Mehr als 5.500 Tankvorgänge wurden erfasst – die BMW-Zahl misst Kraftstoffdaten, aber keine CO₂-Bilanz einzelner Fahrzeuge.

Das Wichtigste in Kürze

  • BMW meldet für eine Test- und Demoflotte mit mehr als 600 BMW- und MINI-Dieseln in vier Ländern über 5.500 erfasste Tankvorgänge und rund 235.000 Liter HVO.
  • Bei mehr als 80 Prozent der protokollierten Tankvorgänge sei die HVO-Betankung laut BMW verifizierbar gewesen. Gemeint sind Vorgänge, nicht 80 Prozent aller Fahrzeuge oder eine gemessene Emissionsminderung.
  • HVO100 ist in Deutschland an öffentlichen Tankstellen erlaubt, aber nicht überall erhältlich. Vor dem Tanken müssen Fahrer die Freigabe für ihr konkretes Fahrzeug prüfen.

Bei mehr als 80 Prozent der protokollierten Tankvorgänge in einer BMW-Testflotte ließ sich laut Hersteller eine Betankung mit HVO nachweisen. Der Wert beschreibt, wie gut digitale Fahrzeug- und Tankdaten den Kraftstoff erfassen – er ist kein Ergebnis einer CO₂-Messung und gilt nicht für die gesamte BMW-Flotte.

Die BMW Group veröffentlichte am 28. Oktober 2026 eine Zwischenbilanz ihres HVO-Test- und Demonstrationsprojekts. Seit dem Start im Oktober 2025 seien mehr als 600 BMW- und MINI-Dieselfahrzeuge in vier Ländern einbezogen worden. Insgesamt nennt das Unternehmen über 5.500 Tankvorgänge und rund 235.000 Liter HVO. Für mehr als vier Fünftel der protokollierten Vorgänge habe sich der Kraftstoffverbrauch durch die eingesetzte digitale Erfassung verifizieren lassen.

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Inhaltsverzeichnis

Unbeschrifteter dunkler Pkw mit eingesetzter Zapfpistole an einer modernen Tankstelle; oben rechts ein grüner KI-Badge.
KI-generiertes Bild: Neutrales Symbolbild mit einem unbeschrifteten Pkw an einer Tankstelle. Erstellt von der NETZ-TRENDS-Redaktion mit OpenAI ImageGen; das Original-Logo wurde unverändert ergänzt. Kennzeichnung: Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung). Faktenbasis: BMW Group, Bundesverkehrsministerium, Bundesumweltministerium.

Was der Versuch tatsächlich misst

Das Projekt verbindet nach Angaben von BMW Daten aus dem Tankvorgang mit Informationen der beteiligten Kraftstoff- und Zahlungsanbieter. Für einen Teil der Flotte kommt außerdem ein „Digital Fuel Twin“ von Bosch zum Einsatz. So soll sich nachvollziehen lassen, welcher Kraftstoff in ein Fahrzeug gelangt ist. BMW bezeichnet das als technischen Nachweis dafür, ob HVO in einem einzelnen Tankvorgang verwendet wurde.

Diese Abgrenzung ist entscheidend: Die 80-Prozent-Angabe ist ein Anteil an den erfassten Tankvorgängen, keine Aussage darüber, dass vier Fünftel der Flottenfahrzeuge ausschließlich mit HVO gefahren wären. Auch der genannte Kraftstoffdurchsatz ist kein Vergleich mit einer Kontrollgruppe. Die Zwischenbilanz nennt keine unabhängig gemessenen CO₂- oder Schadstoffwerte der teilnehmenden Fahrzeuge.

Der Versuch ist daher vor allem ein Test für die Datenerfassung und die Nachverfolgbarkeit des Kraftstoffs. Er zeigt, dass sich HVO-Betankungen in einer Flotte digital dokumentieren lassen. Ob ein bestimmtes Fahrzeug dadurch über seinen gesamten Lebenszyklus weniger Treibhausgase verursacht, hängt zusätzlich von der Herkunft des Kraftstoffs, seiner Herstellung und der Vergleichsgrundlage ab.

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Was HVO100 für Autofahrer bedeutet

HVO steht für hydriertes Pflanzenöl. Als HVO100 wird der paraffinische Dieselkraftstoff ungemischt angeboten; an der Zapfsäule kennzeichnet ihn die Kraftstoffbezeichnung XTL. Das Bundesverkehrsministerium hält fest, dass der Verkauf an öffentlichen Tankstellen in Deutschland zugelassen ist. Ob eine Station den Kraftstoff anbietet, entscheidet jedoch der Betreiber – die Verfügbarkeit ist deshalb regional unterschiedlich.

Auch die technische Verträglichkeit darf nicht allein aus „Diesel“ oder dem Tankstutzen abgeleitet werden. Laut Bundesverkehrsministerium liegt die Freigabe beim Fahrzeughersteller und kann je nach Modell, Motor und Baujahr variieren. Vor dem ersten Tanken sollten Fahrer daher die Betriebsanleitung, die Angaben am Tankdeckel und die konkrete Herstellerfreigabe für HVO beziehungsweise EN 15940 prüfen.

Auch innerhalb einer Marke kann die Verträglichkeit je nach Motor, Baureihe und Baujahr abweichen. Der BMW-Flottentest ist keine pauschale Freigabe für sämtliche Diesel anderer Marken.

Was sich über die Klimawirkung sagen lässt

HVO kann aus unterschiedlichen Ausgangsstoffen hergestellt werden. Für die Klimabilanz ist deshalb wichtig, ob Rest- und Abfallstoffe oder andere Rohstoffe verwendet werden und welche Emissionen bei Aufbereitung und Transport entstehen. Eine pauschale Einsparquote lässt sich aus einer Tankvorgangsstatistik nicht ableiten.

Das Bundesumweltministerium beschreibt die wirtschaftliche Nutzung nachhaltiger paraffinischer Kraftstoffe derzeit als an die Treibhausgas-Quote gekoppelt. Ohne diesen Mechanismus wären die Kosten nach Einschätzung des Ministeriums ein Vielfaches von herkömmlichem Diesel. Die Aussage ist eine grundsätzliche Einordnung zur Wirtschaftlichkeit und kein aktueller Preisvergleich an einzelnen Tankstellen.

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Eine 2026 vom Karlsruher Institut für Technologie veröffentlichte Studie im Auftrag der BMW Group modelliert mögliche Wege zu erneuerbaren Kraftstoffen im EU-Straßenverkehr bis 2040. Sie ist eine Szenarienrechnung, kein Nachweis zur Wirkung dieser Testflotte.

Vor dem Tanken zählen also die konkrete Fahrzeugfreigabe, die örtliche Verfügbarkeit und der Preis. Die 80-Prozent-Zahl beantwortet die Klimafrage nicht.

Häufige Fragen

Beweisen die 80 Prozent eine geringere CO₂-Bilanz?

Nein. Die Zahl bezeichnet laut BMW den Anteil der erfassten Tankvorgänge, bei denen HVO-Betankungen digital verifiziert werden konnten. Die Zwischenbilanz veröffentlicht damit keine CO₂-Messung der Fahrzeuge.

Darf jedes Dieselauto HVO100 tanken?

Nein. Die Freigabe hängt vom konkreten Fahrzeug ab. Maßgeblich sind die Betriebsanleitung und eine ausdrückliche Herstellerfreigabe für HVO beziehungsweise EN 15940. An der Zapfsäule ist reines HVO mit XTL gekennzeichnet.

Ist HVO100 an jeder Tankstelle erhältlich?

Nein. Der Verkauf ist in Deutschland zugelassen, aber Tankstellenbetreiber entscheiden selbst, ob sie HVO100 anbieten. Die Verfügbarkeit kann sich deshalb je nach Ort unterscheiden.

Ihre Einschätzung

Würden Sie HVO100 nutzen, wenn Ihr Fahrzeug dafür freigegeben ist – und welche Angaben zur Herkunft des Kraftstoffs wären für Ihre Entscheidung ausschlaggebend? Schreiben Sie uns Ihre Einschätzung in die Kommentare.

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Quellen und Stand

Recherche- und Datenstand: 31. Oktober 2026. Unternehmensangaben wurden als solche kenntlich gemacht; die Klimawirkung der Testflotte ist aus den veröffentlichten Tankdaten nicht ableitbar.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.

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