Musik: Kein Streaming von Adele Album "25" auf Apple, Spotify, Pandora oder Deezer?

Es ist ein Paukenschlag: Die britische Sängerin Adele, 27, möchte, dass der Wert von Musik wieder stärker erkannt wird. Deshalb scheint sie wohl vorerst ihr neues Album auf den üblichen Streaming-Diensten nicht anzubieten. Das berichten Blogs weltweit. Die aktuelle Singleauskopplung "Hello" gibt es nach wie vor in Streaming-Diensten.

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Die Superstars wollen dass für Musik bezahlt wird und nicht nur in Form von billigem Streaming.

Adele, berühmt für ihre dunkel verruchte Stimme, scheint mit ihrem möglicherweise auch noch vorläufigen Album-Boykott von Streaming-Diensten einem anderen Superstar - Taylor Swift - zu folgen. Auch sie hatte 2014 ihr neues Album "1989" nicht gleich zum Streaming angeboten und vor allem Apple unter Druck gesetzt. Denn Apple wollte alle Musiker zwingen, ihre Musik in einem bestimmten Rahmen erst einmal kostenlos zum Test-Streaming anzubieten. Erst als Apple auf Grund massiven öffentlichen Druckes einlenkte, gab Swift ihr Album frei. Ihr "1989" war dennoch 2014 mit 8,5 Millionen verkauften Alben eines der weltweit am meisten verkauften Alben.

Auch Adele ist eine der erfolgreichsten Sängerinnen weltweit, erlaubte sich aber nach ihrem phänomenalen Welterfolg mit dem Album "21" eine gut dreijährige Auszeit. Während dieser Zeit kümmerte sie sich wohl überwiegend um ihr Kind. Das empfanden viele als ungewöhnlichen Schritt. Denn sonstige Superstars hätten nach einem ersten großen Erfolg gleich versucht nahtlos daran anzuschließen.

Aufgeregt sei sie nun, sagte die Sängerin gegenüber Reportern in London, ob ihr neues Album geliebt werde. Das scheint es: nach ersten bekannten Fakten stürmt ihr Album "25" in allen Charts weltweit sehr weit nach vorne.

Fans von Adele scheinen entsprechend zu akzeptieren, dass sie die neuen Songs eben als CD kaufen müssen oder direkt downloaden. Der Nachteil von Streamingdiensten wie Apple Music, Spotify, Pandora oder Deezer ist sowieso, dass dort eben nur gestreamt werden darf. Das heißt: Man begibt sich in eine dauerhafte Abo-Abhängigkeit von Apple & Co. Wer nicht mehr zahlt, hat nicht einen Song auf seinem Rechner, den er weiterhin nutzen kann. Deshalb wenden sich viele Nutzer vom Streaming auch wieder ab, die sie eben lieber dauerhaft Songs oder Filme ihr eigen nennen möchten, ohne Monat für Monat weiter zu zahlen.

Für die Apple Inc wäre eine Nicht-Veröffentlichung von "25" auf seinem Musikdienst Apple Music eine Image-Katastrophe. Das gilt auch für Spotify und für andere Streaming-Dienste. Denn das ist letztlich so, als hätte Madonna früher MTV boykottiert - was sich selbst Madonna in den 1980er und 1990er Jahren nicht erlauben konnte. Umgekehrt gilt aber auch: MTV buhlte um Madonna, Michael Jackson & Co, dass die Künstler dort ihre Alben und Singles präsentierten. Denn ein MTV ohne Madonna oder Michael Jackson als Zugpferde wäre langfristig ebenfalls nicht als Geschäftsmodell gegangen.

Entsprechend ist Apple Music froh, weiterhin Adeles Single "Hallo" sowie das Album "21" auf iTunes anbieten zu können.

Spotify lässt sich mit den Worten zitieren, wonach man Adele "liebe" und die Entscheidung von ihr akzeptiere, dass sie sich derzeit zu diesem Nicht-Streaming-Schritt offenkundig entschlossen habe. Adele wird mit ihren älteren Songs von immerhin 24 Millionen Fans auf Spotify gestreamt. Man hoffe sehr, so Spotify, dass die Adele-Fans und Nutzer von Spotify bald auch "25" streamen könnten.

Adele ist bei XL Recording-Label unter Vertrag. Das Musik-Management war es wohl auch, welches sich vorerst gegen das billige Streaming entschieden hat. Als eines der ersten Medien hatte darüber die New York Times berichtet.

Mit ihrem ersten großen Erfolg, dem Album "21" aus dem Jahr 2011, konnte Adele weltweit mehr als 30 Millionen Exemplare verkaufen. Der Nachfolger "25" könnte alleine in der ersten Woche in den USA gut eine Millionen Alben absetzen, schätzt das Billboard-Magazin.