Der chinesische Autobauer meldete für Oktober 2026 so viele Exporte wie nie – was das für den Schweizer Markt bedeutet, wo BYD im ersten Halbjahr bereits 3’114 Neuzulassungen erreichte

Das Wichtigste in Kürze

  • BYD verkaufte im Oktober 2026 weltweit 490’168 Fahrzeuge, ein Plus von rund 11 Prozent zum Vorjahresmonat.
  • Die Exporte stiegen um 102,8 Prozent auf 170’194 Fahrzeuge – gut jedes dritte verkaufte Auto ging ins Ausland.
  • In der Schweiz kam BYD im ersten Halbjahr 2026 laut Blick auf 3’114 Neuzulassungen und ist damit die meistverkaufte chinesische Marke vor MG (2’632).

BYD hat nach eigenen Angaben im Oktober 2026 so viele Fahrzeuge exportiert wie nie zuvor in einem Monat. Insgesamt verkaufte der chinesische Autobauer weltweit 490’168 Fahrzeuge, davon gingen 170’194 ins Ausland.

Das entspricht einem Anstieg der Exporte um 102,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie aus der monatlichen Absatzmeldung des Unternehmens hervorgeht, die am 1. November 2026 veröffentlicht wurde. Die Gesamtverkäufe legten im Jahresvergleich um knapp 11 Prozent zu, nach einem Plus von rund 17 Prozent im September – das Tempo des Wachstums hat sich damit leicht verlangsamt.

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Für die Schweiz ist die Entwicklung aus zwei Gründen interessant: BYD ist hierzulande bereits die meistverkaufte chinesische Automarke, und als Nicht-EU-Land hat die Schweiz ein eigenes Einfuhrregime – die EU-Zoll- und Handelsmassnahmen gegenüber chinesischen Autos gelten dort nicht direkt.

Elektroautos knacken erstmals 300’000 im Monat

Besonders deutlich fiel das Wachstum bei den reinen Elektroautos (BEV) aus: BYD verkaufte im Oktober 305’743 batterieelektrische Fahrzeuge, ein Plus von 37,4 Prozent zum Vorjahresmonat. Es ist das dritte Mal in Folge, dass die Marke in diesem Segment einen Rekord meldet, und das erste Mal, dass die monatliche BEV-Zahl die Marke von 300’000 überschreitet.

Gegenläufig entwickelten sich die Plug-in-Hybride (PHEV): Hier sanken die Verkäufe um 17,2 Prozent auf 177’382 Fahrzeuge – der zweite Rückgang in Folge. Batterieelektrische Modelle machten damit 63,3 Prozent der Pkw-Verkäufe aus, vor einem Jahr waren es erst rund 51 Prozent.

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Auf dem chinesischen Heimatmarkt verkaufte BYD 319’974 Fahrzeuge, 10,6 Prozent weniger als im Oktober 2025. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Kennzahlen gegenüber:

Kennzahl Oktober 2026 Veränderung zum Vorjahr
Fahrzeuge insgesamt 490’168 +11,0 %
davon rein elektrisch (BEV) 305’743 +37,4 %
davon Plug-in-Hybride (PHEV) 177’382 −17,2 %
Exporte ins Ausland 170’194 +102,8 %
Verkäufe in China 319’974 −10,6 %

Quelle: BYD, monatliche Absatzmeldung für Oktober 2026, veröffentlicht am 1. November 2026.

Einordnung: Wie gross ist der Auslandsanteil wirklich?

170’194 Exporte geteilt durch 490’168 Fahrzeuge insgesamt ergeben rund 34,7 Prozent – gut jedes dritte im Oktober verkaufte BYD-Fahrzeug ging ins Ausland. Vor einem Jahr lag dieser Anteil nach denselben BYD-Angaben bei etwa 19 Prozent. Berechnung: NETZ-TRENDS, auf Basis der von BYD gemeldeten Veränderungsraten.

Dass der Auslandsanteil sich in einem Jahr fast verdoppelt hat, liegt vor allem am schwächeren Heimatmarkt: Während die Verkäufe in China sinken, wächst die Nachfrage ausserhalb des Landes weiter kräftig.

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Was das für den Schweizer Markt bedeutet

BYD ist in der Schweiz keine Randerscheinung mehr. Laut einer Auswertung von Blick erreichten Autos aus chinesischer Produktion im ersten Halbjahr 2026 erstmals einen Marktanteil von 10,3 Prozent der Neuwagen. Chinesische Marken wie BYD, MG und Leapmotor kommen auf 6,5 Prozent; hinzu kommen 3,8 Prozent aus China gelieferte Modelle von Marken, die als europäisch gelten, etwa Volvo, Polestar und Smart. BYD ist mit 3’114 Neuzulassungen die stärkste chinesische Marke, MG folgt mit 2’632. Fast jeder fünfte neue BYD (19,7 Prozent) ging an Mietwagenflotten. Als Treiber nennt Blick unter anderem das Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China, das Importe vereinfacht.

Mehr Exportvolumen bei BYD bedeutet nicht automatisch mehr Fahrzeuge für Schweizer Käufer/-innen – ein Teil der zusätzlichen Exporte dürfte in andere Märkte wie Südostasien, Lateinamerika oder den Nahen Osten gehen. Dass BYD aber mehr produziert und mehr davon ausserhalb Chinas verkauft, erhöht tendenziell Verfügbarkeit und Preisdruck auch in Europa. Zur Preisseite: Zum Marktstart des Kleinwagens Dolphin Surf nannte nau.ch im Mai 2025 einen Einstiegspreis von 20’990 Franken (bis 29’990 Franken je nach Ausstattung), zunächst als Aktionspreis bis Ende Juni 2025. Ein aktueller offizieller Schweizer Preis für den Dolphin Surf liegt uns nicht vor – wer sich dafür interessiert, prüft ihn beim Importeur oder Händler.

Praktische Checkliste für Interessierte

  • Aktuelle Modellpreise in Franken direkt beim Händler oder im Online-Konfigurator des Herstellers prüfen – Listenpreise und Aktionen ändern sich kurzfristig.
  • Lieferzeiten erfragen: Bei stark wachsenden Exportzahlen können sich Wartezeiten je nach Modell verschieben.
  • Garantie- und Werkstattnetz in der eigenen Region vergleichen, bevor eine Kaufentscheidung fällt.
  • Kantonale Abgaben für Elektroautos (zum Beispiel die Motorfahrzeugsteuer) beim Strassenverkehrsamt des eigenen Kantons erfragen – sie unterscheiden sich je Kanton.

Wer sich für ein Modell interessiert, sollte also nicht nur auf die globalen Rekordmeldungen schauen, sondern die tatsächliche Verfügbarkeit und Preisgestaltung beim Schweizer Händler vor Ort prüfen.

Einordnung: Kein Selbstläufer

Die Rekordmeldung für Oktober verdeckt eine Gegenbewegung: Gegenüber September sanken die Exporte leicht um 5,8 Prozent, und in den ersten zehn Monaten des Jahres 2026 verkaufte BYD insgesamt 3’621’744 Fahrzeuge – das sind 2,2 Prozent weniger als im selben Zeitraum 2025. Der Oktober-Rekord ist damit eine monatliche Momentaufnahme, kein Beleg dafür, dass das Gesamtjahr besser läuft als 2025.

Auch die Herkunft des Wachstums ist eindeutig: Es kommt nicht aus China, sondern aus dem Ausland. Die chinesischen Inlandsverkäufe sind in den ersten zehn Monaten 2026 um 27,8 Prozent eingebrochen, während die Exporte im selben Zeitraum um 93,8 Prozent zulegten. BYD verlagert sein Wachstum damit sichtbar weg vom Heimatmarkt – eine Entwicklung, die auch politisch beobachtet wird, etwa bei der EU-Kommission, die im Oktober 2026 mit China eine Obergrenze für Hybrid-Importe vereinbart hat. Für die Schweiz als Nicht-EU-Land gilt diese Vereinbarung nach unserer Kenntnis nicht direkt.

Häufige Fragen

Wie viele Autos hat BYD im Oktober 2026 insgesamt verkauft?

490’168 Fahrzeuge weltweit, ein Plus von rund 11 Prozent gegenüber Oktober 2025. Davon waren 305’743 rein elektrisch und 177’382 Plug-in-Hybride.

Warum sind die BYD-Exporte so stark gestiegen?

BYD nennt in seiner Absatzmeldung keine Gründe. Erkennbar ist aber, dass die Verkäufe in China gleichzeitig sinken, während die Nachfrage ausserhalb des Landes – unter anderem in Europa, wo BYD laut Blick in der Schweiz die stärkste chinesische Marke ist – weiter wächst.

Bedeutet der Exportrekord mehr BYD-Autos in der Schweiz?

Nicht zwingend. Die Exporte verteilen sich auf viele Märkte weltweit. Belegt ist aber, dass BYD in der Schweiz im ersten Halbjahr 2026 mit 3’114 Neuzulassungen die stärkste chinesische Marke war. Einen aktuellen offiziellen Schweizer Preis für den Dolphin Surf haben wir nicht gefunden.

Ist der Rekord ein Dauertrend?

Das ist offen. Im Monatsvergleich sanken die Exporte gegenüber September um 5,8 Prozent, und die Gesamtverkäufe der ersten zehn Monate 2026 liegen weiterhin 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Wie schätzen Sie die wachsende Rolle chinesischer Hersteller auf dem Schweizer Automarkt ein? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen und Stand

Recherche- und Datenstand: 2. November 2026.

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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