Der neue Herbsttest zeigt Unterschiede beim Schutz im Auto; bei zwei Modellen sollten Familien die Herstellerhinweise prüfen

Das Wichtigste in Kürze

  • Sieben von 16 Sitzen erhalten im neuen ADAC-Herbsttest das Urteil gut; zwei schneiden mangelhaft ab.
  • Die Rückrufe bei Britax Römer und Axkid betreffen nach Herstellerangaben bestimmte Produkte beziehungsweise Produktionschargen.
  • Für die Einordnung zählen die genaue Sitz-Basis-Kombination und die aktuellen Herstellerhinweise.

Sieben gute Ergebnisse, aber auch zwei mangelhafte: Der ADAC hat am 20. Oktober seinen Herbsttest mit 16 Babyschalen und Kindersitzen veröffentlicht. Für Familien in Deutschland sind dabei nicht nur die Noten interessant. Bei Produkten von Britax Römer und Axkid laufen freiwillige Rückrufe, deren Umfang die Hersteller auf ihren eigenen Internetseiten erläutern.

Der Automobilclub prüfte gemeinsam mit der Stiftung Warentest und weiteren europäischen Testpartnern Sicherheit, Bedienung, Ergonomie sowie Schadstoffe für Mensch und Umwelt. NETZ-TRENDS berichtet über diese Untersuchung; einen eigenen Produkttest hat die Redaktion nicht durchgeführt.

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Die Gesamtnote allein beantwortet nicht jede Frage

Die ausführliche ADAC-Auswertung verteilt die 16 Ergebnisse auf vier Notengruppen. Eine Bewertung gilt jeweils für die geprüfte Ausführung. Gerade eine zusätzliche Basisstation gehört deshalb zum Modellnamen, wenn sie mitgetestet wurde.

Sieben von 16 Kindersitzen im ADAC-Herbsttest 2026 erreichen das Urteil gut; sieben grüne und neun graue Felder veranschaulichen das Verhältnis.
Eigene Darstellung NETZ-TRENDS nach dem ADAC-Kindersitztest Herbst 2026 vom 20. Oktober. Von den übrigen Sitzen erhalten fünf ein befriedigendes, zwei ein ausreichendes und zwei ein mangelhaftes Urteil. Gezählt werden die geprüften Sitze beziehungsweise Kombinationen.

Am besten schnitt nach Angaben des Clubs die Babyschale Maxi-Cosi Coral Slide Pro mit der Basis FamilyFix Slide Pro ab: Gesamtnote 2,1. Unter den Kleinkindersitzen nennt der ADAC den Recaro Toron 1 mit 2,3. Das sind Ergebnisse unterschiedlicher Sitzkonzepte und keine pauschale Empfehlung für jede Familie.

Bei Britax Römer und Axkid die konkrete Ausführung prüfen

Der ADAC bewertete den Britax Römer Baby-Safe Pro mit Vario Base 5Z und den Axkid Minikid Core als mangelhaft. Bei beiden schildert er Probleme im Frontalaufprallversuch. Die Sicherheitswarnungen gingen der heutigen Veröffentlichung des Gesamttests bereits voraus.

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Britax Römer grenzt seinen freiwilligen Rückruf auf bestimmte Baby-Safe-Pro-Babyschalen aus dem Produktionszeitraum 26. Dezember 2025 bis 30. September 2026 ein. Betroffen sei eine einzelne Produktionscharge von Gurtschlössern; nicht jede in diesem Zeitraum hergestellte Schale falle darunter. Das berichtete Problem sei ausschließlich in der flachsten Liegeposition auf der Vario Base 5Z aufgetreten. In aufrechter Position oder bei Befestigung mit dem Fahrzeuggurt sei es nicht festgestellt worden.

Der Hersteller erklärt zugleich, das Produkt erfülle weiterhin die UN-Regelung Nr. 129 in allen Konfigurationen. Für betroffene Produkte bietet er Ersatz oder ein kostenloses Update an. Zur Prüfung verweist er auf baby-safe-check.com. Das Herstellungsdatum steht nach seiner Beschreibung auf dem Etikett an der Unterseite der Schale. Der Zeitraum ist also ein Anlass zum Nachsehen, kein Beweis, dass jedes entsprechende Exemplar zurückgerufen wird.

Axkid nennt bei seinem Minikid-Core-Rückruf ebenfalls bestimmte Produktionschargen und sagt einen kostenlosen Austausch zu. Andere Axkid-Kindersitze seien nicht betroffen. Das Unternehmen verweist auf weiterhin erfüllte gesetzliche Anforderungen und erklärt, spätere Tests hätten Abweichungen von seinen eigenen Anforderungen gezeigt. Zur Anmeldung werden die Sitz-ID und Kontaktdaten benötigt.

Axkid schreibt außerdem, die betroffenen Sitze könnten nach seiner aktuellen Sicherheitsbewertung bis zum Eintreffen des Ersatzes weiterverwendet werden. Das ist die Einschätzung des Herstellers. Daneben steht das mangelhafte ADAC-Testurteil. Wer einen solchen Sitz hat, sollte die eigene Betroffenheit direkt mit dem Hersteller klären und dabei die konkret verfügbaren Austauschmöglichkeiten erfragen.

Zulassung und Verbrauchertest messen nicht dasselbe

Die Herstellerangaben zur weiterhin bestehenden Zulassung und die schlechten Testnoten wirken zunächst widersprüchlich. Nach der Methodikbeschreibung des ADAC sind die Anforderungen im Verbrauchertest jedoch höher als bei der amtlichen Zulassung. Ein mangelhaftes Testurteil bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Zulassung erlischt. Umgekehrt ersetzt eine Zulassung keine Prüfung des konkreten Rückrufhinweises.

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Der Club erläutert außerdem, dass mehrere vorgesehene Einbauarten getrennt getestet werden. Für die Bewertung zieht er das schlechteste Einzelergebnis heran. Auch deshalb sollte eine Gesamtnote nicht losgelöst von der getesteten Konfiguration gelesen werden. Eine Schwäche in einer Einbauart kann das Gesamturteil bestimmen, obwohl sich ein anderer Aufbau im Versuch anders verhält.

Bei der Produktauswahl stimmen sich die Testpartner nach Angaben des ADAC über die Marktbedeutung ab und kaufen die Produkte anonym ein. Die Untersuchung ist damit eine Auswahl aus dem Angebot. Aus den 16 Ergebnissen lässt sich keine Fehlerquote für sämtliche Kindersitze auf dem deutschen Markt ableiten.

Eine gute Testnote ersetzt nicht die Einbauprobe

Der ADAC rät, unabhängige Ergebnisse zu vergleichen und verschiedene Modelle mit dem eigenen Auto und Kind im Fachgeschäft auszuprobieren. Bei einer Befestigung mit dem Fahrzeuggurt sei die richtige Gurtführung aus der Anleitung entscheidend. Daraus folgt für die Auswahl: Modellbezeichnung, Befestigung und Passform gehören zusammen betrachtet.

Eine geordnete Prüfung beginnt deshalb mit drei Fragen:

  • Stimmt die vollständige Modellbezeichnung einschließlich Basis mit der getesteten Kombination überein?
  • Gibt es für genau dieses Produkt und seine Produktionsdaten einen aktuellen Sicherheitshinweis?
  • Lässt sich die vorgesehene Befestigung im eigenen Auto gemäß der Anleitung umsetzen?

Der Gesamttest erleichtert die Orientierung. Ob ein vorhandenes Exemplar betroffen ist, beantwortet dagegen die Rückrufprüfung anhand der Produktdaten. Beides zu trennen verhindert, dass ein gutes Ergebnis für eine andere Ausführung oder eine allgemeine Herstellerangabe versehentlich als Entwarnung verstanden wird.

Häufige Fragen

Gilt der Britax-Rückruf für alle Baby-Safe-Pro-Schalen?

Nein. Der Hersteller beschreibt bestimmte Gurtschlösser aus einer Produktionscharge. Der genannte Herstellungszeitraum allein beantwortet die Betroffenheit noch nicht.

Sind alle Axkid-Sitze betroffen?

Axkid beschränkt seinen Rückruf auf bestimmte Minikid-Core-Produktionschargen. Andere Modelle sind laut Hersteller nicht betroffen.

Ist ein gutes Gesamturteil eine Garantie für den passenden Einbau?

Nein. Der ADAC rät ausdrücklich zum Ausprobieren mit dem eigenen Auto und Kind. Die geprüfte Ausführung und die Einbauanleitung bleiben entscheidend.

Konnten Sie einen Kindersitz vor dem Kauf im eigenen Auto ausprobieren? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare – bitte ohne Seriennummern oder andere persönliche Daten.

Quellen und Stand

Recherche- und Abrufstand: 20. Oktober 2026. Die ADAC-Veröffentlichung nennt das Datum, aber keine Veröffentlichungsuhrzeit. Rückrufhinweise können aktualisiert werden; für die Prüfung eines konkreten Sitzes sind die jeweils aktuellen Angaben des Herstellers maßgeblich.

Transparenz: KI-Unterstützung

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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