6 von 16 Mittelklassereifen fallen mit „mangelhaft“ durch, Testsieger sind Continental und Pirelli – Alpine-Symbol jetzt Pflicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Der ADAC hat 32 Winterreifen getestet: 16 in der Dimension 185/65 R15 (vor allem Kleinwagen) und 16 in 225/50 R17 (vor allem Mittelklasse). 9 von 16 Kleinwagenreifen erhielten keine Kaufempfehlung, davon 3 die Note „mangelhaft“; bei der Mittelklasse fielen 6 von 16 mit „mangelhaft“ durch.
  • Testsieger wurden der Continental WinterContact TS 870 (Kleinwagen, Note 2,2) und der Pirelli Cinturato Winter 3 (Mittelklasse, Note 2,2).
  • Wer in Deutschland bei Schnee, Eis oder Glätte ohne geeignete Winterreifen fährt, riskiert 60 bis 120 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg; seit dem 30. September 2024 gilt für alle Winterreifen zusätzlich das Alpine-Symbol als Pflicht.

Der ADAC hat 32 Winterreifen für Kleinwagen und Mittelklassefahrzeuge geprüft – mehr als jeder vierte fällt durch. Testsieger sind der Continental WinterContact TS 870 und der Pirelli Cinturato Winter 3.

Für Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland ist der Test eine Kaufhilfe kurz vor der kalten Jahreszeit: Es gibt keinen festen Kalendertermin, ab dem Winterreifen montiert sein müssen, aber sobald es glatt wird, haftet, wer mit ungeeigneten Reifen unterwegs ist. Der ADAC veröffentlichte die Ergebnisse am 22. September 2026 und testete zwei Dimensionen, die in Deutschland besonders häufig verbaut sind.

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Geprüft wurden unter anderem Trocken-, Nass-, Schnee- und Eisbremsen sowie Rollwiderstand, Verschleiß und zu erwartende Laufleistung. Am Ende steht für jeden Reifen eine Gesamtnote, die alle Teilergebnisse gewichtet.

9 von 16 Kleinwagenreifen ohne Empfehlung

In der Kleinwagen-Dimension 185/65 R15 erzielte der Continental WinterContact TS 870 mit der Note 2,2 das beste Gesamturteil, knapp vor dem Michelin Alpin 7 mit 2,5. Neun der 16 getesteten Reifen erhielten keine Kaufempfehlung, drei davon wurden mit „mangelhaft“ bewertet. Die prognostizierte Laufleistung lag im Testfeld im Schnitt bei rund 31.000 Kilometern, ein Modell von Bridgestone kam im Mittel nur auf etwa 22.000 Kilometer.

In der Mittelklasse-Dimension 225/50 R17 setzte sich der Pirelli Cinturato Winter 3 mit der Note 2,2 durch, besonders stark auf nasser Fahrbahn. Der Continental WinterContact TS 870 folgte mit 2,3, Goodyear und Michelin erzielten ebenfalls gute Gesamturteile. Sechs der 16 Reifen fielen mit „mangelhaft“ durch, überwiegend wegen mangelnder Ausgewogenheit zwischen trockener, nasser und winterlicher Fahrbahn. Die prognostizierte Laufleistung lag hier im Schnitt bei über 45.000 Kilometern.

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Reifen Dimension Note Hinweis
Continental WinterContact TS 870 185/65 R15 2,2 Testsieger Kleinwagen
Michelin Alpin 7 185/65 R15 2,5 Zweiter Platz
Pirelli Cinturato Winter 3 225/50 R17 2,2 Testsieger Mittelklasse
Continental WinterContact TS 870 225/50 R17 2,3 Zweiter Platz
Sunny Winter-max NW611 185/65 R15 mangelhaft Nicht empfohlen
Atlas Polarbear HP 185/65 R15 mangelhaft Nicht empfohlen
Rockblade Rock 868S 185/65 R15 mangelhaft Nicht empfohlen

Quelle: ADAC-Winterreifentest 2026, veröffentlicht 22. September 2026. Mittelklasse-Modelle mit „mangelhaft“ nennt die ADAC-Mitteilung nicht einzeln namentlich.

Diese Reifen fallen durch

Mit „mangelhaft“ bewertet wurden in der Kleinwagen-Dimension 185/65 R15 der Sunny Winter-max NW611, der Atlas Polarbear HP und der Rockblade Rock 868S. In der Mittelklasse-Dimension 225/50 R17 fielen sechs von 16 Reifen mit „mangelhaft“ durch – welche Modelle das genau sind, nennt die ADAC-Pressemitteilung nicht einzeln, sondern nur die Gesamtzahl.

Auffällig: Mittelklassereifen fielen beim ADAC-Test anteilig doppelt so oft mit „mangelhaft“ durch wie Kleinwagenreifen (6 von 16 gegenüber 3 von 16). Der ADAC begründet das vor allem mit mangelnder Ausgewogenheit zwischen trockener, nasser und winterlicher Fahrbahn – ein Reifen, der auf Schnee gut bremst, muss auf nasser Straße nicht ebenso überzeugen, und umgekehrt.

Was die Note „mangelhaft“ bedeutet

Der ADAC bildet die Gesamtnote eines Reifens aus mehreren Teilprüfungen: Brems- und Fahrverhalten auf Schnee, Eis, Nässe und trockener Fahrbahn, dazu Rollwiderstand, Geräuschentwicklung, Verschleiß und die zu erwartende Laufleistung. Ein Reifen fällt in der Regel dann durch, wenn er in einer sicherheitsrelevanten Einzelkategorie – etwa dem Bremsweg auf nasser oder winterlicher Fahrbahn – deutlich schlechter abschneidet als der Testdurchschnitt, selbst wenn andere Kategorien solide ausfallen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das: Ein einzelner guter Wert, etwa ein niedriger Preis oder ein bekannter Markenname, sagt wenig über das Gesamturteil aus. Erst das Zusammenspiel aller Teilergebnisse entscheidet, ob ein Reifen empfohlen wird.

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Winterreifenpflicht und Bußgelder in Deutschland

In Deutschland gibt es keine Winterreifenpflicht nach festem Kalenderdatum. Maßgeblich ist die sogenannte situative Winterreifenpflicht nach § 2 Abs. 3a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO): Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte müssen Fahrzeuge mit geeigneten Reifen unterwegs sein – unabhängig vom Datum. Verantwortlich ist die Fahrerin oder der Fahrer, nicht zwingend die Halterin oder der Halter des Fahrzeugs.

Wer bei solchen Bedingungen ohne geeignete Reifen fährt, riskiert folgende Bußgelder:

Verstoß Bußgeld Punkte in Flensburg
ohne Behinderung anderer 60 € 1
mit Behinderung 80 € 1
mit Gefährdung 100 € 1
mit Unfall 120 € 1

Quelle: § 2 Abs. 3a StVO in Verbindung mit dem deutschen Bußgeldkatalog, Stand laut bussgeldkatalog.org vom 20. Juli 2026.

Hinzu kommt eine technische Vorgabe: Seit dem 30. September 2024 reicht die frühere M+S-Kennzeichnung allein nicht mehr aus. Pflicht ist seither für alle im Straßenverkehr genutzten Winterreifen das Alpine-Symbol, eine Schneeflocke im Bergpiktogramm, die strengere Mindestanforderungen an Schnee- und Eisgriffigkeit belegt. Reifen ohne dieses Symbol erfüllen die situative Winterreifenpflicht nicht mehr, selbst wenn sie als Winterreifen verkauft wurden.

Was ein Reifenwechsel kostet

Beispielrechnung: Testsieger im Preisvergleich

  • Kleinwagen: Der Continental WinterContact TS 870 in 185/65 R15 war online bei einem deutschen Händler für rund 80 Euro pro Reifen erhältlich (Stand: 28. Oktober 2026). Vier Reifen kosten damit rund 320 Euro, zuzüglich Montage.
  • Mittelklasse: Der Pirelli Cinturato Winter 3 in 225/50 R17 lag bei denselben Vergleichsportalen bei rund 150 bis 160 Euro pro Reifen (Stand: 28. Oktober 2026). Vier Reifen kosten damit rund 600 bis 640 Euro, zuzüglich Montage.

Einzelhandelspreise schwanken je nach Händler, Saison und Verfügbarkeit; die Beispiele zeigen eine Momentaufnahme, keinen bundesweiten Durchschnittspreis. Die Montage kostet je nach Werkstatt üblicherweise rund 10 bis 20 Euro pro Reifen zusätzlich.

Der Preisunterschied zwischen den beiden Testsiegern zeigt: Eine gute Bewertung ist nicht automatisch mit einem hohen Preis verbunden. Der günstigere Kleinwagenreifen schnitt im Test ebenso gut ab wie der deutlich teurere Mittelklassereifen.

Checkliste vor dem Kauf

Praktische Checkliste

  • Profiltiefe der vorhandenen Reifen prüfen: Unter 4 Millimetern rät der ADAC zum rechtzeitigen Austausch, auch wenn die gesetzliche Mindesttiefe bei 1,6 Millimetern liegt.
  • Alter der Reifen kontrollieren: Spätestens nach acht Jahren sollten Winterreifen ersetzt werden, auch bei ausreichendem Profil.
  • Alpine-Symbol auf der Reifenflanke suchen – ohne dieses Symbol gilt der Reifen seit dem 30. September 2024 nicht mehr als zulässiger Winterreifen.
  • Testergebnis für die eigene Reifengröße prüfen: Der ADAC-Test deckt nur 185/65 R15 und 225/50 R17 ab, andere Dimensionen sind nicht automatisch vergleichbar.
  • Preise mehrerer Händler vergleichen und die Montagekosten einrechnen, bevor eine Kaufentscheidung fällt.

Häufige Fragen

Ab wann sind Winterreifen in Deutschland Pflicht?

Es gibt keinen festen Kalendertermin. Die situative Winterreifenpflicht nach § 2 Abs. 3a StVO gilt bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte – unabhängig vom Datum.

Was droht ohne Winterreifen bei winterlichen Bedingungen?

Ein Bußgeld von 60 Euro ohne Behinderung anderer bis 120 Euro bei einem Unfall, jeweils zusätzlich ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg.

Reicht die alte M+S-Kennzeichnung noch aus?

Nein. Seit dem 30. September 2024 ist für alle im Straßenverkehr genutzten Winterreifen das Alpine-Symbol vorgeschrieben. Reine M+S-Reifen ohne dieses Symbol erfüllen die Pflicht nicht mehr.

Welche Reifengrößen hat der ADAC 2026 getestet?

185/65 R15, vor allem für Kleinwagen, und 225/50 R17, vor allem für Mittelklassefahrzeuge, jeweils 16 Modelle verschiedener Hersteller.

Wie gehen Sie mit dem Reifenwechsel in diesem Winter um – rechtzeitig vorab oder erst, wenn es das erste Mal glatt wird? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen und Stand

Recherche- und Datenstand: 28. Oktober 2026.

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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