Deutschland kennt die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) für Elektroautos, die Schweiz nicht: Was in Deutschland bis 15. November gilt und welche Regeln für Halterinnen und Halter in der Schweiz stattdessen zählen
Das Wichtigste in Kürze
- In Deutschland endet die gesetzliche Frist für die THG-Quote 2026 nach dem Umweltbundesamt (UBA) am 15. November 2026; Anbieter wie EnBW schliessen schon am 31. Oktober.
- Eine THG-Quote, mit der Halter/-innen von Elektroautos Geld erhalten, haben wir für die Schweiz nicht gefunden; laut AutoScout24 existiert dort keine.
- In der Schweiz zahlen Neuwagenkäufer/-innen von Elektroautos seit 2024 die Automobilsteuer, und der Bundesrat will ab 2030 eine Abgabe für Elektroautos einführen (electrive).
In Deutschland können Halterinnen und Halter eines reinen Elektroautos ihre Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) für 2026 noch zu Geld machen, bei einigen Anbietern nur bis Samstag, 31. Oktober. Gesetzlich bleibt Zeit bis zum 15. November. In der Schweiz gibt es dieses Modell nach unserer Recherche nicht.
Die Quote ist in Deutschland eine Art Klimaprämie: Wer ein Elektroauto in Deutschland zugelassen hat, kann sich vom deutschen Umweltbundesamt (UBA) eine pauschale Strommenge bescheinigen lassen und diese an ein quotenverpflichtetes Unternehmen weitergeben. Für Schweizer Halter/-innen mit einem in der Schweiz zugelassenen Auto gilt das nicht. Grenzgänger/-innen mit deutscher Zulassung können dagegen antragsberechtigt sein.
Deutschland: Zwei Fristen, die nicht dasselbe sind
Das UBA nimmt Mitteilungen zu Strommengen für nicht öffentliches Laden nach seiner Vollzugs-FAQ zur 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung bis zum Ablauf des 15. November des jeweiligen Verpflichtungsjahres entgegen. Für 2026 ist das der 15. November, ein Sonntag.
Anbieter setzen allerdings eigene, frühere Annahmefristen; wirkaufendeinethg.de begründet seine damit, Anträge rechtzeitig vor dem gesetzlichen Stichtag weitergeben zu müssen. Die Übersicht zeigt, was drei Anbieter selbst angeben.
| Stelle | Art der Frist | Datum 2026 |
|---|---|---|
| Umweltbundesamt | gesetzliche Frist | 15. November |
| EnBW | Antrag spätestens bis | 31. Oktober |
| Anbieter thg-quotenportal.de | Annahme von Anträgen | 31. Oktober |
| Anbieter wirkaufendeinethg.de | Annahmefrist | 10. November |
Der 31. Oktober fällt auf einen Samstag, der 10. November auf einen Dienstag. Wer bei einem Anbieter beantragen will, sollte die genannte Frist daher nicht als Richtwert, sondern als Stichtag behandeln. Anbieter, die in der Übersicht fehlen, können abweichen.
Schweiz: Keine THG-Quote, andere Regeln
Eine Quote für Elektroautos, wie sie Deutschland aus der 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung kennt, haben wir für die Schweiz nicht gefunden. AutoScout24 schreibt, dort gebe es keine THG-Quote; national existiere nur die frühere Befreiung von der Automobilsteuer, weitere Förderungen lägen bei den Kantonen. Diese Befreiung ist inzwischen weggefallen: Der Bundesrat beschloss am 8. November 2023, dass importierte Elektroautos ab 1. Januar 2024 Automobilsteuer zahlen, laut electrive einmalig vier Prozent auf den Importpreis.
Die kantonale Motorfahrzeugsteuer ist unterschiedlich geregelt: Manche Kantone gewähren Elektroautos Befreiungen oder Rabatte, die in den kommenden Jahren auslaufen sollen. Für 2030 plant der Bundesrat eine Abgabe für Halter/-innen von Elektroautos; zwei Modelle stehen zur Prüfung, entweder rund 5,4 Rappen pro gefahrenen Kilometer oder 22,8 Rappen pro Kilowattstunde Ladestrom. Beschlossen ist das nicht. Welche Förderung der eigene Kanton bietet, klärt das kantonale Strassenverkehrsamt.
Wer in Deutschland die Prämie bekommen kann
Antragsberechtigt ist nach der UBA-Vollzugs-FAQ bei Privatfahrzeugen die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist. Sie kann auch eine dritte Stelle damit beauftragen. Ob das Auto auf eine natürliche oder juristische Person zugelassen ist, spielt demnach keine Rolle. Entscheidend ist die deutsche Zulassung.
Die Anbieter formulieren das praktisch: EnBW verlangt, dass die antragstellende Person als Halterin oder Halter in der Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen ist. Bei Leasing gilt das nur, wenn man selbst Halterin oder Halter ist. Gewerblich genutzte Fahrzeuge werden bei EnBW einzeln je Fahrzeug beantragt, eine Flottenlösung gibt es dort nicht.
Entscheidend ist der Antrieb: Nur rein batteriebetriebene Fahrzeuge kommen infrage. Für Fahrzeuge, die nicht rein batteriebetrieben sind, sieht das UBA keine Bescheinigung vor. EnBW nennt Plug-in-Hybride ausdrücklich als nicht förderfähig. Einen Nachweis über Ökostrom oder gefahrene Kilometer verlangt EnBW nicht.
Einmal je Fahrzeug und Jahr
Das UBA bescheinigt den Schätzwert pro Fahrzeug nur einmal je Kalenderjahr, unabhängig davon, wie viele Halterinnen und Halter es in dem Jahr gab. Ist die Menge einmal bescheinigt, werden weitere Anträge für dasselbe Fahrzeug abgelehnt. Vorab prüft das UBA nach eigenen Angaben nicht, ob für ein Fahrzeug schon eine Bescheinigung vorliegt.
Das ist vor allem beim Autokauf und -verkauf wichtig. Die Verkäuferin oder der Verkäufer muss die Käuferin oder den Käufer laut UBA darüber informieren, wenn im laufenden Jahr bereits eine Bescheinigung erfolgt ist. Wer 2026 ein gebrauchtes Elektroauto aus Deutschland importiert hat und es dort noch zugelassen hatte, sollte nachfragen, ob die Prämie für dieses Jahr schon vergeben wurde. Mehr zu Preisen und Werten gebrauchter Stromer steht in unserem Beitrag zum Restwert gebrauchter E-Autos (deutscher Markt).
Betrag und Auszahlung vergleichen
Auf der Seite von EnBW steht derzeit eine Prämie von 350 Euro, die bei Antragstellung ausgewiesen und garantiert ausgezahlt werden soll. EnBW weist selbst darauf hin, dass sich der Betrag jederzeit ändern kann und andere Anbieter abweichen können. Ausgezahlt wird nach Angaben des Unternehmens in der Regel wenige Wochen nach dem Upload aller Unterlagen, Verzögerungen durch das UBA seien möglich. Es handelt sich um einen deutschen Betrag in Euro; ein Schweizer Pendant gibt es nicht.
Weil die Beträge, Garantien und Auszahlungstermine je Anbieter unterschiedlich sind, lohnt ein kurzer Vergleich vor dem Antrag.
Checkliste vor dem Antrag (für Fahrzeuge mit deutscher Zulassung)
- Antragsfrist des gewählten Anbieters prüfen, nicht nur die gesetzliche Frist.
- Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) bereithalten und prüfen, ob man selbst als Halterin oder Halter eingetragen ist.
- Klären, ob der Betrag garantiert ist und wann ausgezahlt wird.
- Bei Gebrauchtkauf 2026 beim Verkäufer nachfragen, ob die Quote für dieses Jahr schon genutzt wurde.
- Bei Fahrzeugen mit Schweizer Zulassung: keine THG-Quote beantragen, sondern beim Kanton nach Steuerrabatten fragen.
Noch kein Elektroauto? Zur deutschen Kaufprämie für Neuwagen haben wir die Regeln gesondert aufbereitet: E-Auto-Prämie 2026: Höhe, Einkommen, Kinder. Sie gilt für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge.
Frist verpasst: Das Jahr ist weg
Eine nachträgliche Meldung ist in Deutschland nicht möglich. Nach der UBA-Vollzugs-FAQ sind Mitteilungen nur innerhalb der gesetzlichen Fristen zulässig, Meldungen für weiter zurückliegende Jahre sind ausgeschlossen. Auch thg-quotenportal.de schreibt, dass nicht genutzte Ansprüche verfallen und es weder Übertrag noch rückwirkende Beantragung gibt.
Der Anbieter thg-quotenportal.de nimmt nach eigenen Angaben schon Anträge für 2027 an und übermittelt sie zum 1. Januar 2027 gesammelt an das UBA.
Häufige Fragen
Gibt es die THG-Quote auch in der Schweiz?
Nach unserer Recherche nein. Weder das Bundesamt für Umwelt noch andere Stellen bieten Halterinnen und Haltern eine vergleichbare Prämie; AutoScout24 verneint sie ausdrücklich. Förderungen liegen bei den Kantonen.
Gilt die THG-Quote für Plug-in-Hybride?
Nein. Für Fahrzeuge, die nicht rein batteriebetrieben sind, sieht das UBA keine Bescheinigung vor. EnBW nennt Plug-in-Hybride ausdrücklich als nicht förderfähig.
Bis wann kann ich die THG-Quote 2026 in Deutschland beantragen?
Gesetzlich bis zum Ablauf des 15. November 2026. Anbieter setzen eigene Fristen: EnBW und thg-quotenportal.de nennen den 31. Oktober, wirkaufendeinethg.de den 10. November.
Kann ich die Prämie für 2026 nachträglich beantragen?
Nein. Das UBA schliesst Mitteilungen ausserhalb der gesetzlichen Fristen aus. Nicht genutzte Ansprüche verfallen laut thg-quotenportal.de.
Haben Sie ein Elektroauto in der Schweiz, und welche kantonalen Vorteile nutzen Sie? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Quellen
- Umweltbundesamt: FAQ zum Vollzug der 38. BImSchV, Fassung vom 18. Juli 2025
- EnBW: THG-Quote 2026, Anbieterangaben, abgerufen am 27. Oktober 2026
- thg-quotenportal.de: THG-Prämie Frist, Anbieterangaben, Stand Oktober 2026
- wirkaufendeinethg.de: Antragsfrist THG-Prämie 2026, Blogbeitrag vom 31. August 2026
- SRF: Importierte Elektroautos sind ab 2024 nicht mehr steuerbefreit, Beschluss des Bundesrats vom 8. November 2023
- Electrive: Schweiz will 2030 Verkehrsinfrastruktur-Steuer für E-Autos einführen, 29. September 2025
- AutoScout24: THG-Quote für E-Auto-Fahrer, Hinweis zur Schweiz
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