Laut Destatis könnten 2050 rund 23 bis 24 Prozent der Menschen in Privathaushalten allein wohnen
Das Wichtigste in Kürze
- Die Zahl der Einpersonenhaushalte könnte von 17,9 Millionen im Jahr 2024 auf 18,5 bis 19,2 Millionen im Jahr 2050 steigen.
- Bei den Menschen ab 60 Jahren wächst die Zahl der Einpersonenhaushalte in allen drei betrachteten Bevölkerungsvarianten.
- Mehr Einpersonenhaushalte sind auch bei insgesamt weniger Privathaushalten möglich.
In Deutschland könnten 2050 fast ein Viertel der Menschen in Privathaushalten allein wohnen. Das geht aus der Haushaltsvorausberechnung hervor, die das Statistische Bundesamt am 5. November 2026 vorgelegt hat. Im Basisjahr 2024 lag der Anteil bei 21 Prozent. Gleichzeitig könnte die Gesamtzahl der Haushalte sinken.
Die beiden Entwicklungen passen zusammen, weil sich die Größen der Haushalte verschieben. Für den Wohnungsmarkt kommt es daher neben der Zahl der Haushalte auch darauf an, welche Wohnungen sie brauchen und wo diese liegen. Die Berechnung von Destatis zeigt diese Verschiebung auf Bundesebene. Über die künftige Miete einer Wohnung oder den Bedarf eines einzelnen Viertels sagt sie direkt nichts aus.
Weniger Haushalte insgesamt sind möglich
Für 2024 setzt Destatis 41,8 Millionen Privathaushalte an. Bei moderater Bevölkerungsentwicklung wären es 2050 rund 40,9 Millionen, bei einer relativ alten Bevölkerung 39,7 Millionen. In der Variante mit einer relativ jungen Bevölkerung ergibt sich dagegen ein leichter Zuwachs um etwa ein Prozent. Dahinter stehen unterschiedliche Annahmen über Geburten, Lebenserwartung und Wanderung.
Bei den Einpersonenhaushalten zeigen die drei Varianten in dieselbe Richtung. Ausgehend von 17,9 Millionen im Basisjahr ergibt sich eine Spanne von 18,5 bis 19,2 Millionen im Jahr 2050. Rechnerisch sind das rund 600.000 bis 1,3 Millionen zusätzliche Einpersonenhaushalte. Zugleich geht die Zahl der Haushalte mit zwei, drei oder vier Personen in den drei betrachteten Trendvarianten zurück.
Besonders deutlich ist die Verschiebung in zwei älteren Gruppen. Bei den 60- bis unter 70-Jährigen und den Menschen ab 80 erwartet Destatis besonders starke Zuwächse. Für die 20- bis unter 40-Jährigen ergibt sich dagegen ein Rückgang. Die Veränderung betrifft also die Altersgruppen unterschiedlich. Aus der Statistik lässt sich weder ablesen, ob jemand freiwillig allein lebt, noch wie eng die Kontakte zu anderen Menschen sind.
Wohnungsgröße und Lage getrennt betrachten
Für Städte und Gemeinden lohnt es sich, bei der Planung zwei Fragen zu trennen. Die erste lautet, wie viele Haushalte es vor Ort künftig geben könnte. Die zweite lautet, wie der Bestand zu diesen Haushalten passt. Ein Gebäude kann beispielsweise kleine Wohnungen bieten, aber nur über Treppen erreichbar sein. Umgekehrt kann eine größere Wohnung mit Aufzug und kurzen Wegen zu Einkauf und Bus für jemanden besser geeignet sein als eine kleine Wohnung am Ortsrand.
Auch im regionalen Vergleich gibt es Unterschiede. Für die ostdeutschen Flächenländer berechnet Destatis in allen drei Varianten einen Rückgang bei der Gesamtzahl der Privathaushalte. Im Szenario mit relativ alter Bevölkerung liegt das Minus dort bis 2050 bei zwölf Prozent. Die Zahl gilt für die Ländergruppe insgesamt. Für die Planung einer einzelnen Gemeinde kommt es zusätzlich darauf an, welche Wohnungen dort schon existieren, wie zugänglich sie sind und wie sich die Bevölkerung vor Ort entwickelt.
Wer selbst über einen Umzug im Alter nachdenkt, kann aus dieser Unterscheidung eine praktische Prüfliste ableiten. Neben der monatlichen Gesamtbelastung zählen beispielsweise die Stufen vom Gehweg bis zur Wohnung, ein erreichbarer Aufzug und die Wege zu regelmäßig genutzten Angeboten. Sinnvoll ist es, diese Wege vor einer Entscheidung tatsächlich abzugehen. Die Projektion beschreibt langfristige Veränderungen. Der Nutzen einer bestimmten Wohnung entscheidet sich im Alltag.
Häufige Fragen
Sind 23 bis 24 Prozent der Anteil an den Haushalten?
Die Prozentzahl bezieht sich auf Menschen in Privathaushalten. Bei einem Anteil an allen Haushalten wäre die Bezugsgröße eine andere, weil Mehrpersonenhaushalte jeweils mehrere Menschen umfassen.
Sind die Zahlen für 2050 eine Prognose?
Destatis berechnet Szenarien mit unterschiedlichen Annahmen. Die veröffentlichte Spanne zeigt, welche Ergebnisse sich unter diesen Annahmen ergeben. Sie gibt kein garantiertes Ergebnis für 2050 an.
Quellen und Stand
Recherchestand: 6. November 2026.
Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.
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