Apple-Chef John Ternus nennt die Lage am Speichermarkt beispiellos – Rekordumsatz, aber Engpässe bei Mac und iPad vor Weihnachten
Das Wichtigste in Kürze
- Apple meldete am 2. November einen Rekordumsatz von 114,5 Milliarden US-Dollar für das September-Quartal – bei 30,7 Milliarden US-Dollar Gewinn.
- Apple-Chef John Ternus nannte die aktuellen Speicherchip-Preise „unprecedented“ (beispiellos); Apple erhöhte deshalb 2026 bereits zweimal die Preise in Deutschland – Mac und iPad im Juni, iPhone im September, teils um bis zu 350 Euro.
- Für das Weihnachtsquartal rechnet Apple mit weiter steigenden Speicherkosten und mit Lieferengpässen bei Mac und iPad.
Apple hat am 2. November Rekordzahlen für das September-Quartal vorgelegt – 114,5 Milliarden Dollar Umsatz, 30,7 Milliarden Dollar Gewinn. Zugleich warnte der neue Apple-Chef John Ternus vor einer historisch angespannten Lage am Speicherchip-Markt.
Es war der erste Quartalsbericht, den Ternus als Apple-Chef vorstellte: Er hatte das Amt am 1. September 2026 von Tim Cook übernommen, der das Unternehmen 15 Jahre lang geführt hatte und nun als Executive Chairman dem Verwaltungsrat vorsitzt. Ternus arbeitet seit 2001 bei Apple und leitete zuletzt die Hardware-Entwicklung für iPhone, iPad, Apple Watch und AirPods.
Der Hintergrund der Warnung ist für Käuferinnen und Käufer in Deutschland bereits sichtbar: Apple hat die Preise für Mac, iPad und iPhone 2026 in zwei Schritten erhöht – Begründung ist beide Male die Knappheit bei Arbeits- und Flash-Speicher, ausgelöst durch die Nachfrage von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz.
Rekordquartal mit einem Schönheitsfehler
Im Geschäftsquartal bis zum 26. September 2026 setzte Apple 114,5 Milliarden US-Dollar um, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert, den das Unternehmen je in einem September-Quartal erzielt hat. Der Gewinn je Aktie stieg um 14 Prozent auf 2,10 US-Dollar, darin enthalten sind 5 Cent aus einer Zollrückerstattung.
Das iPhone-Geschäft wuchs um 17 Prozent auf 57,6 Milliarden US-Dollar, der Mac-Umsatz um 24 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar. Services – also App Store, iCloud, Apple Music und Co. – erreichten mit 31,6 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand. Einzig das iPad-Geschäft gab um 10 Prozent auf 6,2 Milliarden US-Dollar nach. In Europa stieg der Umsatz um 11,5 Prozent auf 32,0 Milliarden US-Dollar.
Dennoch reagierte die Apple-Aktie nach den Zahlen negativ: Sie drehte im nachbörslichen Handel ins Minus und verlor zeitweise bis zu 4,4 Prozent, bevor sie einen Teil der Verluste wieder aufholte. Grund war nicht das abgelaufene Quartal, sondern der Ausblick – dazu weiter unten mehr.
Warum Speicher plötzlich so teuer ist
„What we’re seeing with memory pricing right now is unprecedented“ – was wir gerade bei den Speicherpreisen sehen, ist beispiellos, sagte Ternus in der Telefonkonferenz zu den Zahlen. Nach seinen Worten dürften die Einkaufspreise für Speicherbausteine auch über das laufende Quartal hinaus weiter steigen.
„What we’re seeing with memory pricing right now is unprecedented.“
John Ternus, CEO von Apple, Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 2. November 2026
Grund ist die weltweite Nachfrage nach Arbeitsspeicher (DRAM) und Flash-Speicher für Künstliche-Intelligenz-Rechenzentren, die reguläre Abnehmer wie Apple, Smartphone- und Notebook-Hersteller in Konkurrenz zu den Cloud-Konzernen setzt. Nach Marktbeobachtungen zogen die DRAM-Vertragspreise bereits im ersten Quartal 2026 um rund 98 Prozent an. Tim Cook, damals noch Apple-Chef, verglich die Lage 2026 gegenüber dem Wall Street Journal mit einem „hundertjährigen Hochwasser“.
Apple-Finanzchef Kevan Parekh sagte zu den deshalb nötig gewordenen Preisschritten: „We did reluctantly make the decision to change pricing“ – man habe sich nur widerwillig entschieden, die Preise zu ändern. Niedrigere Kosten bei anderen Bauteilen und günstigere Lagerbestände aus früheren Einkäufen hätten den Anstieg bislang teils abgefedert, dieser Effekt lasse aber nach.
Was in Deutschland schon teurer wurde
Die Folgen sind in den deutschen Apple-Preislisten bereits zweimal sichtbar geworden. Am 25. Juni 2026 wurden mehrere Mac- und iPad-Modelle teurer, am 9. September 2026 folgten iPhone-Modelle:
| Modell | Alter Preis | Neuer Preis | Aufschlag |
|---|---|---|---|
| MacBook Air 13″ (25.6.) | 1.099 € | 1.299 € | +200 € |
| iPad Basismodell (25.6.) | 349 € | 449 € | +90 € |
| iPad Pro 11″ (25.6.) | 999 € | 1.199 € | +200 € |
| iPhone 17, 256 GB (9.9.) | 949 € | 1.099 € | +150 € |
| iPhone Air, 256 GB (9.9.) | 1.199 € | 1.299 € | +100 € |
| iPhone Air, 1 TB (9.9.) | 1.699 € | 2.049 € | +350 € |
Preise im Apple Online Store Deutschland, jeweils vor und nach der genannten Preisänderung. Weitere Modelle (Mac Studio, Apple TV, HomePod, Vision Pro) wurden am 25. Juni ebenfalls teurer.
In den USA fielen die iPhone-Aufschläge im September mit einheitlich 100 US-Dollar je Modell niedriger aus als die genannten Euro-Beträge in Deutschland.
Modellrechnung: Was der Aufschlag konkret bedeutet
- MacBook Air 13″, Basismodell: 1.099 € (bis 24.6.2026) → 1.299 € (ab 25.6.2026)
- Aufschlag: 200 €, das entspricht rund 18 Prozent des alten Preises
- iPhone Air, 1 TB: 1.699 € (bis 8.9.2026) → 2.049 € (ab 9.9.2026), Aufschlag 350 €, rund 21 Prozent
Einschränkung: Die Rechnung vergleicht nur die offiziellen Listenpreise im Apple Online Store Deutschland. Vertragsangebote von Mobilfunkanbietern oder Rabattaktionen können einzelne Modelle zeitweise günstiger machen.
Was der Ausblick fürs Weihnachtsgeschäft bedeutet
Für das laufende Quartal – Oktober bis Dezember, bei Apple das umsatzstärkste des Jahres – rechnet das Unternehmen mit 7 bis 10 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr, aber mit einer sinkenden Bruttomarge von 45 bis 46 Prozent. Das liegt laut Parekh vor allem an den weiter steigenden Speicherkosten sowie an den Ausgaben für den KI-Assistenten Siri. Die Markterwartung lag vor der Prognose bei rund 46,3 Prozent Bruttomarge, was die Kursreaktion miterklärt.
Apple-Produktionschef Sabih Khan sagte, die Nachfrage nach Mac und iPad habe die eigenen Erwartungen übertroffen – der Speichernachschub werde die Verfügbarkeit beider Produktgruppen im Weihnachtsquartal jedoch begrenzen. Zum iPhone sagte er: „It’s really hard to predict when supply and demand will be in balance“ – wie schnell sich Angebot und Nachfrage wieder angleichen, lasse sich kaum vorhersagen. Eine neue Preisrunde kündigte Apple in der Telefonkonferenz nicht an.
Checkliste: Mac oder iPad vor Weihnachten kaufen?
- Wer ein bestimmtes Modell fest einplant, sollte laut Apples eigener Aussage mit Lieferzeiten rechnen – besonders bei Mac und iPad.
- Die zuletzt erhöhten Listenpreise gelten unverändert fort; Apple kündigte keine weitere Preisrunde an, schloss sie aber auch nicht aus.
- Ein Preisvergleich bei autorisierten Händlern lohnt sich: Rabatte auf ältere, bereits aufgestockte Lagerbestände sind möglich.
- Wer nicht auf ein bestimmtes neues Modell angewiesen ist, findet bei Vorgängergeräten oft noch die alten, niedrigeren Preise.
Wie bewerten Sie die Preisentwicklung bei Apple-Geräten – ist das für Sie bereits ein Grund, auf einen Kauf zu verzichten oder auf ein anderes Fabrikat auszuweichen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Häufige Fragen
Warum sind Speicherchips 2026 so viel teurer geworden?
Weil Rechenzentren für Künstliche Intelligenz enorme Mengen an Arbeits- und Flash-Speicher benötigen und damit mit Smartphone- und Computerherstellern um dieselben Fertigungskapazitäten konkurrieren. Die DRAM-Vertragspreise stiegen laut Marktbeobachtungen allein im ersten Quartal 2026 um rund 98 Prozent.
Welche Apple-Produkte wurden in Deutschland teurer?
Am 25. Juni 2026 stiegen die Preise unter anderem für MacBook Air, mehrere MacBook-Pro- und Mac-Studio-Varianten, iPad, iPad Pro, Apple TV 4K, HomePod mini und Vision Pro. Am 9. September 2026 folgten Preiserhöhungen bei iPhone 16, iPhone 17, iPhone 17e und iPhone Air um 100 bis 350 Euro je nach Modell.
Wird Apple die Preise erneut erhöhen?
Das Unternehmen hat das in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 2. November 2026 nicht angekündigt. CEO John Ternus sagte jedoch, die Einkaufspreise für Speicher dürften über das Weihnachtsquartal hinaus weiter steigen – ein Risiko für künftige Preisrunden lässt sich daraus nicht ausschließen, ist aber nicht bestätigt.
Werden Mac und iPad vor Weihnachten knapp?
Apple-Produktionschef Sabih Khan erklärte, der Speichernachschub werde die Verfügbarkeit von Mac und iPad im Weihnachtsquartal 2026 begrenzen, weil die Nachfrage die eigenen Erwartungen übertroffen habe. Einen genauen Zeitpunkt, ab dem Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht sind, nannte Apple nicht.
Quellen und Stand
- Apple Inc.: Pressemitteilung „Apple Reports Fourth Quarter Results“ vom 2. November 2026 (apple.com/newsroom)
- Apple Inc.: Form 8-K, SEC-Einreichung vom 2. November 2026 (sec.gov/Archives/edgar)
- Apple Inc.: Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen, 2. November 2026 (Zitate von John Ternus, Kevan Parekh und Sabih Khan)
- BornCity: „Apple erhöht Preise: MacBook Air +200 Euro, Mac Studio +450 Euro“, 25. Juni 2026 (borncity.com)
- Basic Tutorials: „iPhone 17 teurer: Apple erhöht Preise für iPhone 16, 17e und Air“, 10. September 2026 (basic-tutorials.de)
- Sir Apfelot: „Ablöse: Ab heute ist John Ternus der Apple-CEO“, 1. September 2026 (sir-apfelot.de)
Recherche- und Datenstand: 7. November 2026.
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.
Artikel teilen