Der südkoreanische Speicherchiphersteller verdient durch den KI-Boom so viel wie nie – mit Folgen für Speicherpreise in Deutschland.

Das Wichtigste in Kürze

  • SK Hynix meldet für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 104,6155 Billionen Won (rund 70,3 Milliarden Euro) – erstmals über 100 Billionen Won und 328 Prozent mehr als vor einem Jahr.
  • Der Betriebsgewinn stieg um 632 Prozent auf 83,3338 Billionen Won (rund 56,0 Milliarden Euro), die Betriebsmarge auf einen Rekordwert von 80 Prozent.
  • Für das Geschäftsjahr 2026 plant das Unternehmen Ausschüttungen und Aktienrückkäufe von zusammen rund 100 Billionen Won (rund 67,2 Milliarden Euro) an die Anteilseignerinnen und Anteilseigner.
  • Grund ist die hohe Nachfrage nach KI-Speicherchips (HBM) für Nvidia & Co. – dieselbe Verschiebung der Fertigungskapazitäten, die laut Marktforschern auch gewöhnlichen Arbeitsspeicher für PCs und Handys in Deutschland verteuert.

SK Hynix hat im dritten Quartal 2026 mehr verdient als je zuvor in der Firmengeschichte. Der südkoreanische Speicherchiphersteller kündigte zugleich an, rund 100 Billionen Won an seine Aktionärinnen und Aktionäre auszuschütten.

Der zweitgrößte Speicherchiphersteller der Welt profitiert vom anhaltenden Ausbau von KI-Rechenzentren: Cloud-Konzerne und Chipdesigner wie Nvidia kaufen enorme Mengen an Hochleistungsspeicher (HBM, High Bandwidth Memory) für ihre KI-Beschleuniger – zu Preisen und Margen, von denen gewöhnliche Computer-Bauteile weit entfernt sind.

Anzeige

Für Anlegerinnen und Anleger in Deutschland, die SK-Hynix-Aktien halten, und für alle, die einen neuen PC oder ein neues Smartphone kaufen wollen, zeigen die Zahlen zwei Seiten derselben Entwicklung: Rekordgewinne auf der einen, steigende Bauteilpreise auf der anderen Seite.

Die Zahlen zum Rekordquartal

Nach eigenen, noch vorläufigen und ungeprüften Angaben (K-IFRS) erzielte SK Hynix im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 104,6155 Billionen Won. Das sind 32 Prozent mehr als im Vorquartal und 328 Prozent mehr als im dritten Quartal 2025, als der Umsatz bei 24,4489 Billionen Won lag. Der Betriebsgewinn kletterte auf 83,3338 Billionen Won, ein Plus von 38 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 632 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Betriebsmarge erreichte laut Unternehmensangaben 80 Prozent – ein Rekordwert, drei Prozentpunkte mehr als im Vorquartal und 33 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Der Nettogewinn fiel mit 39,7756 Billionen Won zwar um 58 Prozent niedriger aus als im zweiten Quartal 2026, lag aber immer noch 216 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Kasse von SK Hynix wuchs auf 114,5 Billionen Won, bei Schulden von 15,8 Billionen Won ergibt das einen Netto-Cash-Bestand von 98,7 Billionen Won.

Anzeige
Kennzahl 3. Quartal 2025 2. Quartal 2026 3. Quartal 2026
Umsatz 24,4489 Bio. Won 79,3187 Bio. Won 104,6155 Bio. Won
Betriebsgewinn 11,3834 Bio. Won 60,5426 Bio. Won 83,3338 Bio. Won
Betriebsmarge 47 % 76 % 80 %
Nettogewinn 12,5975 Bio. Won 93,9226 Bio. Won 39,7756 Bio. Won

Vorläufige, ungeprüfte Zahlen nach koreanischem IFRS-Standard (K-IFRS). Quelle: SK hynix Newsroom, Q3 2026 Business Results, 28. Oktober 2026.

Warum der Gewinn so stark steigt

Der Sprung hat einen klaren Treiber: Hochleistungsspeicher für künstliche Intelligenz. SK Hynix gehört neben Samsung und Micron zu den drei einzigen Herstellern von HBM-Speicher (High Bandwidth Memory), der in den KI-Beschleunigern großer Chipdesigner wie Nvidia verbaut wird. Weil Cloud-Konzerne weltweit ihre Rechenzentren für KI-Anwendungen ausbauen, ist die Nachfrage nach diesen Spezialchips laut Unternehmensangaben so hoch, dass SK Hynix seine Fertigungskapazitäten zunehmend von gewöhnlichem Arbeitsspeicher auf HBM umschichtet.

„Wir werden unsere Wettbewerbsfähigkeit bei HBM auf die nächste Chip-Generation übertragen.“

Kwak Noh-Jung, CEO von SK hynix Inc.

Nach Angaben des Unternehmens soll HBM4 im vierten Quartal 2026 den Vorgänger HBM3E sowohl bei der Absatzmenge als auch beim Umsatz überholen und zum Hauptprodukt werden. SK Hynix teilte zudem mit, die Werkserweiterung M15X solle bis Jahresende die volle Kapazität erreichen.

Anzeige

Was mit dem Geld passiert

SK Hynix kündigte an, den Anteilseignerinnen und Anteilseignern für das Geschäftsjahr 2026 insgesamt rund 100 Billionen Won zurückzugeben – mindestens 30 Billionen Won als Bardividende und mindestens 60 Billionen Won über Aktienrückkäufe und -einziehungen. Darin enthalten ist ein im August angekündigter Rückkauf über 40 Billionen Won, der nach Unternehmensangaben eine Woche vor der Ergebnisveröffentlichung abgeschlossen wurde.

Für das dritte Quartal beschloss der Vorstand laut Mitteilung eine Bardividende von insgesamt 14 Billionen Won beziehungsweise 20.000 Won pro Aktie, davon 10.000 Won als reguläre und 10.000 Won als Sonderdividende aus den Erträgen der Beteiligung am japanischen Speicherhersteller Kioxia. Hinzu kommt ein Aktienrückkauf über 20 Billionen Won, von denen 10 Billionen Won vollständig eingezogen werden; die übrigen rund 10 Billionen Won sind für Mitarbeiterprogramme vorgesehen und zählen nicht zur Ausschüttung an die Aktionärinnen und Aktionäre.

Umrechnung: Die wichtigsten Won-Beträge in Euro

  • Umsatz 3. Quartal: 104,6155 Billionen Won ≈ 70,3 Milliarden Euro.
  • Betriebsgewinn 3. Quartal: 83,3338 Billionen Won ≈ 56,0 Milliarden Euro.
  • Ausschüttungsplan 2026 gesamt: rund 100 Billionen Won ≈ 67,2 Milliarden Euro.
  • Dividende pro Aktie (3. Quartal): 20.000 Won ≈ 13,44 Euro.
  • Rechenweg: Won-Betrag geteilt durch den EZB-Referenzkurs von 1.488,40 Won pro Euro (Stand 29. Oktober 2026).

Die Umrechnung dient der Einordnung und ist keine Handels- oder Steuerangabe. Wechselkurse schwanken täglich; maßgeblich für eigene Berechnungen ist der jeweils aktuelle Kurs.

Was das für Käuferinnen und Käufer in Deutschland bedeutet

Die Rekordzahlen haben eine Kehrseite, die NETZ-TRENDS erst am Vormittag in einem eigenen Beitrag beschrieben hat: Weil SK Hynix, Samsung und Micron ihre Fertigung zunehmend auf margenstarke KI-Speicherchips ausrichten, bleibt für gewöhnlichen Arbeitsspeicher und Flash-Speicher in PCs, Laptops und Smartphones weniger Kapazität übrig. Das Marktforschungsunternehmen TrendForce rechnet deshalb für das vierte Quartal 2026 mit 10 bis 20 Prozent höheren Vertragspreisen bei DRAM und NAND-Flash.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland heißt das: Wer in diesem Winter einen neuen Rechner oder ein neues Smartphone kauft, bekommt die Folgen der HBM-Nachfrage indirekt über den Gerätepreis zu spüren – auch wenn SK Hynix selbst keine Endprodukte an deutsche Kundinnen und Kunden verkauft.

Der Ausblick von SK Hynix

Für die Zukunft rechnet SK Hynix mit anhaltender Knappheit: Das Angebot an Speicherchips werde nach eigener Einschätzung bis mindestens 2030 unter der Nachfrage bleiben. Langfristverträge mit 14 großen Kundinnen und Kunden decken nach Unternehmensangaben bereits mehr als die Hälfte der für 2027 und 2028 geplanten Fertigungskapazität ab, die Vertragspreise bewegten sich dabei innerhalb vereinbarter Bandbreiten je nach Marktlage.

Für 2027 kündigte das Unternehmen deutlich höhere Investitionen an, sobald die erste Ausbaustufe des neuen Werks in Yongin in den Vollbetrieb geht; Umfang und Zeitpunkt will SK Hynix dabei weiter an Nachfrage und Rendite anpassen. Eine geplante Börsennotierung der NAND-Tochter Solidigm an der US-Börse hat das Unternehmen laut eigener Mitteilung dagegen vorerst wieder verworfen.

Checkliste: Was die Zahlen für Anlegerinnen und Anleger sowie Käuferinnen und Käufer bedeuten

  • Die Dividendenzahlung und der Teil-Einzug der Aktienrückkäufe betreffen ausschließlich Anteilseignerinnen und Anteilseigner von SK Hynix – SK-Hynix-Aktien werden in Deutschland in der Regel außerbörslich oder über internationale Handelsplätze gehandelt, nicht im regulären Xetra-Handel.
  • Wer ohnehin einen PC, Laptop oder ein Smartphone kaufen will, sollte die eigene Entscheidung an der Preisentwicklung bei deutschen Preisvergleichsportalen ausrichten, nicht an den SK-Hynix-Zahlen allein.
  • Die Angaben zum dritten Quartal sind nach eigenen Worten von SK Hynix vorläufig und ungeprüft; endgültige, geprüfte Zahlen folgen erst mit dem offiziellen Geschäftsbericht.
  • Die Won-Euro-Umrechnung in diesem Artikel ist eine Momentaufnahme zum Stand 29. Oktober 2026 und kann sich bei künftigen eigenen Berechnungen verschieben.

Endgültige, geprüfte Zahlen für das dritte Quartal 2026 will SK Hynix erst im Zusammenhang mit dem nächsten Quartalsbericht vorlegen; bis dahin gelten die hier genannten Werte als vorläufig.

Häufige Fragen

Wie viel Umsatz hat SK Hynix im dritten Quartal 2026 gemacht?

104,6155 Billionen Won, umgerechnet rund 70,3 Milliarden Euro – nach eigenen, vorläufigen Angaben 328 Prozent mehr als im dritten Quartal 2025 und erstmals über 100 Billionen Won in einem Quartal.

Warum verdient SK Hynix gerade so viel?

Der Gewinn stammt vor allem aus HBM-Speicherchips (High Bandwidth Memory) für KI-Beschleuniger, wie sie unter anderem Nvidia verbaut. Die Nachfrage von Cloud-Konzernen nach diesen margenstarken Spezialchips ist laut Unternehmensangaben so hoch, dass SK Hynix seine Fertigung zunehmend darauf ausrichtet.

Wie viel Dividende zahlt SK Hynix für das dritte Quartal 2026?

20.000 Won pro Aktie, umgerechnet rund 13,44 Euro – davon 10.000 Won reguläre und 10.000 Won Sonderdividende aus den Erträgen der Kioxia-Beteiligung. Insgesamt schüttet SK Hynix dafür 14 Billionen Won aus.

Was hat das mit steigenden Speicherpreisen in Deutschland zu tun?

SK Hynix verschiebt wie Samsung und Micron Fertigungskapazitäten von gewöhnlichem Arbeitsspeicher zu margenstärkerem KI-Speicher. Nach Angaben von TrendForce lässt das Angebot an normalem DRAM und NAND-Flash für PCs und Smartphones knapper werden, was die Preise auch in Deutschland treibt.

Ihre Meinung ist gefragt: Wie gehen Sie mit steigenden Speicherpreisen um – kaufen Sie jetzt noch zu, oder warten Sie ab?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen und Stand

Recherche- und Datenstand: 31. Oktober 2026.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.

Kommentar schreiben