Interhyp meldet 4,4 Prozent für zehn Jahre Zinsbindung, Destatis zählt 0,6 Prozent höhere Immobilienpreise im zweiten Quartal 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Der Baufinanzierer Interhyp meldete am 15. Oktober 2026 einen Durchschnittszins von rund 4,4 Prozent für Baukredite mit zehn Jahren Zinsbindung in Deutschland.
- Das Statistische Bundesamt registrierte für Wohnimmobilien im zweiten Quartal 2026 ein Preisplus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, mit deutlichen regionalen Unterschieden.
- Bei einem Beispielkredit über 300.000 Euro mit 2 Prozent Tilgung verändert ein Prozentpunkt Zinsunterschied die Monatsrate laut einer Modellrechnung von NETZ-TRENDS um rund 250 Euro.
Bauzinsen bleiben in Deutschland auf hohem Niveau: Der Baufinanzierer Interhyp meldet für Oktober 2026 rund 4,4 Prozent bei zehn Jahren Zinsbindung. Die Preise für Wohnimmobilien legten trotzdem leicht zu.
Wer jetzt eine Immobilie kauft oder eine Anschlussfinanzierung braucht, kalkuliert damit deutlich höhere Monatsraten als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig zeigen die amtlichen Zahlen des Statistischen Bundesamts: Die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland sind trotz der gestiegenen Zinsen nicht gefallen, sondern insgesamt leicht gestiegen – wenn auch regional sehr unterschiedlich.
Woher die 4,4 Prozent kommen
Der Münchner Baufinanzierer Interhyp AG teilte in ihrem „Zins-Update Oktober“ mit, dass sich die Bauzinsen in Deutschland „auf erhöhtem Niveau stabilisieren“. Für eine zehnjährige Zinsbindung nennt das Unternehmen im Schnitt rund 4,4 Prozent. Zu kürzeren oder längeren Zinsbindungen machte die Mitteilung vom 15. Oktober 2026 keine Angaben.
Nach Einschätzung von Interhyp-Vertriebsvorstand Ingo Foitzik ist kein nachhaltiger Rückgang der Bauzinsen zu erwarten, solange sich der internationale Konflikt um den Iran nicht entspannt. Im kurzfristigen Ausblick der nächsten ein bis zwei Monate rechnet der Großteil der von Interhyp befragten Banken mit gleichbleibenden Zinsen, ein kleinerer Teil mit leicht fallenden. Mit einem kurzfristigen Anstieg rechnet demnach niemand im befragten Bankenpanel. Für die längere Frist sind die Einschätzungen geteilter: Eine Mehrheit der Institute erwartet fallende Zinsen, eine Minderheit einen weiteren Anstieg.
Einen Hinweis auf die Kreditvergabe selbst gibt die Deutsche Bundesbank in ihrer Oktober-Umfrage zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey): Banken in Deutschland lockerten demnach ihre Vergaberichtlinien für private Wohnungsbaukredite im dritten Quartal 2026 – anders als bei Unternehmenskrediten, wo sie strenger wurden. Das deutet darauf hin, dass der hohe Zins nicht zwangsläufig mit einer restriktiveren Kreditvergabe einhergeht.
Ein Prozentpunkt Zins kostet 250 Euro im Monat
Was 4,4 Prozent für die eigene Monatsrate bedeuten, lässt sich an einem Beispiel zeigen. Die Rechnung ist eine Modellrechnung von NETZ-TRENDS, keine Prognose und kein Angebot eines Anbieters.
Modellrechnung: Kredit über 300.000 Euro, 2 Prozent Tilgung
- Bei 4,4 Prozent Zins (Interhyp-Schnitt Oktober 2026): 6,4 Prozent Zins und Tilgung zusammen, das sind 19.200 Euro pro Jahr beziehungsweise 1.600 Euro Monatsrate.
- Bei 3,4 Prozent Zins (ein Prozentpunkt weniger): 5,4 Prozent zusammen, 16.200 Euro pro Jahr beziehungsweise 1.350 Euro Monatsrate.
- Bei 5,4 Prozent Zins (ein Prozentpunkt mehr): 7,4 Prozent zusammen, 22.200 Euro pro Jahr beziehungsweise 1.850 Euro Monatsrate.
Rechenweg und Einschränkung: Zins- und Tilgungssatz addiert, mal Kreditsumme, geteilt durch zwölf Monate. Ohne Nebenkosten, Sondertilgungen oder Zinsänderung während der Laufzeit. Reale Angebote unterscheiden sich je Anbieter, Eigenkapitalquote und Bonität – die Modellrechnung zeigt nur die Größenordnung eines einzelnen Prozentpunkts.
Wer vor einigen Jahren zu deutlich niedrigeren Zinsen gebaut oder gekauft hat, bekommt diesen Unterschied bei der Anschlussfinanzierung zu spüren, sobald die ursprüngliche Zinsbindung endet. Ein Wechsel des Anbieters bei der Anschlussfinanzierung ist in Deutschland grundsätzlich möglich und kann sich lohnen, auch wenn das aktuelle Zinsniveau insgesamt hoch bleibt.
Warum die Immobilienpreise trotzdem steigen
Höhere Zinsen bremsen die Nachfrage normalerweise, weil Finanzierungen teurer werden. Trotzdem meldete das Statistische Bundesamt (Destatis) für das zweite Quartal 2026 einen bundesweiten Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in Deutschland um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und um 0,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026. Der Wert für das erste Quartal wurde zugleich von zunächst 1,4 auf 1,2 Prozent nach unten korrigiert.
Entscheidend ist die regionale Verteilung: In den sieben größten deutschen Metropolen sanken die Preise für Eigentumswohnungen im Jahresvergleich leicht, während Häuser dort etwas teurer wurden. In kreisfreien Städten außerhalb der Metropolen zogen sowohl Wohnungen als auch Häuser an. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen gaben die Preise für Wohnungen und Häuser dagegen nach.
| Region | Wohnungen ggü. Vorjahr | Häuser ggü. Vorjahr |
|---|---|---|
| Die sieben größten Metropolen | −0,4 % | +0,7 % |
| Kreisfreie Städte außerhalb der Metropolen | +2,0 % | +0,7 % |
| Dicht besiedelte Landkreise | −1,8 % | +1,0 % |
| Dünn besiedelte Landkreise | −0,6 % | −0,4 % |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Häuserpreisindex für Deutschland, 2. Quartal 2026, veröffentlicht am 24. September 2026. Vorläufige Werte.
Destatis nennt dafür keine einzelne Ursache. Erklärbar ist das Muster unter anderem damit, dass viele Käufe inzwischen mit deutlich mehr Eigenkapital finanziert werden und damit weniger stark auf den Zins reagieren, während in begehrten Lagen außerhalb der Metropolen weiterhin spürbar mehr Nachfrage als Angebot besteht.
Was vor dem Abschluss zu prüfen ist
Praktische Checkliste vor der Finanzierung
- Angebote mehrerer Anbieter einholen und vergleichen, nicht nur bei der eigenen Hausbank – die genannten Zinssätze schwanken je Institut und Bonität.
- Höhe der Tilgungsrate bewusst wählen: Eine höhere Tilgung senkt die Zinskosten über die Laufzeit, erhöht aber die monatliche Belastung.
- Länge der Zinsbindung an die eigene Planungssicherheit anpassen – eine längere Bindung schützt vor künftigen Zinsanstiegen, kostet aber meist einen Aufschlag.
- Sondertilgungsrechte und ihre Bedingungen im Vertrag genau prüfen, bevor unterschrieben wird.
- Bei Anschlussfinanzierungen frühzeitig vergleichen: Ein Wechsel des Anbieters ist in der Regel möglich und unterliegt keiner Pflicht, beim bisherigen Institut zu bleiben.
Eine pauschale Empfehlung für oder gegen den Kauf lässt sich daraus nicht ableiten – wie viel Finanzierung sich lohnt, hängt von Einkommen, Eigenkapital und der persönlichen Lebensplanung ab.
Häufige Fragen
Werden die Bauzinsen in Deutschland bald wieder sinken?
Das lässt sich derzeit nicht belegen. Interhyp rechnet laut eigener Oktober-Mitteilung kurzfristig mit stabilen bis leicht fallenden Zinsen; für die längere Frist gehen die Einschätzungen der befragten Banken auseinander.
Warum steigen die Immobilienpreise trotz höherer Zinsen?
Laut Destatis stiegen die Preise bundesweit nur leicht und regional sehr unterschiedlich – in den Metropolen sanken die Preise für Wohnungen sogar. Eine einzelne amtliche Erklärung dafür gibt es nicht.
Was bedeutet ein Prozentpunkt Zinsunterschied in der Praxis?
Bei einem Beispielkredit über 300.000 Euro mit 2 Prozent Tilgung macht ein Prozentpunkt Zins laut der Modellrechnung in diesem Artikel rund 250 Euro Unterschied in der Monatsrate.
Muss ich eine Anschlussfinanzierung bei meiner bisherigen Bank abschließen?
Nein. Ein Wechsel des Anbieters ist bei einer Anschlussfinanzierung in Deutschland grundsätzlich möglich. Ein Vergleich mehrerer Angebote kann sich gerade bei gestiegenen Zinsen lohnen.
Wie gehen Sie mit den gestiegenen Bauzinsen um: Warten Sie auf sinkende Zinsen, oder planen Sie trotzdem jetzt? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentare.
Quellen und Stand
- Interhyp AG: Pressemitteilung „Zins-Update Oktober – Bauzinsen stabilisieren sich auf erhöhtem Niveau“, verbreitet über dpa-AFX/OTS, 15.10.2026
- Deutsche Bundesbank: Oktober-Ergebnisse der Umfrage zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) in Deutschland
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026: +0,6 % zum Vorjahresquartal, Pressemitteilung Nr. 336 vom 24.09.2026
Recherche- und Datenstand: 1. November 2026.
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.