Abu Dhabi (arabisch إمارة أبو ظبي , DMG Imārat Abū Ẓaby) ist zwar noch weit von einer künstlich inszenierten Stadt wie Dubai entfernt, dennoch gibt es – neben dem phantastisch guten Wetter – doch einige Sehenswürdigkeiten in Abu Dhabi.
Dazu gehört zum Beispiel das 7-Sterne-Hotel Emirates Palace, die Große Moschee (Masǧid aš-Šaiḫ Zāyid bzw. Sheikh Zayed Moschee), der Central Market und der Goldmarkt, die Ferrari World, die Inseln Yas Island und Saadiyat Island, Corniche Beach (klassischer Badestrand) sowie der Al Raha Beach (exklusiver auf Yas Island) oder die acht Kilometer lange Corniche Beach Strandpromenade.
Nachdem in Teil Eins der netz-trends.de-Reiseberichte über Abu Dhabi auf die Mentalität der Emirati eingegangen worden ist, möchte Teil Zwei einen generelleren Überblick zu touristischen Highlights bieten. Sollten Sie Teil Eins noch nicht gelesen haben, HIER klicken („Urlaub in Abu Dhabi: Da wo „Männer noch richtige Männer sind“ und die Sonne immer scheint / Nur: Was ist mit der Frau?“).
Ein Höhepunkt eines Besuchs in Abu Dhabi ist der Besuch der Großen Moschee (auch: Masǧid aš-Šaiḫ Zāyid bzw. Sheikh Zayed Grand Mosque). Sie gehört weltweit zu den schönsten und teuersten, die jemals gebaut wurden. Für den Bau wurden nur die edelsten Materialien benutzt – Gold, Marmor, Edelsteine. Bis zu 40.000 Betende finden im Haus der Moschee von Abu Dhabi sowie unter freiem Himmel auf dem Moschee-Vorplatz Unterkunft. Für Reisende gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Moschee umfangreich – auch unter kostenloser regelmäßiger Führung – zu besichtigen.
Neben der ausgefallenen Architektur der Moschee beeindruckt auch ein handgeknüpfter Perserteppich, der das ganze Glaubenshaus austattet. Er wurde in zweijähriger Arbeit von 1.200 Iranerinnen handgeknüpft und wog in seiner ursprünglichen Version 46 Tonnen. Nach Auslage in der Moschee und dem Herausschneiden von Teilstücken, beispielsweise durch Anpassung an Moschee-Säulen in der Moschee-Gebetshalle, bringt der weltweit größte Teppich, der jemals an einem Stück geknüpft wurde, immer noch gut 36 Tonnen auf die Wage, erzählt uns der Moschee-Führer. Der Perserteppich ist in seiner Qualität und Schönheit beste islamisch-iranische Hochkultur.

Neben der Moschee gehört selbstverständlich auch das Emirates Palace Luxushotel – das sich selbst gleich mit 7 Sternen versehen hat, einer Kategorie die es international eigentlich gar nicht gibt – zu den Sehenswürdigkeiten in Abu Dhabi. Es steht Interessenten zur Besichtigung offen und ist ein Palast im wahrsten Sinne des Wortes. Er dient den „Ruling Families“ der Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Abu Dhabi gehört, gleichzeitig als großes Gäste- und Empfangshaus.
Doch Achtung: Der hintere Außenbezirk mit den Gartenrestaurants und der Strandpromenade des Emirates Palace ist grundsätzlich für Nicht-Hotelgäste geschlossen. Zutritt bekommt man erst ab 18 Uhr direkt über eines der Restaurants, die auch Nicht-Hotelgästen offen stehen. Deshalb der netz-trends.de-Reisetipp für all jene, die unbedingt das Emirates Palace auch einmal von der Strandseite aus sehen möchten: Ein Abendessen in einem der Gartenrestaurants des Emirates Palace ab 18 Uhr einplanen. In der Regel ist eine Tisch-Reservierung nicht nötig, da es ausreichend Platz gibt. Wer jedoch auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte kurz vorher im Hotel anrufen und auf jeden Fall genug Kleingeld einplanen.
Sowohl die Große Moschee von Abu Dhabi wie das Emirates Palace Hotel gehören zu den teuersten Gebäuden weltweit. Sie dürften mehr oder weniger in den Privatbesitz – wie so vieles – der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehören. Regierungschef von Abu Dhabi ist der mehr oder weniger absolutistisch regierunde Khalifa bin Zayed Al Nahyan. Er ist der Sohn vom mittlerweile verstorbenen Staatsgründer Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan. Wie die Familie des Herrschers vom benachbarten Dubai (Hamdan bin Rashid Al Maktoum, geboren am 25. Dezember 1945), gehört auch der Clan der Al Nahyan zu den reichsten Familien weltweit. Ihr Vermögen schätzen Fachleute auf weit über 50 Mrd. Euro.
Dabei kann man sich einen Blick in die Forbes-Richest-List sparen: Man wird weder die Herrscher von Abu Dhabi noch von Dubai dort groß finden. Beide Clans sind als Inhaber der reichsten Ölstaaten der Welt, nicht groß gelistet. Ihr Reichtum lässt sich sowohl betriebswirtschaftlich wie volkswirtschaftlich auch kaum schätzen oder berechnen. Dennoch kann man getrost annehmen, wonach die beiden Herrscherfamilien von Dubai und Abu-Dhabi (man spricht von Erb-Dynastien), durchaus in einem Atemzug mit Milliardären wie Bill Gates oder Warren Buffet oder dem amerikanischen Wal-Mart-Clan genannt werden können.
Als weiterer Höhepunkt eines Besuchs in Abu Dhabi gilt – natürlich – die Formel Eins-Rennstrecke auf der immer luxuriöser ausgebauten Yas Island. Hier ist die berühmte Ferrari World – Ein Vergnügungspark. Doch auch, wer nicht mit Kind und Kegel Achterbahn fahren möchte, sollte sich nicht davor drücken, ein Taxi für drei bis vier Stunden bei rund 50 Euro Kosten zu schnappen, und eine Tour auf diese Insel zu unternehmen. Bitte ein gutes Trinkgeld on top dem Fahrer am Ende der Fahrt bezahlen, da Wartezeiten bedingt durch Sightseeing für Taxifahrer in Abu Dhabi kaum Umsatz bedeuten.
Eine sehr gute Route führt von der berühmten Strandpromade Corniche Beach über die Insel Saadiyat Island. Hier soll von April bis Oktober 2013 an einem kleinen Museumskomplex gebaut werden, den Abu Dhabi als „Louvre“ bezeichnet. Bis auf Baukräne und einem großen Betonklotz ist bislang dort jedoch nicht viel zu sehen. Als weitere Attraktion soll auf der West-Spitze von Saadiyat Island ein „Zayed National Museum“ entstehen sowie eine kleine Dependance des unvermeintlichen Guggenheim-Museums. Es soll also eine Art kleine Museumsinsel nach Vorbild der Berliner Museumsinsel entstehen. Nur halt in Strandnähe, bei bis zu 45 Grad Celsius im Sommer und unter Wüstenklima. Abu Dhabi versucht auf den Inseln das nachzuholen, was der Regierung in der City von Abu Dhabi so gründlich in den vergangenen 60 Jahren misslungen ist: Ein Gebiet zu schaffen, in dem luxuriöses Wohnen mit Kultur, Restaurants, Cafés und Ruhe möglich ist.
Die Insel könnte für all jene eine Alternative sein, die nicht in einem der Hotelbunker in Abu Dhabi City wohnen möchten. So wird selbst das Hilton-Hotel in Abu Dhabi City von Straßen umspielt, die an unerträglich laute Autobahnen erinnern. Recht luxuriös und still wohnt es sich in Abu Dhabi beispielsweise auf der Insel Saadiyat im St. Regist Saadiyat. Hier gibt es direkt angrenzend zum Hotel einen Golfplatz. In unmittelbarer Nachbarschaft residiert auch direkt am Meer das Park Hyatt Abu Dhabi. In beiden Hotels lässt es sich auch mit Kindern exklusiver und ruhiger Urlaub in Abu Dhabi genießen. Während es Ostern 2013 Ende März in Berlin noch schneit, kann man in Abu Dhabi bei angenehmen 30 bis 32 Grad am Strand oder Hotelpool liegen.
Polizeiauto in Abu Dhabi. Foto: netz-trends.de
Ein Nachteil auf Saadiyat Island: Es ist nicht viel los auf der Insel. Entweder schwingt man sich also ins eigene gemietete Auto und fährt ab und an in die City von Abu Dhabi oder man nimmt sich ein Taxi (30 Minuten Taxifahrt kosten ca. 17 Euro), um einem Zuviel an Ruhe auch einmal zu entkommen.
Auch wir sind mit einem Taxi in Abu Dhabi unterwegs. So fährt uns unser Taxifahrer, ein Nepalese, der als Gastarbeiter hier ist, weiter von der Insel Saadiyat über die erst seit gut 2 1/2 Jahren herrlich und großzügig gebaute Meeres-Autobahn, die Sheikh Zayed Road. Sie wurde – wie so viel in den Vereinigten Arabischen Emiraten – nach dem örtlichen Herrscherhaus benannt. So taucht denn auch das Konterfei des Herrschers immer wieder an zentralen Straßen und Plätzen auf haushohen Plakaten auf. Die Sheikh Zayed Road verbindet erstmals nicht nur die beiden zentralen und wichtigen Inseln von Abu Dhabi Saadiyat Island und Yas Island (Formel 1), sondern führt auch direkt per 90-minütiger Autofahrt nach Dubai und zurück.
Unser Taxifahrer hat Geduld mit uns. Denn unser Ziel ist es: Ein schönes Foto vom weltberühmten roten Dach der Ferrari World in Abu Dhabi mit im Gepäck nach Europa zu bringen. Doch das ist in einem flachen Wüstenland gar nicht so einfach. Auf jedem Hügelchen, auf jeder Seitenbrücke, bitten wir deshalb den Taxifahrer kurz anzuhalten. Selbst auf der Standspur der Autobahn stoppt er. Doch erst am Ende der Tour wissen wir: Die besten Fotos vom Gebäude der Ferrari World erhält man in direkter Nachbarschaft des Indoor-Vergnügungsparks und zwar von der Straße der vor erst wenigen Monaten eröffneten „Waterworld“. Fast alle anderen Versuche, das rote Riesenzeltdach der Ferrari-World mit dem Fotoapparat einzufangen, kann man sich sparen (von einer Luftaufnahme aus einem Hubschrauber heraus einmal abgesehen).
Die Ferrari World ist auch jenen architektonisch und als Eventhaus zu empfehlen, denen vielleicht nicht der Sinn nach Zuckerwatte und Abenteuerspielen ist. Denn ein Stopp hier lohnt sich allemal. Sowohl im Eingangsbereich lassen sich gute Erinnerungsfotos machen, als auch ist die Atmosphäre zwischen westlichen Touristen und verschleierten wohlhabenderen Araber-Frauen nicht zu unterschätzen. Auch lohnt sich ein kurzer Besuch im Ferrari Shop.
Nachdem unser Taxifahrer geduldig 30 Minuten am Eingang der Ferrari World gewartet hat, geht es weiter von der Ferrari-World in das luxuriöse neue Formel-1-Hotel Yas Island Rotana (5 Sterne). Das Hotel ist mittlerweile in jedem Reiseführer und auch auf Postkarten von Abu Dhabi abgelichtet. Das Hoteldach erinnert an zwei kuschelnde riesengroße Schildkröten. Wie schon im Emirates Palace, so gilt auch hier: Hereinspaziert. Der Luxus versteckt sich hier nicht. Sogar eine Fahrt im sogenannten „Blauen Aufzug“ (farblich entsprechend zu erkennen) ist in den 9. Stock zur Poolbar erlaubt (was im Emirates Palace nicht möglich ist).
Von dort oben, in dem edel ausgerichteten Barbereich, hat man nicht nur einen perfekten Blick auf die gesamte Ferrari-World (allerdings nur durch mit weißen Mustern durchzogenen Fenstern), sondern obendrein auch auf die edlen Unterkünfte des Formel-1-Zirkuses. Die Appartements der Formel-Eins-Mitarbeiter haben fast durchgängig eigene kleinen Yachthäfen, wie sich vom Yas-Hotel gut einsehen lässt. Doch sollte man so viel Stil an den Tag legen, die Gastfreundschaft der Emirati nicht zu überspannen und wenigstens einen Trink in der Poolbar zu bestellen. Wer mit dem Gedanken spielt, einige Tage Urlaub im Yas-Hotel zu machen, ist dort zwar auf jeden Fall gut aufgehoben, aber der reine Poolbereich im 9. Stock ist doch eher etwas bescheiden und wird durch die großflächig dort oben angelegte – allerdings recht noble – Gastronomie-Möglichkeit überdeckt.
Wem weniger an Fotomotiven der Ferrari-World gelegen ist, sondern die direkt am Hotel liegende Formel-1-Rennstrecke besuchen und fotografieren möchte, der sollte rechts an der Hoteleinfahrt in den offenen Hotelpark spazieren. Hier sieht man bereits die Tribünen der Abu Dhabi Formel 1 Strecke und auch die Rennstrecke selber. Von der Terrasse des Yas-Hotels – die sowohl durch das Hotel im Erdgeschoss, wie über den Park erreicht werden kann – lässt sich perfekt die Formel-Eins-Rennstrecke anschauen. Hier sitzen wohl die edlen Scheichs, wenn es zur Sache geht bei Hamilton & Co. Heute sind wir hier und staunen – auch wenn gar keine Rennen stattfinden.
Wieder hat unser Taxifahrer eine gute Idee. Die nächste Sehenswürdigkeit auf unserem kurzen Insel-Rundtrip sei das „Coins-Gebäude“: Ein Hochhaus, das einer Münze nachempfunden wurde. Doch vorher macht er noch halt im neuen Luxus-Wohnviertel von Abu Dhabi auf Yas Island. Dort, wo reiche Scheichs mit reichen Europäern ihre Eigentumswohnungen haben – und zwar am „Al Bandar Al Raha Beach“ (Taxifahrer fragen, ist noch in fast keiner Touristenkarte eingezeichnet).
An diesem Strandabschnitt ist auch die herrlich gelegene edle Ornina Restaurant & Lounge gelegen. Hier verkehren sowohl wohlhabende und reiche Araber, wie auch Europäer. Tipp: Besonders für den Abend sollte man sich hier einen Tisch reservieren. Nirgends sitzen man wohl in Abu Dhabi so herrlich und stilvoll am Meer wie hier – mit direktem Blick rüber zur Formel-1-Rennstrecke (Homepage: orninalounge.com).
+Einkaufen in Abu Dhabi, Besuch im Heritage Villages, Wüstentour und Fischmarkt
Wem weniger nach Essen der Sinn steht, sondern eher nach Shoppen oder zumindest nach Windows-Shoppen, der sollte einen Nachmittag oder einen Abend für die unter den Bewohnern von Abu Dhabi recht beliebte neue Carrefour-Mall der französischen Retail-Kette einplanen. Sie ist bis nach 22 Uhr geöffnet. Doch sollte man sich vor übertriebenen Erwartungen in Acht nehmen. Die Einkaufsmeile kann mit sonstigen Luxus-Shopping-Tempeln auf der Welt nicht mithalten, ist aber dennoch einen Besuch wert.
Grund: In wenigen Bereichen lässt sich an einem zentralen Ort so gut das höhere Upper-Class-Konsumverhalten der Bürger von Abu Dhabi studieren, wie hier. Weiß gekleidete Araber gehen hier mit ihren schwarz gekleideten und mehr oder weniger stark verschleierten Frauen aus. Doch häufig sieht man auch landestypisch die Männer einfach nur unter sich herumlaufen, ebenso die Frauen. Denn sowohl für eine Emirati-Frau wie einen Emirati-Mann schickt es sich nicht, außerhalb der Ehe mit dem anderen Geschlecht sich öffentlich zu zeigen.
So treffen wir in der Marina-Mall wieder jene Gruppen von weiß gekleideten Scheich-Männern, die hier ihre Langeweile beim Flanieren und manchmal auch Flirten zu umgehen suchen. Man schlendert herum, zeigt sich, will gesehen werden und kehrt in einem der mehr oder weniger edlen Restaurants oder Cafés in der Mall ein. Für Touristen lohnend kann es sein, in den Tower der Mall mit dem Aufzug hinauf zu fahren. Der oberste Stock erinnert ein bisschen an das Restaurant des Alex-Fernsehturms in Ost-Berlin. Hier hat man einen 360-Grad-Rundblick über Abu Dhabi. Wer hier essen möchte, sollte allerdings wenigstens einen dünnen Pullover und eine lange Hose dabei haben.
Denn wie so oft in heißen subtropischen Ländern gehört es zum Statussymbol, die Klimaanlage sehr stark aufzudrehen. Europäer empfinden deshalb solche Räumlichkeiten sehr schnell als unangenehm kühl. Doch auch, wer nur mal schauen möchte, sollte die Fahrt in den Aussichtsturm (kostenlos) beim Besuch der Carrefour-Mal (französische Retail-Kette) nutzen. Wer abends mit dem Taxi zurück in die Stadt möchte, muss sich vor der Carrefour-Mall besonders in den späteren Abendstunden auf eine ewig lange Warteschleife vor den Taxis gefasst machen. Besser: Moderne Busse fahren auch vom Einkaufszentrum zurück in die City. Zur Not mit einem solchen Bus ein oder zwei Stationen ins Blaue hinein nehmen und dann sich ein Taxi am Straßenrand nehmen.
Sehr gut lässt sich ein solcher Shopping-Besuch mit einem Trip in das benachbarte Heritage Villages verbinden. Achtung: Es ist samstags bis donnerstags ausschließlich zwischen 17 Uhr und 21 Uhr geöffnet. Nur am Freitag kann es bereits ab 15.30 bis 21 Uhr besucht werden (Adresse: Abu Dhabi Teater Rd). Im Heritage Village sollen sowohl Emiratis wie Touristen oder sonstige Reisende in einem lebendigen kleinen Outdoor-Markt die Vergangenheit Abu Dhabis wiederbelebt und gezeigt werden. Nicht entgehen lassen sollte man sich dabei einen Gesang und Wüstentanz von Emirati-Männern am hinteren rechten Ende des Heritage Village. Einigermaßen schön – nämlich direkt am Fluss mit Blick auf die Skyline von Abu Dhabi – sitzt man im „Al Aslah Restaurant“ direkt im Herritage Village. In der Regel sind Plätze ohne Reservierung zu haben. Ein Blick auf das Restaurant bekommt man über alasalahrestaurants.com.
Zwar versuchen die reichen arabischen Scheich-Clans ihre Kinder in die Familienbetriebe einzubinden und ihnen Arbeit zu besorgen, doch gelingt das nicht immer. Doch so oder so gilt es in einer Wüstenstadt Abu Dhabi besonders für die jungen Männer ihre viele Freizeit einigermaßen spaßbringend zu füllen. Eine beliebte Beschäftigung der jungen Upper-Class-Emirati ist es, mit dem eigenen Bentley, BMW, Porsche, Mercedes oder Audi sich mit anderen Kumpels auf Parkplätzen zu treffen. Häufig liegen diese am Stadtrand oder in der Nähe von attraktiven Hot-Spots (Shopping-Malls, touristische Attraktionen etc).
In der Nähe des Carrefour-Einkaufszentrums gibt es so einen Parkplatz. Hier sitzen sie abends um 21.30 Uhr in ihren teuren Autos – oftmals mehrere junge Männer in einem Wagen. Oder sie steigen aus und unterhalten sich mit den anderen Jungs, die ebenfalls ihre in der Regel weißen Luxusschlitten vorführen.
Ebenfalls eine schöne Freizeitaktivität kann es in Abu Dhabi sein, mit einem Jetski im Meer abends die Skyline von Abu Dhabi abzufahren. Ein Anbieter ist hier beispielsweise die Firma „Seacruiser“ (Homepage: seacruiser.ae). „Seacruiser“ bietet auch Familientouren auf mehrere der über 200 sonstigen Inseln von Abu Dhabi an. Diese sind teils durchaus touristisch erschlossen, aber meilenweit vom Massentourismus-Ansturm entfernt. Es ist also eher für jene etwas, die es gerne etwas weniger aufregend im Urlaub möchten. So lässt sich beispielsweise ein kompletter Sonnentag an einem der herrlichen Inselstrände verbringen.
Wer behauptet, in Abu Dhabi könne man nicht fünf Tage am Stück verbringen, war noch nie da. Oder er war zwar da, war aber zu bequem, sich ein gutes Programm zusammenzustellen – das außer am Pool oder Strand liegen und Bier trinken auch noch mehr umfasst. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, der Besuch des Central Market (schöne bezahlbare Lampen gibt es z.B. im „Persian Carpet House“ (Homepage: pch.ae) oder – durchaus spektakulär – der Besuch des Fischmarktes. Wer gerne schöne Teppiche sehen möchte, der sollte möglicherweise den Carpet Market (Mina Road Abu Dhabi) besuchen. Doch Achtung: Hier gibt es von chinesischer und türkischer maschinell hergestellter Massenware bis hin zu höchster Qualität an iranischen Perserteppichen alles. Entsprechend bunt und teils auch etwas aufdringlich sind die Verkäufer – häufig aus Pakistan, Afghanistan oder auch Indien. Unser Tipp: Schöne Qualitätsteppiche gibt es zum Beispiel im AMC im „Al Masra Carpet & Jurniching Shop“ beim Verkäufer „Mohammad“ (Shop No. – 7, Abu Dhabi Branch, Telefon: Vorwahl Abu Dhabi, dann 0508674424 bzw. 02-6734152, Fax: 02-6736215). Hier finden sich „Hand Made Irani, Kasmiri, Turkish, Jamrood, Badakshan, Sadaf oder Borsa Carpets“.
Hier sehen wir abends tausende phantastische und teils sündhaft teure frische Fische in der Auslage der Markthallte. Dutzende Männer bitten uns an die Verkaufstische der Großhalle. Typisch Abu Dhabi: Der Tourismus ist hier noch so dünn und so jungfräulich, dass es weder in der Nähe noch in der Fischhalle ein Fisch-Restaurant gibt. Dafür könnten wir, erzählen uns die englisch sprechenden Verkäufer, die Fische (zum Beispiel herrliche Red Snapper) bei ihnen kaufen und am Eingang der Fischhalle an mehreren Ständen braten lassen und sie dann mitnehmen. Vor Ort essen ist eher nicht sonderlich attraktiv, denn es gibt weder Tische noch Stühle, welche einem den Fischverzehr etwas entspannter gestalten würden.
Unsere letzte Station am Abreisetag führt uns in die Wüste von Abu Dhabi. Das Flugzeug (Lufthansa) geht erst nachts um 1.30 Uhr. Da ist eine Wüstentour vorher perfekt. So starten wir vom Hotel (Sheraton; circa 700 Euro für vier Nächte für ein Doppelzimmer in der Osterzeit; zuzüglich circa 30 Euro für Bier pro Tag) zu unserem letzten Abu-Dhabi-Abenteuer. Unser Tipp: Wer noch keine Wüstentour gemacht hat, für den kann es durchaus spektakulär sein, mit einem Range Rover (angeblich das beste Wüstenauto – zumindest nach Aussage der Emiratis in Abu Dhabi) über die teils 20 Meter hohen Sand-Dünen zu rasen.
Hierfür werden die Reifen der Geländewägen ungefähr zur Hälfte von der Luft befreit – sprich halb platt gemacht. Damit fährt es sich wesentlich besser im Sand. Abraten würden wir davon, in dem Wüstencamp von Abu Dhabi zu übernachten. Grund: Das kostet noch einmal mehr, als die üblichen 60 Euro pro Person und Camp-Besuch, lohnt sich aber nicht unbedingt – zumindest nicht in den billigen abgewohnten Baracken, die einem dort geboten werden. Vom Nächtigen in einem wunderbar ausgestatteten Beduinenzelt kann man hier eher nur träumen, es entspricht in Abu Dhabi aber nicht der Realität. Immerhin: Wir sind mit unserem Fahrer Abdul Kafi Al Moubarak sehr zufrieden. An einer Wüstentour Interessierte können können den Fahrer der „Sunshine Travel & Tours“ auch direkt buchen (Vorwahl Abu Dhabi, dann 050-7334007).
Das Wüstencamp selber ist ein arges Massenspektakel. Nach Schätzungen von netz-trends.de werden hier circa 700 Touristen im Monat durchgeschleust. Der Umsatz dürfte entsprechend bei rund 700.000 Euro im Jahr liegen. Von einem Emirati erfahren wir in der City von Abu Dhabi, dass – wie so vieles – auch das Wüstencamp angeblich direkt oder indirekt zum Privatbesitz des Herrschers und Besitzers von Abu Dhabi gehöre. Zu seinem Privatbesitz oder dem Besitz seiner Familie gehörten angeblich auch das „Sheraton Abu Dhabi Hotel & Resort“, das „Hilton International Abu Dhabi Hotel“, das „Park Hyatt Abu Dhabi“, das „Hotel Le Meridien Abu Dhabi“, das „Sofitel Abu Dhabi“, das „Mercure Jebel Hafeet Hotel“ oder „The Ritz-Carlton Abu Dhabi“ und viele andere Hotels (Übersicht unter: http://adnh.com/site/general/ADNH-Hotels.php).
Wer die tatsächlichen Besitzer dieser sowie zahlreicher weiterer durch die „Abu Dhabi National Hotels“ (AD National Hotels; Homepage: www.adnh.com). unterhaltenen Hotels sind, konnten wir nicht überprüfen, halten es aber für nicht unwahrscheinlich, dass sie tatsächlich direkt in den Besitz der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehören – wie auch der Wüstentour-Veranstalter „Sunshine Travel & Tours“. Nur der Vollständigkeit der Information halber: Der ADNH-Homepage entnehmen wir, wonach im Board der Hotel-Holding AD National Hotels folgende Personen sitzen: H.E. Salem Mohamed Athaith Al-Ameri (Chairman), Mr. Ahmed bin Khalaf Al Otaiba (Vice Chairman), Sheikh Ahmed bin Mohammed Al Dhaheri, Mr. Abdulrahman Hader Al Meraikhi, Mr. Hamad Abdullah Al Shamsi, Mr. Mohamed bin Thaloob Al Darei, Mr. Khamis Mohamed Buharoon, Mr. Khalid Hajji Khouri sowie Mr. Alaa Mohamed Eraiqat.
Wer länger als fünf Tage in Abu Dhabi Urlaub verbringt, der könnte zudem noch mit einem Mietwagen in die alte Wüsten-Oasenstadt Al Ain fahren. Sie ist gleichzeitig Geburtsstätte des Herrschergeschlechtes von Abu Dhabi und wird seit 2011 als eines von zahlreichen arabischen UNESCO-Weltkulturerben gelistet. In der weitläufigen Oase gibt es beispielsweise – ähnlich wie im Oman – eine alte Lehmburg zu besichtigen (Al Jahili Fort). Wer seine Reise nach Abu Dhabi bereits vor Anreise gut durchplant, der könnte, neben einem Hotel in Abu Dhabi City oder auf einer der angrenzenden Inseln, während einer Tour in die Wüstenstadt Al Ain mit ein oder zwei Nächten in einem luxuriöseren Wüstenressorts einplanen. So nennen wäre hier beispielsweise das „Al Gharbia Desert Islands Resort & Spa By Anantara“.
+Hoteltipps Abu Dhabi
Unser Favorit in Abu Dhabi City ist das durchaus noch bezahlbare „Sheraton Abu Dhabi Hotel & Resort“ (vier Nächte kosten an Ostern 2013 für ein Doppelzimmer circa 700 Euro). Die Anlage ist zwar bestimmt 25 bis 30 Jahre alt und das sieht man ihr äußerlich architektonisch auch an. Dafür verfügt sie aber über den unschätzbaren Vorteil, dass ihre Lage nur auf der einen Seite von einer lauten Straße gestreift wird, dafür es aber nach hinten hinaus recht ruhig ist – normalerweise. Doch derzeit werden hinter dem Hotel – allerdings mit gebührendem Abstand – zwei Hoteltürme Tag und Nacht in die Höhe gezogen. Das macht es etwas laut, so dass sich nicht wenige Gäste an Ostern 2013 darüber beschwerten oder sich gar darüber ärgerten.
Doch der Lärm ist tagsüber durchaus noch erträglich. Was aber bleibt, ist mit dem Sheraton ein Hotel, das wie wenige in Abu Dhabi über umfangreich Grund und Boden – sogar einen größeren Strand an einer Stadtlagune – verfügt. Wäre das Hotel heute in zentraler City-Lage in Abu Dhabi gebaut worden, wäre wohl der Außen-Spa-Bereich erheblich kleiner, da für einen Hotelbetreiber kaum mehr finanzierbar.
Ein abschreckendes Beispiel einer Hotelanlage in Abu Dhabi City ist zumindest nach Ansicht von netz-trends.de ein Hotel, das sich großspurig „Le Royal Meridien Abu Dhabi“ nennt. Nicht nur liegt es in einer furchtbaren Häuser- und Straßenschlucht im schlimmsten City-Lärm. Auch der Spa-Bereich im Innenteil des Hotels erinnert eher an eine billige Ballermann-Atmosphäre auf Mallorca. Dazu passt, dass während unseres Test-Besuches in einem der Hotel-Bars Striptease-Tänzerinnen ihre Runden auf der Bühne drehen und Touristen dazu johlen. Wem so etwas gefällt, der mag sich dort wohler fühlen. Die Preislage ist in etwa jene vom Sheraton Abu Dhabi.
+Sonstige Reiseinformationen und Hintergründe zu Abu Dhabi
Wer gerne gut isst, der sollte sich an einem Touristen-Informations-Center den kleinen Pocket-Führer „Where to Eat in Abu Dhabi“ besorgen. Hier kann man schöne und gute Restaurants finden, die sonst absolut unauffindbar wären. Dazu gehört auch das deutsche „Brauhaus“ (im Beach Rotana Hotel) oder arabische, französische, italienische oder asiatische Küche. Weitere Informationen über die Webseite visitabudhabi.ae.
Wer gerne Auto fährt, ist in Abu Dhabi richtig, denn das Benzin gehört in dem Ölstaat weltweit zu den billigsten: 25 Cent je Liter Benzin. Noch billiger ist es nur in Saudi-Arabien mit circa 20 Cent. Hochzeiten werden in Abu-Dhabi nur abends abgehalten. Da kann es sein, dass bis zu 400 oder mehr Hochzeitsgäste kommen. Die Emiratis schicken ihre Kinder in der Regel auf internationale Schulen. Einige der Schulen verlangen Schuluniformen. Der Herrscher von Abu Dhabi baut derzeit einen neuen Palast. Er ist, wie der alte, am Ende der Lagune, auf der auch das Heritage Village steht. Emiratis und Gastarbeiter bezahlen keine Steuern. Eine Emirati-Familie mit beispielsweise sechs Kindern erhält circa 350 Euro Zuschuss vom Staat.
Verliert ein Emirati seinen Job, bekommt er Geld vom Staat. Circa 80 Prozent der Einwohner von Abu Dhabi sind Gastarbeiter – vor allem aus Indien, Bangladesch, Nepal, aber auch aus Asien. Abu Dhabi ist nicht demokratisch, es gibt keine Wahlen. Die Herrscherfamilie besitzt letztlich fast alles, sorgt aber auch umfangreich für das Land: Straßen und Infrastruktur sind hervorragend. Erst im Februar wurde ein neuer drei Kilometer langer Tunnel in Abu Dhabi City eröffnet. Gleichzeitig werden neuen Wohnviertel in und um Abu Dhabi City hochgezogen – sowohl für die Wohlhabenden oder Reichen als auch die sozial schwächeren. Eine In-Gegend sind zum Beispiel derzeit die Mangroven-Villen mit Strandzugang – aber mit der Vorderseite an einer lauten Straße gelegen.
In Abu Dhabi gibt es kaum gefährliche Tiere. Allerdings sind in der Wüste hochgiftige Schlangen beheimatet, die die Einheimischen aber kaum zu sehen bekommen, da sie als scheu gelten. Zudem kriechen sie überwiegend in den heißesten Monaten – also August um September – aus dem Sand. Lautes Auftreten verscheucht Schlangen aber in der Regel. Auf Abu Dhabis Autobahnen gilt die Richtgeschwindigkeit von 120. Dabei gibt es eine Toleranzschwelle bis 140 Stundenkilometer. Wer schneller als 140 fährt und dabei von einer der am Straßenrand unauffällig aufgestellten Kameras (meist graue Kästen die circa einen Meter über Erdboden montiert sind) erwischt wird, bekommt eine Strafe von rund 120 Euro. Bei Wiederholung droht der Entzug des Führerscheins von bis zu einem Jahr. Doch: Es ist bekannt, dass reiche und mächtige Familien den Führerschein für die Kids schneller wieder zurückbekommen können – vorausgesetzt sie verfügen über die entsprechenden Kontakte in die Verwaltungsbehörden.
+Sicherheitstipps von der Tourismuspolizei in Abu Dhabi
Das Land Abu Dhabi gilt als sehr sicher. Die Kriminalitätsrate ist niedrig. Dennoch nennt die Tourismuspolizei von Abu Dhabi in einem Faltblatt folgende Punkte: Der Besitz und Konsum von Drogen und Betäubungsmitteln ist strafbar. Das schließt aber nicht aus, dass Touristen in einem Outdoor-Restaurant in Abu Dhabi Getränke mit den Namen „Speed“ und „Tiger“ angeboten werden. Es sind beides klassische Namen für extreme asiatische „Aufputscht“-Getränke.
Zudem solle man, so die Tourismuspolizei, jegliches Verhalten meiden, „welches in der Öffentlichkeit als unanständig“ empfunden werden könnte. Hierzu gehört zum Beispiel küssen. Doch trotz dieser Bitte haben wir zahlreiche Pärchen gesehen, die sich öffentlich geküsst haben, ohne dass es einen Volksaufstand gegeben hätte.
Ein weiterer Rat der Tourismuspolizei von Abu Dhabi: Man solle „respektvolle Kleidung“ tragen. Das heißt: Man solle die kulturellen Gewohnheiten akzeptieren. Ein Minirock bis kurz unter die Hinternfalte mag in Europa als sexy und schick gelten, in den Vereinigten Arabischen Emiraten kommt das aber eher unter der Marke „Dame von St. Pauli“ an.
Des Weiteren solle man beachten – wie immer im Ausland – einen Ausweis bei sich zu haben. Mit Kreditkarten kann man fast immer bezahlen (mit Visa häufiger als mit American Express).
Zudem gelte, so die Tourismuspolizei: In den Autos sollte man keine Wertsachen liegen lassen und nach europäischem Vorbild durchaus die Autotüren abschließen (nur auf Long Island nördlich von New York kann man heute noch Nachts sein Auto in der Einfahrt seiner Privatvilla unabgeschlossen stehen lassen).
Außerdem gilt: Militärische Gebiete dürfen nicht fotografiert werden (allerdings haben wir davon sowieso keine gesehen).
Beim Einkaufen ist zu beachten: Wer einkauft, sollte seine Quittung kontrollieren. Hier müssen gesetzlich vorgeschrieben sämtliche Positionen aufgeführt werden (Steuer etc.).
Wichtig beim Taxifahrern: Wer ein Taxi über einen längeren Zeitraum – zum Beispiel für eine Stadtbesichtigung – nutzt – sollte durchaus mit 20 Prozent Trinkgeld sein Wohlwollen gegenüber dem Taxifahrer zeigen. Grund: Wartezeiten bekommen Taxifahrer in Abu Dhabi fast nie bezahlt; doch die sind beim Taxi-Sightseeing obligatorisch.
Einsame Strände sollten gemieden werden.
Während des Fastenmonats Ramadan sollte man die Vereinigten Arabischen Emirate – wie viele andere arabische Staaten – eher meiden. Restaurants und Geschäfte sind häufig ganztags geschlossen und nur manche sind abends ein paar Stunden geöffnet. Auch darf öffentlich nicht gegessen, geraucht oder getrunken werden (vom Hotelbereich einmal abgesehen).
Wie in vielen anderen Ländern auch, so ist die Polizei in Abu Dhabi über die Rufnummer 999 erreichbar. Die Touristenpolizei in Abu Dhabi hat die kostenlose Rufnummer 8002626.
Weitere Informationen möchte: hr.adpolice.gov.ae/tourismpolice (deutsche Informationen vorhanden).