Laut GDV rund 276.000 Zusammenstöße mit Haarwild in Deutschland, 7 Prozent mehr Schadenaufwand – was die Kasko zahlt
Das Wichtigste in Kürze
- Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zählt für 2025 rund 276.000 Wildunfälle mit Pkw, nahezu so viele wie im Vorjahr.
- Der Schadenaufwand liegt bei mehr als 1,2 Milliarden Euro, 7 Prozent mehr als 2024; ein Fall kostet im Schnitt rund 4.400 Euro.
- Teil- oder Vollkasko übernehmen laut GDV Schäden am eigenen Auto bei Haarwild; der Schadenfreiheitsrabatt bleibt unberührt.
- Wer einen Wildunfall hat, sollte den Versicherer möglichst früh informieren, bevor das Auto repariert wird.
Fast alle zwei Minuten ereignet sich in Deutschland ein Wildunfall mit einem Pkw, im Schnitt kostet er rund 4.400 Euro. So lautet die Auswertung des GDV für 2025.
Die Zahl der Unfälle blieb laut GDV nahezu konstant, die Kosten stiegen dennoch um 7 Prozent. Für Autofahrende heißt das: Im Schadenfall zählt vor allem, wie die eigene Kasko aufgestellt ist und wie schnell der Versicherer informiert wird.
Einen Beitrag zu den Tierarten in der Police und zu den Fahrhinweisen rund um die Zeitumstellung finden Sie in unserem früheren Beitrag zur Tierklausel. Hier geht es um die neuen Kostenzahlen.
Die Zahlen des GDV für 2025
Der GDV nennt für 2025 rund 276.000 Wildunfälle mit Haarwild, also etwa mit Rehen oder Wildschweinen. Der Schadenaufwand der Kfz-Versicherer lag demnach bei mehr als 1,2 Milliarden Euro. Das sind 7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Ein einzelner Wildunfall kostete im Schnitt rund 4.400 Euro, etwa 300 Euro mehr als 2024. Statistisch passiert in Deutschland mehr als 750 Mal am Tag ein solcher Unfall, rechnerisch fast alle zwei Minuten.
Nachgerechnet: Was 276.000 Unfälle im Jahr bedeuten
- Pro Tag: 276.000 ÷ 365 ≈ 756 Unfälle
- Pro Stunde: 756 ÷ 24 ≈ 31 Unfälle
- Abstand: 525.600 Minuten im Jahr ÷ 276.000 ≈ 1,9 Minuten
- Schadensumme: 276.000 × 4.400 Euro ≈ 1,21 Milliarden Euro
Eigene Rechnung der Redaktion auf Basis der gerundeten GDV-Zahlen; im Jahresmittel, die Unfälle verteilen sich nicht gleichmäßig.
Die Rechnung deckt sich mit der GDV-Angabe von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Sie zeigt aber auch, wie ungleich die Last verteilt ist: Nach Angaben des Verbands häufen sich Wildunfälle im April und Mai sowie im Oktober und November.
Warum Reparaturen teurer werden
Wenn die Zahl der Unfälle gleich bleibt, muss der Anstieg beim einzelnen Schaden liegen. Der GDV führt ihn auf steigende Reparaturkosten zurück. Karosserieteile und Werkstattstundensätze verteuern sich demnach seit Jahren stärker als die allgemeine Inflation.
„Die dadurch entstandenen Schäden sind aber deutlich teurer geworden.“
Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
Dazu kommt die Jahreszeit. Der GDV weist darauf hin, dass sich der Berufsverkehr im Herbst zunehmend in die dunkleren Abendstunden verlagert. Auch der ADAC nennt die Zeit um die Zeitumstellung riskant, weil Berufsverkehr und Dämmerung zusammenfallen, wenn viele Wildtiere unterwegs sind.
Was die Kasko übernimmt
Nach Angaben des GDV übernehmen Teil- und Vollkasko die Kosten am eigenen Fahrzeug, wenn ein Unfall mit Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen passiert. Einige Versicherer decken inzwischen weitere Tierarten oder Tiere aller Art ab. Rund 90 Prozent der Pkw in Deutschland sind laut GDV gegen Wildunfälle versichert.
Wer keine Kasko hat, muss die Reparatur am eigenen Auto in der Regel selbst zahlen; die Kfz-Haftpflicht ersetzt nur Schäden bei anderen. Welche Tiere genau erfasst sind und ob eine Selbstbeteiligung gilt, steht in den Vertragsbedingungen.
Ein Wildunfall wirkt sich laut GDV nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt aus. Schadenfreiheitsklassen gibt es nur in der Kfz-Haftpflicht und der Vollkasko, nicht in der Teilkasko. Wer vor der Wechselfrist zum 30. November Tarife vergleicht, findet Hintergründe in unserem Beitrag Teilkasko oder Vollkasko 2027.
Nach dem Unfall: Checkliste
Was nach einem Wildunfall zu tun ist
- Unfallstelle mit Warnblinklicht und Warndreieck sichern und die Polizei verständigen.
- Verletzte oder tote Tiere nicht berühren; das Bergen übernehmen Förster oder Jagdpächter.
- Fotos von Unfallort, Tier und Fahrzeugschaden machen.
- Eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen (der ADAC spricht von Wildschadenbescheinigung).
- Den Versicherer möglichst früh informieren, auf jeden Fall bevor das Auto repariert, verschrottet oder verkauft wird.
Diese Schritte nennt der GDV in seiner Mitteilung. Der ADAC weist darauf hin, dass für Versicherungsansprüche eine Bescheinigung über den Wildschaden nötig ist.
Häufige Fragen
Wie viele Wildunfälle gab es 2025?
Der GDV nennt rund 276.000 Wildunfälle mit Pkw für 2025, nahezu so viele wie im Vorjahr.
Was kostet ein Wildunfall im Schnitt?
Nach GDV-Angaben rund 4.400 Euro je Fall, etwa 300 Euro mehr als 2024. Der gesamte Schadenaufwand liegt bei mehr als 1,2 Milliarden Euro.
Zahlt die Teilkasko bei einem Wildunfall?
Teil- und Vollkasko übernehmen laut GDV die Kosten am eigenen Fahrzeug bei Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen. Einige Versicherer sichern weitere Tierarten ab.
Verliere ich nach einem Wildunfall Schadenfreiheitsrabatt?
Laut GDV wirkt sich ein Wildunfall nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt aus.
Hatten Sie schon einen Wildunfall oder wissen, was Ihre Kasko abdeckt? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentare.
Quellen
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Medieninformation „Wildunfälle verursachen Pkw-Schäden von mehr als 1,2 Milliarden Euro“, Stand der Seite 26. Oktober 2026
- ADAC: Pressemitteilung „Zeitumstellung: Erhöhtes Risiko für Wildunfälle“
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.
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Als Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft könnte die Jägerschaft bei Unfallschwerpunkten durch große Banner „pro Wildunfall Kosten 4.400€“ unterstützt werden. Eingerechnet ist nur der Schaden, aber auch die Menschen, die ihre Leben verlieren und die Folgekosten für die Familien sind zu berücksichtigen.