Gerald Goldnagl, Valentin Szaga-Doktor und Mario Kaintz [Quelle] zeigen, wie es geht – und warum „Levy Vass“ in Kroatien oder wo auch immer verhaftet werden muss.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Rip Deal Unit Vienna des Landeskriminalamts Wien hat nach eigenen Angaben rund 1.500 Fälle geprüft und klärt 80 Prozent auf.
- Im Mai 2026 stellte sie Betrügern mit 25 echten Goldbarren eine Falle – eine Festnahme in einem Wiener Biergarten.
- Der Mann, der Unister-Gründer Thomas Wagner 2016 in Venedig um 1,5 Millionen Euro brachte, kam laut Leipziger Volkszeitung in Kroatien wieder frei.
- Der Herausgeber fordert Aufklärung von den kroatischen Behörden und eine Prüfung durch die Europäische Staatsanwaltschaft.
Die Rip Deal Unit Vienna, eine Sonderermittlungsgruppe des Landeskriminalamts Wien, stellt Betrügerbanden mit Lockfallen und klärt 80 Prozent ihrer Fälle auf. Im Fall Unister ist der Betrüger von Venedig laut Medienberichten frei.
Gerald Goldnagl leitet die Einheit, Bezirksinspektor Valentin Szaga-Doktor und Mario Kaintz gehören zu ihren Ermittlern. Gemeinsam haben sie einer Bande eine Falle gestellt: mit echtem Gold und mit einem Opfer, das mitspielte. Die Bilanz der Spezialeinheit ist beeindruckend – und sie zeigt, dass es geht.
Genau damit zeigen Goldnagl, Szaga-Doktor und Kaintz auch, warum der kroatische Staatsangehörige, der sich „Levy Vass“ nennt, in Kroatien oder wo auch immer er sich aufhält endlich verhaftet werden muss. Nach meiner eigenen Kenntnis hat er allein in Slowenien und Italien – innerhalb von nur zwei Wochen – rund 2 Millionen Euro erbeutet, darunter die 1,5 Millionen Euro, die er Unister-Gründer Thomas Wagner in Venedig abnahm.
Damit steht für mich auch eine andere Frage im Raum: Hat er mit einem Teil dieses gestohlenen Geldes möglicherweise Gerichte, Staatsanwaltschaften oder Polizeibehörden in Kroatien oder anderswo geschmiert – um freizukommen und freizubleiben, bis seine Tat verjährt ist? Das wäre, so meine Vermutung, seine Hoffnung: dass nach zehn Jahren Gras über die Sache wächst. Wir finden das Verhalten der kroatischen Ermittlungsbehörden skandalös, einen Justizsumpf sondergleichen, und für mich ist das nichts anderes als offensichtliche Korruption. Auch das ist – wie meine Vermutung zu möglicher Korruption weiter unten – ausdrücklich keine Tatsachenbehauptung, sondern eine Frage, die aus meiner Sicht lückenlos und unabhängig geklärt werden muss. Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung, solange sie nicht rechtskräftig verurteilt sind.
Doch die Opfer und Hinterbliebenen vergessen es nicht. Zehn Jahre nach dem Tod von Thomas Wagner warten sie noch immer auf Antworten – und darauf, dass sich jemand verantworten muss.
Für mich als Herausgeber von NETZ-TRENDS.DE ist das auch etwas Persönliches. Ich habe miterlebt, wohin ein Rip Deal führen kann. Und ich warte bis heute darauf, dass die Hintermänner zur Verantwortung gezogen werden.
Was ein Rip Deal ist
Bei einem Rip Deal (englisch für etwa „Abzock-Geschäft“) geben sich Betrüger als vermögende Käufer oder Vermittler aus. In anderen Sprachen heißt die Masche französisch „escroquerie au rip deal“, spanisch „estafa rip deal“, italienisch „truffa rip deal“, kroatisch „rip deal prijevara“ und rumänisch „înșelătorie rip deal“.
Als Köder dient fast alles, was viel wert ist: Häuser und Wohnungen, Luxus- und Sportwagen, Yachten und Schiffe, Pferde bis hin zu Rennpferden, Gold, Uhren und Schmuck, Kunstgegenstände, Antiquitäten oder Firmenbeteiligungen. Ebenso häufig versprechen die Täter Kredite oder Investitionen in Millionenhöhe, angeblich von einem vermögenden Geldgeber aus dem Ausland – genau so wie im Fall Unister.
Das zeigen die Warnung des Bayerischen Landeskriminalamts, eine Warnbroschüre der Kriminalprävention und Fälle der Rip Deal Unit Vienna. Bei der Übergabe tauschen die Täter echtes Geld oder Gold gegen Falschgeld oder wertloses Material aus.
„Beim Rip Deal handelt es sich um die Königsdisziplin des Betruges.“
Gerald Goldnagl, Leiter der Rip Deal Unit Vienna, Landeskriminalamt Wien (LKA Wien), im Video der Polizei Wien
Laut Goldnagl geht es dabei nicht nur um Betrug. Die Spanne reiche von Falschgeld und organisierter Kriminalität bis zu Raubüberfällen mit Schusswaffen, „bis hin zum Mord“.
YouTube; Bildzitat nach § 51 Urheberrechtsgesetz.80 Prozent Aufklärung in Wien
Die Zahlen der Einheit sprechen für sich. Nach Angaben Goldnagls hat sie seit ihrer Gründung rund 1.500 Sachverhalte überprüft. Bei Inlandsverfahren gab es 130 Strafanzeigen und 186 ermittelte Beschuldigte.
Die Schadenssumme im Inland betrug 47 Millionen Euro, sichergestellt wurde Falschgeld im Wert von 15 Millionen Euro. Bei Fällen aus dem Ausland wurden 225 Beschuldigte ermittelt, der Schaden lag bei 56 Millionen Euro. Die Aufklärungsquote liegt laut Goldnagl derzeit bei 80 Prozent.
Die Goldfalle vom 7. Mai 2026
Wie die Ermittler arbeiten, zeigt ein Fall vom Mai 2026. Ein Deutscher wollte eine Immobilie im Burgenland in Österreich für rund 2,6 Millionen Euro verkaufen und schöpfte Verdacht. Er wandte sich an die Polizei und half dabei, die Täter in eine Falle zu locken.
Bezirksinspektor Valentin Szaga-Doktor lobt ihn im Video: Das Opfer habe „wirklich perfekt gespielt“, „fast schon burgschauspielartig“. Die Polizei habe „keine Kosten und Mühen gescheut“ und 25 echte Goldbarren zu je 100 Gramm besorgt.
Am 7. Mai 2026 erschien in einem Biergarten im 15. Wiener Bezirk eine junge Frau mit präparierter Ledertasche. Sie wurde festgenommen. In einem Geheimfach, gesichert mit Magneten, lag ein Paket mit wertlosen Metallwinkeln – es sollte gegen das Gold getauscht werden.
YouTube; Bildzitat nach § 51 Urheberrechtsgesetz.Der Fall zeigt, warum diese Arbeit über Österreich hinaus wichtig ist. Laut Szaga-Doktor wertet die Einheit jede Information aus und gibt sie über Europol (die Polizeibehörde der Europäischen Union) und Interpol weiter. Auf diese Bande seien die Ermittler gestoßen, weil seit Anfang 2024 in mehreren Ländern dieselben Tarnnamen, Telefonnummern und Firmendaten auftauchten, darunter in Deutschland.
Wer in Österreich verantwortlich ist
Die Rip Deal Unit Vienna gehört zum Landeskriminalamt Wien. Es ist Teil der Landespolizeidirektion Wien, die Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl führt. Politisch verantwortlich für die österreichische Polizei ist Innenminister Gerhard Karner (ÖVP, Österreichische Volkspartei) im Bundesministerium für Inneres (BMI) in Wien.
Laut Goldnagl hat das Ministerium der Gründung der Sondereinheit ausdrücklich zugestimmt. Für die Staatsanwaltschaften ist Justizministerin Anna Sporrer zuständig (nominiert von der SPÖ, Sozialdemokratische Partei Österreichs).
Polizei Wien, LKA Wien und Innenministerium zeigen, was Betrugsbekämpfung leisten kann. Das gelingt, wenn eine Behörde einem Kriminalitätsfeld eine eigene, spezialisierte Einheit widmet – hier Rip-Deal-Betrug, Immobilienbetrug, Goldbetrug und Falschgeld.
Unister: Täter gefasst und wieder frei
Mich berührt das Thema persönlich. Ich habe die Geschichte des Leipziger Internetkonzerns Unister aus nächster Nähe miterlebt. Unister-Gründer Thomas Wagner wurde im Juli 2016 in Venedig Opfer eines Rip Deals und kam auf dem Rückflug ums Leben.
Der Betrug in Venedig ist gerichtlich aufgearbeitet: Ein Mittelsmann aus Deutschland wurde Mitteldeutsche Zeitung berichtete am 14. Juli 2026, zum zehnten Todestag von Thomas Wagner, unter der Überschrift „Unister-Betrüger gefasst und wieder frei“. Sie fragte, warum die Staatsanwaltschaft darüber nicht informiert habe.

Autor: Steffen Höhne. Medium: Mitteldeutsche Zeitung (MZ).
Zu sehen: Porträtfoto von Unister-Gründer Thomas Wagner. Worum es geht: Warum der des Betrugs überführte „Levy Vass“ trotz Haftbefehls in Kroatien wieder freikam, obwohl er Wagner 2016 in Venedig um 1,5 Millionen Euro betrog.
Die Leipziger Volkszeitung legte am 27. Oktober 2026 nach: Die kroatische Polizei habe den Mann gefunden und wieder laufen lassen. Seine Tat werde nach dem Bericht straffrei bleiben.

Autor: Valentin Dreher. Medium: Leipziger Volkszeitung (LVZ).
Zu sehen: Thomas Wagner mit Kleinflugzeug vor seinem Tod sowie die Absturzstelle in Slowenien. Worum es geht: Die Festnahme und spätere Freilassung des Betrügers Levi Vass durch die kroatische Polizei, zehn Jahre nach dem Betrug an Wagner.
Zehn Jahre nach der Unister-Pleite zeigt sich: Von dem einstigen Leipziger Internetimperium ist wenig übrig – doch einzelne Marken wie ab-in-den-urlaub.de, fluege.de oder auto.de laufen unter neuen, teils ausländischen Eigentümern weiter.

Autoren: Florian Reinke und Andreas Dunte. Medium: Leipziger Volkszeitung (LVZ).
Zu sehen: Insolvenzverwalter Lucas Flöther und das frühere Unister-Logo. Worum es geht: Was zehn Jahre nach der Unister-Pleite aus den einstigen Marken (ab-in-den-urlaub.de, fluege.de, auto.de) geworden ist.
Meine Forderungen an Kroatien und die EU
Ich erwarte von den kroatischen Behörden, dass sie diesen Fall mit Nachdruck verfolgen und die Verantwortlichen festnehmen. In Kroatien ist das USKOK für organisierte Kriminalität und Korruption zuständig – das Amt zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität (Ured za suzbijanje korupcije i organiziranog kriminaliteta) bei der Staatsanwaltschaft der Republik Kroatien.
An das USKOK richte ich diese Forderung ausdrücklich. Sie gilt ebenso dem kroatischen Innenminister Davor Božinović und Justizminister Damir Habijan (beide HDZ, Kroatische Demokratische Gemeinschaft).
Warum ein Tatverdächtiger in einem Millionenbetrug wieder freikommen konnte, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich frage mich deshalb, ob dabei auch Korruption eine Rolle gespielt haben könnte. Das ist meine Vermutung, keine Tatsachenbehauptung: Belege dafür habe ich nicht, und ich erhebe keinen Vorwurf gegen eine bestimmte Person oder Behörde.
Gerade deshalb muss die Frage geklärt werden – unabhängig, gründlich und öffentlich nachvollziehbar. Für genau solche Prüfungen gibt es das USKOK.
Zugleich bitte ich die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO, European Public Prosecutor’s Office) zu prüfen, ob sie hier zuständig ist. Das wäre der Fall, wenn die finanziellen Interessen der Europäischen Union berührt sind, etwa durch Geldwäsche oder Korruption. Kroatien beteiligt sich an der EPPO, die Behörde hat dort bereits mehrfach ermittelt und öffentlich auf Konflikte mit nationalen Stellen hingewiesen.
Deshalb gilt mein ausdrücklicher Dank Gerald Goldnagl, Valentin Szaga-Doktor und dem gesamten Team der Rip Deal Unit Vienna für ihre enorme Arbeit. Nach meiner Kenntnis und Einschätzung ist sie die beste und erfolgreichste Rip-Deal-Einheit Europas. Andere Länder, auch Deutschland und Kroatien, sollten sich daran ein Beispiel nehmen.
Venedig, 14. Juli 2016: Ein Fall, der nicht ruht
Was im Juli 2016 geschah, ist der Grund, warum ich diesen Kommentar schreibe. Thomas Wagner flog mit einem gecharterten Kleinflugzeug vom Typ Piper PA-32 nach Venedig. Nach damaligen Berichten sollte er dort von einem angeblichen Investor, „Levy Vass“, einen Millionenkredit erhalten und hinterlegte dafür Bargeld als Sicherheit. Was er zurückbekam, war wertlos: Nur die obersten Scheine der Bündel sollen echt gewesen sein.
Schon drei Jahre nach seinem Tod fragte auch die BILD-Zeitung öffentlich nach offenen Punkten im Fall: nach Privatdetektiven, einem mysteriösen Video und einem Betrüger, den es „gleich mehrmals gibt“.
Original-Zeitungsseite: BILD Leipzig, 17. Juli 2019, S. 10.Autor: ohne Namensnennung (Redaktion). Medium: BILD Leipzig.
Zu sehen: Thomas Wagner. Worum es geht: Teaser zum dritten Jahrestag seines Todesflugs – offene Fragen zu Privatdetektiven, einem mysteriösen Video und dem mehrfach auftauchenden Betrüger „Levy Vass“.
Am Morgen des 14. Juli 2016 startete die Maschine in Venedig zum Rückflug nach Leipzig. Um 10:34 Uhr verschwand sie vom Radar und stürzte bei Predmeja nahe Ajdovščina im Westen Sloweniens in einen Wald, wie der slowenische Rundfunk RTV Slovenija berichtete. Alle vier Menschen an Bord starben: Thomas Wagner, sein Geschäftspartner und Unister-Mitgesellschafter Oliver Schilling – ein Schulfreund aus Wagners Geburtsstadt Dessau in Sachsen-Anhalt, wo er heute auf dem städtischen Friedhof begraben liegt –, ein Anlageberater und der 73-jährige Pilot.
Zwei Jahre nach dem Absturz besuchte ich selbst die Absturzstelle in Slowenien, zündete dort eine Kerze an und bot erneut 10.000 Euro Belohnung für Hinweise – die slowenische Zeitung Slovenske Novice berichtete darüber.

Autor: Tomica Šuljić. Medium: Slovenske Novice.
Zu sehen: Thomas Wagner, die Absturzstelle und das dortige Gedenkzeichen von Freunden. Worum es geht: Der Besuch von Dr. Konstantin Korosides an der Absturzstelle in Slowenien zum zweiten Jahrestag – er zündet eine Kerze an und bietet erneut 10.000 Euro Belohnung für Hinweise.
Die slowenische Untersuchungsbehörde kam laut ihrem Abschlussbericht zu dem Ergebnis, dass der Pilot von der geplanten Route abwich, in eine Gewitterfront mit Vereisung geriet und das Höhenleitwerk abbrach. Die Maschine war für Flüge bei Vereisung nicht zugelassen. Wenige Wochen später meldete Unister Insolvenz an.
Der Fall ging um die Welt. Medien in Deutschland, in Slowenien und bis nach Argentinien berichteten über den Tod des Internetunternehmers, über den Betrug in Venedig und über die Frage, wer hinter „Levy Vass“ steckt. Zehn Jahre später sind viele Fragen offen. Das lässt die Hinterbliebenen nicht ruhen – und auch mich nicht.
Auch die Angehörigen der anderen Todesopfer warten bis heute auf Antworten. Fünf Jahre nach dem Absturz forderte die Tochter des Piloten, Dr. Sabine Ebert, die bei der Deutschen Bank in Frankfurt am Main arbeitet, in der BILD-Zeitung öffentlich die vollständige Aufklärung des Unglücks, bei dem ihr Vater Kurt Ebert ums Leben kam.

Autorin: Doreen Beilke. Medium: BILD Leipzig.
Zu sehen: Dr. Sabine Ebert, Tochter des verunglückten Piloten Kurt Ebert, sowie ein Porträtfoto ihres Vaters. Worum es geht: Fünf Jahre nach dem Absturz fordert sie die vollständige Aufklärung des Unglücks, bei dem ihr Vater zusammen mit Thomas Wagner und Oliver Schilling starb.
Warum „Levy Vass“ verhaftet werden muss
Ob die Tat von Venedig verjährt ist, entscheidet nicht der Kalender allein. In Deutschland gilt gewerbsmäßiger Bandenbetrug als Verbrechen und wird nach § 263 Absatz 5 Strafgesetzbuch (StGB) mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft. Die Verjährungsfrist beträgt deshalb zehn Jahre (§ 78 Absatz 3 Nummer 3 StGB).
Sie wird aber unterbrochen und beginnt neu, sobald etwa ein Haftbefehl erlassen wird oder Ermittlungshandlungen gegen den Beschuldigten erfolgen (§ 78c StGB, Unterbrechung der Verjährung). Endgültig verjährt ist eine solche Tat erst nach 20 Jahren. Ob die Verjährung im Fall Unister unterbrochen wurde, muss die zuständige Staatsanwaltschaft offenlegen; auch Italien, wo die Tat geschah, hat eigene Regeln.
Selbst wenn die Tat von Venedig strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden könnte, wäre der Fall nicht erledigt. Die Leipziger Volkszeitung beschreibt „Levi Vass“ als Serienbetrüger. Gibt es weitere Opfer und weitere Taten, die nicht verjährt sind – in Deutschland, Italien, Kroatien oder anderswo –, dann gehört der Mann vor Gericht.
Dafür gibt es den Europäischen Haftbefehl: Jeder Mitgliedstaat der Europäischen Union muss gesuchte Personen festnehmen und an den Staat übergeben, der sie verfolgt. Ich fordere die Behörden in Deutschland, Italien und Kroatien auf, alle Taten des Mannes zu prüfen und ihn auf diesem Weg zu verhaften – rechtsstaatlich, aber mit allem Nachdruck.
Und selbst dort, wo das Strafrecht nicht mehr greift, haben die Hinterbliebenen ein Recht darauf zu erfahren, wer Thomas Wagner in Venedig betrogen hat – und ob er dabei möglicherweise sogar ermordet wurde. Das ist bislang nicht aufgeklärt; die slowenische Untersuchungsbehörde nennt als Ursache ein Wetter- und Vereisungsproblem. Offene Fragen bleiben dennoch, und genau deshalb fordere ich lückenlose Aufklärung.
Dr. K. Korosides, Herausgeber NETZ-TRENDS.DE
Häufige Fragen
Was ist die Rip Deal Unit Vienna?
Eine Sonderermittlungsgruppe des Landeskriminalamts Wien in Österreich unter Leitung von Gerald Goldnagl. Sie hat nach eigenen Angaben rund 1.500 Fälle geprüft und eine Aufklärungsquote von 80 Prozent.
Womit locken Rip-Deal-Betrüger ihre Opfer?
Mit dem Kauf oder Verkauf hochwertiger Güter wie Immobilien, Luxusautos, Yachten, Pferden, Gold, Schmuck, Kunst oder Antiquitäten – oder mit Krediten und Investitionen eines angeblichen ausländischen Geldgebers.
Was geschah mit Unister-Gründer Thomas Wagner?
Er wurde im Juli 2016 in Venedig um 1,5 Millionen Euro betrogen und starb am 14. Juli 2016 beim Absturz seines Kleinflugzeugs in Slowenien. Laut Leipziger Volkszeitung fand die kroatische Polizei den Betrüger und ließ ihn wieder laufen.
Ist die Tat von Venedig verjährt?
Das ist offen. In Deutschland verjährt gewerbsmäßiger Bandenbetrug nach zehn Jahren, die Frist wird aber durch Ermittlungen oder einen Haftbefehl unterbrochen. Endgültig verjährt ist eine solche Tat erst nach 20 Jahren.
Quellen und Stand
- Polizei Wien: „Ein Blick in die Rip Deal Unit Vienna“, YouTube, Oktober 2026
- Roman Taudes, LinkedIn-Post „Krypto-Abzocke in Wien – Täterfotos veröffentlicht“ (nennt Mario Kaintz als dritten Ermittler der Rip Deal Unit Vienna)
- Bericht der Mitteldeutschen Zeitung, 14.07.2026
- Bericht der Leipziger Volkszeitung, 27.10.2026
- Bayerisches Landeskriminalamt: Rip-Deal, Stand 24.07.2026
- Warnbroschüre „Vorsicht vor Rip-Deals!“
- 5min.at: Rip-Deals mit Luxusgütern als Köder, 18.02.2024
- Strafgesetzbuch §§ 78, 78c, 263
- Europäischer Haftbefehl (e-Justiz-Portal der EU)
- EPPO: Stellungnahme zu Kompetenzkonflikten in Kroatien
- Staatsanwaltschaft der Republik Kroatien (DORH) / USKOK
- RTV Slovenija, 15.07.2016
- AERO International: Abschlussbericht zum Absturz
- Mercado (Argentinien), 16.08.2016
Recherche- und Datenstand: 28. Oktober 2026.
Dieser Kommentar gibt die persönliche Meinung des Autors wieder. Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung, solange sie nicht rechtskräftig verurteilt sind.
Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.