig Opfer einer Vergewaltigung wie Männer.

Europäische Union und DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) im Vergleich: Über 99,9 Prozent werden in einem Jahr nicht Opfer

Die Verhältniszahlen dürfen nicht den Blick darauf verstellen, wie klein die Anteile an der Bevölkerung sind. Von 100.000 Frauen wurde 2024 in der DACH-Region weniger als eine zum Opfer eines Tötungsdelikts, von 100.000 Männern genau eine – 99.999 von 100.000 nicht. Selbst bei häuslicher Gewalt, dem in Deutschland am häufigsten registrierten Bereich, sind es 442 von 100.000 Frauen und 191 von 100.000 Männern; mehr als 99.500 von 100.000 tauchen in keiner Polizeiakte auf. Die DACH-Region (Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammengenommen) liegt bei Tötungsdelikten und Vergewaltigung unter dem Durchschnitt der meldenden EU-Staaten, bei sonstigen sexuellen Übergriffen darüber, was auch an der breiteren Erfassung in Deutschland liegen kann – dort zählt die Polizei mehr Tatbestände zu dieser Gruppe als etwa die Schweiz.

Opfer 2024 von 100.000 Frauen: EU von 100.000 Frauen: DACH von 100.000 Männern: EU von 100.000 Männern: DACH
Tötungsdelikte 0,6 0,8 1,2 1,0
Vergewaltigung 42 32 4,8 2,7
Sexuelle Übergriffe 67 78 12 14
Häusliche Gewalt (nur Deutschland erfasst) k. A. 442 k. A. 191
Gewaltkriminalität insgesamt (nur Deutschland, laut Statista) k. A. 186 k. A. 442
Lesebeispiel: Von 100.000 Frauen in der DACH-Region wurden 2024 32 als Opfer einer Vergewaltigung polizeilich erfasst, von 100.000 Männern 2,7 – die übrigen 99.968 beziehungsweise 99.997 nicht. Quelle: Eurostat, Datensätze crim_hom_soff (Opfer) und demo_pjan (Bevölkerung), 2024; Deutschland-Zeilen: Bundeskriminalamt, Bundeslagebild Häusliche Gewalt 2024, und Statista auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik. EU = Summe der 20 bis 24 meldenden Mitgliedstaaten; DACH = Deutschland, Österreich, Schweiz. Eigene Berechnung NETZ-TRENDS.

Im Promillebereich: Opfer als Anteil aller Bürgerinnen und Bürger

Noch deutlicher wird die Größenordnung, wenn man die Opfer nicht auf die eigene Geschlechtergruppe, sondern auf die gesamte Bevölkerung bezieht – also darauf, wie viele von 1.000 Menschen in der EU oder in der DACH-Region binnen eines Jahres polizeilich als Opfer erfasst wurden. Dann liegen alle Werte im Promillebereich (1 Promille = 1 von 1.000 = 0,1 Prozent): In der DACH-Region mit 101,6 Millionen Menschen wurden 2024 404 Frauen und 510 Männer Opfer eines Tötungsdelikts – 0,004 beziehungsweise 0,005 je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner; 16.681 Frauen und 1.327 Männer wurden als Vergewaltigungsopfer erfasst, 0,16 beziehungsweise 0,01 Promille. In den 24 meldenden EU-Staaten mit 421,4 Millionen Menschen starben 1.296 Frauen und 2.487 Männer durch vorsätzliche Tötung. Selbst häusliche Gewalt in Deutschland, der größte Posten, entspricht mit 186.861 weiblichen und 78.814 männlichen Opfern bei 83,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern 2,2 beziehungsweise 0,9 Opfern je 1.000 Menschen – zusammen 3,2 Promille oder 0,32 Prozent der Bevölkerung.

Opfer 2024 – Region und Delikt weibliche Opfer männliche Opfer Einwohner insgesamt je 1.000 Einwohner: Frauen / Männer
EU – Tötungsdelikte 1.296 2.487 421,4 Mio. 0,003 / 0,006
EU – Vergewaltigung 81.416 8.885 375,7 Mio. 0,22 / 0,02
EU – Sexuelle Übergriffe 121.138 21.237 355,7 Mio. 0,34 / 0,06
DACH – Tötungsdelikte 404 510 101,6 Mio. 0,004 / 0,005
DACH – Vergewaltigung 16.681 1.327 101,6 Mio. 0,16 / 0,01
DACH – Sexuelle Übergriffe 40.091 7.035 101,6 Mio. 0,39 / 0,07
Deutschland – Häusliche Gewalt 186.861 78.814 83,5 Mio. 2,2 / 0,9
Deutschland – Gewaltkriminalität insgesamt (laut Statista) rund 78.600 rund 182.000 83,5 Mio. 0,9 / 2,2
Lesebeispiel: In der DACH-Region mit 101,6 Millionen Menschen wurden 2024 404 Frauen und 510 Männer Opfer eines Tötungsdelikts – das sind 0,004 beziehungsweise 0,005 von je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Einwohnerzahl EU = nur die Länder, die das jeweilige Delikt melden (Stand 1. Januar 2024). Quellen: Eurostat crim_hom_soff und demo_pjan; Bundeskriminalamt, Bundeslagebild Häusliche Gewalt 2024; Statista auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik. Eigene Berechnung NETZ-TRENDS.

Die andere Seite: Mehr als 99,7 Prozent der Bevölkerung sind nicht gewalttätig

Dieselbe Rechnung lässt sich für die Täterseite aufmachen – und sie zeigt, dass Gewalt von einer sehr kleinen Minderheit ausgeht. In Deutschland ermittelte die Polizei 2024 nach der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage 197.347 Tatverdächtige wegen Gewaltkriminalität – Personen, gegen die die Polizei ermittelt hat, nicht Verurteilte. Das sind 0,24 Prozent der Bevölkerung; 99,76 Prozent aller Menschen in Deutschland waren in dem Jahr keiner Gewalttat verdächtig. Bei Tötungsdelikten sind es EU-weit 2,3 von 100.000 Männern und 0,3 von 100.000 Frauen, bei Vergewaltigung 35 von 100.000 Männern und 1 von 100.000 Frauen. Verurteilt wird davon nochmals nur ein Teil: In der EU wurden 2024 laut Eurostat 3.273 Männer und 329 Frauen wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt, 5.862 Männer und 134 Frauen wegen Vergewaltigung. Bei der Partnerschaftsgewalt in Deutschland sind nach dem Bundeslagebild des Bundeskriminalamts (BKA) 77,7 Prozent der Tatverdächtigen Männer – also auch dort mehr als jeder fünfte Tatverdächtige eine Frau.

Tatverdächtige 2024 (mutmaßliche Täterinnen und Täter) von 100.000 Männern: EU von 100.000 Männern: DACH von 100.000 Frauen: EU von 100.000 Frauen: DACH
Tötungsdelikte 2,3 1,6 0,3 0,3
Vergewaltigung 35 30 0,9 0,5
Sexuelle Übergriffe 49 64 1,9 2,3
Gewaltkriminalität insgesamt (nur Deutschland, Männer und Frauen zusammen) k. A. 236 k. A. 236
Lesebeispiel: Von 100.000 Männern in der DACH-Region wurden 2024 1,6 als Tatverdächtige eines Tötungsdelikts geführt, von 100.000 Frauen 0,3 – die übrigen 99.998 beziehungsweise 99.999,7 nicht. Letzte Zeile: 197.347 Tatverdächtige wegen Gewaltkriminalität in Deutschland (Bundesregierung, Antwort auf eine Kleine Anfrage, Deutscher Bundestag, Pressedienst „heute im bundestag“ vom 22. April 2025), bezogen auf 83,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner = 0,24 Prozent. Quelle: Eurostat crim_hom_soff (Tatverdächtige, 2024) und demo_pjan; EU = Summe der 21 bis 23 meldenden Mitgliedstaaten. Eigene Berechnung NETZ-TRENDS.

Was die Zahlen nicht zeigen

Polizeidaten bilden nur das sogenannte Hellfeld ab, also die angezeigten Fälle; das Dunkelfeld der nicht angezeigten Taten bleibt unsichtbar. Das Bundeskriminalamt (BKA) beziffert die Anzeigequote bei häuslicher Gewalt auf unter zehn, bei Partnerschaftsgewalt auf unter fünf Prozent. Die EU-weite Befragung von Eurostat, der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) und dem Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) kommt zu deutlich höheren Werten: 30,7 Prozent der Frauen zwischen 18 und 74 Jahren in der EU hätten danach seit dem 18. Lebensjahr angeblich körperliche, sexuelle Gewalt oder Drohungen erlebt, in Deutschland seien es angeblich 25,6 und in Österreich 35,7 Prozent; die Schweiz nahm nicht teil.

Für Männer fehlt eine vergleichbare EU-Befragung; laut Grundrechte-Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) von 2019 erlebten 11 Prozent der Männer und 8 Prozent der Frauen in fünf Jahren körperliche Gewalt.

Das Bild aus den amtlichen Daten ist damit differenzierter als die Debatte: Gewalt trifft Männer in absoluten Zahlen mindestens ebenso oft wie Frauen, bei Tötungsdelikten und Gewaltkriminalität sogar deutlich häufiger. Sexuelle und häusliche Gewalt trifft dagegen ganz überwiegend Frauen – und genau dort ist die Dunkelziffer am größten. Beide Befunde gehören zusammen, wenn über Gewalt gesprochen wird. Dennoch sind auch die Zahlen der männlichen Opfer signifikant, da auch ein vergewaltigter Mann dies als traumatisches Erlebnis verkraften muss.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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