Konjunkturerwartung erstmals seit dem Irankrieg wieder positiv – Sparneigung und Kauflaune geben nach.
Das Wichtigste in Kürze
- Der NIM-Konsumklimaindex fällt im November 2026 leicht auf -30,8 Punkte (Oktober: -30,6).
- Die Konjunkturerwartung steigt zum sechsten Mal in Folge und liegt mit 2,1 Punkten erstmals seit Beginn des Irankriegs über der Nulllinie.
- Einkommenserwartung (-15,7), Sparneigung (17,2) und Anschaffungsneigung (-11,9) geben dagegen nach.
- Grundlage sind rund 2.000 Verbraucherinterviews vom 1. bis 12. Oktober 2026, erhoben im Auftrag der Europäischen Kommission.
Das Konsumklima in Deutschland ist im November 2026 leicht auf -30,8 Punkte gefallen. Die Verbraucher trauen der Wirtschaft wieder mehr zu, wollen ihr Geld aber weiterhin nicht lockerer ausgeben.
Das Konsumklima wird monatlich vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) gemeinsam mit GfK erhoben und gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für den privaten Konsum in Deutschland. Die Erhebung läuft im Auftrag der Europäischen Kommission; befragt werden jeweils rund 2.000 Verbraucher zu ihrer wirtschaftlichen Erwartung, ihrer Einkommenssituation, ihrer Sparneigung und ihrer Bereitschaft zu größeren Anschaffungen.
Der Gesamtindex, der aus Einkommenserwartung, Sparneigung und Anschaffungsneigung berechnet wird, bleibt mit -30,8 Punkten deutlich unter dem Vorjahreswert von -22,5 Punkten. Konjunktur- und Preiserwartung fließen nicht in den Gesamtindex ein, werden aber separat ausgewiesen.
Konjunkturerwartung zum sechsten Mal in Folge im Plus
Die Konjunkturerwartung steigt im Oktober 2026 auf 2,1 Punkte und damit zum sechsten Mal in Folge. Erstmals seit Beginn des Irankriegs liegt der Wert wieder über der Nulllinie – ein Zeichen dafür, dass mehr Verbraucher von einer wirtschaftlichen Erholung in den kommenden zwölf Monaten ausgehen als von einer weiteren Verschlechterung.
Auch die Preiserwartung steigt laut NIM und liegt inzwischen im positiven Bereich, was auf wachsende Inflationssorgen hindeutet. Einen genauen Punktwert nennt die Pressemitteilung dafür nicht.
Einkommenserwartung und Sparneigung geben nach
Gegenläufig entwickeln sich die Indikatoren, die direkt in den Konsumklima-Gesamtwert einfließen. Die Einkommenserwartung sinkt um 0,7 Zähler auf -15,7 Punkte. Die Sparneigung gibt deutlicher nach: Sie fällt um 4,3 Zähler auf 17,2 Punkte, bleibt damit aber im langjährigen Vergleich weiterhin hoch.
Die Anschaffungsneigung – also die Bereitschaft der Verbraucher zu größeren Anschaffungen wie Möbeln oder Elektrogeräten – sinkt um gut einen Punkt auf -11,9 Punkte und bleibt damit klar im negativen Bereich.
„Die Verbraucher blicken zwar zunehmend optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung, doch beim Blick in den eigenen Geldbeutel überwiegt weiterhin die Skepsis.“
Rolf Bürkl, Leiter Konsumklima, Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM)
Warum große Anschaffungen weiter aufgeschoben werden
Laut NIM bremsen vor allem wachsende Inflationssorgen und verhaltene Einkommensaussichten die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen – auch wenn die Sparneigung zugleich etwas sinkt. Auch ein erneut eingeführter Tankrabatt habe bislang nicht für die erhoffte Entlastung bei den Verbrauchern gesorgt.
Die Forscher sehen zwar eine grundsätzliche Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung, sie schlägt sich aber bislang nicht in einer höheren Ausgabebereitschaft nieder.
Was der Index für Verbraucher bedeutet
Das Konsumklima ist ein Stimmungsindikator und misst keine tatsächlichen Käufe, Ersparnisse oder Einkommen. Es dient als Prognose für die Entwicklung des privaten Konsums im Folgemonat, hier also für November 2026. Der private Konsum umfasst dabei weit mehr als den klassischen Einzelhandel, der nur rund 35 Prozent davon ausmacht.
Für die eigene Finanzplanung liefert der Index vor allem eine grobe Richtung: Die gleichzeitig steigende Konjunktur- und Preiserwartung spricht dafür, dass viele Haushalte zwar wieder optimistischer in die Zukunft blicken, zugleich aber mit steigenden Preisen rechnen und deshalb bei größeren Ausgaben vorsichtig bleiben.
Häufige Fragen
Was misst der NIM-Konsumklimaindex genau?
Der Gesamtindex fasst die Einkommenserwartung, die Sparneigung und die Anschaffungsneigung der Verbraucher zusammen und dient als Prognose für die Entwicklung des privaten Konsums im Folgemonat. Konjunktur- und Preiserwartung werden separat ausgewiesen.
Wie wird das Konsumklima erhoben?
NIQ/GfK befragt im Auftrag des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM) monatlich rund 2.000 Verbraucher. Für die November-Ausgabe lief die Befragung vom 1. bis 12. Oktober 2026. Die Erhebung wird von der Europäischen Kommission mitfinanziert.
Warum steigt die Konjunkturerwartung, während das Konsumklima insgesamt fällt?
Konjunktur- und Preiserwartung fließen nicht in den Konsumklima-Gesamtindex ein. Während mehr Verbraucher eine wirtschaftliche Erholung erwarten, geben die drei Indikatoren, die den Gesamtindex bilden – Einkommenserwartung, Sparneigung und Anschaffungsneigung – gleichzeitig nach.
Wann erscheint die nächste Ausgabe des Konsumklimaindex?
Die nächste Ausgabe ist laut NIM für Donnerstag, den 26. November 2026, angekündigt.
Quellen und Stand
- NIM/GfK: Pressemitteilung „Konsumklima: Konjunkturerwartungen steigen – Kauflaune zieht nicht mit“, 28. Oktober 2026 (Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V., NIM)
Recherche- und Datenstand: 28. Oktober 2026.
Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.