Greenpeace drängt UN Umweltschutz-Fonds GCF auf Berliner Konferenz zu größeren Anstrengungen

So hatten die Teilnehmerstaaten zugesagt, sie wollten 9,3 Milliarden Dollar für vorbeugende Umweltschutzmaßnahmen in den UN Fonds einbezahlen. Das Geld im UN Green Fonds soll primär Entwicklungsländern helfen, Maßnahmen zur Verhinderung des Klimawandels zu ergreifen. Doch trotz der eigentlich positiven Signale auf dem globalen Umweltschutz-Kongress monieren Umweltaktivisten, die nun getroffenen Maßnahmen gingen dramatisch nicht weit genug:

Wenn die 21 Staaten halten, was sie nun auf der Berliner UN Umweltschutz-Konferenz dem Umweltschutzfonds der Vereinten Nationen, also dem "UN Green Fonds", beziehungsweise dem "UN Green Climate Fund" (GCF) zugesagt haben, wäre es ein wichtiger weiterer Durchbruch zum Schutz der Welt:

Bereits vor fünf Jahren, 2009, war im Rahmen des UN Green Climate Fund (GCF) vereinbart worden, wonach die reichen Länder, also primär der Westen - darunter Deutschland oder die USA - ab dem Jahr 2020 insgesamt 100 Milliarden Dollar für den Fonds geben wollten. Das Geld solle aus öffentlichen, also staatlichen, wie privaten Quellen fließen. Primär sollen damit Umweltschutzprojekte zur Minderung der für die Ozonschicht schädlichen Kohlendioxidemissionen finanziert und ermöglicht werden.

Doch von einer jährlichen Summe in Höhe von 100 Milliarden Dollar ist man auch nach Abschluss der Berliner Konferenz nach wie vor meilenweit entfernt. Dabei wird das Geld dringend benötigt, um eine weitere schädliche Erderwärmung zu verhindern. Dabei gilt die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen als entscheidend im Kampf zur Verhinderung eines weiteren Klimawandels, der bereits jetzt spürbar ist:

In Chile tauen riesige Jahrtausende alte Gletscherspalten ab und in Mitteleuropa steigt die jährliche Temperatur leicht an, obwohl die Menschen subjektiv nicht das Gefühl haben, dass sich das Wetter dadurch bessere. So nehmen tendenziell in vielen Gebieten starke Unwetter zu, auch verschwimmen die Jahreszeiten immer stärker. Dies führt dazu, dass es in Ländern wie Deutschland gefühlt deutlich schlechtere Sommer gibt, als in den 1970er oder 1980er Jahren.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim: "Jeder hatte gehofft, es wäre mehr"

Doch auch wenn nun festgelegt worden ist, dass der Fonds für UN Umweltschutzprogramme um weitere 9 Milliarden US-Dollar aufgestockt wird, sagte der Weltbank-Präsident Jim Yong Kim, "ich denke, jeder hatte gehofft, es wäre mehr". Immerhin äußerte die Umweltschutzorganisation Greenpeace man begrüße die Zusagen als "einen ersten und wichtigen Schritt".

Die staatliche Zusage zur Bereitstellung einer Summe von über 9 Milliarden Dollar in einem Zeitraum von nur fünf Monaten betrifft einen Förderbetrag in einer Höhe, welche es in der Vergangenheit noch nie für UN-Umweltschutzprogramme gegeben hatte.

Dennoch erklärte Deutschlands Greenpeace-Chef Stefan Krug, wonach sich "der Klimawandel schneller entwickelt, als erwartet". Dabei beobachte man mit Sorge, so Krug, dass "die finanzielle Unterstützung für diejenigen, welche am stärksten von Umweltschäden betroffen sind, nach wie vor in einem Schneckentempo" erfolge.

Entsprechend kritisieren vor allem kleine Inselstaaten, den jetzt in Berlin gefassten Beschluss zur Aufstockung der finanziellen Mittel des Umweltfonds der UN. So sagte Marlene Moses vom Inselstaat Nauru, die Vorsitzender der Allianz der kleinen Inselstaaten (Alliance of Small Island States), wonach die bisherigen UN-Klimaverhandlungen weit von dem Ziel entfernt seien, die besonders betroffenen Inselstaaten zu schützen.

So ist bekannt, dass einige Inselstaaten, deren Staatsgebiet nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegt, in wenigen Jahrzehnten durch Überflutungen komplett zerstört werden könnten.

Globale Erderwärmung geht weiter

Bislang bemüht sich die UN den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 2 Grad Celsius (3,6 Grad Fahrenheit) über dem Schnitt der vorindustriellen Zeiten zu begrenzen. Doch schon heute liegt die durchschnittliche Temperatur der Welt um 0,9 Grad Celsius über dem Schnitt dessen, was man in den vergangenen 100 Jahren gemessen hat.

Allerdings weiß bis heute niemand, wie warm der Globus vor 1000, 2000 oder 10.000 Jahren war. Die vorliegenden Zahlen sind lediglich Hochrechnungen und Schätzungen.

In einem sind sich bislang alle Umweltaktivisten, auch die Wissenschaftler einig: Hitzewellen, Schlammlawinen, Tornados und steigende Meeresspiegel werden zunehmen - sowohl in Asien, als auch in Europa oder den USA. Aktuell leidet Italien einmal mehr unter massiven ungewöhnlichen Regenfällen und Schlammlawinen. Parallel versinken dieser Tage die USA in einem seit über 40 Jahren nicht gekannten Monster-Schneefall:

Auf der UN Umweltkonferenz in Berlin sagte jedenfalls Japan, man wolle weitere 15 Milliarden Dollar für Umweltschutzmaßnahmen bereitstellen, die USA sagten eher lächerliche 3 Milliarden Dollar zu, Großbritannien 1,1 Milliarden und Italien 310 Millionen Dollar. Exekutivdirektor des GCF ist derzeit Hela Cheikhrouhou. Der Umweltfonds der UN hat seinen Hauptsitz in Korea.

Neben US-Präsident Barack Obama oder Frankreichs Präsident François Hollande, erklärte auch die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU), man müsse erheblich größere Anstrengungen als bislang unternehmen, um den Klimawandel zu stoppen. So sagte sie bereits am 14. Juli 2014 auf dem St. Petersburg Climate Dialogue, wonach Deutschland in den Umweltschutzsfonds der UN 750 Millionen Euro (1 Milliarde Dollar) überweisen wolle. Auch hoffe sie, so Merkel, dass andere Staaten diesem Beispiel folgen würden.

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