Akkus Weihnachtsgeschenke: Amazon nimmt Hoverboards nach Feuer offline

Sie sehen cool aus, sind aber nicht ungefährlich: Sogenannte Hoverboards, also mit Akkus und einem Motor betriebene Skateboards.

Bild: Screenshot YouTube
Hoverboards geraten öfters in Brand.

Hoverboards werden auf zahlreichen Shops angeboten. Doch nun reagierte der weltgrößte Marketplace für Shops, das amerikanische Onlinekaufhaus Amazon, und nahm diverse Hoverboards nach gefährlichen Bränden offline. Das berichtet unter anderem die US-Ausgabe von The Huffington Post.

Nach den Berichten habe Amazon zahlreiche Hoverboard-Marken offline genommen, deren Produkte nach Berichten Feuer gefangen hatten. Hoverboards sind beliebte Weihnachtsgeschenke. Allerdings agierte Amazon relativ leise und kündigte seinen Schritt nicht offiziell an. Auch scheint es bislang keine Kommentare zu den Offline-Nehmungen von Amazon zu geben. Angeblich, heißt es bislang, seien diverse Modelle der Selbst-Balancing-Scooter von Herstellern wie Swagway oder Phunkeeduck von Amazon offline genommen worden. Hingegeben blieben die beliebten Skateboards mit Motor beispielsweise von Anbietern wie Jetson oder Razor im Verkauf.

Angeblich habe Amazon diverse Anbieter kontaktiert - darunter Swagway - und gebeten, für die Akkus sowie Ladegeräte nachweisliche Sicherheitsstandards vorzulegen und auch in den Beipackzetteln zu dokumentieren. Swagway hat mittlerweile erklärt, man sei der Bitte von Amazon gefolgt und habe dem Onlinekaufhaus entsprechende Unterlagen zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig zitiert die Huffington Post eine Swagway-Sprecherin - Lauren Song - mit den Worten, man begrüße die stärkeren Sicherheits-Anstrengungen bei den Scootern, die automatisch mittels eines Computerprogramms Personen, die auf ihnen fahren, ausbalancieren.So sagte Sprecherin Song:

"Da die Sicherheit an vorderster Front für Swagway steht, begrüßen wir die Schritte von Amazon, um den Markt vor unsicheren Produkten zu reinigen".

Für die USA weist die U.S. Consumer Product Safety Commission bislang 11 in 10 US-Bundesstaaten in Brand geratene Hoverboards aus. Hoverboards werden in aller Regel mit Lithiumionen-Batterien betrieben.

Wie gefährlich diverse Hoverboards sein können, zeigt sich daran, dass die Bundes-Verbraucherschutzbehörde der USA - die Consumer Product Safety Commission - rät, die Balancier-Fahrzeuge nicht mehr über Nacht zu laden.

Behördensprecherin Patty Davis erklärte zudem, dass die Verbraucher Antworten auf die offenen Sicherheitsfragen verdienten, gerade deshalb, da es sich um ein „so beliebtes Spielzeug für die Feiertage" handele. Nach Angaben des amerikanischen TV-Senders CBS solle man Hoverboards auch nicht in der Nähe des Tannenbaums laden und nicht, wenn man das Haus verlasse.

Alleine in der vergangenen Woche habe es in den USA behördlich gemeldet 39 Personen gegeben, die wegen Hoverboard-Unfällen in den Notaufnahmen von Krankenhäusern oder Arztpraxen behandelt werden mussten. Die meisten Verletzungen beruhen auf Stürzen oder oder Kollisionen mit Passanten oder anderen Verkehrsteilnehmern.

Mittlerweile verbieten amerikanische Fluggesellschaften sogar die Mitnahme von Hoverboards an Bord. Genannt werden beispielsweise Delta, United Airlines, American Airlines, Southwest sowie United Airlines.

Grundsätzlich rät die amerikanische Verbraucherschutzbehörde, wonach man vor dem Kauf von Hoverboards darauf achten solle, dass sie von Sicherheitsbehörden zertifiziert worden sind. Wer in Amerika ein Hoverboard kaufe, solle auf die Zertifikate UN 38.3 (Batterie), UL 1642 (Batterie) und UL 60950-1 (Aufladegerät) achten. In Großbritannien gaben Sicherheitsbehörden zudem nach einem Bericht von CBS bekannt, dass 88% aller nicht in der EU hergestellten Hoverboards bei einem Test hinsichtlich der Sicherheit durchgefallen seien.