Das südkoreanische Unternehmen erzielt einen operativen Rekordgewinn und erwartet laut eigenen Angaben weiter steigende Chippreise

Das Wichtigste in Kürze

  • SK Hynix meldet für das dritte Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 104,6 Billionen Won und einen operativen Rekordgewinn von 83,3 Billionen Won.
  • Der Durchschnittspreis für einen DDR4-Speicherchip hat sich binnen eines Jahres mehr als vervierfacht, von 6,30 auf 26 US-Dollar.
  • SK Hynix rechnet laut eigener Mitteilung damit, dass die weltweite Nachfrage nach Speicherchips bis mindestens 2030 größer bleibt als das Angebot.

Der südkoreanische Speicherhersteller SK Hynix hat am 28. Oktober einen Rekordumsatz von 104,6 Billionen Won gemeldet. Die Nachfrage nach Speicherchips bleibe laut Unternehmen bis mindestens 2030 größer als das Angebot.

SK Hynix ist neben Samsung und dem US-Unternehmen Micron einer der drei großen Hersteller von Arbeitsspeicher- und Flash-Chips weltweit. Die Bausteine stecken in nahezu jedem Computer, Smartphone und Server – auch in Geräten, die in Deutschland verkauft werden. Steigen die Preise für diese Chips, geben Gerätehersteller einen Teil davon an ihre Kundschaft weiter.

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Zugleich kommen Hersteller wie SK Hynix derzeit kaum mit der Produktion hinterher: Rechenzentren für künstliche Intelligenz benötigen in großem Umfang spezielle Hochleistungsspeicher, sogenannten HBM-Speicher. Das bindet Fertigungskapazitäten, die sonst für gewöhnlichen Arbeitsspeicher in PCs und Smartphones zur Verfügung stünden.

Die Zahlen zum dritten Quartal

Der Umsatz von SK Hynix kletterte im dritten Quartal 2026 auf 104,6 Billionen Won – umgerechnet rund 70,6 Milliarden Euro zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 23. Oktober 2026 (1 Euro = 1.482,46 Won). Das sind 32 Prozent mehr als im Vorquartal und laut Unternehmensangaben der erste Umsatz von SK Hynix überhaupt oberhalb von 100 Billionen Won.

Das operative Ergebnis stieg um 38 Prozent auf 83,3 Billionen Won (rund 56,2 Milliarden Euro) – ebenfalls ein Rekordwert. Die operative Marge liegt damit bei etwa 80 Prozent. Der Nettogewinn fiel dagegen auf 39,8 Billionen Won (rund 26,8 Milliarden Euro) und damit um 58 Prozent niedriger aus als im Vorquartal.

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Kennzahl 3. Quartal 2026 2. Quartal 2026 3. Quartal 2025
Umsatz 104,6 Bio. Won 79,3 Bio. Won 24,4 Bio. Won
Operatives Ergebnis 83,3 Bio. Won 60,5 Bio. Won 11,4 Bio. Won
Nettogewinn 39,8 Bio. Won 93,9 Bio. Won 12,6 Bio. Won

Quelle: SK Hynix, Mitteilung zu den Ergebnissen des 3. Quartals 2026 vom 28. Oktober 2026. Bio. = Billionen (10^12).

Auffällig ist, dass der Nettogewinn trotz der Rekordwerte bei Umsatz und operativem Ergebnis sank: Im zweiten Quartal 2026 hatte SK Hynix mit 93,9 Billionen Won einen deutlich höheren Nettogewinn ausgewiesen als im dritten Quartal. Für das dritte Quartal weist das Unternehmen zusätzlich zur regulären Quartalsdividende von 10.000 Won je Aktie eine Sonderdividende von weiteren 10.000 Won je Aktie aus den Gewinnen seiner Beteiligung am japanischen Speicherhersteller Kioxia aus.

Warum Speicherchips so viel teurer wurden

SK Hynix nennt in seiner Mitteilung die steigende Nachfrage nach KI-Speicher als Haupttreiber der gestiegenen Preise. Besonders deutlich zeigt sich das beim Baustein DDR4 mit 8 Gigabit Kapazität: Laut Angaben während der Analystenkonferenz, über die die südkoreanische Wirtschaftszeitung Seoul Economic Daily berichtete, lag dessen Durchschnittspreis Ende des dritten Quartals 2026 bei 26 US-Dollar. Ende des dritten Quartals 2025 waren es noch 6,30 US-Dollar, Ende des zweiten Quartals 2026 rund 21 US-Dollar – ein Anstieg von rund 24 Prozent allein im letzten Quartal.

Beim Flash-Speicher NAND zeigt sich ein ähnliches Bild: Ein 128-Gigabit-NAND-Baustein kostete demnach zuletzt rund 30,61 US-Dollar, das Achtfache des Werts vor einem Jahr. SK Hynix lenkt einen wachsenden Teil seiner Fertigungskapazität in Richtung HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) für KI-Rechenzentren. Dieser Speichertyp wird direkt neben Grafikprozessoren für KI-Berechnungen verbaut und ist deutlich teurer in der Herstellung als gewöhnlicher Arbeitsspeicher. Je mehr Kapazität dafür reserviert wird, desto knapper wird das Angebot an herkömmlichem DRAM und NAND für PCs, Notebooks und Smartphones.

Was ist HBM-Speicher?

High Bandwidth Memory (HBM) ist eine Speicherbauform, die mehrere Speicherchips übereinanderstapelt und direkt mit einem Grafik- oder KI-Prozessor verbindet. Dadurch lassen sich große Datenmengen deutlich schneller übertragen als mit herkömmlichem Arbeitsspeicher. HBM wird vor allem in KI-Beschleunigern für Rechenzentren eingesetzt, etwa von Nvidia, und ist aufwendiger zu fertigen als gewöhnliches DRAM.

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Als Grund für die Entwicklung verweist SK Hynix in seiner offiziellen Mitteilung auf die stark steigenden Investitionen von Cloud-Anbietern in KI-Infrastruktur weltweit. Auf dieser Grundlage geht das Unternehmen davon aus, dass die Nachfrage nach Speicherchips das Angebot bis mindestens 2030 übersteigt.

Was das für den PC- und Smartphone-Kauf in Deutschland bedeutet

Die Folgen der weltweiten Speicherknappheit sind in Deutschland bereits sichtbar. Nach einer Auswertung der Fachseite PC Games Hardware aus europäischen Preisvergleichen stiegen die Preise für Grafikkarten zwischen Mitte Juli und Mitte August 2026 um rund 19 Prozent, unter anderem weil Nvidia und AMD ihre Preise wegen höherer Speicherkosten anhoben. Notebook- und PC-Hersteller gaben im Lauf des Jahres 2026 ähnliche Kostensteigerungen an ihre Lieferketten weiter.

Auch bei neu vorgestellten Geräten lässt sich der Zeitpunkt beobachten: Apple stellte erst am 27. Oktober sein neues MacBook Pro mit M6-Chip vor, mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher in der Basisausstattung. Ob und wie stark gestiegene Speicherpreise in solche Gerätepreise konkret einkalkuliert sind, teilen Hersteller in der Regel nicht offen mit.

Ob und wie stark sich die SK-Hynix-Prognose auf einzelne Gerätepreise in Deutschland auswirkt, hängt von vielen weiteren Faktoren ab, etwa vom Wechselkurs, von Zöllen und vom Wettbewerb zwischen Herstellern. SK Hynix selbst äußert sich dazu nicht. Die Aussage des Unternehmens betrifft die Chipebene, nicht einzelne Endgeräte.

Checkliste: Vor dem Kauf von PC, Notebook oder Smartphone

  • Aktuelle Preise bei mehreren Händlern vergleichen, da sich Speicherpreise schnell ändern können.
  • Die tatsächlich benötigte Speichergröße wählen – mehr Arbeitsspeicher oder Festspeicher bedeutet bei knappem Angebot oft einen überproportionalen Aufpreis.
  • Bei Geräten mit fest verbautem Speicher (viele Notebooks, Smartphones, Tablets) ist eine spätere Aufrüstung meist nicht möglich – die Kapazität beim Kauf sollte deshalb zur erwarteten Nutzungsdauer passen.
  • Vorsicht bei ungewöhnlich günstigen Angeboten für Arbeitsspeicher oder SSDs von unbekannten Händlern – bei stark gestiegenen Einkaufspreisen lohnt ein Blick auf Händlerbewertungen und Garantiebedingungen.

Wer keinen akuten Bedarf hat, kann nach bisherigen Marktbeobachtungen nicht sicher davon ausgehen, dass Speicherpreise kurzfristig wieder sinken. SK Hynix rechnet mit anhaltender Knappheit bis 2030; eine Entspannung einzelner Marktsegmente ist davon unabhängig jederzeit möglich, aber derzeit nicht belegt.

Ausblick: Investitionen und Verträge bis 2028

Für das vierte Quartal 2026 kündigt SK Hynix einen weiteren Anstieg der DRAM-Lieferungen im mittleren bis hohen Zehnprozentbereich gegenüber dem Vorquartal an, getragen vom neuen Werk M15X. Der firmeneigene HBM4-Speicher soll demnach erstmals das Vorgängermodell HBM3E bei Absatz und Umsatz übertreffen. Beim Flash-Speicher soll der Anteil der neuesten 321-Lagen-NAND-Technik an der inländischen Produktion auf über die Hälfte steigen.

Für 2027 kündigt SK Hynix einen deutlich höheren Anteil der fortschrittlicheren 10-Nanometer-Klasse-1c-DRAM-Fertigung an sowie einen Ausbau von DDR5- und LPDDR5-SOCAMM-Speicher für KI-Server. Das Unternehmen plant laut eigenen Angaben spürbar höhere Investitionen, während das neue Werk in Yongin in den Vollbetrieb geht; Umfang und Zeitpunkt sollen sich an Nachfrage und Rentabilität orientieren.

Mit 14 großen Kunden, darunter führenden Cloud-Anbietern, bestehen laut SK Hynix bereits langfristige Lieferverträge, die mehr als die Hälfte der für 2027 und 2028 geplanten Produktionskapazität abdecken. Die darin vereinbarten Preise bewegen sich nach Unternehmensangaben innerhalb einer mit den Kunden festgelegten Spanne und reagieren auf die Marktlage. Für Großkunden mit solchen Verträgen dürfte das mehr Preissicherheit bedeuten als für den freien Markt, auf dem sich Komponenten für Verbrauchergeräte in der Regel bewegen.

Unabhängig vom Speichergeschäft gab SK-Hynix-Chef Kwak Noh-Jung bekannt, dass das Unternehmen die Prüfung eines Börsengangs seiner Speichertochter Solidigm nach Abwägung der Marktlage vorerst beendet hat. Einen Zeitpunkt für eine mögliche spätere Wiederaufnahme nannte er nicht.

Häufige Fragen

Warum werden Speicherchips gerade so viel teurer?

Hersteller wie SK Hynix lenken einen wachsenden Teil ihrer Fertigungskapazität in Richtung HBM-Speicher für KI-Rechenzentren. Das verknappt das Angebot an gewöhnlichem DRAM- und NAND-Speicher für PCs, Notebooks und Smartphones, während die Nachfrage weltweit steigt.

Wie lange soll die Knappheit laut SK Hynix andauern?

Das Unternehmen erwartet, dass die weltweite Nachfrage nach Speicherchips das Angebot bis mindestens 2030 übersteigt. Als Grund nennt SK Hynix vor allem die steigenden Investitionen von Cloud-Anbietern in KI-Infrastruktur.

Werden PCs, Notebooks und Smartphones in Deutschland dadurch teurer?

Ein direkter, belegter Zusammenhang zu einzelnen deutschen Gerätepreisen liegt nicht vor. Allerdings zeigen bereits dokumentierte Preisanstiege bei Grafikkarten in Europa im Sommer 2026, dass höhere Chippreise bei den Endgeräten ankommen können.

Ist SK Hynix auch in Deutschland relevant, obwohl das Unternehmen keine Endgeräte verkauft?

Ja. SK Hynix beliefert als einer der drei größten Speicherhersteller weltweit zahlreiche Gerätehersteller, deren Produkte auch in Deutschland verkauft werden. Preisentwicklungen bei SK Hynix wirken sich daher indirekt auf die Lieferketten vieler bekannter Marken aus.

Wie gehen Sie mit steigenden Preisen für Elektronik um – warten Sie einen geplanten Kauf ab, oder kaufen Sie trotz der unsicheren Entwicklung? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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