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Gegen Wirtschaftssanktionen gegen Russland: Die Partei BüSo Bürgerrechtsbewegung Solidarität.
03.04.2014

Zur Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz kamen am Mittwoch zahlreiche hochkarätige Vertreter aus Deutschlands und Russlands Politik, Wirtschaft sowie der Wissenschaft im Internationalen Congress Center Dresden zusammen. Unter den hochkarätigen Rednern waren der stellvertretende russische Ministerpräsident, der Gazprom-Chef oder der ehemalige Metro-Chef Dr. Eckhard Cordes. Anwesend war zudem der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber. Einigkeit bestand darin, dass sich gerade Deutschland Wirtschaftssanktionen gegen Russsland nicht leisten könne.

Am Rande gab es aber auch Demonstrationen, beispielsweise von der Partei BüSo "Bürgerrechtsbewegung Solidarität" (bueso.de). Mit Plakaten protestierten sie vor dem Congress Center gegen Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Das führe mittelfristig zum Krieg, so die Demonstranten. Die Schirmherrschaft des Rohstoff-Kongresses (auf russisch: 7-ая Российско-Германская сырьевая конференция) hatten der ehemalige deutsche Bundesumweltminister und ehemalige Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen, Prof. Dr. Klaus Töpfer (russisch: Проф. др. Клаус Тёпфер). Ebenfalls als Schirmherr agierte Prof. Dr. Wladimir Litvinenko (Проф. др. Владимир Литвиненко). Er ist Rektor der Nationalen Universität für mineralische Ressourcen "Gorny" in St. Petersburg (Ректор Национального минерально-сырьевого университета «Горный», Санкт-Петербург).

Töpfer, seit Jahrzehnten eines der bekanntesten deutschen politischen Gesichter, war während des gesamten Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums Ansprechpartner für zahlreiche unterschiedlichste Interessengruppen.

Das galt auch für den eher im Hintergrund wirkenden Dr. Edmund Stoiber (Др. Эдмунд Штойбер). Stoiber war im Jahr 2002 deutscher Bundeskanzler-Kandidat der CDU/CSU und regierte viele Jahre sehr erfolgreich als Ministerpräsident den Freistaat Bayern. Stoiber arbeitet derzeit vorwiegend in Brüssel und wirkt aktiv und intensiv an einer guten West-Ost-Beziehung zwischen Deutschland, der EU und Russland.

Der erste Kongresstag des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums wurde am Mittwoch vom sächsischen Ministerpräsident Stanislaw Tillich (Станислав Тиллих) eröffnet. Er führte die Bedeutung des Faktors Rohstoff mit einem simplen Vergleich vor Augen: Man solle sich einmal klar machen, dass ein durchschnittliches Auto noch 1970 nur 900 Kilogramm gewogen habe.

Machen sich auf dem Rohstoff-Kongress für gute politische und wirtschaftliche Beziehungen Deutschlands zu Russland stark: Der ehemalige deutsche Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer (CDU) und Bayerns ehemaliger jahrelanger Ministerpräsident, Dr. Edmund Stoiber (CSU).

Heute, im Jahr 2014, seien es im Schnitt 1.500 Kilogramm. Doch nicht nur das: Die Anzahl der PKWs habe sich in den vergangenen 40 Jahren verdoppelt. Doch die Rohstoffe auf der Welt seien endlich. Deshalb sei der Gesprächsfaden gerade zwischen Deutschland und Russland so wichtig. Wichtig vor allem deshalb, da Deutschland schlicht kaum Rohstoffe habe, Russland aber sehr wohl.

Unerlässlich, so Tillich, sei zudem der permanente Wissensaustausch zwischen Russland und Deutschland im Bereich des Rohstoff-Abbaus. Deshalb begrüße er ausdrücklich, dass russische Studenten an Deutschlands Top-Ausbildungsstätte für Bergbau, der TU Bergakademie Freiberg, studierten und auch Deutsche am russischen Pendant, der Bergbau-Universität von St. Petersburg, studierten. Braunkohle, Gas, Fotovoltaik - das seien nach wie vor die wichtigsten Rohstoffe auch für die Zukunft im Bereich der Energiegewinnung, sagte Tillich. Deshalb könne er, Tillich, es nicht verstehen, warum man in Nordrhein-Westfalen beispielsweise den Braunkohleabbau einfach gestoppt habe.

"Einige wollen einen politischen Tsunami gegen Russland"

Die Bedeutungen der wirtschaftlichen Bindungen zwischen Deutschland und Russland war auch dem Russischen Botschafter in Deutschland, Wladimir Michailowitsch Grinin (Владимир Михайлович Гринин) ein großes Anliegen: "Es ist sehr wichtig und gut, dass dieser Rohstoff-Kongress trotz der politischen Diskussionen stattfindet". Derzeit könne man sehr genau, so Wladimir Grinin, spüren, wie einige Kräfte daran arbeiteten, dass die politischen Dissonanzen rund um die Krim und die Ukraine zu einem politischen Tsunami eskalierten.

Deshalb sei die nun stattfindende 7. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz in Dresden (1. bis 3. April 2014) im Internationalen Congress Center Dresden ein wichtiges und gutes Signal, dass die seit vielen Jahrzehnten bestehenden sehr engen Bande in Fragen der Rohstoffe zwischen Russland und Deutschland nicht brächen, erklärte Grinin.

Weiter führte er aus: Wer nun versuche, mittels Wirtschaftssanktionen Politik zu machen, der müsse sich klar machen - das sei kein Nullsummenspiel für niemanden. Es treffe Deutschland genauso wie Russland. Es gehe aber vor allem um das Thema Energiesicherheit für Europa. Hier sei Russland ein verlässlicher Partner für Deutschland wie für Europa – und das seit Jahrzehnten.

Gleichzeitig sagte der russische Botschafter, wonach man sich in der EU-Regierungszentrale in Brüssel nicht irren solle: Europa bilde nicht mehr das Zentrum der Macht in der Welt. Der alte Kontinent müsse aufpassen, dass er im Kräftespiel der Welt nicht den Anschluss verliere, wenn er sich nicht konstruktiv einbringe. Russland habe ein Interesse daran, dass es eine starke humanitäre Wirtschaftszone vom Ozean bis Atlantik gebe.

Teilnehmer des deutsch-russischen Rohstoff-Kongresses in Dresden: Dem politischen Säbelrasseln trotzen über 340 Vertreter aus Deutschlands und Russlands Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Darauf wies auch der stellvertretende russische Ministerpräsident, der eigens aus Moskau nach Dresden gereist war, hin. So sagte Arkadi Dworkowitsch (Аркадий Дворкович), wonach Russland die sehr guten Beziehungen zu Deutschland sehr wichtig seien, auch zur EU, dass man aber auch zunehmend intensive Beziehungen zu anderen Zentren der Welt pflege.

Stellvertretende russische Ministerpräsident gibt für Wissenschaft fast 1 Mio. Euro in Dresden

In der jetzigen Krisenphase, so Arkadi Dworkowitsch, sei es sehr gut, dass zur Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz in Dresden gleich zwei russische Gouverneurinnen angereist seien. Das helfe sehr, in der so wichtigen Energiefrage im Gespräch zu bleiben und die guten Beziehungen zwischen Russland und Deutschland zu pflegen. Dabei gehe es darum, das man auch verstehe, dass das Interesse zwischen den Menschen in beiden Ländern noch wichtiger sei, als das Interesse der Politik aneinander. Denn egal wie aggressiv die Schritte der Politik wären, letztlich seien es die Menschen, die über die Beziehungen zwischen Ländern entscheiden würden.

Die Politik müsse aber ihre große Verantwortung für Energiesicherheit auf der Welt wahrnehmen, erklärte in Dresden der stellvertretende russische Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch weiter. Die Energiesicherheit sei nicht nur für die Wirtschaft wichtig, sondern vor allem auch für die Verbraucher.

Deshalb gelte: Jeder, der derzeit die Krise zwischen der EU und Russland versuche zu verschärfen, der müsse sich klar machen: Das werde im Energiepreis als Risikofaktor marktüblich eingepreist (so sind aktuell die Gaspreise für die Ukraine von Russland um 44% angehoben worden). Ein Risikoaufschlag sei in der Wirtschaft üblich.

Das könnte man aber auch so interpretieren, als dass Angela Merkel (CDU), die deutsche Bundeskanzlerin, wohl unmittelbar Mitschuld daran haben dürfte, auch ihr Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), wenn nun die Energiepreise für die deutschen Verbraucher weiter steigen werden. "Denn sowohl Merkel wie Steinmeier sind gegenüber Russland auf Krawall und Eiszeit gebürstet: Sie möchten die totale Konfrontation und den Eisernen Vorhang wieder aufbauen - anders sind die Signale aus Berlin derzeit kaum zu deuten", erklärte ein Politikwissenschaftler am Rande des Kongresses.

Dennoch führte der stellvertretende russische Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch in Dresden weiter aus, wonach Deutschland sicher sein könne, dass Russland auch in Zukunft ein absolut zuverlässiger Partner in allen Energie- und Rohstofffragen für Deutschland sei.

Sanktionen sind großes Risiko für Russland und für Deutschland

"Ein Verlust dieser Beziehungen würde für alle Seiten ein großes Risiko bedeuten", warnte der stellvertretende Russische Ministerpräsident. Fakt sei: Russland und Gazprom hätten immer ihre Pflichten erfüllt und sich auch an die Lizenzvereinbarungen gehalten. Gazprom ist beispielsweise an Ostdeutschlands größtem Arbeitgeber, der Verbundgas, mit rund 10% beteiligt.

Wichtig sei zudem, dass das Investitionsklima in Russland weiter so gestaltet werde, dass die Unternehmen aus Deutschland und anderen Ländern sich wohl in Russland fühlten, erklärte der hochstehende russische Politiker vor den Rohstoff-Kongress-Teilnehmern in Dresden.

Es stehe völlig außerhalb der Diskussion, erklärter der stellvertretende russische Ministerpräsident, wonach es auch für Russland wichtig sei, dass für die weitere Erschließung der Rohstoffe ausländische Investitionen und ausländisches Knowhow gebraucht würden. Hier müsse man international zusammenarbeiten zum langfristigen Wohle von allen, erklärte Dworkowitsch.

Dabei biete Russland ein liberalisiertes Investitionsklima. Besonders im Bereich der Erschließung und Anwendung von Schiefertechnologien sei Russland für Investoren sehr attraktiv, erklärte der stellvertretende russische Ministerpräsident.
Zudem sagte er, wonach es derzeit einfach Fakt sei, dass Russland zwar über 18% der weltweiten Rohstoffe verfüge, aber bislang lediglich 2% erschlossen habe. Diese Quote müsse mit dem Anwachsen der Erdbevölkerung nun deutlich erhöht werden. Doch trotz der hohen Rohstoffvorkommen in Russland, sei es durchaus so, dass Russland selber Rohstoffe importiere. Beispielsweise beziehe die Russische Föderation derzeit rund 10% seines Öls aus einem partnerschaftlich zwischen LUKOIL (russisch: LKOH: НК ЛУКОЙЛ) und den Vereinigten Arabischen Emiraten betriebenen Ölfeld im Irak.

"Russland attraktiv für Investoren"

Um Russland für Investoren im Bereich der Rohstoffe noch attraktiver zu machen, erklärte Dworkowitsch in Dresden, baue derzeit die Russische Föderation in Murmansk einen neuen großen Hafen. Zudem halte man zahlreiche Lizenzen zum Rohstoff-Abbau beispielsweise in der Arktis. Auch hier sei man für Kooperationen mit Partnern beispielsweise aus Deutschland offen.

Zum Abschluss seiner Rede vor rund 340 Rohstoff-Experten und Interessierten aus der deutschen Wirtschaft überreicht der stellvertretende russische Ministerpräsidenten schließlich noch einen Scheck in Höhe von 600.000 Euro zur Förderung der Rohstoff-Wissenschaften in Deutschland. Dabei sagte er, sehe man das Geld zur Förderung von Publikationen und wissenschaftlichen Arbeiten – möglichst auch in Russland. Weitere 250.000 Euro stellt Russland deutschen Wissenschaftlern bereit, die in Russland im Rohstoff-Segment an Universitäten oder Akademien lehren möchten.

Prof. Dr. Wladimir Litvinenko (Проф. др. Владимир Литвиненко), der Rektor der weltbekannten Nationalen Universität für mineralische Ressourcen "Gorny" in St. Petersburg (russisch; Национального минерально-сырьевого университета "Горный"; Homepage: http://www.spmi.ru/), begrüßte die Bildungsoffensive im Bereich der Rohstoffe, welche nicht nur in Russland sehr wichtig sei, sondern auch in Deutschland.

Waren interessierte Zuhörer auf dem Rohstoff-Kongress in Dresden: Russische Bergbau-Studenten aus St. Petersburg.

Allerdings erklärte er, wonach nun ein zentrales weiteres Wissenschaftsgebiet die Nutzung von Kohlenwasserstoff sein müsse. Die Bergbau-Akademie in St. Petersburg war am 21. Oktober 1773 von der deutschstämmigen russischen Zarin Katharina II gegründet worden. Die Universität verfügt heute über die Studien-Disziplinen Exploration Öl und Gas, Berg, Gebäude, Chemie, Metallurgische Wissenschaften sowie über eine Fakultät für Grundlagenwissenschaften und Geisteswissenschaften.

Mit Prof. Dr. Wladimir Litvinenko waren zahlreiche russische Studenten und Studentinnen von der berühmten Rohstoff- und Bergbau-Universität "Gorny" aus St. Petersburg nach Dresden angereist. Ihr Erkennungszeichen waren dunkelblaue etwas militärisch aussehende Universitäts-Uniformen. In der Technologie-Forschung des Bergbaus, so Litvinenko, spiele stärker denn je auch die Chemie eine immer bedeutendere Rolle. Viele Rohstoffe, erklärte der bekannte russische Wissenschaftler, ließen sich nur noch unter größter Kraftanstrengung und unter Hinzuziehung sehr großer Mengen von Chemie aus dem Gestein abbauen.

Dr. Eckhard Cordes: "Gerade jetzt sollen Manager und Unternehmer Termine in Moskau wahrnehmen"

Neben Europa stehe Russland, erklärte Litvinenko, auch mit Japan im Gespräch rund um die Rohstoff-Gewinnung und den Rohstoff-Abbau. So arbeite beispielsweise Japan derzeit daran, Gas in Form von Flüssiggas zur Verfügung stellen zu können. Dieses sei eine interessante Technik, aber noch nicht marktreif.

Zu den bekanntesten Rednern des deutsch-russischen Rohstoff-Kongresses gehörte auch Dr. Eckhard Cordes (Др. Экхард Кордес), der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Cordes war bis vor zwei Jahren Vorstandsvorsitzender des Metro-Konzerns.

Wie intensiv die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen mittlerweile sind, verdeutliche Cordes anhand der Metro-Gruppe: "Metro setzt alleine in Russland 5 Milliarden Euro um", sagte er. Jeder der hier glaube, mit Wirtschaftssanktionen Politik machen zu müssen, zerstöre Dinge, die in vielen Jahren aufgebaut worden seien. Außerdem, so Cordes, welcher einst in den erlauchten Kreis der 30 mächtigsten deutschen Manager (Dax-Konzerne) gehörte, "beobachten wir derzeit mit großer Sorge, wie hier nun selbst die wichtigen deutsch-russischen Regierungskonsultationen in der Bundesregierung in Frage gestellt werden".

Gleichzeitig forderte er die deutschen Unternehmer und Manager auf, "gerade jetzt ihre Termine in Moskau wahrzunehmen". Außerdem verwies Cordes darauf, wonach der "Ost-Ausschuss" der deutschen Wirtschaft, welcher zu den Sponsoren der 7. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz gehört, bereits "vor 60 Jahren gegründet wurde". Jetzt sei es wichtig, so Cordes, welcher gleichzeitig der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft ist, "dass hier nicht eine Sanktionsspirale in Gang gesetzt wird". In Deutschland hingen immerhin 350.000 Arbeitsplätze direkt von den Wirtschaftsbeziehungen mit Russland ab.

Zukunft gehört umfangreichem Rohstoff-Spektrum

Prof. Walerij Jasew (Проф. Валерий Язев), Mitglied der russischen Staatsduma und Präsident des russischen Verbandes der Montanindustriellen, erklärte hingegen auf der 7. Deutsch-Russischen Rohstoffkonferenz in Dresden am Mittwoch, dass die Wissenschaft rund um Rohstoffe und dem Rohstoff-Abbau wichtiger denn je sei. Auch er betonte, wonach man sich noch stärker um den effiziente Abbau und die effiziente Nutzung von Kohlenstoff und Kohlenwasserstoff kümmern müsse. Außerdem plädiere er dafür, dass man sich nun auch Gedanken darum mache, wie man Helium-3 (He-3) vom Mond abbauen könne. Helium-3 (He-3) gebe es nicht viel auf dem Mond, es sei "aber sehr effizient".

Die Gastgeberin des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums im Jahr 2013, Natalja Wladimirowna Komarowa (Наталья Владимировна Комарова), die seit vier Jahren Gouverneurin des Autonomen Kreises der Chanty-Mansijsk ist, erklärte zudem in Dresden, wonach das starre Festhalten am Erdöl der Vergangenheit angehöre.

Die Zukunft gehöre nun einem umfangreichen Spektrum des Rohstoff-Abbaus, ist sich die versierte Rohstoff-Expertin sicher. Komarowa studierte bereits in den 1970er Jahren am Institut für Montanindustrie und Metallurgie im ukrainischen Kommunarsk Wirtschaftsingenieurwesen und fungiert als Vorsitzende des Dumakomitees für Rohstoffe, Natur und Umweltschutz.

Komarowa erklärte weiter, wonach die Rohstoff-Zukunft "nun in der internationalen Zusammenarbeit" sowohl "beim Abbau wie in der Forschung" liege. Nur "eine vernetzte Welt" werde die großen Herausforderungen in allen Rohstofffragen meistern können, so Komarowa.

Wie wichtig die Forschung ist, sagte Komarowa, zeige sich daran, dass mittlerweile bereits jede 11. Tonne Erdöl "hochtechnologisch gefördert" werde. Jetzt müssten sich alle darauf einstellen, dass diese Quote weiter steigen werde. Doch hierfür seien "Investitionen" notwendig, die Russland im Segment der Rohstoff-Forschung und des Rohstoff-Abbaus auch benötige.

VNG-Chef: Viele Freunde in Russland

Dr. Karsten Heuchert, der Vorstandsvorsitzende der VNG – Verbundnetz Gas AG, erklärte wiederum als Keyspeaker, wonach die VNG "als größtes ostdeutsches Unternehmen" sagen könne, dass es mit Russland nicht nur eine enge vielfältige Partnerschaft gebe, sondern dass daraus "auch viele Freundschaften" entstanden seien. Alleine die VNG erhalte aus Russland "250 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr", so Heuchert.

An der engen Rohstoff-Partnerschaft zwischen Russland und Deutschland hätten "weder der Eiserne Vorhang" noch "andere Krisen" im Laufe der vergangenen Jahre und Jahrzehnte "etwas ändern können", erklärte der Verbundgas-Chef. Russisches Gas sei zudem erheblich dafür "verantwortlich", dass "die Luft in Ostdeutschland wieder sauber ist". Auch darauf verwies der CEO der Verbundnetz Gas AG: "Ohne Rohstoffe aus Russland würden viele technologische Entwicklungen in Deutschland Computer-Simulationen bleiben". Zudem sei nicht zu vergessen, wonach mindestens "28 Millionen Tonnen dringend benötigter Erden alleine in Russland lagern".

Pawel Sawalnij (Павел Завальный), Mitglied der russischen Staatsduma und Präsident der Russischen Gasgesellschaft (RGO), sagte wiederum auf dem 7. Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum in Dresden wonach "Russland sich für Investitionen noch attraktiver" gemacht habe in der vergangenen Zeit. Er verwies darauf, wonach es für bestimmte Investitionen in Russland mittlerweile eine Null-Steuer-Option gebe. Das oberste Ziel der russischen Wirtschaft und Regierung müsse es sein, die großen Rohstoffvorkommen in Russland weiter zu erschließen. Dabei sei nicht nur das Festland im Fokus, sondern auch die Rohstoff-Gewinnung auf dem Meer, in der Arktis. Auch hier könne Russland zahlreiche gute Voraussetzungen bieten - bis hin zur Beflaggung von Schiffen.

Stolz zeigte sich Prof. Dr. Bernd Meyer (Проф. др. Бернд Майер), der Rektor der TU Bergakademie Freiberg (russisch: ТУ Фрайбергская горная академия), wie international seine im Jahr 1770 gegründete weltbekannte Bergbau-Universität mittlerweile sei: "Wir haben Studenten aus 59 Ländern" erklärte er. Doch mit keinem Land gebe es "so enge Beziehungen wie mit Russland".

Fach- und Führungskräfte zwischen Deutschland und Russland tauschen

Besonders freue er sich, so Rektor Meyer, dass die TU Bergakademie Freiberg gemeinsam mit der Bergbau-Akademie in St. Petersburg sich rühmen könne, die älteste Montan-Universität der Welt zu sein. "Besonders der Fach- und Führungskräfte-Austausch" sei zwischen Deutschland und Russland im Bereich der Rohstoff-Forschung und Rohstoff-Erschließung wichtig.

Im Nachmittags-Panel des deutsch-russischen Rohstoff-Kongresses ging es hingegen primär um "Hightech-Rohstoffe für die Energiewende" und die "Potenziale in Russland". Das Diskussionspanel wurde von Dr. Volker Steinbach (Андрей Гурьев), dem Abteilungsleiter für Energierohstoffe und Mineralische Rohstoffe der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe eröffnet. Steinbach moderierte auch die Runde.

Zu Wort kamen unter anderem Boris Levin, der stellvertretende Generaldirektor der OAO Phosagro sowie Hans-Joachim Welsch, der Vorsitzender des BDI-Ausschusses Rohstoffpolitik. Sein Thema war die "Deutsch-Russische Rohstoffkooperation" und deren "Chancen für die Zukunft". Besonders wichtig sei ihm und dem BDI, erklärte BDI-Mann Welsch, "die Erschließung seltener Erden" auch in Russland. Bislang bestehe eine große Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft vom Abbau und Einkauf seltener Erden von China - da dort die größten Vorkommen lägen. Doch diese Abhängigkeit gelte es nun zu reduzieren. Deutschland könne es sich gar nicht deutlich genug vor Augen führen, erklärte Welsch, dass weite Teile der Wirtschaftsproduktion rohstoffbasiert seien.

Dr. Franz-Michael Roth von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe referierte wiederum über die "Entwicklung der internationalen Bergbauprojekte mit Blick auf Russland".

"Steinmeiers peinliche Russland-Hasstiraden"

Währenddessen Prof. Armin Reller von der Deutschen Phosphor-Plattform einen Vortrag hielt zum Thema "Phosphor als Hightech-Rohstoff". Seine PowerPoint-Präsentation führte vor Augen, dass auch Phosphor ein Rohstoff sei, der in der Wirtschaft faktisch überall Verwendung finde.

Dabei rief er die Anwesenden auf, dass jeder, der irgendwo etwas mit Phosphor zu tun habe, sich aktiv in der Deutschen Phosphor-Plattform einbringen solle. Nur durch eine maximale Transparenz der Kreislaufwirtschaft könne man sicherstellen, dass die Wirtschaft dauerhaft auf den wichtigen Rohstoff Phosphor zurückgreifen könne. Dass Phosphor faktisch überall vorkomme, selbst dort, wo man es nicht vermute, zeigte ein Schaubild von Prof. Reller, welches ein gezeichnetes Schwein darstellte. "Auch im Knochen gibt es Phosphor" erklärte er.

Dem Thema "Seltene Erden" widmete sich wiederum Prof. Jens Gutzmer, der Direktor des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie. Er erklärte, wonach alleine zum Bau eines Hybrid-Autos 20 bis 25 unterschiedliche Seltene Erden benötigt würden.

Am Mittwochabend sprach schließlich noch Alexey Miller (Алексей Миллер), der "Deputy Chairman of Gazprom's Board of Directors" (Председатель правления ОАО «Газпром») zu den Kongress-Teilnehmern. Er überreichte an Studenten einen Preis und sagte, betonte ebenfalls, wonach es ihm sehr wichtig sei, dass die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Russland von politischer Seite nicht gefährdet würden.

Der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte sich ursprünglich zwar auch zur 7. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz in Dresden angesagt, war aber - was viele nicht verwunderte - dann doch nicht aufgetaucht. "Der hat doch gerade mehr als genug zu tun, die letzten Sympathiepunkte für die SPD in der Bevölkerung in den Keller zu treiben, durch seine peinlichen Russen-Hasstiraden", meinte ein Wirtschaftsvertreter am Rande des deutsch-russischen Kongresses in Dresden gegenüber Netz-Trends.de.

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